Metanatroautunit
| Metanatroautunit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
1987 s.p.<ref name="IMA-Liste" /> |
| IMA-Symbol |
Mnaut<ref name="Warr" /> |
| Chemische Formel |
|
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Phosphate, Arsenate und Vanadate |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VII/D.20b VII/E.02-125 8.EB.10 40.02a.05.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | tetragonal |
| Kristallklasse; Symbol | ditetragonal-dipyramidal; 4/m2/m2/m<ref name="Webmineral" /> |
| Raumgruppe | P4/nmm (Nr. 129)<ref name="StrunzNickel" /> |
| Gitterparameter | a = 6,92 Å; c = 8,63 Å<ref name="StrunzNickel" /> |
| Formeleinheiten | Z = 1<ref name="StrunzNickel" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 2 bis 2,5<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Dichte (g/cm3) | berechnet: 3,62<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Spaltbarkeit | vollkommen nach {001}, unvollkommen nach {100}<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Bruch; Tenazität | glimmerartig; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="Mindat" /> |
| Farbe | zitronengelb, salatgelb bis grünlichgelb<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Strichfarbe | blassgelb<ref name="Lapis" /> |
| Transparenz | durchscheinend<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Glanz | Glasglanz, Perlglanz auf den Spaltflächen<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Radioaktivität | sehr stark: 92,614 kBq/g<ref name="Webmineral" /> |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nω 1,578<ref name="Mindat" /> nε 1,559<ref name="Mindat" /> |
| Doppelbrechung | δ 0,019<ref name="Mindat" /> |
| Optischer Charakter | einachsig negativ |
| Pleochroismus | schwach: ω = hellgelb, ε = blassgelb<ref name="Mindat" /> |
Metanatroautunit, auch Meta-Natroautunit, Meta-Natrium-Autunit oder Natrium Meta-Autunit ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) oder Sodium meta-autunite) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ mit der chemischen Zusammensetzung Na(UO2)(PO4)·3H2O<ref name="IMA-Liste" /> oder mit der kristallchemischen Strukturformel auch Na2[UO2|PO4]2·6–8H2O<ref name="Lapis" />. Metanatroautunit ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Natrium-Uranyl-Phosphat und das Natrium-Analogon von Meta-Autunit (Ca[(UO2)(PO4)]2·6H2O).
Metanatroautunit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt ähnlich wie Autunit beziehungsweise Meta-Autunit meist tafelige Kristalle bis etwa 5 mm Größe sowie radialstrahlige, blättrige Mineral-Aggregate von zitronengelber bis grünlichgelber Farbe mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Seine Strichfarbe ist hellgelb.
Etymologie und Geschichte
Erstmals entdeckt wurde das Mineral in der Uran-Lagerstätte „Kuruk“ bei Chudschand in der tadschikischen Provinz Sughd. Beschrieben wurde es 1957 von A. A. Chernikov, O. V. Krutetskaya und N. I. Organova, die es nach dessen Zusammensetzung und damit nahen Verwandtschaft zum Autunit zunächst als Natroautunit mit der Formel Na(UO2)(PO4)·5–8(H2O) bezeichneten. In einer weiteren Veröffentlichung von 1994 im Doklady Akademiia Nauk ging das Forscherteam um Chernikov noch einmal auf den Natroautunit und Metanatroautunit ein, der schließlich zu einem Antrag auf Neudefinition und Umbenennung des Minerals führte.
