Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Maria Vittoria dal Pozzo – Wikipedia Zum Inhalt springen

Maria Vittoria dal Pozzo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Maria del Pozzo della Cisterna)
Datei:María Victoria dal Pozzo, reina consorte de España.jpg
Maria del Pozzo della Cisterna

Maria Vittoria dal Pozzo (Maria Vittoria Carlotta Enrichetta Giovanna dal Pozzo della Cisterna; * 9. August 1847 in Paris; † 8. November 1876 in Sanremo) war als Gemahlin von Amadeus I. Königin von Spanien (1870–1873) und Herzogin von Aosta (1867–1876). Während ihrer Regierungszeit in Spanien zeichnete sie sich vor allem durch ihre karitativen Aktivitäten aus. Wegen ständiger Anfeindungen in Spanien, die in einem Attentatsversuch auf das Königspaar gipfelten, kehrte Maria Vittoria mit ihrem Gemahl Anfang 1873 nach Italien zurück und starb dreieinhalb Jahre später an Tuberkulose.

Leben

Abstammung und frühes Leben

Maria Vittoria dal Pozzo war die älteste Tochter von Carlo Emmanuele dal Pozzo, 5. Fürst von Cisterna (1789–1864), und dessen Gemahlin Louise Caroline Ghislaine, Gräfin von Mérode (1819–1868), die einer bedeutenden belgischen Adelsfamilie entstammte. Ihr Vater lebte wegen seiner liberalen Ideen im Exil in Paris, wo Maria Vittoria im August 1847 – ein Jahr nach der Heirat ihrer Eltern – zur Welt kam. Sie hatte eine jüngere Schwester Beatrice Giuseppa (1851–1864).<ref name=Sagrera>Ana de Sagrera: María Victoria del Pozzo. In: Diccionario biográfico español. Madrid 2009–2013 (Online-Version).</ref>

1852 übersiedelte Maria Vittoria mit ihrer Familie von Paris nach Turin. Dort lebte sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester im Palazzo della Cisterna, dem alten Palast der Familie. Die Sommer verbrachte sie mit ihren Eltern in Reano, wo ihr Vater ein feudales Schloss besaß, oder in Belgien. Sie genoss eine hervorragende Erziehung, hatte Unterricht bei den besten Lehrern Turins und erlernte Italienisch, Französisch und Englisch, ebenso die klassischen Sprachen Latein und Griechisch. Zu ihren Interessens-gebieten zählten Literatur, Wirtschaft und internationales Recht. Nach dem Tod ihres Vaters im März 1864 erbte sie dessen Titel und wurde so u. a. Fürstin von Cisterna und Belriguardo, Marchesa von Voghera und Gräfin von Ponderano. Nur einen Monat nach ihrem Vater starb auch ihre Schwester Beatrice an Typhus. Die Trauer über den Verlust ihrer beiden engen Familienmitglieder suchte Maria Vittoria durch die erneute Vertiefung in Studien zu überwinden.<ref name=Sagrera/><ref>Maria Vittoria dal Pozzo. auf: Unofficial Royalty.</ref>

Heirat mit Herzog Amadeus von Aosta

Zwei Jahre später lernte Maria Vittoria ihren künftigen Gemahl Amadeus I., Herzog von Aosta und zweiter Sohn des italienischen Königs Viktor Emmanuel II., kennen. Der Herzog war während des Dritten Italienischen Unabhängigkeitskriegs in der Schlacht bei Custozza (24. Juni 1866) schwer an der Schulter verwundet worden und hielt sich zu seiner Genesung in Moncalieri auf. Bekannte, die ihn dort besuchten, erzählten ihm von Maria Vittoria und bezeichneten diese als „Rose von Turin“. Nach seinem ersten Treffen mit Maria Vittoria holte er sich von seinem Vater die Zustimmung für die Heirat mit ihr ein. Viktor Emmanuel II. und sein Sohn reisten Ende April 1867 zum Palazzo della Cisterna, wo Amadeus um die Hand seiner Auserwählten anhielt. Maria Vittoria, die hellbraunes Haar, blaue Augen und einen blassen Teint hatte, war gut zwei Jahre jünger als ihr Bräutigam. Durch ein königliches Dekret war ihr am 19. Februar 1867 der Titel einer Hoheit verliehen worden. Ihre Hochzeit mit Amadeus fand an dessen 22. Geburtstag, dem 30. Mai 1867, in der mit dem Königspalast verbundenen Grabtuchkapelle in Turin statt.<ref name=Sagrera/> Es handelte sich um eine Liebesheirat.<ref name=Kleinmann-249>Hans-Otto Kleinmann: Amadeus I., in: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel, Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige, C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42782-0, S. 249.</ref>

