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Maʿale Adummim

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Maʿale Adummim
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Wappen
Datei:Ma'ale Adumim panorama 1.jpg
Maʿale Adummim
Gebiet: Westjordanland
(Judäa und Samaria)
Gemeindeart: Stadt
Gegründet: 1975
Koordinaten: 31° 47′ N, 35° 18′ OKoordinaten: 31° 46′ 39″ N, 35° 17′ 53″ O
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Höhe: 450 m
Fläche: 48 km²
Einwohner: 37.505 (31. Jan. 2022<ref>POPULATION IN LOCALITIES WITH 2,000 RESIDENTS OR MORE/REGIONAL COUNCILS - PRELIMINARY ESTIMATES FOR THE END OF January 2022. In: אוכלוסייה2020 (Excel--Datei). Central Bureau of Statistics, The State of Israel, Januar 2022, abgerufen am 12. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>)
Bevölkerungsdichte: 781 Einwohner je km²
Bürgermeister: Benny Kashriel
Website:
Maʿale Adummim (Palästinensische Autonomiegebiete)
Maʿale Adummim (Palästinensische Autonomiegebiete)
Maʿale Adummim

Maʿale Adummim oder Ma’aleh Adumim, offiziell Maale Adummim ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), ist eine Stadt und israelische Siedlung in Judäa bzw. im besetzten Westjordanland. Sie wurde 1975 gegründet, sieben Kilometer östlich von Jerusalem auf einem Hochplateau.

Maʿale Adummim ist mit 37.505 Einwohnern (Stand: Januar 2022), die hauptsächlich in Jerusalem arbeiten, die drittgrößte israelische Siedlung im Westjordanland.<ref name="FMEPPopulation">Settlements in the West Bank. Foundation for Middle East Peace, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. September 2014; abgerufen am 25. Juni 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ende 2016 betrug die Einwohnerzahl 37.670.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 17. Mai 2018 im Internet Archive)</ref> Sie liegt 6 bis 15 Kilometer östlich der Grünen Linie und befindet sich westlich der israelischen Sperranlage.

Name

Maʿale Adummim, deutsch Anstieg der Roten [Felsen] wegen der rötlichen Färbung der Felsen, hat seinen Namen nach einem in der hebräischen Bibel im Buch Josua erwähnten Anstieg oder Pass an der Grenze der Gebiete der Stämme Juda und Benjamin (Vorlage:Bibel/Link und 18,17 EU).

Rechtlicher Status

Nach Auffassung der israelischen Regierung gehört Maʿale Adummim zu den Siedlungen, die innerhalb Israels verbleiben müssen, sollte es zu einer Friedenslösung mit den Palästinensern kommen. Die entsprechende Forderung der israelischen Regierungen in den Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung wurde von mehreren amerikanischen Präsidenten unterstützt, so auch von Bill Clinton im Jahr 2000.<ref name="NYTAriel">Martin Klingst: Der Kampf um Palästina. 2000 – Clinton. In: Die Zeit, Nr. 18/2004</ref>

Der Europäische Gerichtshof entschied am 25. Februar 2010, dass auf den Import von in Maʿale Adummim hergestellten Waren Zoll zu erheben sei.<ref>Streit um Siedlungsgebiete. Soda-Club-Urteil stellt Israel bloß. Spiegel Online, 25. Februar 2010</ref> In dem vom Finanzgericht Hamburg vorgelegten Fall hatte die Firma Brita in Maʿale Adummim gefertigte Flaschen von Soda-Club als israelische Produkte deklariert und damit zollfrei einführen wollen. Das Zollamt Hamburg verweigerte dies, Brita zog dagegen erfolglos vor Gericht. Aus dem Urteil können Rückschlüsse auf die völkerrechtliche Bewertung der israelischen Siedlungspolitik durch die Europäische Union gezogen werden.<ref>Außenpolitik. Schwindel mit dem Etikett. Spiegel Online, 13. Juli 2009.</ref><ref>Julia Amalia Heyer, Nicolas Richter: Beim Sprudel zählt der Druck. in: Süddeutsche Zeitung. Nr. 157, vom 11. Juli 2009, S. 3.</ref>

In dem vom Ehud Olmert 2006 vorgestellten Konvergenz-Plan gehörte Maʿale Adummim zu den großen jüdischen Siedlungsarealen jenseits der Grünen Linie, die Israel für sich beansprucht und im Falle eines Friedensvertrags mit den Palästinensern an Israel angegliedert werden sollten. Im Gegenzug war Olmert zur Aufgabe kleinerer Siedlungen bereit. Der Plan wurde von der Palästinensischen Autonomiebehörde abgelehnt.

