Lank-Latum
Lank-Latum Stadt Meerbusch
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| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(9644)&title=Lank-Latum 51° 18′ N, 6° 41′ O
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| Höhe: | 34 m | |||||
| Fläche: | 7,43 km² | |||||
| Einwohner: | 9644 (2021)<ref name="Einwo2021">Statistisches Jahrbuch 2021. (PDF; 1,13 MB) Stadt Meerbusch, S. 3, abgerufen am 1. September 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 1.298 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1970 | |||||
| Postleitzahl: | 40668 | |||||
| Vorwahl: | 02150 | |||||
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Bild:Stadtbezirk Meerbusch Lank-Latum.svg|rahmenlos|268x335px|zentriert|Karte poly 387 96 436 15 500 76 533 128 527 193 479 171 477 208 460 199 430 155 395 172 375 139 381 126 367 104 Nierst poly 267 164 333 106 369 107 380 125 374 140 396 174 390 196 377 213 353 245 354 254 313 268 287 281 264 279 272 240 243 245 264 184 273 181 Lank-Latum poly 141 180 162 164 191 169 215 179 263 160 271 183 259 182 244 242 231 241 230 250 244 261 238 276 195 246 182 296 151 311 133 287 133 233 137 196 Ossum-Bösinghoven poly 13 300 79 301 129 287 242 409 270 411 251 437 219 429 160 494 144 474 121 477 100 417 50 431 19 347 Osterath poly 378 357 347 387 316 381 303 347 316 323 334 315 317 283 302 273 356 251 353 241 380 213 433 248 440 239 450 249 445 275 458 277 470 267 445 307 438 321 423 319 399 366 Ilverich poly 376 216 397 174 435 163 474 208 485 174 520 189 470 269 455 275 430 246 Langst-Kierst poly 287 376 265 357 255 375 263 412 237 410 151 306 183 291 197 250 239 276 243 259 233 249 229 233 266 235 267 275 285 282 308 270 335 312 312 320 300 346 306 364 Strümp poly 260 506 240 471 250 433 265 412 254 375 267 358 285 373 308 365 315 385 345 389 379 355 394 366 421 321 438 324 413 360 428 397 457 434 502 462 487 491 472 522 444 563 413 582 363 580 335 591 312 576 297 580 264 521 Büderich_(Meerbusch) desc bottom-right </imagemap>Lage von Lank-Latum in Meerbusch
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Lank-Latum ist einer von acht Stadtteilen der Stadt Meerbusch und ist zwischen den Großstädten Düsseldorf, Krefeld, Duisburg und Neuss am linken Niederrhein gelegen. In Lank-Latum leben 9644 Einwohner (Stand: 2021).<ref name="Einwo2021" />
Geschichte
Das Kirchspiel Lank umfasste seit dem Mittelalter die Dörfer Lank, Latum, Kierst, Langst, Ilverich, Strümp, Bösinghoven, Ossum und Gellep, Stratum und Heulesheim und Nierst. Vermutlich gehörten zur Zeit der Christianisierung um 700 bis 900 auch (Krefeld-)Bockum und Linn dazu. Das St.-Stephanus-Patrozinium in Lank deutet auf eine frühe Missionstätigkeit dieses Raumes durch das nahe gelegene Kloster des hl. Suitbert in (Düsseldorf-)Kaiserswerth hin. Bockum und Linn sind schon seit dem Mittelalter eigenständige Pfarren.
Das Land Linn, zu dem das Kirchspiel Lank gehörte, gelangte 1392 von den Grafen zu Kleve endgültig in das Kurfürstentum Köln. Die Zugehörigkeit des Amtes Linn zum Niederen Erzstift blieb bis zum Einzug der französischen Revolutionstruppen 1794 erhalten. Die Franzosen teilten das Kirchspiel Lank in drei weltliche Mairien (Bürgermeistereien) auf, nämlich die Mairie Lank, zu der auch Latum und Ilverich gehörten, die Mairie Langst mit Langst, Kierst, Nierst und Gellep-Stratum sowie die Mairie Strümp mit Strümp, Ossum und Bösinghoven. Auch nach dem Übergang an Preußen 1815 nach dem Wiener Kongress wurde diese Aufteilung beibehalten. Seit 1821 gab es einen gemeinsamen Bürgermeister für alle drei Bürgermeistereien. 1842 erfolgte die Gründung der Land-Bürgermeisterei Lank mit den acht Spezialgemeinden Lank, Latum, Nierst, Langst-Kierst, Ilverich, Strümp, Ossum-Bösinghoven, Gellep-Stratum.
