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Matthias Güldner

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Datei:Güldner, Matthias-9423.jpg
Matthias Güldner, 2015

Matthias Güldner (* 31. August 1960 in Mannheim) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er war von 1999 bis 2019 Mitglied und von 2007 bis 2015 Fraktionsvorsitzender seiner Partei in der Bremischen Bürgerschaft.<ref>Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Internetseite der Bremischen Bürgerschaft; abgerufen am 18. November 2010.</ref>

Leben

Familie, Ausbildung und Beruf

Güldner studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Romanistik an der Universität Heidelberg und schloss dieses Studium als Magister Artium – M. A. ab. Er promovierte in Politikwissenschaft an der Universität Bremen. Hiernach war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Tropenhygiene und öffentliches Gesundheitswesen der Universität Heidelberg. Er war parlamentarischer Berater der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg. Später arbeitete er als Consultant beim britischen Kinderhilfswerk Save the Children in London.

Güldner wurde schließlich Referatsleiter für Migration und Ausländerintegration bei der bremischen Senatorin für Kultur und Ausländerintegration und später bei der Senatorin für Frauen, Gesundheit, Jugend, Soziales und Umweltschutz.

Er wohnt in Bremen-Findorff und hat fünf Kinder.<ref>matthiasgueldner.de</ref>

Politik

Güldner war Kreisvorstandssprecher Bündnis 90/Die Grünen sowie Sprecher der Grün-Alternativen Universitätsliste (GAUL) in Heidelberg und war zeitweise Mitglied der Diätenkommission der Bremer Grünen.

Am 28. Juni 1999 wurde er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Er war von 2007 bis Juli 2015 Vorsitzender der Grünen-Fraktion; ihm folgte Maike Schaefer in diesem Amt. Er ist vertreten in der Parlamentarischen Kontrollkommission, im nichtständigen Ausschuss zur Änderung der Landesverfassung und im Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuss.

Weitere Mitgliedschaften

  • Güldner ist Mitglied des Beirats des Evangelischen Bildungswerks Bremen
  • Mitglied des Arbeitsausschusses des Nord-Süd-Forums Bremen.
  • Mitglied im Aufsichtsrat der Bremer Weserstadion GmbH.

Zur Bürgerschaftswahl Bremen 2019 trat er nicht erneut an.<ref>Matthias Güldner kandidiert nicht mehr für die Bürgerschaft. In: buten un binnen. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 13. Juni 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.butenunbinnen.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Zu Internetsperren

2009 unterstützte Güldner die Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, Internetseiten, die zu Kinderpornografie hinführen, zu sperren.<ref>Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen.</ref> Im Juli 2009 fasste Güldner seine Position in einem Gastkommentar in der Zeitung Die Welt zusammen.<ref name="Welt-Interview">Matthias Güldner: Zur unerträglichen Leichtigkeit des Internets – Regeln gelten überall. In: Die Welt, 27. Juli 2009; welt.de.</ref> Er erklärte, die Auseinandersetzung um die Internetsperren würden sich in seinem Kern gar nicht um die Bekämpfung von Kinderpornografie drehen. Aus seiner Sicht gehe es vielmehr „knallhart um Definitionsmacht in Zeiten der Virtualisierung der Welt“. Die Anhänger dieser Virtualisierung kämpften aus seiner Sicht „mit hoch effektiven Mitteln für die Rechtsfreiheit ihres Raumes“. Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen wolle, werde aus der Sicht Güldners „mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen“. Güldner bezeichnete die Argumentation der Gegner des Gesetzesbeschlusses als „Trend“ und sah kein Potential für einen grundgesetzwidrigen Missbrauch der durch diesen geschaffenen technischen Voraussetzungen.<ref>Grüner zu Netzsperren-Kritik: „Hirn herausgetwittert“. 27. Juli 2009, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />chip.de (Memento vom 28. Juli 2009 im Internet Archive)</ref> Aus der Sicht Güldners könne die „ignorante Argumentation“ gegen Web-Blockaden nicht erklärt werden.<ref name="Welt-Interview" /> Gegnern der Internetsperren, die deren Wirksamkeit bezweifelten und die Möglichkeit zur Umgehung erwähnten, warf Güldner vor, sie hätten sich „wohl das Hirn herausgetwittert“.<ref name="Welt-Interview" /> Man könne sonst auch andere gesetzliche Regelungen, die umgangen werden könnten, abschaffen. Güldner erklärte weiterhin:

„Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert.“<ref name="Welt-Interview" />

Einige Mitglieder aus Güldners Landesverband reagierten auf diese Äußerungen mit einem Parteiaustritt.<ref>Familienministerin will Web-Sperren „unbedingt“ vorantreiben. heise.de, 27. Juli 2009.</ref> Der Bundesvorstand der Grünen distanzierte sich in einer Erklärung von den Ausführungen Güldners. Er stellte fest, dass der Beitrag Güldners nicht nur der grünen Programmlage widerspreche, sondern gegenüber denjenigen, die sich für ein freies Internet engagierten, einen aus Sicht der Grünen nicht akzeptablen Ton anschlage.<ref>Das Netz ist nicht bürgerrechtsfrei – Stellungnahme des Bundesvorstandes der Grünen zum Beitrag des Bremer Abgeordneten Matthias Güldner. 27. Juli 2009; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />gruene.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 31. Dezember 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gruene.de</ref> Der Bundesvorstand der Grünen Jugend kritisierte in einem Offenen Brief an Güldner unter der Überschrift „Die Ignoranz des Matthias Güldner“,<ref>Timo Hoffmann: Fraktionschef beschimpft Web-Aktivisten – Grüne besänftigen wütende Blogger. In: taz, 28. Juli 2009; taz.de</ref> Güldners „realitätsferne Polemik“ sei „diffamierend“ und „ignorant“<ref name="Löffler">Max Löffler: „Die Ignoranz des Matthias Güldner“, 27. Juli 2009, unter <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>.

In der Bremerhavener Sozialbetrugsaffäre um die SPD-Politiker Selim und Patrick Öztürk geriet Güldners ebenfalls bei den Grünen aktive Ehefrau in den Verdacht des Datendiebstahls.<ref>Öztürk-Daten kopiert: Ehefrau von Politiker Güldner unter Druck. Radio Bremen, buten un binnen, 28. August 2018, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />butenunbinnen.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. Juli 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.butenunbinnen.de</ref>

Werke

  • Lothar Probst, Matthias Güldner, Andreas Klee (Hrsg.): Politik und Regieren in Bremen. Springer VS, Bremen 2022, ISBN 978-3-658-34573-0.

Weblinks

Commons: Matthias Güldner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Karoline Linnert (1991–1993), Dieter Mützelburg (1991–1993), Martin Thomas (1991–1993) | Elisabeth Hackstein (1996–1999), Dieter Mützelburg (1996–1999), Helga Trüpel (1996–1999), Ralf Fücks (1996–1999) | Karoline Linnert (1999–2007) | Matthias Güldner (2007–2015) | Maike Schaefer (2015–2019) | Björn Fecker (2019–2023) | Henrike Müller (2023–2025) | Emanuel Herold (seit 2025)

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