Kapelle Mariazell
Die Kapelle Mariazell ist ein auf das Patrozinium Maria Hilf! geweihter Wallfahrtsort in der Gemeinde Sursee im Kanton Luzern. Die Kapelle gehörte spätestens ab 1371 zur katholischen Pfarrei von Sursee und betreute den ehemaligen Weiler Wile, der später Maria Zell hiess<ref>Dufourkarte. In: map.geo.admin.ch. swisstopo, abgerufen am 29. Dezember 2011.</ref> und heute das Stadtquartier Mariazell bildet.<ref>Quartierverein Mariazell</ref> Sie ist auf der Liste der Kulturgüter im Kanton Luzern als national bedeutend aufgeführt.
Gebäude
Vormals direkt am Seebecken, dem Triechter gelegen, wurde das Gebäude im Jahr 1657 abgetragen. Ein Steinkreuz aus dem Jahr 1723 erinnert heute an den ehemaligen Standort. Als Ersatz wurde auf der Stirnmoräne das heutige einschiffige Sakralgebäude errichtet und 1658 vom damaligen Bischof von Lausanne Jodok Knab eingeweiht. Die zwei Glocken des Geläuts sind auf die Jahre 1594 und 1658 datiert.<ref name="youtube">Sursee LU, Wallfahrtskapelle Mariazell, Vollgeläute. In: Kanal von Robin Marti Kirchenglocken auf YouTube. 20. November 2016, abgerufen am 18. März 2017.</ref> Neben dem Sakralbau wurde 1753 eine Kaplanei gebaut. Die Kapelle wurde mehrmals umgebaut und renoviert, im 20. Jh. erfolgten Gesamtrestaurierungen an beiden Gebäuden.
Innenraum
Die Kapelle hat drei aus Holz geschnitzte Marienaltäre, welche in frühbarockem Stil reichhaltig ausgestaltet sind. In theatralischen Szenerien stellen halblebensgrosse vollplastische und polychrome Figuren Stationen aus dem Leben Mariens dar.<ref>Kapelle Mariazell, Sursee, Switzerland. In: Sidler Photography. Gregor Sidler, 21. Mai 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. März 2014; abgerufen am 30. Dezember 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Diese wurden um 1660/65 von der Bildhauerwerkstatt Tüfel in Sursee geschaffen.<ref>Peter Felder: Tüfel, Hans Wilhelm. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> Die flache Holzdecke ist mit 35 Bildern marianischer Symbole bemalt.<ref name="youtube" /> Die Orgel der Kapelle wurde 1984 von Orgelbau Graf aus Sursee erbaut.<ref>Sursee – Wallfahrtskirche St. Maria Hilf – Kapelle Mariazell – Orgel Verzeichnis – Orgelarchiv Schmidt. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umgebung
Direkt neben der Wallfahrtskapelle befindet sich die Sprachheilschule und das sozialpädagogische Schulheim Mariazell Sursee. Die Institution wurde im Jahr 1896 u. a. von den Familien Schnyder von Wartensee und Meyer-am Rhyn gegründet. Seither betreuen nebst weltlichen Fachkräften auch Schwestern des Klosters Baldegg die Schüler.<ref>Website von Mariazell Sursee, Sprachheilschule und Sozialpädagogisches Schulheim</ref>
An der Hauptstrasse von Sursee nach Schenkon befindet sich eine Haltestelle der Postautolinie Sursee–Schenkon–Sempach-Station und der Buslinie Sursee–Schenkon–Beromünster. Vom Heiligenhäuschen her führt der Pilgerweg vorbei an den ersten Rebstöcken zum Wallfahrtsort.<ref>Mariazell, Sursee. In: map.search.ch. Tamedia, abgerufen am 30. Dezember 2011.</ref> Die erhöhte Lage mit ca. 524 m ü. M. auf dem Moränenhügel – also rund 20 Meter über dem Seespiegel – bietet in südöstlicher Richtung einen Ausblick über den Sempachersee und bei gutem Wetter mit Sicht bis zum Pilatus und in die Zentralschweizer Voralpen. Die milde Lage am Südhang hin zum Sempachersee beschert dem Anfang des 21. Jahrhunderts angelegten Weinberg wiederholt eine gute Ernte.<ref>Website von Weinbau Mariazell</ref>
Weblinks
- Stefan Röllin: Mariazell. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Kaplan Wallfahrtsort Mariazell, Katholische Kirchgemeinde Sursee, abgerufen am 29. Dezember 2011
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 47° 10′ 24″ N, 8° 7′ 11,8″ O; CH1903: 651651 / 224932
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