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Marieluise Beck

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(Weitergeleitet von Marieluise Beck-Oberdorf)

Marieluise Beck (* 25. Juni 1952 in Bramsche) ist eine deutsche Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie war bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecherin ihrer Fraktion für Osteuropapolitik. Von 2002 bis 2005 war ihr das Amt der Parlamentarischen Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Renate Schmidt) übertragen worden. Sie arbeitete von 1998 bis 2005 als Ausländerbeauftragte der Bundesregierung. Mit ihrem Ehemann Ralf Fücks gründete sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag 2017 das Zentrum Liberale Moderne.<ref>Website Zentrum Liberale Moderne</ref><ref>Marieluise Beck beim Zentrum Liberale Moderne</ref><ref>Marieluise Beck & Ralf Fücks - Zwei Grüne haben eine Leitidee für Jamaika von Thorsten Jungholt, „Die Welt“ 16. November 2017</ref><ref>Grüne Ex-Politiker gründen Think-Tank Transatlantischer Ruhestand von Tobias Schulze, TAZ 16. November 2017</ref> Beck hieß während ihrer ersten Ehe und noch bis Ende der 1980er Jahre Marieluise Beck-Oberdorf.

Leben

Nach dem Abitur 1970 am Gymnasium „In der Wüste“ in Osnabrück absolvierte Beck ein Lehramtsstudium für Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde in Bielefeld und Heidelberg. Danach war sie als Realschullehrerin an der Konrad-Adenauer-Realschule in Pforzheim und an einer Gesamtschule in Bremen-Mitte tätig.

Partei

Während ihres Studiums in Bielefeld engagierte sich Beck im Sozialistischen Hochschulbund (SHB). Seit 1980 ist sie Mitglied der Partei Die Grünen. Vom 8./9. November 1980 bis zum 26./27. Juni 1982 war sie Vorsitzende der Grünen in Baden-Württemberg und blieb danach bis zur Bundestagswahl am 6. März 1983 als Beisitzerin Mitglied des baden-württembergischen Landesvorstandes.<ref>Historie von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg. S. 12–14, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2015; abgerufen am 24. August 2015.</ref>

Abgeordnete

Datei:Marieluise Beck MdB (35313951521).jpg
Marieluise Beck als Sprecherin für Osteuropapolitik bei der Bundestagsfraktion der Grünen

1983 wurde Beck über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag gewählt und war damit Mitglied der ersten Grünen-Fraktion im Bundestag. Von 1983 bis 1984 war sie eine ihrer drei Sprecher. Im Jahre 1985 legte sie wegen des damals bei den Grünen herrschenden Rotationsprinzips ihr Mandat nieder. Nach der Bundestagswahl 1987 zog sie auf der Bremer Landesliste wieder in den Deutschen Bundestag ein, dem sie bis zur Bundestagswahl 1990 angehörte, bei der die westdeutschen Grünen den Wiedereinzug verfehlten. Von 1991 bis 1994 war sie Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Von 1994 bis 2017 war sie erneut als eine bremische Abgeordnete Mitglied des Deutschen Bundestages. Ihr Heimatwahlkreis war Bremen I.

Nach dem Ende der rot-grünen Bundesregierung war Beck ab 2005 Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union des Deutschen Bundestages. Als Sprecherin der bündnisgrünen Bundestagsfraktion für Osteuropapolitik bildeten Russland, die Ukraine, Belarus und die Staaten des westlichen Balkans Schwerpunkte ihrer außenpolitischen Arbeit. 2010 wurde sie Vorsitzende der neugegründeten Parlamentariergruppe für Bosnien und Herzegowina des Deutschen Bundestages.

Zur Bundestagswahl 2017 kandidierte sie nicht wieder.

Nach der Parlamentstätigkeit

Für die Folgezeit kündigte Beck an, sie werde sich der Arbeit an dem Netzwerk zu Bürgerrechtlern und der demokratischen Opposition in Osteuropa widmen, das sie in zehn Jahren aufgebaut habe.<ref name="Wolschner">Klaus Wolschner: Marieluise Beck über ihren Rückzug: „Bremen macht sich klein“. In: Die Tageszeitung: taz. 14. August 2016, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).</ref>

