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Mexikanisches Berufkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Mauer-Gänseblümchen)

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Mexikanisches Berufkraut
Datei:Erigeron karvinskianus1.jpg

Mexikanisches Berufkraut (Erigeron karvinskianus)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Gattung: Berufkräuter (Erigeron)
Art: Mexikanisches Berufkraut
Wissenschaftlicher Name
Erigeron karvinskianus
DC.

Das Mexikanische Berufkraut (Erigeron karvinskianus), auch Spanisches Gänseblümchen, Karwinsky-Berufkraut oder Mauer-Gänseblümchen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Berufkräuter (Erigeron) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in Zentral- und Südamerika verbreitet und wird als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung

Datei:Erigeron karvinskianus (Habitus).jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenkörbe
Datei:Erigeron karvinskianus3.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenkörbe
Datei:Erigeron karvinskianus 1.jpg
Makroaufnahme eines Blütenkörbchens mit Strahlen- und Scheibenblüten
Datei:Erigeron karvinskianus-1077.jpg
Das Mexikanische berufkraut am Standort

Vegetative Merkmale

Das Mexikanische Berufkraut ist ausdauernde, krautige Pflanze und kann Wuchshöhen von 10 bis 100 Zentimetern erreichen. Der Pflanzenteppich kann bis zu 1 Meter Ausmaß erreichen. Der locker aber reich verzweigte Stängel kann an seiner Basis verholzen.

Die grau-grünen, behaarten Laubblätter sind bei einer Länge von bis zu 4 Zentimetern verkehrt-eiförmig-keilig und in einen Stiel verschmälert.<ref name="Wagenitz1979" /> Die unteren Stängelblätter sind mehr oder weniger dreilappig, die oberen sind lanzettlich und kleiner. Die Spreitenspitze und die Seitenlappen haben eine kurze aufgesetzte Spitze.<ref name="Wagenitz1979" /> Die Blattspreiten sind besonders längs der Nerven, am Rand und am Grund anliegend behaart.<ref name="Wagenitz1979" />

Blütenstand und Blüte

Die Blütezeit erstreckt sich hauptsächlich im Sommer von März bis November. Die körbchenförmigen Blütenstände stehen einzeln oder in lockeren schirmrispigen Gesamtblütenständen zu zweit bis fünft zusammen. Die Blütenkörbchen stehen einzeln an den im oberen Teil blattloser Verzweigungen.<ref name="Wagenitz1979" /> Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von etwa 2 Zentimetern auf.<ref name="Wagenitz1979" /> Die zahlreichen Hüllblätter sind bei einer Länge von 2 bis 4 Millimetern fast gleich lang sowie 0,3 bis 0,5 Millimeter breit mit spitzen oberen Enden, anliegend behaart, grün mit bräunlichem Mittelstreifen und nach dem Abblühen zurückgebogen.<ref name="Wagenitz1979" />

Das Blütenkörbchen enthält Röhrenblüten und 45 bis 80 Zungenblüten. Die sich weiß öffnenden und später über rosa- nach purpurfarben färbenden zygomorphen Zungenblüten (= Strahlenblüten) sind 5 bis 6 Millimeter lang. Die gelben Röhrenblüten (= Scheibenblüten) sind 2 bis 3,1 Millimeter lang.

Früchte

Die Achänen sind 1 bis 1,4 Millimeter lang und zweirippig. Der Pappus auf den Achänen besteht aus 15 bis 27 Borsten.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Starr 030419-0006 Erigeron karvinskianus.jpg
Bestand als invasive Pflanze

Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Erigeron karvinskianus reicht in der Neotropis von Mexiko über Zentral- (Guatemala bis Panama) bis Südamerika.

Nach Europa wurde Erigeron karvinskianus im 18. Jahrhundert als Zierpflanze eingeführt. Erigeron karvinskianus ist auf allen Azoreninseln, Madeira, den Kanaren und in Südeuropa bis zur Schweiz (beispielsweise im Kanton Tessin) und in Süddeutschland als Neophyt etabliert.

In Europa wächst Erigeron karvinskianus häufig an feuchten Mauern, besonders Ufermauern, in Schluchten und an Felsen bis in Höhenlagen von 800 Metern. Das Mexikanische Berufkraut kann als invasive Pflanze dichte Teppiche bilden, die die natürliche Vegetation unterdrücken können.

Es gibt eine eigene Pflanzengesellschaft Erigeronetum karvinskiani Oberd. 1969 aus dem Verband Centrantho-Parietarion an Mauerstandorten, wo man das Berufkraut in Gesellschaft von Pflanzenarten wie Großes Löwenmaul (Antirrhinum majus), Asarina procumbens, Kaper (Capparis spinosa), Goldlack (Erysimum cheiri) sowie Rote Spornblume (Centranthus ruber), Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea) und Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) findet.<ref name="Brandes">Dietmar Brandes: Asplenietea-Gesellschaften an sekundären Standorten in Mitteleuropa.</ref>

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+w+ (trocken aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung von Erigeron karvinskianus erfolgte 1836 durch Augustin-Pyrame de Candolle in Prodromus Systematis Naturalis Regni Vegetabilis, Band 5, S. 285. Das Artepitheton Erigeron karvinskianus ehrt Wilhelm Friedrich von Karwinsky von Karwin (1780–1855), den österreichischen Botaniker und Pflanzensammler. Ein Synonym für Erigeron karvinskianus <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. ist beispielsweise Erigeron mucronatus <templatestyles src="Person/styles.css" />DC.

Nutzung

Einige Sorten werden als Zierpflanze verwendet. Sie wird als einjährige Pflanze kultiviert, kann aber auch den Winter in Mitteleuropa bei etwas Schutz überdauern.

Literatur

  • DuMont's große Pflanzen-Enzyklopädie, Band 1, A–J: DuMont Buchverlag, Köln. 3. Auflage, 2000, ISBN 3-7701-4350-7.
  • Guy L. Nesom: Erigeron. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 20: Magnoliophyta: Asteridae, part 7: Asteraceae, part 2 (Astereae, Senecioneae), Oxford University Press, New York und Oxford. 2006, ISBN 0-19-530564-7. Erigeron karvinskianus, S. 337 – textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Taxonomie)

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="InfoFlora"> Erigeron karvinskianus DC. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Wagenitz1979"> Gerhard Wagenitz: Erigeron karvinskianus. In: </ref> </references>

Weblinks