Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Pondoland – Wikipedia Zum Inhalt springen

Pondoland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Mpondoland)

Pondoland (auch Mpondoland) war ein Gebiet des früheren Kaffraria im britischen Protektorat Kapland. Heute gehört das Gebiet zur südafrikanischen Provinz Ostkap.

Geografie

Pondoland liegt im heutigen Staat Südafrika, zwischen Tembuland, Ostgriqualand, Natal und dem Indischen Ozean. Pondoland war 9267 km² groß.<ref>Meyers Konversations-Lexikon. Bd. 16 Ergänzungen und Register. 3. Auflage. Leipzig 1878, S. 456 (Eintrag Kaffern)</ref> Das Land wird von den Flüssen Mthatha und Mtanivuna begrenzt und vom Mzimvubu sowie zahlreichen anderen Flussläufen durchzogen. Es gibt in diesem Gebiet zwei Küstenstädte, Port St. Johns und Port Grosvenor. Weitere Orte sind Lidobe, Ngqeleni und Ntabankulu. Der Mzimvubu teilt das Gebiet in West- und Ostpondoland. Das Gebiet ist von einem Bergland umgeben. Die Hauptvegetation besteht aus Dornengebüsch und Grasland sowie in den feuchten Küstentälern aus subtropischen, immergrünen Wäldern.<ref name="SAHO">South African History Online: Pondoland. auf www.sahistory.org.za (englisch)</ref>

Geschichte

Datei:Transkei Cape frontier - 1875-1890.jpg
Pondoland und von der Kapkolonie annektierte Nachbargebiete, 1875–1890

Die Anzahl der Mpondo, die aus vielen kleinen Stämmen (Amakwela, Amanyati, Amalana, Amanzi) bestanden, betrug ungefähr 150.000. Unter der Bevölkerung ist isiXhosa verbreitet.<ref name="SAHO"/><ref>Dictionary Unit for South African English (Rhodes University): Pondo. auf www.dsae.co.za (englisch).</ref> Oberhalb des langgestreckten Mündungsdeltas des Umzimvubu lag das Fort Harrison.

18. Jahrhundert

Am 4. August 1782 erlitt die Grosvenor, ein britischer Ostindienfahrer, vor der Küste des Pondolandes Schiffbruch. Nur ein Teil der Besatzung konnte über den Landweg europäische Ansiedlungen erreichen. Es kam zu Kämpfen mit einheimischen Gesellschaften. Einige Passagiere, darunter alle Frauen und Kinder, blieben vermisst. Nahe der Unglücksstelle wurde später der Hafen Port Grosvenor eröffnet.

19. Jahrhundert

Um das Jahr 1885 versuchten der Reisende August Einwald und der badische Leutnant a. D. Emil Nagel eine Kolonie Deutsch-Pondoland zu gründen.<ref>Agnes M. Hutton: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pondoland – Her Cape And Natal Neighbours 1878–1894. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wiredspace.wits.ac.za University of the Witwatersrand, Johannesburg 2013 (Original von 1935), S. 69 ff.</ref> Nagel erwarb am 25. Juni 1885 etwa 400 km² Land von Umquikela, einem Häuptling der Amapondo. Eine Deutsche Pondoland-Gesellschaft (DPLG) wurde ins Leben gerufen. Vertreter der DPLG erhielten am 10. März 1888 von Usigkao, Umquikelas Sohn und Nachfolger, eine Bestätigung des Landerwerbs.<ref>Berthold Volz: Unsere Kolonien – Land und Leute. Brockhaus, Leipzig 1891, S. 39, (online bei archive.org).</ref> Das Gebiet erstreckte sich von der Wild Coast landeinwärts bis in eine Höhe von etwa 300 Metern. Das für die Kolonie beanspruchte Gelände umfasste Waldflächen wie den Ekossawald. Für andere Abschnitte wurde Ackerbau ins Auge gefasst. Binnen weniger Jahre entstanden mehrere deutsche Stationen zur Sammlung von Holzproben und für landwirtschaftliche Versuche.<ref>Universität Kapstadt: Karte des Pondolandes mit ehemaligen deutschen Stationen (german settlements)</ref> Dazu zählten die am Umkwenifluss gelegene Station Lambas und die im Inland befindliche Station Intsubana.<ref>Autorenkollektiv: Meyers Konversationslexikon. 17. (Ergänzungs-)Band, 4. Auflage, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 665, (online bei retrobibliothek.de).</ref><ref>Hugh F. Glen, Gerrit Germishuizen (Hrsg.): Botanical exploration of southern Africa. 2. Aufl., [[ Strelitzia (Schriftenreihe)|Strelitzia]] 26, South African National Biodiversity Institute, Pretoria 2010, ISBN 978-1-919976-54-9, S. 83. (Online auf biodiversitylibrary.org)</ref>

Siehe auch: Abschnitt „Pondoland“ im Artikel „Deutsche Kolonialbestrebungen in Südostafrika“

Angesichts britischer Ansprüche versagte aber das Deutsche Kaiserreich den Status als Schutzgebiet.<ref>Pondoland. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 16, Leipzig 1908, S. 145–146.</ref><ref>Landesarchiv Baden-Württemberg: Emil Nagel, ehemaliger badischer Leutnant: Projekt über Landerwerb im „Pondoland“, Südafrika</ref> Stattdessen wurde das Pondoland 1887<ref>Peter Wende: Das Britische Empire – Geschichte eines Weltreichs. C.H. Beck, München 2008, S. 201.</ref> unter britisches Protektorat gestellt und 1894 durch Großbritannien annektiert. Der Hauptort war Palmerton mit einer evangelischen Missionsstation.

20. Jahrhundert

Ende 1959 begann im Gebiet des früheren Pondoland ein Aufstand, der von der Regierung 1960 blutig niedergeschlagen wurde und der sich überwiegend in den Städten Bizana, Flagstaff und Lusikisiki ausgebreitet hatte. Es gab mehrere Tote.<ref>SAIRR: A Survey of Race relations in South Africa 1959–1960. Johannesburg 1960, S. 39 ff.</ref> Die mit dem Aufstand verbundene unruhige Lage kam erst nach einigen Jahren zur Ruhe.<ref>South African History Online: Bizana and the Pondoland Revolt 1946 – 1962. auf www.sahistory.org.za (englisch)</ref> Konfliktpunkte war die auf Stammesführer konzentrierte öffentliche Verwaltung und die Maßnahmen gegen Bodenverheerung mit Einschränkungen der regionalen Viehzucht.<ref name="SAHO"/> Pondoland gehörte zum 1976 formal in die Unabhängigkeit entlassenen Homeland Transkei.

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Franz Bachmann: Süd-Afrika – Reisen, Erlebnisse und Beobachtungen während eines sechsjährigen Aufenthaltes in der Kapkolonie, Natal und Pondoland. H. Eichblatt, Berlin 1901, DNB 57912536X.

Weblinks

Commons: Pondoland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 31° 16′ 0″ S, 29° 35′ 0″ O

 {{#coordinates:−31,266666666667|29,583333333333|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=ZA-EC
   |type=landmark
  }}

Vorlage:Hinweisbaustein