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Elnhausen

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(Weitergeleitet von Marburg-Elnhausen)
Elnhausen
Stadt Marburg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1042)&title=Elnhausen 50° 49′ N, 8° 41′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1042) 50° 48′ 36″ N, 8° 41′ 26″ O
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Höhe: 224 (222–275) m ü. NHN
Fläche: 9,18 km²<ref>Marburger Zahlen von 2009-2010. In: Website der Stadt Marburg (pdf; S. 4)</ref>
Einwohner: 1042 (31. Dez. 2019)<ref name="MAR-2019" />
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35041
Vorwahl: 0 64 20
Datei:Karte Marburg Stadtteil Elnhausen.png
Karte
Lage von Elnhausen in Marburg
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Elnhausen ist ein Stadtteil von Marburg an der Lahn im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort besteht aus einem alten Dorfkern mit dem Schloss, der Kirche und Bauernhöfen sowie mehreren im 20. Jahrhundert erschlossenen Neubaugebieten.

Geographie

Das Dorf liegt in der Elnhausen-Michelbacher Senke etwa drei Kilometer (Luftlinie) westlich der Kernstadt von Marburg. Westlich von Elnhausen liegt der seit der Steinzeit von Menschen genutzte Stöckelsberg (oder Stackelberg), der an seinen südlichen und westlichen Ausläufern vom alten und neuen Steinbruch begrenzt wird. Im Norden bildet er einen Kamm, der den Kalderischen Grund formt. Auf dem Kamm liegt noch ein alter Steinbruch.

Geschichte

Datei:Schloss Elnhausen 1.jpg
Das Schloss

Ortsgeschichte

Obwohl das Dorf doch bereits älter als 1000 Jahre ist,<ref>Karl-Heinz Damm et al. (Hrsg.): 775 Jahre Elnhausen: 1235 - 2010. Ein Dorf wie eine Stadt. Marburg 2010, S. 4</ref> erfolgte die älteste bekannte und gesicherte schriftliche Erwähnung von Elnhausen erst 1235 unter dem Namen Ailenhusen.<ref name="lagis" /> Spätere historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Alnhusen (1252), Aelnhusen (1253), Alenhusen (1298), Allenhusen (1298), Ellenhusen (1298), Eylinhusin (1356), Elinhusen (1374), Ailnhausen (1577), Elnhausen (1592) und Ellnhausen (Niveaukarte Kurfürstentum Hessen 1840-1861).

Das barocke Schloss Elnhausen wurde in den Jahren 1707 bis 1717 von Hermann von Vultejus, seit 1687 hessen-kasselscher Vizekanzler im sogenannten Oberfürstentum, auch „Land an der Lahn“ genannt, an der Stelle einer im Dreißigjährigen Krieg teilweise zerstörten und seitdem vernachlässigten Wasserburg erbaut.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Elnhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Marburg eingemeindet.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für den Stadtteil Elnhausen wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 161 kB) § 3. In: Webauftritt. Stadt Marburg, abgerufen im Juli 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Elnhausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Elnhausen zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D237~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20221%E2%80%93224~PUR%3D)</ref> Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Elnhausen 1125 Einwohner. Darunter waren 48 (4,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 189 Einwohner unter 18 Jahren, 530 zwischen 18 und 49, 234 zwischen 50 und 64 und 192 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 540 Haushalten. Davon waren 210 Singlehaushalte, 126 Paare ohne Kinder und 129 Paare mit Kindern, sowie 48 Alleinerziehende und 27 Wohngemeinschaften. In 81 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 405 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1577: 28 Hausgesesse
• 1630: 25 Mannschaften (5 dreispännige, 2 zweispännige Ackerleute, 9 Einläuftige, 9 Mannschaften ohne Pferde (Kriegsverlust))
• 1681: 11 hausgesessene Mannschaften
• 1838: Familien: 31 nutzungsberechtigte, 31 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 12 Beisassen
Elnhausen: Einwohnerzahlen von 1746 bis 2019
Jahr  Einwohner
1746
  
