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Wolfgang Beurer

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Datei:Wolfgang beurer-retrato-thyssen.jpg
Wolfgang Beurer: Porträt eines Mannes (1487) (Madrid, Museo Thyssen-Bornemisza)
Datei:Wolfgang Beurer - Portret van een vrouw - 335 - Städel Museum.jpg
Wolfgang Beurer: Porträt einer Frau (um 1495), Städel Museum

Der Meister WB, früher auch Meister WSTB, wahrscheinlich Wolfgang Beurer, war ein Maler, Zeichner und Kupferstecher, der zwischen 1480 und 1500 in Deutschland am Mittelrhein tätig war.<ref>Sven Hauschke: Beurer, Wolfgang. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 10, Saur, München u. a. 1994, ISBN 3-598-22750-7, S. 283.</ref> Er wurde wahrscheinlich in Nürnberg in der Werkstatt des Hans Pleydenwurff oder seines Werkstattnachfolgers Michael Wolgemut ausgebildet. Er ist bekannt für besonders ungewöhnliche Farb- und Lichteffekte in den Hintergründen seiner Landschaften.

Beurer werden eine Serie von Tafelbildern mit Szenen aus der Sebastianslegende zugeschrieben, heute im Dom- und Diözesanmuseum (Mainz). Mit diesem Hauptwerk und seinen Kupferstichen und Zeichnungen gilt er als einer der bedeutenderen am Mittelrhein tätigen Maler aus der Zeit der Spätgotik.<ref>Dommuseum Mainz: Acht Tafeln mit Szenen aus dem Leben des hl. Sebastian (Bildbeschreibung). Online Aufgerufen Februar 2010; Stephan Hoppe: Die Erneuerung der Malkunst am Mittelrhein in der Generation vor Albrecht Dürer. Das künstlerische Umfeld des Wolfegger Hausbuches. In: Stephan Hoppe; Christoph Graf zu Waldburg Wolfegg (Hrsg.): Das Wolfegger Hausbuch. Was ein Fürst an der Schwelle zur Neuzeit wissen musste. Darmstadt 2022, S. 285–348.</ref> Seine Wertschätzung in der Kunst seiner Zeit wird dadurch unterstrichen, dass ihn Albrecht Dürer 1491/1492 auf seiner Reise ins Rheinland wohl traf und eine dann in seinen Besitz gelangte Zeichnung des Meisters als Anregung und Vorlage in eigenen Werken verwendete.

Namensidentifizierung

Eine Reihe von um 1490/1500 mit dem Monogramm „WB“ versehene Zeichnungen und Kupferstiche (heute z. B. in der Hamburger Kunsthalle oder im Nationalmuseum Danzig) werden dem Meister WB zugeordnet. Darunter befindet sich in Danzig ein Blatt, das die nachweislich von Albrecht Dürer erstellte Notiz trägt „Dz hat Wolfgang pewrer gemacht / Im 1484 Ior“. Dadurch wurde der Meister WB in neuzeitlicher Namenslesung als Wolfgang Beurer (oder Peurer) identifiziert. Stilistische Vergleiche ordneten ihm dann weiter die Bilder des unter dem Notnamen Meister der Mainzer Sebastianslegende geführten Werke zu.<ref>Vgl. zur Namensidentifizierung und Werkverzeichnis Fedja Anzelewsky: Eine Gruppe von Malern und Zeichnern aus Dürers Jugendjahren. In: Jahrbuch der Berliner Museen N.F. Band 27, 1985, S. 35–59.</ref> Wolfgang Beurer wird von der Kunstgeschichte in den Umkreis des Hausbuchmeisters zugeordneten Werke eingeordnet, manchmal sogar mit einem der im Hausbuch tätigen Künstler gleichgesetzt.<ref>Volker Michael Strocka: Albrecht Dürer und Wolfgang Peurer. In: Martin Gosebruch, L. Dittmann (Hrsg.): Argo. Festschrift für Kurt Badt. DuMont Schauberg, Köln 1970, S. 249–260. So auch Hutchison.</ref> Die Identifizierung mit dem Hauptmeister des Hausbuches bleibt jedoch umstritten.<ref>Fedja Anzelewsky: Eine Gruppe von Malern und Zeichnern aus Dürers Jugendjahren. In: Jahrbuch der Berliner Museen N.F. Band 27, 1985, S. 35–59; Bodo Brinkmann: Ein unbekanntes Werk Wolfgang Beurers, des Meisters WB. In: Städel-Jahrbuch. Band 15, 1995, S. 145–174.</ref> Dürer kannte auch einen Anton Beurer, von dem er ebenfalls ein Zeichnungsblatt beschriftete.

