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Mathias Nißl

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Mathias Nißl (* 27. August 1809 in Urfahr; † 30. Oktober 1848 in Wien) war ein Urfahraner Freiheitskämpfer und Hauptmann der Urfahrer Nationalgarde. Er starb 1848 bei Kämpfen in Wien.<ref name="stadtgeschichte">Vorlage:Stadtgeschichte.linz</ref>

Leben

Nißls Eltern waren der Tuchscherer Johann Baptist Nißl und seine Ehefrau Therese, geborene Aumayr. Nach dem Tod seines Vaters im Frühjahr 1838 führte er das Gewerbe als „bürgerlicher Tuchscherermeister“ in Linz-Urfahr weiter. 1839 heiratete er Margaretha Frauendorfer, die Tochter eines Beamten im städtischen Brauhaus<ref>Vorlage:Stadtgeschichte.linz</ref> an der Linzer Donaulände.

Die Freiheitsideen des Jahres 1848 fielen in Urfahr auf fruchtbaren Boden. Mathias Nißl (in einigen Quellen auch irrtümlich Franz Nißl genannt<ref name="Ziegler" />) wurde zum Hauptmann der Urfahraner Nationalgarde gewählt, die dem Linzer Kommando<ref>Josef Mittermayer: Bausteine zur Geschichte der Linzer Bürgerverbände. Schützengesellschaft, Bürgerkorps, Nationalgarde. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 1983. Linz 1985, S. 135 (gesamter Artikel S. 123–136, [[[:Vorlage:OoeGeschichte/URL]] ooegeschichte.at] [PDF]).</ref> unterstellt war. Nißl betraute seinen verlässlichen Mitarbeiter Franz Jirka mit der Fortführung seines Tuchscherergeschäftes und bestieg am Morgen des 16. Oktobers mit einer Freiwilligentruppe ein Schiff Richtung Wien. Weil das Militär die Donau bei Krems sperrte, verließ Nißls Truppe in Melk das Schiff und kam auf dem Landweg über Ober-Grafendorf, Neulengbach und Gablitz am Abend des 17. Oktobers nach Wien.<ref>Karl Goerner: Das Jahr 1848 in Linz und Oberösterreich. In: Tages-Post, Nr. 190, Fortsetzung XXVIII in der Sonntagsausgabe, 21. August 1898, S. 3, Spalten 2–3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tpt</ref> Im Verlauf des Wiener Oktoberaufstandes wurde Nißl an einer Barrikade auf der Jägerzeile durch einen Schuss in die Brust so schwer verwundet, dass er drei Tage später verstarb.<ref name="Ziegler">Anton Ziegler: Rückblick auf die Geschichte der Stadt Urfahr a. D. in Oberösterreich. Linz 1920, S. 103 (Vorlage:Landesbibliothek.at).</ref> Die Linzer Zeitungen durften damals nicht über Nißls Tod berichten.<ref name="Ziegler" /> Oberleutnant Sterzl übernahm das Kommando von Nißl, der in Wien begraben wurde.<ref>Karl Goerner: Das Jahr 1848 in Linz und Oberösterreich. In: Tages-Post, Nr. 196, Fortsetzung XXIX in der Sonntagsausgabe, 28. August 1898, S. 3, Spalte 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tpt</ref>

Würdigung

Im Jahr 1902 benannte die Urfahrer Stadtvertretung eine von der Aubergstraße nach Südwesten abzweigende Straße nach Mathias Nißl.<ref name="stadtgeschichte" />

Literatur

  • Emil Puffer: Mathias Nißl. Ein Freiheitskämpfer aus Urfahr. Ein Beitrag zum Revolutionsjahr 1848. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 1978. Linz 1979, S. 185–200 ([[[:Vorlage:OoeGeschichte/URL]] ooegeschichte.at] [PDF]).
  • Franz Isidos Proschko: Geschichtliche Darstellung der Ereignisse des denkwürdigen Jahres 1848 im Lande Osterreich ob der Enns. Oberösterreichisches Landesarchiv, Handschrift 54.
  • Hans Bednar: Das Jahr 1848 in Oberösterreich mit besonderer Berücksichtigung von Linz. Phil. Dissertation, Wien 1936.
  • Hans Erich Ruß: Die Linzer Nationalgarden. In: linz aktiv. 49, 1973/74, S. 43–49.
  • Mathias Nißl. In: Harry Slapnicka/Franz Steinmaßl: Berühmte Persönlichkeiten aus dem Mühlviertel und dem Böhmerwald, Band 2, Edition Geschichte der Heimat, Grünbach 2004, ISBN 3-902427-14-0, S. 68–72.

Einzelnachweise

<references />

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