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Marxgrün

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Marxgrün
Stadt Naila
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(464)&title=Marxgr%C3%BCn 50° 22′ N, 11° 41′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(464) 50° 21′ 30″ N, 11° 41′ 2″ O
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Höhe: 485 m ü. NHN
Einwohner: 464 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987" />
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 95119
Vorwahl: 09282
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Marxgrün ist ein Gemeindeteil der Stadt Naila im oberfränkischen Landkreis Hof in Bayern.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Marxgrün hat eine Fläche von 4,884 km². Sie ist in 953 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5124,56 m² haben.<ref>Gemarkung Marxgrün (091913). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 23. April 2025.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Brand, Einsiedel, Hölle, Hügel und Kleinschmieden.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. April 2025.</ref> Die Einöde Modelsmühle gehört zum Gemeindeteil Marxgrün.

Geografie

Das Kirchdorf liegt an der Selbitz und am Froschbach, der innerorts als linker Zufluss in die Selbitz mündet. Die Staatsstraße 2195 führt an Oberklingensporn vorbei nach Naila (3,6 km südöstlich) bzw. an Kleinschmieden vorbei nach Lichtenberg (2,9 km nördlich). Die Staatsstraße 2198 führt nach Thierbach (1,6 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Griesbach (2 km östlich). Eine Anliegerstraße führt nach Hügel (0,6 km nördlich).<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. April 2025 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Marxgrün wurde im Zuge des Landesausbaues im 12./13. Jahrhundert als Rodungssiedlung gegründet, worauf das Grundwort -grün hinweist.<ref>M. Körner: Naila, S. 26.</ref> Ein Hof in „Marckartsgrun“ gehörte zu den Stiftungsgütern, die Oswald Graf von Truhendingen 1410 der Frühmesse Lichtenberg überließ. Dies ist zugleich die erste schriftliche Erwähnung des Ortes. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist mhd. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für ‚Grenze‘.<ref>M. Körner: Naila, S. 40.
O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 398.</ref>

Zur Realgemeinde Marxgrün gehörten Hügel und Modelsmühle. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Marxgrün aus 13 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft links der Selbitz hatte das bayreuthische Kasten- und Richteramt Lichtenberg, rechts der Selbitz das Rittergut Reitzenstein und das Rittergut Issigau gemeinschaftlich. Grundherren waren

Von 1797 bis 1810 unterstand Marxgrün dem Justiz- und Kammeramt Naila. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Marxgrün gebildet.<ref name="OV 1820" /> Zu diesem gehörten Bobengrün, Christusgrün, Dürrnberg, Erlaburg, Gerlas, Horwagen, Hügel, Modelsmühle, Schafhof, Thierbach, Thierbacherhammer, Thierbachermühle und Ziegelhütte. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Marxgrün mit den Orten Hölle, Hügel, Kleinschmieden und Modelsmühle. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Marxgrün zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 4,011 km².<ref name="OV 1961" /> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Mai 1978 nach Naila eingemeindet.<ref> </ref><ref>Naila > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 23. April 2025.</ref>

Der Bahnhof Marxgrün an der Bahnstrecke Hof–Bad Steben und der ehemaligen Bahnstrecke Triptis–Marxgrün trug entscheidend zur Ortsentwicklung des Kirchdorfes bei. Im Bahnhof Marxgrün wurde der im nahegelegenen Marmorsteinbruch Horwagen gewonnene Marmor auf die Bahn verladen und daher auch als Marxgrüner Marmor bezeichnet.

Baudenkmäler

  • Griesbacher Weg 14: Gesindehaus des Löwelschen Guts<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Naila (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
  • Griesbacher Weg 16: Herrenhaus des Löwelschen Guts<ref name="Denkmalliste" />
  • Mühlweg 11: Modelsmühle<ref name="Denkmalliste" />

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ehemaliges Baudenkmal
  • Haus Nr. 15: Hakenhof. Zweigeschossiges, massives Wohnstallhaus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Halbwalmdach; Giebeltrapez verschiefert; Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss auf drei Seiten Fachwerk verputzt, südliche Langseite massiv erneuert. Scheitelstein über Wohnungstür, bezeichnet „JNN 1847“ (=Johann Nikol Narr).<ref>K.-L. Lippert: Landkreis Naila, S. 47. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung</ref>

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Marxgrün

Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 270 318 321 323 311 283 282 307 300 358 346 438 576 496 509 523 561 561 553 992 982 974 908 955
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> 44 44 49 54 72 97 149
Quelle <ref name="OV 1820">Vorlage:Ober-Mainkreis 1820 Für die Gemeinde Marxgrün inklusive Hölle mit Kleinschmieden (S. 52), Hügel (S. 55) und Modelsmühle (S. 77).</ref> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 153, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV" /> <ref name="HGV" /> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 919, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 143 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1092–1093, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1040 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1091 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 973 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 716 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 156 (Digitalisat).</ref>

Ort Marxgrün

Jahr 001819 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 160 183 159 217 402 341 513 548 523 464
Häuser<ref name="Häuser" /> 27 34 44 52 89 122
Quelle <ref name="OV 1820" /> <ref name="OV 1861" /> <ref name="OV 1875" /> <ref name="OV 1885" /> <ref name="OV 1900" /> <ref name="OV 1925" /> <ref name="OV 1950" /> <ref name="OV 1961" /> <ref name="OV 1970" /> <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 307 (Digitalisat).</ref>

Religion

Marxgrün ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich rechts der Selbitz nach Issigau und links der Selbitz nach Naila gepfarrt.<ref>M. Körner: Naila, S. 42, 52 und 295.</ref> 1939 wurde in Marxgrün die Christuskirche errichtet; sie war eine Filiale von Naila.<ref>O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 398.</ref> Erst seit den 1950er Jahren gehört der ganze Ort zum Pfarrsprengel Naila.<ref name="OV 1961" />

Persönlichkeiten

  • Ewald Klein (1899–1942), KPD-Mitglied und Widerstandskämpfer gegen die NS-Diktatur, wurde in Marxgrün geboren
  • Max Escher (1901–1976), Künstler und Kunsterzieher, lebte bis zu seinem Tod 1976 im Ort
  • Heinrich Lang (1911–nach 1973), Politiker, Landrat des Kreises Naila
  • Wilhelm Maier-Solgk (1919–2007), Zeichner und Illustrator

Literatur

Weblinks

Commons: Marxgrün – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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