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Mephedron

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von M-CAT)
Strukturformel
Strukturformeln von (±)-Mephedron
1:1-Gemisch aus
(R)-Form (links) und (S)-Form (rechts)
Allgemeines
Name Mephedron
Andere Namen
  • (2RS)-2-(Methylamino)-1-(4-methylphenyl)propan-1-on (IUPAC)
  • (RS)-2-Methylamino-1-p-tolylpropan-1-on
  • (RS)-α-Methylamino-4-methyl-propiophenon
  • (RS)-4-(2-Methylamino-propionyl)toluol
  • 4-Methylmethcathinon
  • 4-MMC
Summenformel C11H15NO
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer (Listennummer) 663-408-3
ECHA-InfoCard 100.189.720
PubChem 29982893
DrugBank DB13108
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Psychoaktives Phenethylamin

Eigenschaften
Molare Masse 177,24 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

66,61 °C<ref name="erowid">4-methylmethcathinone Chemistry. Erowid; abgerufen am 15. November 2009.</ref>

Siedepunkt

269,51 °C<ref name="erowid" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref>Vorlage:CL Inventory/nicht harmonisiertFür diesen Stoff liegt noch keine harmonisierte Einstufung vor. Wiedergegeben ist eine von einer Selbsteinstufung durch Inverkehrbringer abgeleitete Kennzeichnung von Vorlage:Linktext-Check im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Datei:GHS-pictogram-acid.svg Datei:GHS-pictogram-skull.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​317​‐​318
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Mephedron, auch bekannt unter 4-Methylmethcathinon (4-MMC), ist eine psychoaktive Substanz und gehört innerhalb der Gruppe der Amphetamine zu den Cathinon-Derivaten. Bei der Einnahme durch den Menschen wirkt es stimulierend und stark entaktogen. Mephedron war ein Hauptbestandteil der sogenannten Badesalzdrogen oder Legal Highs.<ref>F. Patalong: Legal Highs – Auf dem Horrortrip durch Badesalz. Spiegel Online, 23. Januar 2011.</ref>

Szenenamen sind ferner Bubbles, M-CAT, Meow (engl. Miau), Mephe, Mephi, Meph (ausgesprochen: Mef), MMC Hammer (in Anlehnung an MC Hammer), elMefti oder Magic.<ref>Mephedrone, methedrone, and methylone. DrugScope.</ref>

Geschichte

Die Substanz wurde nach einigen Darstellungen von dem Chemiker Dr. Zee<ref>Der Chemiker Dr. Zee im Porträt. 24. April 2017, abgerufen am 28. Januar 2025.</ref> 2003 wiederentdeckt, nachdem die Substanz bereits 1929 synthetisiert wurde.<ref>Péter Sárosi: DR. ZEE - THE MAN WHO DISCOVERED MEPHEDRONE. 19. November 2014, abgerufen am 28. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Droge wurde in einem der frühen Produkte der in Israel ansässigen Firma Neorganics verwendet. Neorganics stellte die Produktion ein, nachdem Mephedron im Januar 2008 von der israelischen Regierung für illegal erklärt wurde.

In den USA wurde es unter der irreführenden Bezeichnung bath salts (Badesalze) – legal, weil mit dem Hinweis „nicht zum Verzehr geeignet“ versehen – z. B. in Supermärkten und an Tankstellen verkauft.<ref>Modedroge Bath Salt – Badesalz zum Rauchen. sueddeutsche.de, 16. Februar 2011; abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>

Seit 2008 deuten Beiträge in deutschsprachigen Onlineforen darauf hin, dass die Substanz auch in Mitteleuropa konsumiert wird. Mephedron wurde über Internetseiten aus dem englischsprachigen Raum als „Pflanzendünger“ oder „Badesalz“ vertrieben. Im März 2008 wurde Mephedron von mehreren nationalen Behörden an die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht EMCDDA gemeldet.<ref>New psychoactive substances reported to the EMCDDA and Europol for the first time in 2008 under the terms of Council Decision 2005/387/JHA. (PDF; 79 kB) EMCDDA.</ref>