Frühe Ehejahre; Nachkommen

Datei:Maria Vittoria dal Pozzo with her husband.jpg
Maria Vittoria und ihr Gemahl Amadeus von Savoyen

Auf ihrer Hochzeitsreise begaben sich die Frischvermählten zunächst zur Weltausstellung nach Paris. Danach besuchten sie England und waren Gast bei Königin Victoria auf Schloss Windsor. Obwohl die englische Monarchin morganatischen Ehen reserviert gegenüberstand, schloss sie mit Maria Vittoria eine lebenslange Freundschaft. Nach seiner Rückkehr wurde Amadeus zum Generalleutnant befördert und erhielt Anfang 1868 den Auftrag, in Neapel die Flotte zu reorganisieren. Am 12. März 1868 erfuhr er, dass seine Schwiegermutter, die Gräfin von Mérode, zwölf Tage zuvor verstorben war. Er kehrte mit seiner Gattin nach Turin zurück und war dort mit ihr am 22. April 1868 Gast bei der Hochzeit seines Bruders Umberto mit Margarethe von Savoyen. Im Frühjahr 1869 weilten Amadeus und Maria Vittoria in der norditalienischen Stadt La Spezia, konnten aber infolge einer schweren Erkrankung des italienischen Königs nicht wie viele andere europäische Fürsten zur im November 1869 erfolgten Eröffnung des Suezkanals nach Ägypten segeln.<ref name=Sagrera/><ref name=Kleinmann-249/>

Maria Vittoria und Amadeus hatten zusammen drei Kinder:

  • Emanuel Philibert (* 13. Januar 1869; † 4. Juli 1931), Herzog von Aosta, Marschall von Italien, verheiratet mit Hélène von Frankreich (1871–1951), einer Tochter von Philippe von Orléans
  • Vittorio Emanuele, Graf von Turin (* 24. November 1870; † 10. Oktober 1946)
  • Luigi Amadeo, Herzog der Abruzzen (* 29. Januar 1873; † 18. März 1933), Vize-Admiral der königlich-italienischen Marine.

Königin von Spanien

Wahl von Amadeus I. zum König; Ankunft in Spanien

Nach dem Sturz der Königin Isabella II. im September 1868 herrschte in Spanien ein zweijähriges Interregnum (siehe Spanische Thronfolge 1868–1870). Der General Juan Prim suchte an europäischen Fürstenhöfen nach einem geeigneten neuen König und favorisierte nach dem Scheitern der Thronkandidatur Leopolds von Hohenzollern (Juli 1870) erneut die Inthronisation des Herzogs von Aosta als spanischen Monarchen. Nach der Gefangennahme Napoleons III. ließ der italienische König Viktor Emmanuel II. im September 1870 Rom besetzen. Papst Pius IX. fühlte sich im Vatikan wie ein Gefangener. Maria Vittoria bemühte sich, die Lage des Heiligen Vaters zu verbessern. Inzwischen setzte der italienische König seinen sich sträubenden Sohn Amadeus unter Druck, den ihm angebotenen spanischen Thron anzunehmen. Am 2. November 1870 lenkte Amadeus ein, verlangte aber, dass er durch ein deutliches Votum der Cortes zum König gewählt würde.<ref name=Sagrera/><ref>Hans-Otto Kleinmann: Amadeus I., in: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel, Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige, 1997, S. 250 f.</ref>

Das Votum der Cortes vom 16. November 1870 fiel auch eindeutig zugunsten von Amadeus aus. Eine vom Parlamentspräsidenten Manuel Ruiz Zorrilla angeführte Abgeordnetenkommission traf Anfang Dezember 1870 in Florenz ein. Sie sollte den Herzog von Aosta nach Spanien geleiten. Zunächst reisten die spanischen Delegierten nach Turin, wo sie von der gerade von ihrem zweiten Sohn Vittorio Emanuele entbundenen Maria Vittoria empfangen wurden. Während die Herzogin von Aosta, die durch die Wahl ihres Gatten zur spanischen Königin avanciert war, noch in Italien blieb, schiffte sich Amadeus Ende Dezember 1870 nach Spanien ein, erfuhr bei der Landung in Cartagena vom tödlichen Attentat auf Prim und leistete am 2. Januar 1871 in Madrid den Eid auf die spanische Verfassung. Von Anfang an hatte der neue Monarch mit der Opposition vieler Hocharistokraten und der Geistlichkeit zu kämpfen. Die drei Regierungsparteien bemühten sich aber zunächst um eine Stabilisierung der innenpolitischen Lage und billigten die Thronrede des Königs. So konnte Maria Vittoria, die mit ihren beiden kleinen Söhnen in Turin wartete, am 9. März 1871 nach Spanien aufbrechen. Acht Tage später landete sie mit ihren Söhnen in Alicante und traf dort mit ihrem Gatten zusammen. Bei ihrem Einzug in Madrid besuchte die neue Königin die Basilika von Atocha und bezog dann mit ihrem Gatten im Palast die Gemächer der ehemaligen Königin Isabella II. Am nächsten Morgen empfing sie Politiker und Generäle, die sie kennenlernen wollten.<ref name=Sagrera/><ref>Hans-Otto Kleinmann: Amadeus I., in: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel, Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige, 1997, S. 251 ff.</ref>

