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Mannsschild-Miere

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(Weitergeleitet von Minuartia cherlerioides)

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Mannsschild-Miere
Datei:Minuartia cherlerioides.jpg

Mannsschild-Miere (Facchinia cherlerioides)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Alsinoideae
Gattung: Facchinia
Art: Mannsschild-Miere
Wissenschaftlicher Name
Facchinia cherlerioides
(Sieber) Dillenb. & Kadereit

Die Mannsschild-Miere (Facchinia cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieber) Dillenb. & Kadereit, Syn.: Minuartia cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoppe) Bech.),<ref name="Dillenberger2014" /><ref name="Dillenberger2015" /> auch Polster-Miere genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).<ref name="Dillenberger2014" /><ref name="Dillenberger2015" />

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Mannsschild-Miere ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Sie bildet 2 bis 5 Zentimeter hohe dichte Polster mit säulenförmigen Sprossachsen.<ref name="Dillenberger2015" />

Die Laubblätter sind gegenständig angeordnet. Die fleischige, kahle Blattspreite ist bei einer Länge von 1,5 bis 2,6 Millimetern sowie einer Breite von 1,1 bis 1,2 Millimetern länglich-elliptisch<ref name="Dillenberger2015" /> bis eiförmig. Das obere Ende der Blattspreite ist gerundet, selten kurzstachelig mit kapuzenförmiger, meist stumpfer Spitze (gerundeter; selten mit kurzer Stachelspitze). Der Blattrand ist meist kahl. Auf der Blattunterseite sind meist drei, selten fünf deutlich hervortretende,<ref name="Dillenberger2015" /> dicke Nerven erkennbar, manchmal ist nur der Mittelnerv deutlich erhaben.<ref name="Dillenberger2015" /> Die Blattoberseite ist etwas rinnenförmig (konkav).

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Die Blüten stehen einzeln.<ref name="Dillenberger2015" /> Der Blütenstiel ist mit einer maximalen Länge von etwa 1 Millimeter sehr kurz.<ref name="Dillenberger2015" />

Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und vierzählig. Die vier kahlen Kelchblätter sind bei einer Länge von 1,4 bis 2,9 Millimetern sowie einer Breite von 1,1 bis 1,2 Millimetern lanzettlich mit spitzem oberen Ende und drei bis fünf Nerven.<ref name="Dillenberger2015" /> Die Kronblätter überragen die Kelchblätter etwas.<ref name="Dillenberger2015" /> Je nach Unterart sind vier Kronblätter vorhanden oder sie fehlen.<ref name="Dillenberger2015" /> Die vier weißen Kronblätter sind bei einer Länge von 2 bis 4 Millimetern lanzettlich<ref name="Dillenberger2015" /> und dreinervig. Es sind zwei Kreise mit je vier Staubblättern vorhanden. Die Staubbeutel sind weiß oder gelblich.<ref name="Dillenberger2015" /> Meist sind drei Griffel vorhanden,<ref name="Hegi1979" /> in wenigen Blüten sind es vier.

Die Kapselfrucht ist etwas länger als der Kelch.<ref name="Hegi1979" /> Sie ist 2,4 bis 2,7 Millimeter lang und öffnet sich meist mit drei, selten mit vier Fruchtklappen.<ref name="Dillenberger2015" /> Die Samen sind dicht warzig.<ref name="Hegi1979" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="Dillenberger2015" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die zwei Unterarten der Mannsschild-Miere kommen in Europa nur in den Alpen in Deutschland, Österreich und Italien vor;<ref name="SchedeDiBotanica" /> in den nordöstlichen Kalkalpen von Berchtesgaden bis zum Hochschwab (zum Teil in die östlichen Zentralalpen eindringend, und zwar in den Mallnitzer und Radstädter Tauern); von den südlichen Kalkalpen Kärntens, den Karnischen und Julischen Alpen bis in die Dolomiten; westlich des Etsch mit zerstückeltem Areal in der Brentagruppe, in den Judikarischen Alpen und im Grigna-Massiv. In den Südlichen Kalkalpen kommt sie auch in den Bergamasker Alpen sowie von den Dolomiten ostwärts bis zu den Julischen Alpen vor.

In Österreich ist sie zerstreut in den Bundesländern Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Tirol anzutreffen. In Deutschland kommt nur Facchinia cherlerioides subsp. aretioides im südöstlichen Bayern vor.

