Mehlprimel
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| Mehlprimel | ||||||||||||
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| Datei:Primula farinosa 2 RF.jpg
Mehlprimel (Primula farinosa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Primula farinosa | ||||||||||||
| L. |
Die Mehlprimel (Primula farinosa) oder Mehlige Schlüsselblume gehört zur Gattung der Primeln (Primula) und zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Der Name Mehlprimel kommt vom weißen Belag der Blattunterseiten.
Beschreibung
- auch die Heterostylie ist veranschaulicht
Vegetative Merkmale
Die Mehlprimel wächst als sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern. Als Speicherorgan dient ein Rhizom. Die Drüsenhaare (Trichome) scheiden winzige Kristalle aus, die mit Pflanzenwachs vermischt den mehligen Überzug auf den oberirdischen Pflanzenteilen bilden.
Die zahlreichen in einer dichten grundständigen Rosette angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiel ist fast so lang wie die Blattspreite. Die einfache und kahle Blattspreite ist bei einer Länge von 1 bis 7 Zentimetern und einer Breite von 0,3 bis 4 Zentimetern länglich-verkehrt-eiförmig, länglich-lanzettlich, länglich-verkehrt-lanzettlich<ref name="FoC" /> bis länglich-spatelig mit fast gerundetem bis stumpfem oberen Ende. Die Blattunterseite ist oft dicht mehlig bestäubt. Der Blattrand ist glatt bis entfernt gesägt.<ref name="FoC" />
Blütenstand, Blüte und Frucht
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der Blütenstandsschaft ist mit einer Länge von 3 bis 5, selten bis zu 30 Zentimetern<ref name="FoC" /> deutlich länger als die Laubblätter und meist bis zum oberen Ende mehlig bestäubt.<ref name="FoC" /> Zahlreiche Blüten stehen in einem endständigen, doldigen Blütenstand zusammen. Die Tragblätter sind bei einer Länge von 3 bis 8 Millimetern schmal-lanzettlich bis zugespitzt-pfriemlich mit verbreiterter Basis. Die ungleich langen Blütenstiele sind während der Anthese 3 bis 15 Millimeter lang und verlängern sich bis zur Fruchtreife auf bis zu 2,5 Zentimeter.<ref name="FoC" />
Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf 4 bis 6 Millimeter langen Kelchblätter sind auf 1/2 bis 2/3 ihrer Länge glockenförmig verwachsen und innen meist mehlig.<ref name="FoC" /> Die fünf Kelchzähne sind stumpfkantig. Der Durchmesser der Blütenkrone beträgt 10 bis 15 Millimeter. Die fünf rosa-, hellpurpurfarben bis rotlila Kronblätter sind zu einer Kronröhre verwachsenen. Auffällig ist der gelbe Schlundring. Die fünf 4 bis 7 Millimeter langen Kronzipfel sind tief ausgerandet. Es liegt schwache Heterostylie vor.<ref name="Rothmaler2011" />
Die zylindrischen Kapselfrüchte sind mit einer Länge von 5 bis 9 Millimeter etwas länger als der Blütenkelch.<ref name="FoC" />
Chromosomensatz
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18 oder 36.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Da die Überdauerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche liegen, zählt man die Mehl-Primel zu den Hemikryptophyten.<ref name="Rothmaler2011" />
Die Mehl-Primel wird von Insekten bestäubt. Als Hauptbestäuber treten Hautflügler und Falter in Erscheinung.<ref name="Rothmaler2011" />
Die Ausbreitung der Samen erfolgt über Stoßausbreitung. Die Samen werden hierbei von Tieren oder über den Wind aus den geöffneten Kapselfrüchte herausgeschüttelt.<ref name="Rothmaler2011" />
Vorkommen
Die weitverbreitete Mehlprimel kommt in Europa (Dänemark, Schweden, Finnland, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Portugal, Spanien, Polen, Ungarn, ehemalige Tschechoslowakei, ehemaliges Jugoslawien, Bulgarien, Rumänien und Baltische Staaten), Russland (europäischer bis sibirischer Teil), Kasachstan, der Mongolei und in den chinesischen Provinzen Heilongjiang, Jilin sowie Nei Mongol vor.<ref name="GRIN" />