Werke

  • Zeichnung eines Reiters (Nationalmuseum Danzig), aus dem Besitz Albrecht Dürers, von diesem bezeichnet „Dz hat wofgang pewrer gemacht / Im 1484 Ior“<ref>Fedja Anzelewsky: Eine Gruppe von Malern und Zeichnern aus Dürers Jugendjahren. In: Jahrbuch der Berliner Museen N.F. Band 27, 1985, S. 35–59.</ref>
  • Acht Szenen aus der Sebastianslegende (Dom- und Diözesanmuseum Mainz, Inv. Nr. M 00498a–h)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Acht Tafeln mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Sebastian (Memento vom 12. April 2012 im Internet Archive), Winfried Wilhelmy (Hrsg.): Schrei nach Gerechtigkeit. Leben am Mittelrhein am Vorabend der Reformation (= Publikationen des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz. Band 6). Regensburg 2015, S. 353–354 Kat. Nr. 143 (Winfried Wilhelmy), Winfried Wilhelmy (Hrsg.): Von Albrecht von Brandenburg zu Abraham Roentgen (= Meisterwerke des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz. Band 2). Regensburg 2025, S. 110–117 Nr. 15 (Winfried Wilhelmy).</ref><ref>Eventuell war die Sebastianslegende eine kurze Zeit in der Sebastianskirche in Oppenheim aufgestellt. Vgl. Wilhelm Wilhelmy: Oppenheim, Worms und der Meister WB. Neue Forschungen zur Mainzer Sebastianslegende. In: Mainzer Zeitschrift. Band 96/07, 2001–2002, S. 55–64.</ref>
  • Porträtpendants, um 1495/1500 (Städelsches Kunstinstitut, Inv. Nr. 334+335)<ref>Bildnis einer Frau, 1495–1500. In: Digitale Sammlung. Städel Museum, abgerufen am 21. Januar 2026., Bildnis eines Mannes, 1495–1500. In: Digitale Sammlung. Städel Museum, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref>
  • Porträt eines Mannes, dat. 1487 (Madrid, Museo Thyssen-Bornemisza, Inv. Nr. 271a)<ref>Portrait of Johann von Rückingen (?). Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, abgerufen am 21. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Porträt eines alten Mannes (Kupferstich; Hamburger Kunsthalle, Inv. Nr. 3722)<ref>J. P. Filedt Kock: Vom Leben im späten Mittelalter. Der Hausbuchmeister oder Meister des Amsterdamer Kabinetts. Stuttgart-Bad Cannstatt 1985, S. 195–197 Kat. Nr. 113, Winfried Wilhelmy (Hrsg.): Schrei nach Gerechtigkeit. Leben am Mittelrhein am Vorabend der Reformation (= Publikationen des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums. Band 6). Regensburg 2015, S. 354 f. Kat. Nr. 144 (Winfried Wilhelmy).</ref>
  • Porträt einer jungen Frau mit Haube und Agraffe (Kupferstich; Hamburger Kunsthalle, Inv. Nr. 3723)<ref>J. P. Filedt Kock: Vom Leben im späten Mittelalter. Der Hausbuchmeister oder Meister des Amsterdamer Kabinetts. Stuttgart-Bad Cannstatt 1985, S. 195–197 Kat. Nr. 116, Rainer Budde, Roland Krischel (Hrsg.): Genie ohne Namen. Der Meister des Bartholomäus-Altars. Du Mont, Köln 2001,S. 360 f. Kat. Nr. 55 (Bodo Brinkmann).</ref>
  • Porträt eines alten Mannes (Kupferstich)
    • Louvre, Inv. Nr. 71 LR<ref>Portrait d'un homme avancé en âge. In: Collections. Musée du Louvre Paris, abgerufen am 17. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value))., J. P. Filedt Kock: Vom Leben im späten Mittelalter. Der Hausbuchmeister oder Meister des Amsterdamer Kabinetts. Stuttgart-Bad Cannstatt 1985, S. 195–197 Kat. Nr. 115.2.</ref>
    • Kunstmuseum Basel, Inv. Nr. K 6.16<ref>J. P. Filedt Kock: Vom Leben im späten Mittelalter. Der Hausbuchmeister oder Meister des Amsterdamer Kabinetts. Stuttgart-Bad Cannstatt 1985, Kat. Nr. 115.3, S. 195–197, Rainer Budde, Roland Krischel (Hrsg.): Genie ohne Namen. Der Meister des Bartholomäus-Altars. Du Mont, Köln 2001, S. 360 f. Kat. Nr. 54 (Bodo Brinkmann).</ref>
  • Brustbild einer jungen Dame (Kupferstich; Kupferstichkabinett Berlin, Inv. Nr. 559-1)<ref>Brustbild einer jungen Dame. In: Sammlungen Online. Staatliche Museen zu Berlin, abgerufen am 17. Februar 2026., J. P. Filedt Kock: Vom Leben im späten Mittelalter. Der Hausbuchmeister oder Meister des Amsterdamer Kabinetts. Stuttgart-Bad Cannstatt 1985, S. 195–197 Kat. Nr. 114.</ref>
  • Kalenderminiaturen in einem Stundenbuch, um 1480/85 (London, British Library, Egerton Ms. 1146)<ref>Brinkmann 1995.</ref><ref>Winfried Wilhelmy (Hrsg.): Schrei nach Gerechtigkeit. Leben am Mittelrhein am Vorabend der Reformation (= Publikationen des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums. Band 6). Regensburg 2015, S. 355 f. Kat. Nr. 145 (Winfried Wilhelmy).</ref>
  • Darbringung im Tempel (Staatsgalerie im Schloss Johannisburg, Aschaffenburg, Inv. Nr. 9323)<ref>Darbringung Jesu im Tempel. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref>

