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MBS Nürnberg

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MBS Nürnberg GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Maul-belser.svg
Rechtsform GmbH<ref name=":1" />
Gründung 1982<ref name=":2" />
Auflösung 2025
Sitz Nürnberg, Deutschland
Leitung
  • Oliver Reinke<ref name=":0" />
  • Marcus Modsching<ref name=":0" />
Mitarbeiterzahl ca. 120
Branche Werbung, Fotografie, E-Commerce Services, Digital
Website www.mbs-team.de
Stand: 31. Dezember 2016

MBS Nürnberg (früher Maul-Belser Studios) war ein deutsches Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Nürnberg. Die Full-Service-Agentur arbeitet in den Bereichen Werbung, Fotografie, E-Commerce Services und Digital.<ref name=":0">Impressum. MBS Nürnberg, abgerufen am 1. April 2017.</ref> Das Unternehmen ging aus den im Jahr 1982 zusammengelegten Druckereien von Maul-Belser hervor.<ref name=":2" /> MBS gehörte zur Bertelsmann Printing Group, Europas größter Druckereigruppe.<ref>Europas größte Druckereigruppe. In: Neue Westfälische. 6. November 2015, S. 11.</ref> Es wurde im Mai 2025 geschlossen.<ref>Tobi Lang: Vorweihnachtlicher Schock für 70 Mitarbeiter: Nürnberger Agentur gibt auf und teilt Schließung mit. In: Nürnberger Nachrichten. 2. Dezember 2024, abgerufen am 4. September 2025.</ref>

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Tiefdruck zu einer verbreiteten Drucktechnik. 1976 übernahm Bertelsmann die beiden traditionsreichen Druckereien Maul & Co. aus Nürnberg und Chr. Belser aus Stuttgart. 1982 wurden beide Betriebe unter dem Namen Maul-Belser zusammengeführt.<ref name=":2">175 Jahre Bertelsmann: Eine Zukunftsgeschichte. C. Bertelsmann Verlag, München 2010, ISBN 978-3-570-10175-9, S. 354.</ref> Die Schickedanz Holding, die 1971 bei Maul & Co. eingestiegen war,<ref>Klaus Wonneberger: Wettbewerbsdruck standgehalten. Maul-Belser: Tiefdruck-Marktführer in Europa. In: Nürnberger Nachrichten. 27. Januar 2004.</ref> blieb als Minderheitsgesellschafter mit 25 % an Maul-Belser beteiligt.<ref>Schickedanz ist wählerisch. In: Rhein-Zeitung. 13. August 1997.</ref> Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der umsatzstärksten Arbeitgeber in Mittelfranken.<ref>Mayer Wolfgang: Top 40 in Mittelfranken. Umsatzstärkste Unternehmen des Regierungsbezirks. In: Nürnberger Nachrichten. 3. Juni 1991.</ref> Größere Aufmerksamkeit wurde Maul-Belser unter anderem Ende der 1980er Jahre zuteil, weil das Unternehmen einen Auftrag für den Druck einer Teilauflage des Nachrichtenmagazins Der Spiegel erhielt.<ref>Die Erben machen Druck. In: WirtschaftsWoche. 22. April 1988, S. 58.</ref> Dies führte zu Konflikten um eine Betriebsvereinbarung, die Arbeitszeiten abweichend vom Tarifvertrag regelte.<ref>Krach bei Maul-Belser. Führungskräfte drohten mit Stopp der Investitionsvorhaben. In: Nürnberger Nachrichten. 28. Oktober 1992.</ref>