Am 1. April 1910 wurden die beiden Gemeinden Lank und Latum auf eigenen Wunsch unter dem Namen Lank-Latum vereinigt. Nach Einführung der preußischen Amtsordnung 1927 wurde für die Land-Bürgermeisterei Lank die Bezeichnung Amt Lank geführt. 1929 schieden Gellep-Stratum mit Heulesheim und größeren Gebietsanteilen am Latumer Bruch aus dem Amtsgebiet aus und wurden der Stadt Krefeld zugeordnet. Gleichzeitig wurde der bisherige Landkreis Krefeld, zu dem das Amt Lank gehörte, vergrößert und in Landkreis Kempen-Krefeld umbenannt.
Lank-Latum wurde am 1. Januar 1970 durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Kempen-Krefeld und der kreisfreien Stadt Viersen in die neu gegründete Stadt Meerbusch eingegliedert.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 114.</ref>
Der Landtag von Nordrhein-Westfalen beschloss 1974 die Auflösung der Stadt Meerbusch und die Eingliederung von Lank-Latum in die Stadt Krefeld.<ref>Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 40.</ref> Die Stadt Meerbusch erwirkte jedoch beim Verfassungsgericht in Münster die Aussetzung des Auflösungsbeschlusses. Der Landtag von Nordrhein-Westfalen bestätigte daraufhin 1976 die Existenz der Stadt Meerbusch.
Name
Lank wird in einer Urkunde von 733 als Beslanc erstmals erwähnt, später auch als Lancho<ref>Lacomblet, UB Niederrhein I, Nr. 257.</ref>, Lanco, Lanke, Lanch und Langium. Latum wird in einer Quelle des 11. Jahrhunderts als Latheim geschrieben.<ref>Lacomblet, UB Niederrhein I, Nr. 257.</ref> Verschiedene Deutungen beider Namen sind noch nicht endgültig geklärt:
Lank wird einmal gedeutet als Ableitung von Lancwata (kelt.: „langes Wasser“), zum anderen gibt es die Theorie, dass der Name von einem Eigennamen abgeleitet ist (Belsus). Die erste Deutung wird als überholt angesehen.
Latum wird einmal abgeleitet vom „Heim der Laten“ (Niederlassung der einem Herrenhof zinspflichtigen halbfreien Bauern). Eine andere Version deutet Latum als eine Siedlung oder ein Heim in oder an einem sumpfigen Gelände.
Mundart
Das in Lank gesprochene „Länkter Platt“ unterscheidet sich in Nuancen vom „Lotumer Platt“, das im Ortsteil Latum gesprochen wird.
Platt am Niederrhein basiert auf den Mundarten der frühen Franken, die von hier aus ab dem 3./4. Jahrhundert nach Süden und Westen über den Rhein expandierten.<ref>Ulrich Nonn: Die Franken. Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-17-017814-4, S. 11.</ref> Die von Krefeld über Meerbusch bis Düsseldorf gesprochenen Mundarten zählen zum Süd-Niederfränkischen (auch limburgisch genannt), das sich mit der Benrather Linie (maake-maache-Linie) zum Ripuarischen (mit dem in Köln gesprochenen Kölsch) abgrenzt. Die Uerdinger Linie grenzt das Süd-Niederfränkische vom Nord-Niederfränkischen ab, das ab dem Krefelder Ortsteil Hüls (mit Hölsch Plott) beginnt und bis Kleve/Emmerich beiderseits des Rheins gesprochen wird. Im Süden spricht man das Personalpronomen „ich“ als „esch“ oder „isch“, im Norden als „ek“ oder „eck“. Auch das Verb „haben“ wird unterschiedlich gesprochen: Weiter nördlich sagt man „we häbbe“, weiter südlich heißt es „wir hant“. Lank-Latum liegt im Übergangsbereich dieser Mundartlinien und man findet bei Plattsprechern gelegentlich die südlicheren, manchmal die nördlicheren Aussprachen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetportal des LVR: Rheinischer Fächer und Erläuterung der Mundartgrenzen ( des Vorlage:IconExternal vom 3. Mai 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Webseite abgerufen am 10. Oktober 2013</ref>
„Platt“ hat nichts mit dem „platten Lande“ zu tun; im Altfränkischen ist „platt“ auch die Bedeutung für „unverblümt, direkt“ – „ech säg et dech platt vür de Kopp!“. Platt war immer die Sprache des Volkes schlechthin. Obwohl immer weniger Leute Platt verstehen und noch weniger Leute Platt im täglichen Umgang sprechen, ist die Mundart im Lank-Latumer Raum noch immer präsent. Im Karneval (Fasteloovend), in Mundartversen und in Bühnenstücken (Lotumer Buuretheater) wird Platt gepflegt und für die Nachwelt erhalten.<ref>Internetportal der Mundartbühne am Wasserturm in Lank-Latum</ref>
Politik
Wappen
Wappenbeschreibung: Das Wappen des ehemaligen Amts Lank zeigt unter dem kurkölnischen Kreuz den heiligen Stephanus, der einen Palmwedel in der rechten und einen Stein in der linken Hand trägt. An seiner rechten Seite sind drei Spargelbündel, an seiner linken drei Erdbeeren.