Am 23. März 1871 protestierten adlige Frauen aus dem Umfeld des späteren Königs Alfons XII. sowie der Carlisten gegen Maria Vittoria, indem sie mit ihren Kutschen den Paseo de la Castellana entlang fuhren und dabei in beleidigender Absicht als Zeichen ihrer Kastengesinnung die traditionellen Mantillas und bourbonischen Lilien trugen. Die Königin, die an den Vortagen auf derselben Straße mit ihrer Kutsche gefahren war, erschien bei diesem Vorfall nicht und ersparte sich so den Anblick des Protests der ihr abgeneigten Aristokratinnen.<ref name=Sagrera/><ref name=Kleinmann-253>Hans-Otto Kleinmann: Amadeus I., in: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel, Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige, 1997, S. 253.</ref>

Karitative Tätigkeit; Förderung von Künstlern; Regierungskrisen

Datei:Maria Vittoria dal Pozzo – Queen of Spain.jpg
Maria Vittoria

Maria Vittoria hielt sich aus der Politik heraus und widmete sich vor allem wohltätigen Projekten, durch die sie eine gewisse Popularität erlangte. Auf ihre Initiative ging die Gründung einer Tagesstätte und einer Schule für die Kinder von Waschfrauen zurück. Die von ihr mit 100.000 Reales finanzierte Errichtung dieser Gebäude am Fluss Manzanares dauerte bis zum Januar 1872, doch wurden diese Bauten Jahrzehnte später im Spanischen Bürgerkrieg zerstört. Sie gründete auch ein Internat für Zigarettenarbeiterinnen in der königlichen Tabaktrafik und ließ über eine Suppenküche Fleischrationen an bedürftige Madrider verteilen. Ferner stiftete sie eine Augenklinik, die lang Bestand hatte. Hingegen strahlte der Hof des Königspaars keinen Glanz aus. Die Witwe von Prim und die Ehefrau von Serrano wurden zu den obersten Hofdamen der Königin ernannt, konnten einander aber nicht leiden.<ref name=Sagrera/>

König Amadeus I. vermochte unterdessen der liberalen Regierung nicht den von General Prim erhofften Halt zu verleihen. Trotz seiner Ehe mit Maria Vittoria unterhielt er eine Liebesaffäre mit Adela Larra y Wetoret, der Tochter des Schriftstellers Mariano José de Larra. Diese trug dazu bei, dass nach der ersten Regierungskrise im Juli 1871 Manuel Ruiz Zorrilla neuer Ministerpräsident wurde. Maria Vittoria residierte im Sommer dieses Jahres im Schloss La Granja, da Ruiz Zorrilla nicht wollte, dass sie den König auf seiner Reise durch Valencia, Katalonien und Aragonien begleitete. Die Tour diente dem König dazu, sich der dortigen Bevölkerung zu präsentieren und mehr Ansehen zu gewinnen. Sie verlief einigermaßen erfolgreich.<ref name=Sagrera/><ref name=Kleinmann-253/>

Bereits Anfang Oktober 1871 kam es aber wieder zu einer Regierungskrise. Der König setzte den Admiral José Malcampo als Präsidenten eines „Vermittlungsministeriums“ ein, um die monarchistische Koalition wieder zu einigen. Dieses Kabinett stürzte bereits im Dezember 1871, woraufhin Práxedes Mateo Sagasta neuer Ministerpräsident wurde, der sein Amt infolge eines von Ruiz Zorrilla gegen die Regierung eingebrachten Misstrauensvotums im Mai 1872 niederlegen musste. Inzwischen begann Maria Vittoria im Winter 1871/72 mit der Förderung von Künstlern wie dem Historienmaler Vicente Palmaroli und dem Bildhauer Sabino Medina. Am 7. Juli 1871 war per königlichem Erlass ein nach der Königin benannter Zivilorden (Orden Civil de María Victoria) gestiftet worden, mit dem herausragende Verdienste um das öffentliche Bildungssystem ausgezeichnet wurden. Träger dieses Ordens waren u. a. der Politiker und Dichter Ramón de Campoamor y Campoosorio sowie der Komponist und Musikpädagoge Miguel Hilarión Eslava.<ref name=Sagrera/><ref name=Kleinmann-254>Hans-Otto Kleinmann: Amadeus I., in: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel, Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige, 1997, S. 254.</ref>