Die Mannsschild-Miere ist insgesamt selten. Sie gedeiht meist auf Höhenlagen von 2000 bis 3000 Metern. Die Mannsschild-Miere bevorzugt als Standort Kalk- und Dolomitfels und Felsschuttflure in der oberalpinen Höhenstufe und gilt als Charakterart der Potentilletalia caulescentis. Sie gedeiht am besten auf feinerdehaltigen, steinigen Böden.

Im letzten Jahrhundert wurden bei Minuartia cherlerioides zwei Unterarten geographisch unterschieden: nordostalpisch mit Kronblättern und südalpisch kronblattlos (Wraber, unveröffentlicht).

Systematik

Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen Schmidtia cherlerioides durch Franz Wilhelm Sieber. 1956 erfolgte eine Neukombination zu Minuartia cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieber) Bech. durch den Schweizer Botaniker Alfred Becherer (1897–1977) in den Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, Zürich, Band 81, S. 167. Die letzte Neukombination zu Facchinia cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieber) Dillenb. & Kadereit wurde 2015 durch Markus S. Dillenberger und Joachim W. Kadereit im Edinburgh Journal of Botany, Volume 72, Issue 3, S. 362 veröffentlicht.<ref name="Dillenberger2015" />

  • Facchinia cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieber) Dillenb. & Kadereit subsp. cherlerioides (Syn.: Schmidtia cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />Sieber, Arenaria aretioides <templatestyles src="Person/styles.css" />Port. ex J.Gay Alsine cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieber) Dalla Torre, Arenaria octandra <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieber ex Spreng.) Fernald, Cherleria imbricata <templatestyles src="Person/styles.css" />Ser., Cherleria octandra <templatestyles src="Person/styles.css" />Sieber ex Spreng., Siebera argentea <templatestyles src="Person/styles.css" />Steud., Siebera cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieber) Hoppe, Somerauera cherlerioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieber) Á.Löve & D.Löve):<ref name="Dillenberger2015" /> Sie besitzt keine Kronblätter und kommt nur in den südlichen Kalkalpen vor.<ref name="Dillenberger2015" /><ref name="SchedeDiBotanica" />
  • Facchinia cherlerioides subsp. aretioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Port. ex J.Gay) Dillenb. & Kadereit (Syn.: Arenaria aretioides<templatestyles src="Person/styles.css" /> Port. ex J.Gay, Alsine aretioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Port. ex J.Gay) Mert. & W.D.J.Koch, Minuartia aretioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Port. ex J.Gay) Schinz & Thell., Sabulina aretioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Port. ex J.Gay) Hayek, Somerauera quadrifaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Hoppe, Somerauera quadrifida <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb.):<ref name="Dillenberger2015" /> Sie besitzt Kronblätter kommt nur in den nördlichen Kalkalpen in Deutschland und Österreich vor.<ref name="Dillenberger2015" /><ref name="Euro+Med" />

Die früher hier eingeordnete Minuartia cherlerioides subsp. rionii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gremli) Friedrich ist bei Dillenberger et al. 2015 Facchinia herniarioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rion) Dillenb. & Kadereit<ref name="Dillenberger2015" />: Sie besitzt bewimperte Blattränder und gedeiht über Silikatgestein.<ref name="Dillenberger2015" /> Dagegen gedeihen die beiden Unterarten von Facchinia cherlerioides nur über Kalkgestein.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Caryophyllaceae. Minuartia cherlerioides (Hoppe) Bech. subsp. cherlerioides Datenblatt In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 382. </ref> <ref name="Hegi1979"> Hans-Christian Friedrich: Minuartia cherlerioides. In: </ref> <ref name="Dillenberger2014"> Markus S. Dillenberger, Joachim W. Kadereit: Maximum polyphyly: Multiple origins and delimitation with plesiomorphic characters require a new circumscription of Minuartia (Caryophyllaceae). In: Taxon, Volume 63, Issue 1, 2014, S. 64–88. doi:10.12705/631.5 </ref> <ref name="Dillenberger2015"> Markus S. Dillenberger, Joachim W. Kadereit Kadereit: A Revision of Facchinia (Minuartia s.l., Caryophyllaceae). In: Edinburgh Journal of Botany, Volume 72, Issue 3, 2015, S. 353–389. doi:10.1017/S0960428615000153 Volltext-PDF. </ref> <ref name="SchedeDiBotanica"> Datenblatt Facchinia cherlerioides subsp. cherlerioides mit Verbreitung in Italien bei Schede di Botanica. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Mannsschild-Miere (Facchinia cherlerioides) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien