Manase Dōsan
Manase Dōsan ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), auch Shōkei (正慶) genannt; * 1507; † 1594) war ein japanischer Arzt, der im Zeitalter der streitenden Reiche ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Sengoku-jidai) auf die Entwicklung der Medizin in Japan einen entscheidenden Einfluss ausübte und neben Nagata Tokuhon und Tashiro Sanki zu den „Drei verehrungswürdigen Ärzten“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), sansei) im Umbruch zur Frühmoderne zählt. Auf ihn geht die „Schulrichtung des späteren Zeitalters“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Gosei-ha auch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Goseihō-ha) zurück.
Leben
Manase hatte schon in der Kindheit seine Eltern verloren. 1516 trat er in den Shōkoku-Tempel (Shōkoku-ji), einen Zen-Tempel in Kyōto ein, wo er als Bettelmönch lebte. In dieser Zeit änderte er seinen Namen Tachibana ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) zu Manase. 1528 ging er an die „Ashikaga-Schule“, eine der ältesten akademischen Einrichtungen des Landes, in der man Konfuzianismus, chinesische Medizin, Kriegswissenschaften, I Ging usw. lehrte.<ref group="Anm.">Eigentlich gab es in Japan keine Universitäten im westlichen Sinn, doch der Jesuit Francisco de Xavier bezeichnete Ashikaga 1549 als die größte und berühmteste Universität im östlichen Japan. Die Schule, die im 9. Jahrhundert entstanden sein soll, gewann 1432 durch die Unterstützung von Uesugi Norizane, der große Mengen chinesischen Schrifttums importierte, einen landesweiten Ruf.</ref> Hier gewann Manase Interesse an der Heilkunde. Nach einer Begegnung mit dem berühmten Arzt Tashiro Sanki wurde er dessen Schüler und befasste sich vor allem mit den Lehren der chinesischen Mediziner Lǐ Gǎo ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), alias Lǐ Dōngyuán ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), 1180–1251) und Zhū Dānxī ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), 1281–1358).<ref group="Anm.">Lǐ Dōngyuán lebte in der Jin-Dynastie, Zhū Dānxī in der Yuan-Dynastie. Die Lehren werden in der japanischen Medizingeschichte gewöhnlich unter dem Stichwort „Li-Zhu-Medizin“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), japan. Rishu igaku) zusammengefasst. Beide vertraten tonifizierende Therapien und schenkten in ihrer theoretischen Fundamentierung der Beziehung zwischen Körper und Umwelt, d. h. der Lebensweise, besondere Aufmerksamkeit. Unter Lis Schriften fand die „Abhandlung über Milz und Magen“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pí weì lùn, 1249) eine weite Verbreitung.</ref>
1546 kehrte Manase nach Kyōto zurück und praktizierte als Arzt. Nach einer erfolgreichen Behandlung des Shōgun Ashikaga Yoshiteru gewann er weitere hochrangige Patienten wie die Kriegsherren Hosokawa Harumoto (1514–1563), Miyoshi Nagayoshi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und Matsunaga Hisahide ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und großes Ansehen. Schließlich gründete er die „Aufklärungsakademie“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Keiteki-in). Die Behandlung von Mōri Motonari während eines Feldzuges führte zu der Schrift „Abendgespräche im Schnee-Feldlager“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Setsujin yawa). 1574 verfasste er sein bekanntestes Werk, die „Keiteki-Sammlung“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Keiteki-shū). Der Tennō Ōgimachi, dem er die Schrift nach einer Behandlung überreichte, beauftragte den Zen-Mönch Sakugen Shūryō mit einem Vorwort und gewährte Manase den Ehrennamen „Grünbambus Halle“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Suichiku-in). Unter den namhaften Patienten finden wir auch Oda Nobunaga, einen der mächtigsten Feldherren jener Zeit.
Manase zog hunderte von Schülern an, die seine Lehren und Schriften weit verbreiteten. Ob er, wie es in Briefen der Jesuiten heißt, im Jahre 1584 anlässlich einer Behandlung des italienischen Missionars Gnecchi-Soldo Organtino zum Christentum übertrat und sich taufen ließ, ist umstritten. Fest steht allerdings, dass eine große Zahl seiner Schüler christliche Taufnamen führte.
Wie bei Nagata Tokuhon zeigen sich Ähnlichkeiten seiner therapeutischen Grundsätze mit Prinzipien der hippokratischen Medizin.<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 5.</ref>
Manase starb 1594 im Alter von 88 Jahren, posthum ein weiteres Mal geehrt durch die Ernennung zum Hofarzt im zweiten Rang. Der von ihm adoptierte Neffe Gensaku ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Manase Gensaku, 1549–1632) und dessen Nachfahren setzten über Generationen Dōsans ärztliche Tradition fort.
Manase begann eine vorsichtige Loslösung von der vor allem durch die Klöster betriebenen chinesischen Medizin und strebte zugleich eine Systematisierung an. Seine oft ausführlichen Krankengeschichten belegen die starke Betonung der Rolle von Beobachtung und Erfahrung. In diesem Punkt bereitete er eine stärkere Eigenständigkeit der japanischen Medizin vor.
Schriften (Auswahl)
- Keiteki-shū ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Yakushō nōdoku ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- Hyakufuku zusetsu ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- Shōshin-shū ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- Shinkyū shūyō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- Shinmyaku kuden-shū ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- Benshō haizai itō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- Manase Dōsan zenshū (Gesamtwerk von Manase Dōsan). Ōsaka: Oriento Shuppansha, 1995- ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
Literatur
- Sōda Hajime: Manase Dōsan. In: Kokushi daijiten 6. Tokyo: Heibonsha, 1992.
- Endō Jirō, Nakamura Teruko: Manase Dōsan no zenhanki no igaku (1). In: Nihon Ishigaku Zasshi – Journal of the Japanese Society for the History of Medicine, Vol. 45, Nr. 3, S. 323–338, 1999. (= Manase Dōsans Medizin in der ersten Lebenshälfte)
- S. Noma (Hrsg.): Manase Dōsan. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 915.
- Yakazu Dōmei: Kinsei Kampō igaku-shi: Manase Dōsan to sono gakutō. Tokyo: Meicho-shuppan, 1982.
- Papinot, Edmond: Manase, 曲直瀬 In: Historical and Geographical Dictionary of Japan. Nachdruck der Ausgabe von 1910 durch Tuttle, 1972. ISBN 0-8048-0996-8.
Weblinks
- Schriften von Manase Dōsan in der "Database of Pre-Modern Japanese Works" (National Institute of Japanese Literature)
Anmerkungen
<references group="Anm." />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Manase, Dōsan |
| ALTERNATIVNAMEN | 曲直瀬道三 (japanisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | japanischer Mediziner der im Umbruch zur Frühmoderne eine die Loslösung von der chinesischen Medizin einleitete |
| GEBURTSDATUM | 1507 |
| STERBEDATUM | 1594 |
| STERBEORT | Kyōto |