Im April 1872 brach der Dritte Carlistenkrieg aus, indem der Prätendent Carlos (VII.) zum Aufstand aufrief. Nach einer schweren Niederlage der Carlisten in Navarra unterzeichnete General Serrano am 24. Mai 1872 die Konvention von Amorebieta gemeinsam mit einigen Anführern der Carlisten, die sich unterwarfen. Die liberale spanische Zeitschrift El Imparcial verglich Maria Vittoria in einem am 10. Juni 1872 unter dem Titel „Die Verrückte des Vatikans“ veröffentlichten Artikel mit Kaiserin Charlotte von Mexiko und prophezeite König Amadeus I. das unglückliche Ende Kaiser Maximilians. Serrano, der wieder Ministerpräsident geworden war, riet dem König, eine stabile Regierung durch die Außerkraftsetzung der Verfassungsgarantien zu erreichen. Maria Vittoria unterstützte Serranos Vorschlag, um die soziale Ordnung zu retten. Der König lehnte aber diesen Plan eines absolutistischen Staatsstreichs ab, woraufhin Serrano zurücktrat und Ruiz Zorrilla im Juni 1872 wieder das Amt des Ministerpräsidenten übernahm. Maria Vittoria empfand nie Sympathie für Ruiz Zorrilla, während sie Serrano wegen seiner Freundlichkeit und den Admiral Juan Bautista Topete wegen dessen Loyalität schätzte.<ref name=Sagrera/><ref name=Kleinmann-254/>

Attentatsversuch; letzte Regierungszeit

Während des heißen Sommers 1872 wollte Maria Vittoria ihren Gatten auf seiner Reise durch Nordspanien begleiten, was die Regierung jedoch ablehnte. Daraufhin entschloss sie sich, den Sommer in kühlerem Klima im Schloss El Escorial zu verbringen. Am Abend des 18. Juli 1872, kurz vor der Abreise des Königs aus Madrid, sollte auf ihn und seine Gattin ein Attentat verübt werden. Ein Freund des Admirals Topete hatte zufällig von diesem geplanten Anschlag erfahren und informierte den Staatsminister Cristino Martos, der seinerseits den König und Pedro Mata, Zivilgouverneur von Madrid, davon in Kenntnis setzte. Trotz des Rats, den Palast nicht zu verlassen, beschloss Amadeus I., der an einen Fehlalarm glaubte, sich mit seiner Gattin Maria Vittoria zu einem Spaziergang in den Retiro-Park zu begeben. Bei ihrer Rückkehr mit ihrer Kutsche versperrte ihnen in der Straße Calle del Arenal im Zentrum Madrids ein Wagen den Weg. Amadeus bemerkte, dass ein Mann auf ihn und seine Gemahlin zielte und sprang hoch; und sein Kutscher trieb die Pferde an und konnte mit dem Königspaar heil zum Palast fahren. Die Königin wurde während des Vorfalls ohnmächtig. Pedro Mata hatte entlang des gesamten Wegs, den die königliche Kusche nahm, Agenten postieren lassen, die bei der Schussabgabe der Attentäter eingriffen und diese verhafteten. Den Attentätern, Madrider Republikanern, wurde daraufhin der Prozess gemacht.<ref name=Sagrera/><ref>Jorge Vilches García: Progreso y Libertad. El Partido Progresista en la Revolución Liberal Española. Madrid 2001, ISBN 84-206-6768-4, S. 314 f.</ref>

Maria Vittoria bezog mit ihren Kindern kurzzeitig ihren Wohnsitz im Escorial, kehrte aber bald nach Madrid zurück. Ruiz Zorrilla war darüber empört und begab sich nachts zum Palast, um sie zur Rede zu stellen. Die Königin lag bereits im Bett, musste aber aufstehen und mit dem radikalen Politiker ein unangenehmes Gespräch führen. Der Ministerpräsident drohte, dass er ihr das Verlassen des Palastes etwa für Kirchenbesuche nur noch nach Rücksprache mit der Regierung erlauben würde. Da er auf der Überwachung ihrer Besucher bestand, fühlte sich Maria Vittoria ab nun wie eine Gefangene. Betrübt war sie, als sie durch anonyme Briefe von Amadeus’ Verhältnis mit der Gräfin Valentina Vinent y O’Neill erfuhr.<ref name=Sagrera/>