Neben der Druckerei avancierte der Unternehmensbereich Maul-Belser Studios zu einem führenden Dienstleister der werbenden Wirtschaft in Europa.<ref>Geheime Verführung. In der Werbefotobranche Europas Nummer 1. In: Nürnberger Nachrichten. 11. Februar 1991.</ref> Anfang der 1990er Jahre positionierte sich das Unternehmen erstmals als Full-Service-Agentur für Konzeption, Layout und Fotografie.<ref>Kompletter Service. In: Horizont. 20. März 1992, S. 47.</ref> Um sich von der zunehmenden Konkurrenz aus dem europäischen Ausland abzusetzen, baute Maul-Belser ab 1993 außerdem ein neues Druckzentrum in Nürnberg für über 130 Millionen Deutsche Mark.<ref>Maul Belser: Harte Konkurrenz aus dem Ausland. In: Handelsblatt. 22. Oktober 1993, S. 26.</ref><ref>Neue Dimensionen in der Tiefdrucktechnik. In: Deutscher Drucker. 28. Oktober 1993, S. 7.</ref> Es handelte sich um eine der weltweit ersten Tiefdruckrotationen mit einer Breite von 3,5 Metern.<ref>Bertelsmann Industrie erwartet deutliche Wachstumsimpulse. In: Deutscher Drucker. 4. August 1994, S. 5.</ref> Bis Ende der 1990er Jahre stieg die Zahl der Beschäftigten auf über 1.200 Personen bei einem Umsatz von einer Milliarde Mark.<ref>Deutschlands heimliches Druckzentrum. Monatlich mehr als 50 Millionen Zeitschriften. In: VDI Nachrichten. 9. Oktober 1998, S. 7.</ref>

In den 1980er und 1990er Jahren prägte Gunter Thielen das Unternehmen. Neben der Geschäftsführung von Maul-Belser leitete er die Druck- und Industriesparte von Bertelsmann.<ref>Der Stille folgt dem Schnellen. In: Horizont. 1. August 2002, S. 14.</ref><ref>Leitung verjüngt. Änderung in Maul-Belser-Chefetage. In: Nürnberger Nachrichten. 12. Mai 1997.</ref> Diese erhielt 1999 den Namen Arvato,<ref>Neuer Name, neue Ziele. In: Darmstädter Echo. 9. Juni 1999.</ref> um den Wandel zum internationalen Kommunikations- und Mediendienstleister zu verdeutlichen.<ref>Neuer Name soll Wandel dokumentieren. In: Frankfurter Rundschau. 9. Juni 1999, S. 16.</ref> Das Geschäft von Maul-Belser passte zu dieser Strategie, weshalb Bertelsmann nach Medienberichten schon 2004 Interesse an einem Erwerb der verbleibenden Anteile bekundete.<ref>Maul-Belser-Anteile an Bertelsmann? In: Deutscher Drucker. 30. September 2004, S. 6.</ref><ref>Klaus Wonneberger: Welche Rolle spielt Maul-Belser? Nürnberg hat wohl kaum mehr Chancen auf den Sitz des neuen Tiefdruckgiganten. In: Nürnberger Nachrichten. 8. Mai 2004.</ref> Der strauchelnde Handelskonzern KarstadtQuelle der Familie Schickedanz hielt nach wie vor 25 % und stellte diese erst 2005 offiziell zur Disposition.<ref>Gregory Lipinski: Karstadt stellt Druckerei zum Verkauf. In: Handelsblatt. 1. August 2005, abgerufen am 1. April 2017.</ref> Im gleichen Jahr bündelten Arvato, Gruner + Jahr und Axel Springer ihre Druckaktivitäten im Unternehmen Prinovis.<ref>Bertelsmann und Springer schaffen neuen Druck-Riesen in Europa. In: Die Welt. 3. September 2004, S. 14.</ref><ref>Neuer Druck-Riese vor der Gründung. In: Hamburger Abendblatt. 3. September 2004, S. 23.</ref><ref>Bertelsmann und Springer planen Druck-Riesen. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 3. September 2004.</ref> Bertelsmann brachte zunächst 75 % an Maul-Belser ein und verhandelte anschließend mit KarstadtQuelle über den Verkauf,<ref>Gregory Lipinski, Hans-Peter Siebenhaar: Prinovis verhandelt mit KarstadtQuelle. In: Handelsblatt. 27. Juli 2005, abgerufen am 1. April 2017.</ref> der 2006 abgeschlossen wurde.<ref>Karstadt: Maul-Belser-Beteiligung verkauft. Deutscher Drucker, 8. Mai 2006, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 1. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.print.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref><ref>Isabell Hülsen, Christiane Ronke: Geheimsache Maul-Belser. In: Financial Times Deutschland. 5. Mai 2006, S. 8.</ref>