215
1800
  
?
1834
  
408
1840
  
418
1846
  
455
1852
  
535
1858
  
523
1864
  
515
1871
  
462
1875
  
475
1885
  
470
1895
  
456
1905
  
486
1910
  
485
1925
  
471
1939
  
477
1946
  
651
1950
  
634
1956
  
541
1961
  
540
1967
  
600
1977
  
?
1987
  
919
1991
  
989
1995
  
1.177
2000
  
1.202
2005
  
1.186
2010
  
1.191
2011
  
1.125
2015
  
1.074
2019
  
1.042
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Marburg:1987–1998<ref name="MAR-1995" />, 1999–2003<ref name="MAR-2003" />, 2005–2010<ref name="MAR-2010" />,2011–2015<ref name="MAR-2016" />, 2019:<ref name="MAR-2019" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1746: Erwerbspersonen: drei Schneider, ein Wagner, ein Schreiner, drei Schmiede, drei Leineweber, ein Müller, drei Wirte, zwei Spielmänner, 14 Tagelöhner.
• 1838: Familien: 24 Ackerbau, 12 Gewerbe, 31 Tagelöhner.
• 1961: Erwerbspersonen: 144 Land- und Forstwirtschaft, 95 Produzierendes Gewerbe, 32 Handel und Verkehr, 25 Dienstleistungen und sonstiges.

Religion

Elnhausen ist aufgrund seiner historischen Zugehörigkeit zur Landgrafschaft Hessen überwiegend evangelisch geprägt. Im Jahre 1861 zählte man 504 evangelisch-lutherische, 11 evangelisch-reformierte und 7 jüdische Einwohner im Dorf. 1885 waren es 462 evangelische (= 98,30 %), 3 katholische, ein anderer Christ und 4 Juden. Erst im 20. Jahrhundert zogen Katholiken in größerer Zahl ins Dorf. 1961 wurden 482 evangelische (= 89,26 %) und 46 katholische (= 8,52 %) Einwohner gezählt,<ref name="lagis" /> und 1987 bekannten sich 704 Einwohner (= 76,6 %) zur evangelischen und 112 (= 12,2 %) zur katholischen Konfession.<ref name="MAR-1995" />

Zum Kirchspiel Elnhausen gehören heute die Marburger Ortsteile Dagobertshausen, Wehrhausen und Elnhausen. Wehrshausen und Elnhausen verfügen jeweils über ein eigenes historisches Kirchengebäude: Elnhausen seit 1746, Wehrshausen seit den 1470er Jahren.<ref>Ev.-Luth. Pfarrkirche zu Elnhausen auf kirchspiel-elnhausen.de</ref>

Politik

Ortsbeirat

Sitzverteilung im Ortsbeirat nach den Kommunalwahlen 2021
 
Insgesamt 7 Sitze
  • LIFE: 7
  • LIFE = Liste für Elnhausen

Für den Stadtteil Elnhausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Elnhausen.<ref name="HS" /> Für die Sitzverteilung siehe die nebenstehende Grafik.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2021 in Elnhausen In: votemanager-gi.ekom21cdn.de</ref> Der Ortsbeirat wählte Birgit Stein zur Ortsvorsteherin.<ref>Ortsbeirat Elnhausen. In: Webauftritt. Stadt Marburg, abgerufen im September 2023.</ref>

Kulturdenkmäler

Datei:Elnhausen Kirche.jpg
Evangelische Kirche

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Elnhausen

Infrastruktur

Datei:Elnhausen (Marburg) - Vereinsheim TSV-1911 (0001).JPG
Vereinsheim TSV 1911

Es gibt im Ort eine Grundschule, einen Kindergarten, mehrere Vereine und eine Sporthalle.

Durch die Wälder in der Umgebung von Elnhausen, die überwiegend aus Buchen bestehen, führen zahlreiche Wanderwege. Auf dem Stöckelsberg steht seit mindestens 1911 das Vereinsheim des TSV Elnhausen. Der Weg auf den Berg ist als Wanderweg ausgewiesen.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 30 und 70, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="MAR-1995"> Einwohnerzahlen von 1995 bis 1998. (PDF; 3,7 MB) In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 9 ff, abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="MAR-2003"> Einwohnerzahlen von 1999 bis 2003. (PDF; 7,75 MB) In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 8 ff, abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="MAR-2010"> Einwohnerzahlen von 2005 bis 2010. (PDF; 1,13 MB) In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 10 ff, abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="MAR-2016"> Einwohnerzahlen von 2011 bis 2016. (PDF; 46 kB) In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 4 ff, abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="MAR-2019"> Haushalt 2021. (PDF; 6,6 MB) Einwohnerzahlen von 2019. In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 7, abgerufen im Juli 2021. </ref> <ref name="lagis">Elnhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 18. November 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KF-Hessen"> Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 370 (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 107 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>

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