Im Juli 2008 gab es Berichte, dass als ‚Ecstasy‘ verkaufte Tabletten in Australien Mephedron und Ethylcathinon enthalten haben sollen.<ref>Killer pills hit Cairns. Cairns.com.au, 18. Juni 2008, abgerufen am 11. August 2009.</ref><ref>Police warn of potentially fatal ‘fake ecstasy’. In: Abc.net.au. Abgerufen am 11. August 2009.</ref><ref>Police warn over toxic north Qld drugs. News.com.au, 20. Juni 2008, abgerufen am 11. März 2013.</ref> Im November 2008 nannte Susie Davies von der toxikologischen Abteilung der St.George’s University in London den Mephedron-Konsum einen der aktuellen Drogentrends in Großbritannien. Im Juli 2009 berichtet die Drogenbehörde der USA (DEA) über das Erscheinen von Mephedron in Oregon.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />DEA Microgram Bulletin July 2009 (Memento vom 14. Januar 2012 im Internet Archive)</ref>

Konsumformen

Mephedron erscheint entweder als weißes fein- bis grobkristallines Pulver, als gepresste Tablette oder in Kapselform. Somit wird Mephedron üblicherweise intranasal oder peroral konsumiert. Intravenöser oder rektaler Konsum ist ebenfalls möglich, wenn auch seltener. Die verschiedenen Konsumformen unterscheiden sich in Hinsicht auf Dosierung, Zeit bis zum Wirkungseintritt und Wirkungsdauer. Simultaner Konsum mit anderen Stoffen ist zwar möglich, verstärkt jedoch auch die Nebenwirkungen beider Stoffe. Wechselwirkungen mit einigen Stoffen, beispielsweise MAOI, können ein Serotoninsyndrom herbeiführen.<ref>bja.oxfordjournals.org.</ref>

Wirkungen

Mephedron ist nasal, oral, intravenös und rektal wirksam. Die Wirkung hält eine bis fünf Stunden an.

Mephedron bewirkt Euphorie, gesteigerte Aufmerksamkeit, Wachheit, Appetithemmung, erhöhtes Redebedürfnis und Offenheit, Mobilisierung von Kraftreserven, Verringerung des Schlafbedürfnisses, Reizung des oberen Rachenbereiches und einhergehende leichte Halsschmerzen, Mundtrockenheit einhergehend mit Belag auf der Zunge.<ref name="crew">CREW, mind altering. (30. Oktober 2009) Information Sheet: Mephedrone/4-MMC. Edinburgh.</ref>

Ebenfalls können Substanzverlangen, gestörtes Kurzzeitgedächtnis, Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhte Herzfrequenz, oft bis hin zu Herzrasen, Gefühle von Angst und Niedergeschlagenheit, starkes Schwitzen, erweiterte Pupillen, Müdigkeit und Trägheit, veränderte Wahrnehmung, Schlaflosigkeit und unklare Erinnerungen in der Zeit der Drogenwirkung auftreten. Nach nasalem Konsum können Brennen und Schmerzen in der Nase auftreten. Die Schmerzen können bis zum nächsten Tag anhalten; auch eine Schädigung der Nasenscheidewand und im Extremfall ihre Durchlöcherung können bei häufigem Gebrauch auftreten. Der Hautkontakt kann zu Reizungen und Verätzungen der Haut führen. Des Weiteren berichten Konsumenten mit langem und starkem Konsum der Droge von Schmerzen in der Nierengegend.<ref name="crew" />

Da die Substanz noch nicht sehr lange im Umlauf ist und konsumiert wird, gibt es noch keine Erkenntnisse über ihre Langzeitwirkungen auf den Menschen. Im März 2010 starben in Großbritannien zwei junge Männer nach Einnahme einer Drogenmischung, die neben Mephedron auch Alkohol und Methadon enthielt.<ref>The Independent, 17. März 2010.</ref><ref>Northern Ireland Executive unanimous on mephedrone ban. BBC News.</ref>

