Maadi-Kultur
Die Maadi-Kultur, auch Maadi-Buto-Kultur war eine vorgeschichtliche, kupferzeitliche Kultur in Unterägypten mit starkem nahöstlichen Einfluss.<ref name=":0">Yann-Tristant, Béatrix Midant-Reynes: The Predynastic Cultures of the Nile Delta. In: Before the Pyramids. The Origins of Egyptian Civilisation. Oriental Institute Museum Publications. Band 33. The Oriental Institute of the University of Chicago, Chicago 2011, S. 48 f. (uchicago.edu [PDF]).</ref> Namensgebender Fundort ist die bei {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / معادي, einem Vorort von Kairo, gefundene Siedlung.
Geschichte und Fundstätten
Die Maadi-Kultur folgte im südlichen Nildelta ab etwa 4000 v. Chr. auf die Merimde-Kultur, ehe sie etwa 3500 v. Chr. von der Naqada-Kultur abgelöst wurde, die sich seit 3900 v. Chr. von Oberägypten ausbreitete.<ref name=":1">Hermann Parzinger: Die Kinder des Prometheus. Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift. München 2016, ISBN 978-3-406-66657-5, Die vollneolithische Maadi-Kultur – Haustiere, Kulturpflanzen und Kupfer.</ref> Bekannte Fundstätten sind im Niltal die Siedlung Maadi, die Nekropole von Wadi Digla, die Friedhöfe von Tura und Heliopolis sowie einzelne Funde in Gizeh. Im Nildelta fanden sich Überreste der Kultur in Buto, Tell el-Farcha, Kom el-Chilgan und Tell el-Iswid.<ref name=":0" />
Merkmale
Die Keramik der Maadi-Kultur zeichnet sich durch rundliche Formen mit flacher Basis, schmalem Hals und gebrannten Rändern aus.<ref name=":0" /> Einige Gefäße stammen von der Naqada-Kultur im Süden.<ref name=":1" /> Auffällig sind aber vor allem Gefäße mit Merkmalen, wie sie für Südpalästina und andere Regionen des Nahen Ostens typisch sind.<ref name=":0" /><ref name=":2">Sabine Kubisch: Das Alte Ägypten. Von 4000 v. Chr. bis 30 v. Chr. Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-7374-1048-9, Maadi und Badari in Unterägypten.</ref> Häufiger als in Oberägypten finden sich auch Beile, Spachtel und Barren aus Kupfer.<ref name=":0" />
Zu den domestizierten Tieren gehörten Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine, auch gibt es die frühesten Belege für Esel in Ägypten. Zudem wurden diverse Getreidearten angebaut.<ref name=":1" />
Die Siedlungen der Maadi-Kultur bestanden aus wenigen Häusern, die wohl aus leichtem Material, wie etwa Holz oder Stroh gebaut waren.<ref name=":1" /> Vier Häuser in Maadi waren jedoch aus Lehmziegeln und Stein errichtet und in den Boden eingetieft. Diese Gebäude ähneln denen bronzezeitlicher Siedlungen in der Negev.<ref name=":0" /> Die Maadi-Kultur legte erstmals regelrechte Friedhöfe in Siedlungsnähe an. Die Verstorbenen wurden in Hockstellung und mit nur wenigen oder ohne Grabbeigaben bestattet.<ref name=":1" />
Verbindungen mit anderen Kulturen
Die gefundenen Keramikgefäße dienten wohl dem Handel mit Verbrauchsgütern mit den benachbarten Kulturen.<ref name=":2" /> Auch die Kupfergegenstände, insbesondere die Barren, sowie die kulturellen Gemeinsamkeiten zeugen von einem regen Handel mit den Kultur- und Wirtschaftszentren im Nahen Osten. Vergleichbarer Handel fand in Oberägypten nicht statt und scheint mit dem Untergang der Maadi-Kultur zum Erliegen gekommen zu sein.<ref name=":2" /> Die Ziegelgebäude werden von einigen Wissenschaftlern als Überreste einer levantinischen Kolonie gedeutet.<ref name=":0" />
Literatur
- Jürgen Seeher: Maadi – eine prädynastische Kulturgruppe zwischen Oberägypten und Palästina. In: Praehistorische Zeitschrift. 65, 1990, S. 123–156.
- Jürgen Seeher: Ma’adi and Wadi Digla. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 455–58.
Einzelnachweise
<references />