In Deutschland kommt diese Art außerhalb des Alpenraums vom Alpenvorland lückenhaft bis an die Donau vor, sehr wenige Standorte darüber hinaus bis an den Main, weiterhin in einigen Flusstalmooren Vorpommerns als glaziales Relikt. Die Art ist in Deutschland durch die BArtSchV besonders geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Nach Bundesland stellt sich die Verbreitung folgendermaßen dar: in Südbayern gilt die Mehl-Primel als verbreitet. Zerstreute Vorkommen werden in Mittel-Bayern und im südlichen Baden-Württemberg verzeichnet, dort besonders im Alpenvorland. Mit seltenen Beständen ist die Mehlprimel in Nordwest-Bayern und Ost-Mecklenburg-Vorpommern belegt. In Thüringen gilt sie als ausgestorben. In Schleswig-Holstein wurde sie in Manhagen angesalbt. Im deutschen Verbreitungsgebiet wird die Bestandssituation als rückläufig beurteilt.<ref name="Rothmaler2011" /> Sie kommt zerstreut bis selten in allen Bundesländern Österreichs außer Wien vor. Sie gilt im Rheintal, in südlichen Kärntner Tälern, im Alpenvorland und im Pannonischen Becken als gefährdet.<ref name="ExkursionsfloraA2008" />
Die häufigste der alpinen Primel-Arten ist auch im nördlichen Europa in Höhenlagen von der Tallage bis etwa 2500 Metern verbreitet. Als Standort werden feuchte, kalkhaltige Böden, Flachmoore und Bachufer bevorzugt. Primula farinosa ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Caricion davallianae-Verbands.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Graubünden wurde die Art in den Adula-Alpen sogar in einer Höhenlage von 2770 Metern beobachtet.<ref name="Hegi1966" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Primula farinosa erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, Seite 143. Ein Homonym ist Primula farinosa <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Bieb., das 1808 in Flora Taurico-Caucasica, Band 1, Seite 319 aufgestellt wurde.<ref name="tropicos" /> Primula farinosa gehört zur Sektion Aleuritia <templatestyles src="Person/styles.css" />Duby in der Untergattung Aleuritia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Duby) Heer innerhalb der Gattung Primula.<ref name="GRIN" /> Nahe verwandt mit der Mehlprimel ist Primula scotica <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook., die in Großbritannien vorkommt.<ref name="Hegi1966" />
Je nach Autor gibt von Primula farinosa einige Unterarten oder Varietäten:
- Primula farinosa <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. farinosa<ref name="Euro+Med" /> (Syn.: Primula farinosa <templatestyles src="Person/styles.css" />L. var. farinosa, Primula farinosa subsp. xanthophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Trautvetter & C.Meyer) Kitagawa, Primula farinosa var. xanthophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Trautvetter & C.Meyer.<ref name="FoC" />)
- Primula farinosa subsp. alpigena <templatestyles src="Person/styles.css" />O.Schwarz: Sie kommt in Spanien, Frankreich, Italien, im früheren Jugoslawien und in Ungarn vor.<ref name="Euro+Med" />
- Primula farinosa var. denudata <templatestyles src="Person/styles.css" />W.D.J.Koch (Syn.: Primula gigantea <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq.): Sie ist in Europa, Russland. Kasachstan, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Heilongjiang sowie Jilin, Nei Mongol verbreitet.<ref name="FoC" />
Quellen
Literatur
- Primula farinosa L., Mehl-Primel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references> <ref name="tropicos"> Primula farinosa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="Rothmaler2011"> </ref> <ref name="ExkursionsfloraA2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="FoC"> Qiming Hu, Sylvia Kelso: Primulaceae.: Primula farinosa, S. 164 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 15: Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1996, ISBN 0-915279-37-1. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Primulaceae.: Primula farinosa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="InfoFlora"> Primula farinosa L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hegi1966">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Seite 1754–1758. Verlag Carl Hanser, München 1966.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Primula. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 620.</ref> </references>
Weblinks
- Mehlprimel. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).