Literatur

  • Fedja Anzelewsky: Eine Gruppe von Malern und Zeichnern aus Dürers Jugendjahren. In: Jahrbuch der Berliner Museen N.F. Band 27, 1985, S. 35–59.
  • Bodo Brinkmann: Ein unbekanntes Werk Wolfgang Beurers, des Meisters WB. In: Städel-Jahrbuch. Band 15, 1995, S. 145–174.
  • Bodo Brinkmann: Der Meister WB. Wolfgang Beurer? In: Wolfgang Dobras (Hrsg.): Gutenberg. aventur und kunst. Vom Geheimunternehmen zur ersten Medienrevolution. Mainz 2000, S. 610–619.
  • Ernst Buchner: Studien zur mittelrheinischen Malerei und Graphik der Spätgotik und Renaissance. I. Der Meister WB. In: Münchener Jahrbuch der bildenden Kunst N. F. Band 4, 1927, S. 229–275.
  • Sven Hauschke: Beurer, Wolfgang. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 10, Saur, München u. a. 1994, ISBN 3-598-22750-7, S. 283.
  • Max Lehrs: Der Meister LCz und der Meister WSTB. Nachbildungen ihrer Kupferstiche (= Veröffentlichung der Graphischen Gesellschaft. Band 25). Berlin 1922.
  • Max Lehrs: Geschichte und kritischer Katalog des deutschen, niederländischen und französischen Kupferstichs im XV. Jahrhundert. Band 6. Wien 1927, S. 343–349.
  • Alan Shestack: Master LCz and Master WB (= Northern European engravers of the fifteenth century). New York 1971.

Weblinks

Commons: Wolfgang Beurer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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