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag gründete sie gemeinsam mit Ralf Fücks den überparteilichen Think Tank Zentrum Liberale Moderne.<ref>Thorsten Jungholt: Grüne Marieluise Beck und Ralf Fücks gründen liberalen Thinktank. In: Die Welt. 16. November 2017 (welt.de [abgerufen am 12. April 2018]).</ref> Das Zentrum widmet sich der „Verteidigung der offenen Gesellschaft“ gegen „eine antiliberale Internationale, deren Netzwerke sich durch ganz Europa ziehen“, und deren „Hauptquartier“ der Moskauer Kreml sei.<ref>Zentrum Liberale Moderne: „Wer wir sind und was wir wollen.“</ref>

Öffentliche Ämter

Position zum Gewaltverzicht

Nach ihrer Selbstdarstellung ist Beck im Bosnienkrieg aufgrund von Begegnungen mit Bosniern von ihrer zuvor grundsätzlich pazifistischen Haltung abgerückt: „Nie wieder Aggression ist die eine Seite. Die andere ist: Schutz derjenigen, die zu Angegriffenen werden. Aber um sie zu schützen, braucht man notfalls militärische Mittel.“<ref>Anna Kemper: Marieluise Beck: "Es konnte jeden an jedem Ort treffen". In: Die Zeit. 22. August 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).</ref>

Russland

Beck sprach sich 2015 nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland für Waffenlieferungen an die Ukraine aus, der damalige Parteichef Cem Özdemir widersprach ihr.<ref>Grünen-Politikerin für militärische Unterstützung der Ukraine. Abgerufen am 16. Januar 2023.</ref>

Im Fall Skripal vertrat Beck die Auffassung, der Anschlag sei kein Einzelfall, es gebe „eine größere Anzahl von Ermordeten auch in unseren westlichen Ländern“. Es gebe eine Kette von Auftragsmorden. Sie wundere sich auch darüber, dass im Falle Russlands von freien Wahlen gesprochen werde, da die beiden aussichtsreichen Oppositionskandidaten Nawalny und Nemzow an der Kandidatur gehindert worden seien.<ref>Der Fall Skripal - „Wir werden ganz offen mit Lügen aus Russland konfrontiert“. Abgerufen am 25. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Vor der Präsidentschaftswahl in Russland 2018 kritisierte Beck den mutmaßlichen Einfluss von Wladimir Putin auf die deutsche Politik. Insbesondere mit dem Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gebe es einen Befürworter, „der im Dienste Putins steht und staatsnahen russischen Konzernen die Tür zu den jeweiligen Wirtschaftsministern in Berlin öffnet“, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Dass dies in Deutschland kaum Wirbel entfache, nannte sie „empörend“.<ref>Putins Einfluss auf deutsche Politik. Grünen-Politikerin erhebt Vorwürfe gegen Schröder. T-online.de, [1], 25. Dezember 2017</ref>

Beck vertritt die Auffassung, Putin wolle eine Wiederherstellung der Sowjetunion in deren zeitweisen historischen Grenzen. Putin werde sich mit der Ukraine nicht begnügen. Gefährdet seien auch Länder wie Moldau und weitere frühere Sowjetrepubliken. Es sei wichtig zu erkennen, dass die Ukrainer „für unsere Freiheit kämpfen“.<ref>Marieluise Beck warnt vor weiteren russischen Expansionsbestrebungen. Abgerufen am 16. Januar 2023.</ref> Beck sieht wie ihr Ehemann Ralf Fücks die militärische Unterstützung der Ukraine als Teil der Lösung des Konflikts.

Ehrungen

Privates

Auf Grund ihrer ersten Ehe trug sie in den 1980er Jahren den Namen Marieluise Beck-Oberdorf.<ref>Werner Schüring: Auch wer sich ändert, bleibt sich treu – Marieluise Beck. Blickpunkt Bundestag, Nahaufnahme, Ausgabe 01/2008.</ref>

Seit dem 17. Februar 2006 ist Marieluise Beck mit ihrem langjährigen Lebensgefährten, dem Grünen-Politiker und Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung (von 2001 bis 2017) Ralf Fücks verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Töchter.<ref>Birgit Wentzien: Eine Lange Nacht über die Zukunft der Volksparteien – Seht, was aus uns geworden ist! Deutschlandfunk, 9. März 2019.</ref> Mit ihrem Mann lebt sie seit 1983 in Bremen.<ref>Marieluise Beck, ehem. Mitglied des Deutschen Bundestags. Website von Marieluise Beck, abgerufen am 17. März 2024.</ref>

Weblinks

Fußnoten

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