Der erste Entwurf des Wappens enthielt 1936 nur den Spargel und die Erdbeeren unter dem kurkölnischen Kreuz. Die Kombination des historischen Kreuzes mit den modernen Darstellungen der landwirtschaftlichen Erträge führte zu Bedenken des geheimen Staatsarchivs in Berlin. Auch nach einem Schriftwechsel zwischen der Gemeinde und dem Regierungspräsidenten konnte keine Einigkeit erzielt werden, eine weitere Vorlage des Wappens wurde 1938 abgelehnt.
Der Entwurf wurde um den heiligen Stephanus ergänzt und dieses Wappen führte das Amt Lank von 1952 bis zur Eingemeindung 1970.<ref>Peter Dohms (Hrsg.): Meerbusch. Die Geschichte der Stadt und der Altgemeinden. Meerbusch 1991, S. 524</ref>
Gebäude
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Teloy-Mühle
Die Teloy-Mühle ist eine um 1822 erbaute Windmühle. Bis 1912 wurde hier Getreide gemahlen, danach verfiel die Mühle. 1952 übernahm die Gemeinde das Gebäude, es dauerte noch bis 1980, bis die Mühle umfassend saniert und restauriert wurde. Seitdem dient sie als Veranstaltungsraum für Ausstellungen, Konzerte und Vorträge.
Pfarrkirche St. Stephanus
Die Pfarrkirche St. Stephanus ist eine dreischiffige Basilika von 1841 bis 1844 mit romanischem Turm um 1200 und die römisch-katholische Pfarrkirche von Lank-Latum.
Haus Latum
Das Herrenhaus Haus Latum, das bereits in einer Urkunde von 1186 erwähnt wird, ist eine ehemalige Wasserburg. Die Burg brannte im Dreißigjährigen Krieg 1642 ab und wurde 1686 in stark veränderter Form wieder aufgebaut. Heute ist das Haus eine vierflügelige, offene Gutshofanlage.
Wasserturm
Der Wasserturm mit einer lichten Stahlkonstruktion wurde 1912 erbaut. In den ehemaligen Betriebshallen einer Weberei wurde von dem Belgier Emil Degraide 1894 eine Zelluloidfabrik gegründet. Die Westdeutschen Celluloidwerke vergrößerten sich in den ersten Jahren ihres Bestehens kontinuierlich, es wurden zur Verstärkung des Betriebs Arbeiter aus Berlin und Leipzig angeworben. Nach einem schweren Brand 1906 wurde der Betrieb aufgegeben und erst 1910 unter dem Namen Düsseldorfer Celluloidfabrik GmbH zu Lank von anderen Betreibern wieder eröffnet. Das Unternehmen wuchs und 1912 wurden ein 50 Meter hoher Fabrikschornstein sowie der 25 Meter hohe Wasserturm gebaut, dessen Wasserreservoir in einer Stahlkugel von 6 Metern Durchmesser gelagert wird. Ein weiterer Brand 1912 führte zu einem erneuten Inhaberwechsel.<ref>Peter Dohms, S. 470 f.</ref> Das Werk wurde 1985 geschlossen und später abgerissen. Heute stehen noch das Pförtnerhäuschen (2011–2012 zum Ärztehaus umgebaut) sowie das Verwaltungsgebäude – beide unter Denkmalschutz.
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Marktplatz im Zentrum von Lank
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Teloymühle
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St. Stephanus
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Haus Latum
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Wasserturm
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Gedenkstein für das Amt Lank am nördlichen Ortseingang
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Rudolf von Bönninghausen (1861–1929), Jurist und Landrat
- Heinrich Leven SVD (1883–1953), Apostolischer Vikar der Kleinen Sunda-Inseln und Titularbischof von Arca
- Anke Plättner (* 1963), Fernsehmoderatorin
- Stefan Kofner (* 1964), Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer
- Hansi Kürsch (* 1966), Sänger der deutschen Metalband Blind Guardian
- Peter Graumann (* 1967), Biologe und Biochemiker
- Vera Int-Veen (* 1967), Fernsehmoderatorin
- Horst Steffen (* 1969), Fußballtrainer
- Thomas Kron (* 1970), Soziologe und Hochschullehrer
- Wolke Hegenbarth (* 1980), Schauspielerin
- Dominic Oley (* 1980), Schauspieler, Theaterregisseur und Dramatiker
Literatur
- Volkshochschule Meerbusch: Heimat Meerbusch. Meerbusch 1985.
- Peter Dohms: Meerbusch. Die Geschichte der Stadt Meerbusch und ihrer Altgemeinden. Meerbusch 1991.
- Johann Peter Lentzen: Geschichte des Kirchspiels Lank im Kreise Crefeld: mit Berücksichtigung seiner Filialen und Special-Gemeinden. Fischeln 1881. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Büderich | Ilverich | Langst-Kierst | Lank-Latum | Nierst | Ossum-Bösinghoven | Osterath | Strümp