2004 wurde der Antrag von der „CNMMN“, einer Kommission der International Mineralogical Association (IMA) zur Benennung und Klassifikation neuer Minerale, genehmigt und das Mineral in Metanatroautunit umbenannt. Die Formel wurde nach Na2(UO2)2(PO4)2·6–8H2O korrigiert.<ref name="NickelNichols" />
Klassifikation
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Metanatroautunit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, Arsenate und Vanadate mit fremden Anionen“, wo er gemeinsam mit Abernathyit, Meta-Ankoleit, Meta-Autunit, Metaheinrichit, Metakahlerit, Metakirchheimerit, Metanatrouranospinit, Metanováčekit, Metatorbernit, Metauranocircit, Metauranospinit, Metazeunerit, Sincosit und Trögerit in der „Meta-Uranit-Reihe“ mit der Systemnummer VII/D.20b steht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/E.02-125. Dies entspricht der neu definierten Abteilung „Uranyl-Phosphate/Arsenate und Uranyl-Vanadate mit [UO2]2+–[PO4]/[AsO4]3− und [UO2]2+–[V2O8]6−, mit isotypen Vanadaten (Sincositreihe)“, wo Metanatroautunit zusammen mit Abernathyit, Bassetit, Chernikovit, Lehnerit, Meta-Ankoleit, Meta-Autunit, Metaheinrichit, Metakahlerit, Metakirchheimerit, Metalodèvit, Metanováčekit, Metarauchit, Metasaléeit, Metatorbernit, Metauranocircit, Metauranospinit, Metazeunerit, Natrouranospinit, Pseudo-Autunit (D), Ulrichit, Uramarsit und Uramphit die „Meta-Autunit-Gruppe“ mit der Systemnummer VII/E.02 bildet.<ref name="Lapis" />
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Metanatroautunit ebenfalls in die Abteilung „Uranylphosphate und Arsenate“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach dem Stoffmengenverhältnis von Uranyl zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „UO2 : RO4 = 1 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Bassetit, Lehnerit, Meta-Autunit, Metaheinrichit, Metakahlerit, Metakirchheimerit, Metalodèvit, Metanováčekit, Metasaléeit, Metatorbernit, Metauramphit, Metauranocircit, Metauranospinit, Metazeunerit und Przhevalskit die „Meta-Autunit-Gruppe“ mit der Systemnummer 8.EB.10 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Metanatroautunit die System- und Mineralnummer 40.02a.01.04. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A2+(B2+)2(XO4) × x(H2O), mit (UO2)2+“ in der „Autunitgruppe“, in der auch Autunit, Meta-Autunit und Pseudo-Autunit eingeordnet sind.
Kristallstruktur
Metanatroautunit kristallisiert in der tetragonalen Raumgruppe P4/nmm (Raumgruppen-Nr. 129) mit den Gitterparametern a = 6,92 Å und c = 8,63 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />
Eigenschaften
Das Mineral ist durch seinen Urangehalt von bis zu 51,7 Gew.-% als sehr stark radioaktiv eingestuft.<ref name="Webmineral" /> Unter Berücksichtigung der Mengenanteile der radioaktiven Elemente in der idealisierten Summenformel sowie der Folgezerfälle der natürlichen Zerfallsreihen wird für das Mineral eine spezifische Aktivität von rund 92,6 kBq/g<ref name="Webmineral" /> angegeben (zum Vergleich: natürliches Kalium 0,0312 kBq/g). Der zitierte Wert kann je nach Mineralgehalt und Zusammensetzung der Stufen deutlich abweichen, auch sind selektive An- oder Abreicherungen der radioaktiven Zerfallsprodukte möglich und ändern die Aktivität.
Unter UV-Licht zeigen manche eine gelblichgrüne Fluoreszenz, ähnlich der von neonfarbenen Textmarkern.<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bildung und Fundorte
Metanatroautunit bildet sich, meist in Paragenese mit Schoepit, Gips, Kaolinit und Limonit, in der Oxidationszone von Uran-Lagerstätten in Granodioriten.
Außer an seiner Typlokalität „Kuruk“ (Khodzhent, Sughd) in Tadschikistan konnte das Mineral noch im Granitsteinbruch am Lake Boga (Victoria) und am Boomerang Lake bei Menangina (Western Australia) in Australien sowie in den Cave Hills, North Cave Hills und Slim Buttes im Harding County (South Dakota) in den USA.<ref name="Mindat" />
Vorsichtsmaßnahmen
Aufgrund der starken Radioaktivität des Minerals sollten Mineralproben vom nur in staub- und strahlungsdichten Behältern, vor allem aber niemals in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen aufbewahrt werden. Ebenso sollte eine Aufnahme in den Körper (Inkorporation, Ingestion) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Mundschutz und Handschuhe getragen werden.
Siehe auch
Literatur
Weblinks
- Metanatroautunit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung
- IMA Database of Mineral Properties – MineralNamee. In: rruff.net. RRUFF Project (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – MineralNamee. In: rruff.net. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise
<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Metanatroautunite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 26. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="NickelNichols"> Ernie Nickel, Monte Nichols: Mineral Names, Redefinitions & Discreditations Passed by the CNMMN of the IMA. (PDF; 703 kB) 9. Februar 2004, abgerufen am 26. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Metanatroautunite (S. 94) und Natroautunite (S. 99)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> Sodium-autunite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 26. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>