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Heinrich Thannhauser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Portrait of the Art Dealer Heinrich Thannhauser by Lovis Corinth.jpg
Lovis Corinth: Bildnis Heinrich Thannhauser (1918), Kimbell Art Museum, Fort Worth, Texas

Heinrich Thannhauser (* 16. Februar 1859 in Hürben, heute Stadtteil von Krumbach (Schwaben); † 24. November 1935 in Luzern<ref>Gedenkbuch Link Intern: Gedenkbuch der Münchener Juden. Abgerufen am 24. Februar 2026.</ref>) war ein deutscher Galerist und Kunstsammler. Er war als Kunsthändler einer der wichtigsten Förderer der frühen expressionistischen Kunst in Deutschland.

Leben

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Vincent van Gogh: Hügel bei Saint-Rémy (1888) aus der Sammlung J. K. Thannhauser

Heinrich Thannhauser erbte den Familiennamen von seiner väterlichen, katholischen Familie Thannhauser; mütterlicherseits entstammte er der jüdischen Familie Loew aus Mönchsdeggingen. Heinrich Thannhauser lernte zunächst den Beruf des Maßschneiders und betrieb in der Neuhauser Straße 9 ein eigenes Geschäft. 1901 wechselte er die Branche und betrieb die Firma „Süddeutsche Beleuchtungsindustrie Heinrich Thannhauser“. Von Mai 1905 an war er zunächst Kompagnon in der 1905 von Franz Josef Brakl gegründeten „Modernen Kunsthandlung“ in der Goethestraße 64. 1909 gründete er in der Theatinerstraße 7 seine eigene „Moderne Galerie“. Hier im Arco-Palais fand im selben Jahr die erste Ausstellung der Neuen Künstlervereinigung München statt. 1911 begann die Zusammenarbeit mit der Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter.

Thannhauser hatte zunächst die Kunstwerke französischer Impressionisten wie Édouard Manet, Edgar Degas und Paul Gauguin ausgestellt. Wenig später kamen die Werke Pablo Picassos, der später mit den Thannhausers befreundet war, und die von Georges Braque hinzu. 1913 konnte er die erste umfassende Retrospektive der Werke Picassos in Deutschland ausrichten, zu der auch ein Katalog erschien.

Datei:Thannhauser Picasso.jpg
Katalogtitelblatt zur Picassoausstellung 1913

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Thannhauser war mit Theo van Goghs Witwe, Johanna van Gogh-Bonger, und deren Sohn Vincent befreundet, wodurch er seinen Bestand mit bedeutenden Werken erweitern konnte. 1918 ließ er sich in Berlin gleichzeitig von Lovis Corinth und von Max Liebermann malen; dem einen saß er vormittags Porträt, dem anderen nachmittags.<ref>Annette Lettau: Zweimal an einem Tag. In: Die Zeit vom 8. Dezember 2016, S. 52.</ref> Aus gesundheitlichen Gründen zog er sich 1921 aus dem Geschäft zurück, das er an seinen Sohn Justin übergab.

Heinrich Thannhauser entschloss sich 1934 zu seinem Neffen Siegfried Rosengart in die Schweiz überzusiedeln, wo dieser zusammen mit Heinrichs Sohn Justin in Luzern eine Filiale der Kunsthandlung betrieb. „Durch die Aufregungen während der schikanösen Abfertigung an der Deutsch-Schweizer Grenze erlitt er einen Herzschlag, er starb am 24.11.1935 in Luzern.“<ref>Gedenkbuch Link Intern: Gedenkbuch der Münchener Juden. Abgerufen am 19. April 2026.</ref>

Familie

Sein Sohn Justin Thannhauser hatte wesentlichen Anteil an der modernen Ausrichtung der Galerie und gründete Dependancen in Luzern (1919) und Berlin (1927). Das Stammhaus im Arco-Palais, Theatinerstraße 7 in München, wurde 1928 aufgelöst. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten die Bestände. Justin Thannhauser emigrierte nach Paris, wo er bis 1941 eine Galerie führte, deren Bestand ebenfalls nach Besetzung durch die deutsche Wehrmacht beschlagnahmt wurde. Es gelang ihm, nach New York zu flüchten, wo er ein drittes Mal einen Neuanfang wagte. 1963 stiftete er seine private Sammlung und die seines Vaters dem Guggenheim-Museum, New York, in dem ein nach ihm benannter Raum an ihn erinnert.<ref> Anja Walter-Ris: Die Geschichte der Galerie Nierendorf. Kunstleidenschaft im Dienst der Moderne, Berlin / New York 1920– 1995. Dissertation FU Berlin 2003, abgerufen am 6. März 2011.</ref>

Literatur

  • Eva Chrambach: Thannhauser, Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 26. Duncker & Humblot, Berlin 2016, ISBN 978-3-428-11207-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Mario-Andreas von Lüttichau: Die Moderne Galerie Heinrich Thannhauser in München. In: Henrike Junge (Hrsg.): Avantgarde und Publikum: Zur Rezeption avantgardistischer Kunst in Deutschland 1905–1933. Böhlau, Köln, Weimar, Wien 1992.
  • Thannhauser. Händler, Sammler, Stifter. Hrsg. v. Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels e. V. ZADIK und SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Sediment – Mitteilungen zur Geschichte des Kunsthandels, 11. Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg 2006
  • Emily D. Bilski: Die „Moderne Galerie“ von Heinrich Thannhauser / The „Moderne Galerie“ of Heinrich Thannhauser. Sammelbilder / Collecting Images, 6. Minerva, München 2008. (Zur gleichnamigen Ausstellung. Jüdisches Museum München, 30. Januar 2008 – 25. Mai 2008.)

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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