Zum Inhalt springen

Maria de las Mercedes d’Orléans-Montpensier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Maria de las Mercedes.jpg
Königin Maria de las Mercedes von Spanien

Infantin Maria de las Mercedes d’Orléans y Borbón (* 24. Juni 1860 im Palacio Real in Madrid; † 26. Juni 1878 ebenda) war eine spanisch-französische Prinzessin aus dem Haus Orléans und durch Heirat mit Alfons XII. Königin von Spanien.

Ihr vollständiger Name lautete spanisch María de las Mercedes Isabel Francisca de Asís Antonia Luisa Fernanda Felipa Amalia Cristina Francisca de Paula Ramona Rita Cayetana Manuela Juana Josefa Joaquina Ana Rafaela Filomena Teresa Santísima Trinidad Gaspara Melchora Baltasara de Todos los Santos de Orleans y Borbón.

Leben

Maria de las Mercedes war die fünfte Tochter von Antoine d’Orléans, duc de Montpensier (1824–1890) und seiner Frau Infantin Luisa Fernanda (1832–1897), jüngste Tochter des spanischen Königs Ferdinand VII. und Prinzessin Maria Christina von Sizilien. Väterlicherseits war sie eine Enkelin des französischen Bürgerkönigs Ludwig Philipp und seiner Frau Prinzessin Maria Amalia von Neapel-Sizilien. Als Taufpaten fungierten ihre Tante, Königin Isabella II., und deren Mann, Titularkönig Francisco von Assisi. Maria verbrachte ihre Kindheit zusammen mit ihren älteren Geschwistern im Palast San Telmo in Sevilla. Sie bekam eine damals für Fürstenhäuser übliche höfische Mädchen-Erziehung. Das umfasste Reisen besonders im Herrschaftsgebiet ebenso wie Sprachen, Schöne Künste, Reiten, Nadelarbeit, Singen, Etikette, Tanz und Genealogie. Anfang Juli 1868 kam die spanische Regierung einer vor allem unter den höheren Offizieren der Armee weit verbreiteten Verschwörung auf die Spur, die nach Entthronung der Königin den Herzog von Montpensier auf den spanischen Thron bringen wollte, und wies den Herzog mit seiner Familie aus Spanien aus. Mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern lebte sie dann in Frankreich im Exil. 1872 traf sie das erste Mal in Paris ihren Cousin Alfons, Prinz von Asturien, den Sohn der ehemaligen Königin Isabella. Spanien erlebte damals eine innenpolitisch instabile Phase. Dem Sturz Isabellas 1868 folgten die Regentschaft des Generals Serrano, die kurze Regierung des Königs Amadeus und die Erste Spanische Republik. Am 29. Dezember 1874 rief ein großer Teil der Armee Prinz Alfons zum König aus.

Datei:Alfonso XII de España - Eduardo Balaca - 1857.jpg
Alfons, Fürst von Asturien und spätere spanische König Alfons XII.
Datei:María de las Mercedes de Orleans (1860-1878).jpg
Maria de las Mercedes
Datei:Mercedes, Queen of Spain.jpg
Königin Maria de las Mercedes von Spanien, 1877

Auf einem Familientreffen sah Maria de las Mercedes ihren Cousin, den nunmehrigen König Alfons XII., wieder und beide verliebten sich ineinander. Die Verbindung fand jedoch keine Zustimmung bei der königlichen Familie, besonders bei der ehemaligen Königin Isabella. Sie hatte eine andere Braut für ihren Sohn im Auge, und zwar Infantin Blanca de Borbón (1868–1949), älteste Tochter von Carlos María de Borbón. Cánovas Favoritin war dagegen die Prinzessin Beatrice (1857–1944), Tochter der britischen Königin Victoria. Doch der junge König blieb stur und bekam sogar die Unterstützung des spanischen Volkes.

Am 23. Januar 1878 fand die Heirat zwischen der Infantin Maria de las Mercedes und König Alfons XII. in Madrid statt. Kurz nach den Flitterwochen erkrankte die junge Königin an Typhus und erlitt eine Fehlgeburt. Sie starb zwei Tage nach ihrem 18. Geburtstag und sechsmonatiger Ehe. Seit dem Jahr 2000 befinden sich ihre sterblichen Überreste in der Almudena-Kathedrale.

Als Minister Antonio Cánovas del Castillo dem König eine erneute Heirat vorschlug, fiel die Wahl auf Marias ältere Schwester Maria Christina. Doch sie starb 1879 an Tuberkulose, und so heiratete Alfons XII. einige Monate später die Erzherzogin Maria Christina von Österreich.

Sonstiges

  • Königin Maria de las Mercedes war eine der Initiatoren für die Erbauung der Catedral de la Almudena in Madrid. Einem Wunsch Alfons’ folgend, wurde der Leichnam seiner ersten Frau am 8. November 2000 dorthin überführt.
  • Die Liebe zwischen Maria de las Mercedes und Alfons findet sich in der spanischen Literatur, Poesie und in den Volksliedern wieder.

Literatur

  • Helga Thoma: Ungeliebte Königin. Ehetragödien an Europas Fürstenhöfen. 1. Auflage. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3783-1 (als Taschenbuch: Serie Piper 3526, München / Zürich 2003, ISBN 3-492-23526-3).

Weblinks

VorgängerinAmtNachfolgerin
Maria del Pozzo della CisternaKönigin von Spanien
1878
Maria Christina von Österreich

Vorlage:Hinweisbaustein