Die Neuwahl der Cortes brachte Ende August 1872 bei geringer Wahlbeteiligung eine deutliche Mehrheit der radikalen Parteien. Der volle Ausbruch des Dritten Carlistenkriegs war nicht mehr verhinderbar, und auch die Republikaner rüsteten zum Kampf. Die konservativen Kräfte wiederum propagierten die Restauration der Bourbonen auf dem spanischen Thron. Ab Herbst 1872 dachte das Königspaar nur noch an seine würdevolle Abdankung.<ref name=Kleinmann-255>Hans-Otto Kleinmann: Amadeus I., in: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel, Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige, 1997, S. 255.</ref>

Abdankung; Rückkehr nach Italien; Tod

Im Winter 1872/73 pflegte Maria Vittoria ihren Gatten, der an Rheuma litt. Am 29. Januar 1873 gebar sie ihren dritten Sohn Luigi Amadeo. Bei der Taufe des Neugeborenen durch den Beichtvater der Königin, Monsignore Isbert, stiftete die radikale Regierung Unruhen an. Die Feierlichkeiten, welche die Taufe des Infanten begleiteten, wurden bürgerlich einfach gehalten. Als der König das Dekret der Regierung zur Auflösung des Artillerieoffizierskorps wegen Insubordination verfassungsgemäß unterschrieb, brachte er den Großteil des progressistischen Militärs gegen sich auf. Die Parteienkoalition, die ihn auf den Thron gebracht hatte, war endgültig zu Ende. Am 11. Februar 1873 dankte Amadeus I. nach gut zweijähriger Herrschaft ab und reiste am nächsten Morgen mit seiner Familie nach Lissabon ab. Die Fahrt in dem ungeheizten kalten Zug ohne Verköstigung war für Maria Vittoria beschwerlich.<ref name=Sagrera/><ref name=Kleinmann-255/>

Durch die Anstrengungen und Aufregungen der überstürzten Abreise aus Spanien zog sich Maria Vittoria eine Krankheit zu. Nachdem sie in Lissabon einigermaßen genesen war, kehrte sie mit ihrem Gemahl nach Turin zurück, wo das ehemalige Königspaar von 30.000 Menschen erwartet wurde. Maria Vittoria nahm wieder ihre karitative Tätigkeit auf, besuchte Gefängnisse und schickte durch die Vermittlung der mit ihr befreundeten spanischen Autorin und Sozialreformerin Concepción Arenal weiterhin Hilfsgüter für die Armen Madrids. Sie litt zunehmen an Tuberkulose und hatte Atemprobleme. Die Sommer verbrachte sie mit ihrem Gemahl meist in Moncalieri und zeitweilig auch in Reano. Um den kalten Wintern in Turin zu entgehen, wohnten sie zu diesen Zeiten in der von Amadeus gemieteten Villa Dufour in Sanremo, die Blick auf das Meer gestattete. Am 8. November 1876 starb Maria Vittoria im Alter von 29 Jahren in Sanremo an Tuberkulose und wurde in der Basilica di Superga in Turin beigesetzt.<ref name=Sagrera/>

Literatur

  • Carla Casalegno: Maria Vittoria. Il sogno di una principessa in un regno di fuoco, 2003, ISBN 978-88-7402-115-4.
  • Ana de Sagrera, Amadeo y María Victoria reyes de España, 1870-1873, Palma de Mallorca 1959.
  • Ana de Sagrera: María Victoria del Pozzo. In: Diccionario biográfico español. Madrid 2009–2013 (Online-Version).

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:|{{{1}}}|Maria Vittoria dal Pozzo}}|uselang=de}} Commons: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:|{{{1}}}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if:

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if:

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left||9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Anmerkungen

<references/>

Vorlage:Personenleiste

{{#ifeq: p | p | | {{#if: 130023795n201302409867561968 | |

}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 130023795 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 130023795 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: n2013024098 | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: n2013024098 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 67561968 | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 67561968 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung

{{#if: Maria Vittoria dal Pozzo | {{#if: Maria Vittoria Carlotta Enrichetta dal Pozzo della Cisterna; Maria Vittoria | {{#if: Königin von Spanien (1870–1873) und Herzogin von Aosta (1863–1876) | {{#if: 9. August 1847 | {{#if: Paris | {{#if: 8. November 1876 | {{#if: Sanremo |

Vorlage:Wikidata-Registrierung