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Mellerhöfe

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Mellerhöfe
Stadt Erftstadt
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Postleitzahl: 50374
Vorwahl: 02235
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Karte
Lage von Mellerhöfe in Erftstadt
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Mellerhöfe (auch Meller) bildet zusammen mit Gymnich einen Stadtteil von Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis, Nordrhein-Westfalen.

Geschichte

Die Herkunft des Ortsnamens Meller ist ungeklärt. Möglicherweise entstand eine fränkische Siedlung an einem römischen Meilenstein „miliarium“, die sich ihren Namen nach diesen Meilenstein gab.<ref>Gerhard Mürkens, Die Ortsnamen des Kreises Euskirchen. Euskirchen 1958. Seite 56/57</ref>

Mittelalter

Der Ort Meller wurde zuerst 1155 in einer Handschrift des Benediktinerklosters Deutz als Ort „Milre“ erwähnt, der zur Pfarre Lechenich gehörte.<ref>HAStK Bestand Abtei Deutz RH2, Abschrift des verschollenen Codex thiodorici</ref> Im Mittelalter war Meller ein kleines aus mehreren Höfen bestehendes Dorf. Einige Höfe waren Burglehen der erzbischöflichen Burg Lechenich, die an Adelige vergeben wurden. Einige Familien, darunter die des bereits 1293 genannten Jordan von Meller<ref>HAStK Best. Auswärtiges 170b, veröffentlicht in: K. und H. Stommel, Quellen zur Geschichte der Stadt Erftstadt Band I Nr. 178</ref> nannten sich nach ihrem Herkunftsort „von Meller“. Jordan war der Vorfahre der adeligen Familie von Meller, die Mitte des 15. Jahrhunderts einen Lehnshof in Meller besaß.<ref>HSTAD Kurköln II 1257, veröffentlicht in: Stommel, Quellen Band II Nr. 1094 </ref>

Im Erbgang kam der Hof 1485 über Iburg, die Tochter Heinrichs von Meller zu Friesheim, an die Familie Wolff Metternich.<ref name="ASG" details="Akte 554">Archiv Schloss Gracht</ref> Der Mellerhof, der nach dem Pächter Otter auch Ottershof genannt wurde, blieb im Besitz der Grafen Wolff Metternich.<ref name="ASG" details="Akte 209"/>

Neuzeit

Datei:Mellerhoefe 01.jpg
Metternicher Hof, Wohnhaus

Meller entwickelte sich nie zu einer geschlossenen, geschützten Dorfanlage, sodass der Ort von Kriegen besonders beeinträchtigt wurde. Im niederländischen Krieg wurden Häuser und Hofstätten abgebrannt und zum Teil nicht wieder aufgebaut.<ref name="ASG" details="Akte 51"/> Auch während der Belagerung Lechenichs im Jahr 1642 wurde das nicht weit entfernte Meller in Mitleidenschaft gezogen, die noch bestehenden Häuser und Hofstätten wurden abermals abgebrannt.<ref>Walram/Sarburg: Die heldenhafte Verteidigung von Burg und Stadt Lechenich 1642. Köln 1643</ref>

Die Einwohner Mellers gehörten wie die Einwohner Herrigs zur Lechenicher Bürgerschaft<ref>HAStK Bestand Domstift Urkunde 3/1978, veröffentlicht in: Stommel, Quellen Band III Nr. 1559</ref> und zahlten zusammen mit Herrig die fälligen Abgaben. Sie wurden durch den Herriger Ortsvorsteher im Lechenicher Stadtrat vertreten.<ref name="ASG" details="Akte 53"/>

Bei der steuerlichen Veranschlagung des Jahres 1664 wurden vier Häuser und Höfe verzeichnet, der Adelshof der Wolff Metternich, der Weidenfelder oder Mönchehof, der Hof des Wilhelm Statz und der kleinere Hof des Jakob Bolder.<ref> HSTAD Bestand Kurköln II 1117, veröffentlicht in: Stommel, Quellen Band IV Nr. 2570</ref> 1739 war die Anzahl der abgabenpflichtigen Haushalte in Meller unverändert geblieben.<ref> HSTAD Kurköln IV 2435, veröffentlicht in: Stommel, Quellen Band V Nr. 2880</ref>

Den Hof des Jakob Bolder verkauften seine Erben an die Herren Wolff Metternich, die auch einen großen Teil der Weidenfelder Hofgüter erwarben. Diese Ländereien fielen an den Metternicher Hof zu Meller. Den restlichen Teil des Weidenfelder Hofes kaufte die Familie Kalscheuer, die auch den Besitz der Erbengemeinschaft Statz erworben hatte.<ref>K. Stommel, Die Mellerhöfe Seite 123–134 mit einer Skizze Mellers um 1750</ref>

19. und 20. Jahrhundert

Im Jahre 1801 bestand Meller aus zwei Höfen, dem Metternicher Hof oder Ottershof, und dem Hof der Familie Kalscheuer.<ref>K. Stommel, die französischen Einwohnerlisten aus Erftstadt 1798-1801 Seite 261–262</ref> Der Ort entwickelte sich in der Folgezeit nicht zu einer geschlossenen Ortschaft, so dass der im 19. Jahrhundert entstandene Name Mellerhöfe seine Berechtigung behielt.

Kommunal gehörte Mellerhöfe mit Herrig in der napoleonischen Zeit zur Mairie Lechenich des gleichnamigen Kantons und nach 1815 zur Bürgermeisterei (seit 1927 zum Amt) Lechenich. Diese Einteilung bestand bis zur kommunalen Verwaltungsreform und der Bildung der Stadt Erftstadt am 1. Juli 1969.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 86.</ref> Nach 1969 wurde Mellerhöfe von der Stadt Erftstadt Gymnich zugeordnet.

Heutiges Ortsbild

Heute besteht der Ort aus vier Höfen sowie einigen Wohnhäusern und ist nach wie vor stark von der Landwirtschaft geprägt. Zu den Höfen gehören der schon 1664 genannte Hof der Familien Statz und der Metternicher Hof, der 1963 einen neuen Besitzer erhielt. Haus und Hofgebäude wurden neu errichtet, die alten Gebäude verkauft. Nach der Restaurierung des barocken Wohnhauses von 1730 und der übrigen Gebäude 1998 durch den damaligen Besitzer wurden sie erneut verkauft.

Auf den weit überschaubaren Feldern zwischen Mellerhöfe und dem östlich gelegenen Dirmerzheim wurden 2006 sechs Windkraftanlagen errichtet.

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Literatur

  • Karl und Hanna Stommel: Quellen zur Geschichte der Stadt Erftstadt. Bd. 1–5. Erftstadt 1990–1998.
  • Karl Stommel: Die Mellerhöfe. In: Das Dorf Blessem, Die Mellerhöfe, Romanische Turmkapellen. Euskirchen 1963.

Weblinks

Einzelnachweise

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