Analytik

Die zuverlässige qualitative und quantitative Bestimmung von Mephedron gelingt nach adäquater Probenvorbereitung durch Kopplung der HPLC mit der Massenspektrometrie. Als Untersuchungsmaterial kommen in Frage: Blut und Urin,<ref>L. Glicksberg, K. Bryand, S. Kerrigan: Identification and quantification of synthetic cathinones in blood and urine using liquid chromatography-quadrupole/time of flight (LC-Q/TOF) mass spectrometry. In: J Chromatogr B Analyt Technol Biomed Life Sci., 2016 Nov 1, 1035, S. 91–103, PMID 27697731</ref> Speichel,<ref>S. Malaca, FP Busardò, M. Gottardi, S. Pichini, E. Marchei: Dilute and shoot ultra-high performance liquid chromatography tandem mass spectrometry (UHPLC-MS/MS) analysis of psychoactive drugs in oral fluid. In: J Pharm Biomed Anal., 2019 Jun 5;170, S. 63–67, PMID 30904741</ref> Finger-/Fußnägel oder Haare<ref>FP Busardò, M. Gottardi, R. Pacifici, MR Varì, A. Tini, AR. Volpe, R. Giorgetti, S. Pichini: Nails Analysis for Drugs Used in the Context of Chemsex: A Pilot Study. In: J Anal Toxicol., 2020 Jan 7;44(1), S. 69–74, PMID 30855673</ref> und Abwasserproben.<ref>A. Celma, JV. Sancho, N Salgueiro-González, S. Castiglioni, E. Zuccato, F Hernández, L. Bijlsma: Simultaneous determination of new psychoactive substances and illicit drugs in sewage: Potential of micro-liquid chromatography tandem mass spectrometry in wastewater-based epidemiology. In: J Chromatogr A, 2019 Sep 27;1602, S. 300–309, PMID 31171357</ref><ref>S. Castiglioni, A. Borsotti, I. Senta, E. Zuccato: Wastewater analysis to monitor spatial and temporal patterns of use of two synthetic recreational drugs, ketamine and mephedrone, in Italy. In: Environ Sci Technol., 2015 May 5;49(9), S. 5563–5570, PMID 25844536</ref> Auch Fingerabdrücke eignen sich zur qualitativen Analyse.<ref>J. Czerwinska, M. Jang, C. Costa, MC. Parkin, C. George, AT. Kicman, MJ. Bailey, PI. Dargan, V. Abbate: Detection of mephedrone and its metabolites in fingerprints from a controlled human administration study by liquid chromatography-tandem mass spectrometry and paper spray-mass spectrometry. In: Analyst, 2020 Apr 21, 145(8), S. 3038–3048, PMID 32134419</ref> Auch die Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung eignet sich zur qualitativen und quantitativen Bestimmung von Mephedron in Blut- und Urinproben.<ref>KM. Mohamed: GC-MS Method for Quantification of Mephedrone in Human Blood Sample. In: J Chromatogr Sci., 2017 Sep 1;55(8), S. 784–789, PMID 28520922</ref><ref>E. Olesti, M. Pujadas, E. Papaseit, Pérez-Mañá C, Pozo ÓJ, M. Farré, R. de la Torre: GC-MS Quantification Method for Mephedrone in Plasma and Urine: Application to Human Pharmacokinetics. In: J Anal Toxicol., 2017 Mar 1;41(2), S. 100–106, PMID 27798075</ref>

Rechtslage

Auch in weiteren europäischen Ländern wie Belgien, Estland, Irland, Frankreich, Litauen, Rumänien und Kroatien ist Mephedron gemäß dem Drogengesetz oder entsprechenden Rechtsvorschriften kontrolliert.<ref>Synthetische Cathinone. EMCDDA</ref> Am 3. Dezember 2010 haben die EU-Justizminister beschlossen, Mephedron EU-weit verbieten zu lassen.<ref>Mephedron wird EU-weit verboten. Spiegel Online, 3. Dezember 2010.</ref><ref>Entscheidung des Rates der Europäischen Union zum Verbot von Mephedron (PDF; 93 kB).</ref>

Literatur

  • S. Gibbons, M. Zloh: An analysis of the ‘legal high’ mephedrone. In: Bioorg Med Chem Lett., 20(14), 2010 Jul 15, S. 4135–4139. Epub 2010 Jun 9. PMID 20542690.
  • Michael H Baumann, Mario A Ayestas, John S Partilla, Jacqueline R Sink, Alexander T Shulgin, Paul F Daley, Simon D Brandt, Richard B Rothman, Arnold E Ruoho, Nicholas V Cozzi: The Designer Methcathinone Analogs, Mephedrone and Methylone, are Substrates for Monoamine Transporters in Brain Tissue. In: Neuropsychopharmacology. 37, 2011, S. 1192–1203, doi:10.1038/npp.2011.304.
  • G. C. Hadlock, K. M. Webb, L. M. McFadden, P. W. Chu, J. D. Ellis, S. C. Allen, D. M. Andrenyak, P. L. Vieira-Brock, C. L. German, K. M. Conrad, A. J. Hoonakker, J. W. Gibb, D. G. Wilkins, G. R. Hanson, A. E. Fleckenstein: 4-Methylmethcathinone (mephedrone): neuropharmacological effects of a designer stimulant of abuse. In: Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, Band 339, Nummer 2, November 2011, S. 530–536, doi:10.1124/jpet.111.184119. PMID 21810934. PMC 3200001 (freier Volltext).

Weblinks

Commons: Mephedron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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