Als hundertprozentige Tochter von Prinovis,<ref>Klaus Wonneberger: Tiefdruck-Markt leidet unter Überkapazitäten. In: Nürnberger Nachrichten. 21. April 2007.</ref><ref>Nürnberg machte schon immer Druck. In: Nürnberger Zeitung. 19. Juli 2013, S. 11.</ref> dem größten Tiefdruckunternehmen Europas,<ref>Das größte Tiefdruckunternehmen Deutschlands. In: Sächsische Zeitung. 14. Oktober 2005, S. 21.</ref><ref>Marc Böschen: Druckkonzern Prinovis startet aggressiv. In: Financial Times Deutschland. 27. Juli 2005, S. 6.</ref> wurde aus den Maul-Belser Studios „MBS“.<ref name=":1">Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 1. April 2017 (Amtsgericht Nürnberg, HRB 13883).</ref> 2011 erfolgte die Neuausrichtung des Unternehmens als „Betrieb für Wahrnehmung und Visualisierung“.<ref>MBS Nürnberg. In: Design made in Germany. Abgerufen am 4. Mai 2017.</ref><ref>Uli Busch: Zuwachs bei MBS. In: Werben & Verkaufen. 10. April 2012, abgerufen am 4. Mai 2017.</ref> Mit Gründung der Bertelsmann Printing Group zum 1. Januar 2016 wechselte MBS gemeinsam mit dem Mutterunternehmen Prinovis unter das Dach der neuen Unternehmensgruppe.<ref>Gerd Bergmann: Axel Hentrei übernimmt alleinige Führung der Bertelsmann Printing Group. Deutscher Drucker, 30. September 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Juli 2017; abgerufen am 1. April 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.print.de</ref> Dort bildete MBS eine von 13 weitgehend selbstständigen Geschäftseinheiten.<ref>Geschäftseinheiten. Bertelsmann Printing Group, abgerufen am 1. April 2017.</ref>

Leistungen

Das Unternehmen war als Werbeagentur für Start-ups, Mittelständler und Großunternehmen tätig. Es konzeptionierte, kreierte und produzierte Anzeigen, Kataloge und Kampagnen für diverse Branchen.<ref>Werbeagentur. MBS Nürnberg, abgerufen am 1. April 2017.</ref> Für den Bereich Fotografie unterhielt MBS eigene Studios, die zusammen mehr als 5.000 Quadratmeter groß waren. Zu den wichtigsten Arbeitsfeldern zählte die Modefotografie.<ref>Fotografie. MBS Nürnberg, abgerufen am 1. April 2017.</ref> Darüber hinaus unterstützte MBS seine Kunden bei Aufbau und Pflege von Online-Shops, einschließlich der Technik und Logistik (E-Commerce).<ref>E-Commerce Services. MBS Nürnberg, abgerufen am 1. April 2017.</ref> Der Ausbau des Bereichs Digital als viertes Standbein des Unternehmens komplettierte das Angebot mit State-of-the-Art Lösungen für Web, Desktop und Mobile. Mit über 120 Mitarbeitern zählte MBS zu den größten Kommunikationsagenturen der Region.<ref name=":3">Judith Stephan: Ruth Höfner stösst zur Führungsriege. In: Werben & Verkaufen. 12. Februar 2013, abgerufen am 1. April 2017.</ref><ref>MBS Nürnberg GmbH. In: dasauge. Abgerufen am 11. Mai 2017.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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Koordinaten: 49° 24′ 22,4″ N, 11° 7′ 55,7″ O

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