Mers-el-Kébir
| المرسى الكبير Mers-el-Kébir | ||||||
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| Koordinaten | 35° 44′ N, 0° 43′ W
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| Basisdaten | ||||||
| Staat | Algerien | |||||
| ISO 3166-2 | DZ | |||||
Mers-el-Kébir (spanisch: Mazalquivir, arabisch المرسى الكبير, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚der Große Hafen‘) ist eine Hafenstadt mit etwa 18.000 Einwohnern an der Nordwestküste Algeriens, nahe der Großstadt Oran.
Geschichte
Stämme der Berber<ref name=":3">Daniel Babo: Algérie. Hrsg.: Sylvain Philip (= Collection Des hommes et des lieux). Éditions le Sureau, Gap 2010, ISBN 978-2-911328-25-1, S. 52.</ref> besiedelten die Gegend in der Frühzeit und lebten in den Höhlen Cuartel, Kouchet und El-Djir. Die Römer nannten den Ort Portus Divinus.<ref name=":3" /> In dem seit der Antike bestehenden Hafen befand sich im 12. Jahrhundert ein Arsenal der Almohaden, ein Kommandant war Abd el-Moumen.<ref name=":0" /> Im 15. Jahrhundert kam der Hafen an die Abdalwadiden von Tlemcen.<ref name=":3" /> Die Katholischen Könige Kastilien und Aragóns eroberten den Ort 1505.<ref name=":1">Friedrich Edelmayer: Die spanische Monarchie der Katholischen Könige und der Habsburger (1474–1700). Hrsg.: Peer Schmidt (= Universal-Bibliothek. Nr. 17039). Reclam Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-017039-7, S. 123–207, hier S. 129.</ref>
Mit der westlichsten Ausdehnung des Osmanischen Reiches lag der Ort in der Provinz Beylik des Westens.<ref>Bernard Lugan: Le Sahara Occidental en 10 questions. Éditions Ellipses, Paris 2024, ISBN 978-2-340-09393-5, Carte V.</ref> Mers-el-Kébir war lange der einzige hochseetaugliche Hafen der Region. Mit der französischen Eroberung ab 1831 wurde jedoch der Hafen von Oran ausgebaut und Mers-el-Kébir blieb fortan der französischen Kriegsmarine vorbehalten.<ref name=":0">Teddy Alzieu: Oran. In: Collection Memoire en images. Éditions Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2001, ISBN 2-84253-577-4, S. 115, 119 ff., 126.</ref> Die Franzosen nannten den Landstrich die Corniche oranaise<ref name=":0" /> und siedelten in Mers-el-Kébir vor allem italienische Fischer an.<ref name=":0" /> 1885 hatte der Ort 1876<ref name=":0" /> Einwohner.
Am 3. Juli 1940<ref name=":0" /> – trotz der eigentlich bestehenden Allianz zwischen Großbritannien und Frankreich – griff die britische Royal Navy Force H<ref name=":2" /> in der Operation Catapult die in Mers-el-Kébir ankernden Schiffe der französischen Marine an, um deren mögliche Auslieferung – da Teile der militärischen und politischen Führung Frankreichs im Vichy-Regime mit Deutschland kollaborierten – an das Deutsche Reich zu verhindern. Zuvor hatte sich der französische Befehlshaber geweigert, die Schiffe an die Briten zu übergeben. Ein französisches Kriegsschiff explodierte, ein weiteres sowie ein Schlachtkreuzer wurden beschädigt. Am 6. Juli 1940<ref name=":2">Daniel Todman: Britain's War – Into Battle, 1937–1941. 2. Auflage. Penguin Books, London 2017, ISBN 978-0-14-102691-6, S. 356 f. (Erstauflage bei Allen Lane, 2016).</ref> folgte die britische Bombardierung der Stadt.
Frankreich warf am 5. Juli 1940<ref name=":2" /> Bomben vor der britischen Stellung Gibraltar ab.<ref name=":2" /> Militärisch war die Operation, bei der 1297<ref name=":0" /> französische Seeleute und 5<ref name=":2" /> Briten ums Leben kamen und 351<ref name=":0" /> verletzt wurden, nur teilweise ein Erfolg. Zwar konnten zwei Schiffe versenkt werden, doch entkamen ein Schlachtkreuzer und vier Zerstörer in Richtung des Hafens Toulon.<ref name=":2" /> Dort versenkten sie sich befehlsgemäß mit dem Einmarsch der Deutschen 1942. Die große Mehrheit der getöteten Franzosen waren Bretonen.<ref>Alain Croix: La Bretagne – Entre histoire et identité (= Collection Découvertes Histoire. Nr. 526). Éditions Gallimard, Paris 2008, ISBN 978-2-07-034907-4, S. 103.</ref> Im Jahr 1950 hatte Mers-el-Kébir 7674<ref name=":0" /> Einwohner.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