Ende Mai 2016 wurde eine Umfrage veröffentlicht, nach der 77,9 % der jüdischen Israelis eine Annexion von Maʿale Adummim befürworten und lediglich 16,3 % die Übertragung dieses Status auf die Stadt ablehnen.<ref>78 % of Israelis support uniliteral annexation of Maʿale Adumim, poll finds. The Jerusalem Post, 31. Mai 2016.</ref>

Donald Trumps Friedensplan von 2020 sah ebenfalls die Angliederung von Maʿale Adummim an Israel vor.<ref>Trumps "Friedensplan 2020". Abgerufen am 10. November 2023.</ref> Der Plan wurde von der Palästinensischen Autonomiebehörde ebenfalls abgelehnt.

Im Oktober 2025 stimmte das israelische Parlament einem von Avigdor Libermann und der Partei Jisrael Beitenu eingebrachten Antrag zur Anwendung israelischer Souveränität auf Maʿale Adummim zu. US-Außenminister Marco Rubio warnte Israel nach der Abstimmung, dass die Entscheidung Donald Trumps Friedensplan zur Beendigung des Kriegs in Gaza gefährden könnte.<ref>Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R: Knesset stimmt für Annexion von Siedlungsgebieten im Westjordanland. 23. Oktober 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref>

Geschichte

Maʿale Adummim war ursprünglich ein Nahal-Außenposten und wurde als Siedlung Ende 1975 mit 23 Familien gegründet. 1979 erhielt sie eine eigene Gemeindeverwaltung, 1991 zählte sie rund 15.000 Einwohner und wurde zur Stadt erhoben.<ref name="JReport">Rena Rossner: Growing to Jerusalem. In: Jerusalem Report. 14. Juni 2004, abgerufen am 26. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geographie

Datei:Jerusalem in Palestine (+claimed hatched).svg
Das palästinensische Gouvernement Jerusalem in dem Maʿale Adummim liegt

Maʿale Adummim liegt auf einer Höhe von 450 Metern über dem Meeresspiegel umgeben von der judäischen Wüste, östlich der palästinensischen Städte Abu Dis und al-Eizarijah und 7 Kilometer östlich von Jerusalem. Die Siedlung liegt an der schmalsten Stelle des Westjordanlands, das sie entzweischneidet, 13 Kilometer von der jordanischen Grenze entfernt.<ref>The Hidden Agenda. The Establishment and Expansion Plans of Ma’ale Adummim and their Human Rights Ramifications. (PDF; 3,2 MB) B'Tselem, Dezember 2009, S. 54, abgerufen am 23. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> An ihrem westlichen Ende ist sie 6 Kilometer von der Grünen Linie entfernt, am östlichen Ende 15 Kilometer. Maʿale Adummim ist mit Jerusalem und Tel Aviv durch die Haupt-Landesstraße 1 ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) verbunden.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Maʿale Adummims besteht mehrheitlich aus säkularen jüdischen Israelis, für die die günstigen Wohnungspreise und die Nähe zu Jerusalem ausschlaggebend sind.<ref name="JReport" /> Die Planer versprechen einen bequemen Lebensstil, bei dem Bewohner nie mehr als 250 m Fußweg von der Wohnung zu Läden und Infrastrukturen zurücklegen müssen.<ref></ref>

1991 zählte Maʿale Adummim 15.000 Einwohner, im Jahr 2000 knapp 25.000 und im Jahr 2004 stieg die Bevölkerung erstmals über 30.000.<ref>Statistical Abstract of Israel 2010, Nr. 2.15. CBS, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. September 2018; abgerufen am 18. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ende 2010 betrug sie 35.673.<ref name="FMEPPopulation" />

Das israelische Zentralbüro für Statistik gibt bei den Volkszählungen vom 4. Juni 1983, 4. November 1995 und vom 28. Dezember 2008 für Maʿale Adummim folgende Einwohnerzahlen an:<ref>Zentralbüro für Statistik</ref>

Jahr der Volkszählung 1983 1995 2008
Anzahl der Einwohner 5380 19.300 33.821

Projekt E-1

Der von Ariel Scharon vorgestellte Plan E-1 sieht vor, das Gebiet zwischen Maʿale Adummim und Jerusalem zu bebauen und so die Siedlung mit Jerusalem zu verbinden. Der Plan wurde von der Palästinensischen Autonomiebehörde, aber auch von US-Außenministerin Condoleezza Rice und Präsident George W. Bush und anderen kritisiert. Deshalb verzichtete Scharon auf die Bebauung. Die Obama-Regierung bezeichnete das Projekt E-1 als Gefahr für die Zwei-Staaten-Lösung.<ref name="plan-e1">Israelischer Siedlungsbau. Der gefährliche Plan E-1. In: FAZ, 29. Mai 2009</ref>

Inzwischen wurden Vorarbeiten in einem geschätzten Umfang von 40 Millionen Euro durchgeführt, beispielsweise wurde eine Umgehungsstraße gebaut sowie eine Polizeistation in dem Gebiet errichtet.<ref name="plan-e1" />

Im August 2025 kündigte der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich die Wiederaufnahme des seit 2012 auf Eis liegenden Projekts an und erteilte die Genehmigung für die Errichtung von 3.400 Häusern.<ref>Israels genehmigt umstrittene E1-Siedlung im Westjordanland. Abgerufen am 15. August 2025.</ref> Der rechtsgerichtete Minister erklärte dabei, dieser Schritt begrabe endgültig die Idee eines palästinensischen Staates.<ref>Planungsausschuss berät über E1-Siedlung, 20. August 2025, Jüdische Allgemeine, online</ref> Hintergrund für die Wiederaufnahme des Projekts ist die Ankündigung einiger Staaten, darunter Frankreich, einen Staat Palästina im September 2025 anzuerkennen. Von November 1988 bis August 2025 hatten 147 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen den Staat Palästina anerkannt.

Landfrage

Die israelische Friedensorganisation Schalom Achschaw veröffentlichte im November 2006 eine Studie, wonach 86,38 Prozent des Bodens von Maʿale Adummim palästinensischer Privatbesitz seien<ref>Settlements ‘violate Israeli law’. BBC, 21. November 2006</ref><ref>Rory McCarthy: 39 % of Israeli settlements ‘on private land’. (The Guardian, 22. November 2006)</ref> und daher dort nach israelischem Recht nicht hätte gebaut werden dürfen.<ref name="Peace-Now-Bericht">Breaking the Law in the West Bank. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Juli 2009; abgerufen am 9. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). (PDF) Schalom Achschaw, abgerufen am 17. Januar 2009</ref><ref name="Haaretz1">Yaʾir Sheleg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />40 percent of settlements were built on Palestinian land. (Memento vom 7. Juni 2007 im Internet Archive) Haʾaretz, 21. November 2006; abgerufen am 16. Januar 2009</ref><ref name="Haaretz2">Nadav Shragai: Blow to settlement movement. Haʾaretz, 21. November 2006; abgerufen am 16. Januar 2009</ref> Die israelfreundliche US-Nichtregierungsorganisation Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America (CAMERA) warf daraufhin Schalom Achschaw eine Reihe von Fehlern vor<ref>Tamar Sternthal (CAMERA): Peace Now’s margin of error Wildly inaccurate report raises questions about organization’s credibility (Ynetnews/Jediʿoth Achronoth, 21. März 2007)</ref> und kam anhand von Akten des israelischen Militärs, die durch eine Petition von Schalom Achschaw herausgegeben werden mussten, zu dem Schluss, dass nur 0,5 % von Maʿale Adummim auf privatem palästinensischen Land gebaut worden seien, woraufhin auch Schalom Achschaw seine Zahlen korrigieren musste.<ref name="haaretz_gush">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, Haʾaretz, 14. März 2007. Abgerufen am 6. Juli 2009 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Laut CAMERA handle es sich in allen beanstandeten Fällen um Land in staatlichem Eigentum, für das eingeschränkte private Nutzungsrechte bestanden hätten, und nicht um Privateigentum.<ref name="CAMERA">Peace Now’s Report on Settlement Land. CAMERA, 22. November 2006; abgerufen am 16. Januar 2009</ref>

Bilder aus Maʿale Adummim

Siehe auch

Literatur

  • Yitzhak Magen: The Monastery of Martyrius at Maʿale Adummim. A guide. Israel Antiquities Authority, Jerusalem 1993, ISBN 965-406-013-2.

Weblinks

Commons: Maʿale Adummim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />