Märkisch Buchholz
| Wappen | Deutschlandkarte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Wappen Maerkisch Buchholz.png |
| |||||
| Basisdaten | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 52° 7′ N, 13° 46′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|12061328}}
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| Bundesland: | Brandenburg | |||||
| Landkreis: | Dahme-Spreewald | |||||
| Amt: | Schenkenländchen | |||||
| Höhe: | 42 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km² | |||||
| Einwohner: | {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|12061328}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | QUELLE}}</ref> | ||||
| Bevölkerungsdichte: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km² | |||||
| Postleitzahl: | 15748 | |||||
| Vorwahl: | 033765 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | LDS, KW, LC, LN | |||||
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 61 328 | |||||
| LOCODE: | DE MBZ | |||||
| Stadtgliederung: | 1 Gemeindeteil | |||||
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Münchehofer Straße 1 15748 Märkisch Buchholz | |||||
| Website: | www.maerkischbuchholz.de | |||||
| Bürgermeister: | Arno Winklmann | |||||
| Lage der Stadt Märkisch Buchholz im Landkreis Dahme-Spreewald | ||||||
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Bild:Märkisch Buchholz in LDS.png|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte poly 197 227 199 224 196 219 195 205 191 202 183 206 173 210 174 221 Alt Zauche-Wußwerk poly 110 222 120 219 128 210 126 201 113 193 108 185 100 191 103 204 107 203 114 201 116 205 Bersteland poly 78 91 71 77 75 64 81 72 94 66 94 82 93 88 93 90 Bestensee poly 225 237 237 229 239 218 236 204 223 203 221 213 212 222 206 232 Byhleguhre-Byhlen poly 61 222 58 212 50 211 51 205 68 198 72 202 77 219 Drahnsdorf poly 76 19 86 18 80 13 71 14 Eichwalde poly 81 208 78 207 73 199 50 193 45 193 65 180 83 169 93 190 104 199 Golßen poly 85 122 90 116 82 109 68 110 69 105 69 95 86 91 96 96 104 94 117 99 116 119 110 125 104 116 98 130 Groß Köris poly 99 166 89 153 85 155 83 146 77 144 80 132 81 131 87 120 99 125 103 122 103 139 121 145 118 163 108 168 Halbe poly 101 288 107 275 115 266 112 259 105 257 105 246 89 252 89 238 65 248 65 240 71 240 71 227 61 222 57 242 57 250 63 260 47 269 58 285 89 286 95 296 Heideblick poly 122 100 103 92 99 98 91 92 100 81 90 65 102 59 112 52 110 40 138 43 134 53 140 66 133 75 137 79 139 93 131 94 Heidesee poly 276 183 276 169 289 168 296 163 290 159 281 159 281 149 265 141 268 157 265 163 258 159 256 176 Jamlitz poly 110 214 113 207 114 200 105 205 92 203 81 210 74 212 74 220 Kasel-Golzig poly 84 68 102 59 107 56 110 39 116 28 105 18 108 12 100 8 94 26 83 32 83 47 78 47 69 42 63 54 73 56 Königs Wusterhausen poly 135 185 140 163 143 161 144 154 135 150 120 153 117 159 104 168 106 174 122 172 Krausnick-Groß Wasserburg poly 262 201 259 185 252 190 241 174 233 171 235 161 242 159 251 154 264 141 268 153 262 162 259 157 254 179 264 176 277 186 284 203 Lieberose poly 173 220 181 205 171 201 165 189 159 189 140 185 130 183 124 193 127 210 139 227 162 220 Lübben poly 137 288 144 276 132 275 132 266 139 242 136 238 142 226 131 211 117 221 109 221 109 216 98 215 67 222 75 239 65 239 66 246 84 238 92 247 106 245 110 259 117 270 107 277 119 289 Luckau poly 132 138 118 115 114 120 107 117 105 141 121 145 124 153 141 147 Märkisch Buchholz poly 172 197 165 187 161 185 162 157 157 148 149 141 151 134 160 122 163 117 178 125 201 130 216 147 206 159 206 172 208 180 204 182 203 195 194 189 179 185 Märkische Heide poly 59 116 66 115 72 104 69 98 77 91 71 71 75 65 80 65 76 56 64 51 68 42 51 45 56 37 44 29 38 52 44 48 40 53 52 57 36 64 38 74 56 77 66 83 67 92 61 93 Mittenwalde poly 137 143 142 137 147 128 137 122 143 116 142 103 148 103 148 99 134 93 123 98 117 103 119 120 Münchehofe poly 197 226 207 209 213 204 202 191 180 186 167 199 176 206 188 202 198 206 Neu Zauche poly 88 180 81 168 83 157 86 155 103 165 109 173 95 172 Rietzneuendorf-Staakow poly 156 186 159 165 163 155 149 164 139 163 137 173 137 184 Schlepzig poly 67 43 62 29 74 12 56 11 49 6 33 8 37 0 28 3 26 21 39 30 Schönefeld poly 124 196 124 190 132 182 121 171 93 180 84 186 98 197 99 184 107 185 115 197 Schönwald poly 68 33 74 27 74 22 78 15 75 11 64 16 59 30 Schulzendorf poly 83 125 90 113 86 108 68 107 67 113 Schwerin poly 238 214 261 206 267 203 260 188 250 190 239 174 231 168 244 160 232 154 226 146 214 149 214 141 206 156 205 175 211 183 Schwielochsee poly 224 206 209 205 206 196 201 190 203 183 210 181 220 193 229 203 Spreewaldheide poly 48 207 37 207 22 205 24 198 24 186 42 192 60 195 65 198 Steinreich poly 209 229 212 220 222 207 212 207 197 227 Straupitz (Spreewald) poly 77 143 82 130 84 122 72 112 60 114 58 134 Teupitz poly 147 167 163 154 162 145 148 141 154 134 162 120 145 125 142 137 136 151 Unterspreewald poly 82 45 85 42 83 35 72 36 68 43 Wildau poly 82 35 84 28 85 15 73 23 75 31 58 33 68 41 Zeuthen poly 195 99 196 0 297 0 297 97 297 99 Brandenburg </imagemap> | ||||||
Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Märkisch Buchholz (bis 1888 meist Buchholz, danach bis 1937 Wendisch Buchholz; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie ist die kleinste Stadt Brandenburgs und die achtkleinste in Deutschland. Die Stadt gehört seit 1992 zum Amt Schenkenländchen.
Geografie
Die Stadt liegt an der Dahme. Im Ortsbereich mündet der Dahme-Umflutkanal in die Dahme. Die Gegend wurde während der Eiszeiten überformt. Die Stadt selber liegt in einer Talsandfläche und bietet mit den Krausnicker Bergen und der dort erhaltenen höchsten geologischen Terrasse im Gebiet einige geografische Besonderheiten. Außerdem befindet sich die Stadt in einem möglichen Abflussgebiet der Spree, welche mit dem Dahme-Umflutkanal ausgenutzt wird.
Stadtgliederung
Zur Stadt Märkisch Buchholz gehört laut ihrer Hauptsatzung der Stadtteil Köthen<ref>Hauptsatzung der Stadt Märkisch Buchholz</ref>, der sich etwa 6 km südöstlich vom Stadtkern am Südufer des Köthener Sees befindet.
Wohnplätze der Stadt sind Neuköthen am nördlichen Ufer des Köthener Sees, Siedlung auf der linken Seite des Dahme-Umflutkanals sowie Herrlichenrath nördlich von Märkisch Buchholz.<ref>Stadt Märkisch Buchholz. Serviceportal der Landesverwaltung Brandenburg, abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>
Geschichte
Die Besiedlung des Gebietes um Buchholz ist schon seit der Steinzeit belegt. Es wurden verschiedene Siedlungsplätze im Bereich des Dahmetals, bei Köthen und im weiteren Umfeld gefunden. Bei weiteren Ausgrabungen konnten Urnen, Äxte und Schmuck in die Bronzezeit datiert werden.<ref>Geschichte, Webseite des Fremdenverkehrsvereins Märkisch Buchholz, abgerufen am 21. Dezember 2015.</ref> Die Slawen hinterließen im Bereich des Dorfes Köthen eine Siedlungsstätte. Im Mittelalter siedelten hier überwiegend Wenden (Sorben).
Die Besiedlung der Stadt aus deutscher Sichtweise wird in das 12. und 13. Jahrhundert gelegt. Dabei finden die ersten urkundlichen Nennungen im Konflikt der Markgrafen von Meißen mit dem Markgrafen aus askanischem Hause statt. Es wird vermutet, dass der Ort damals als Burgbefestigung mit einer angeschlossenen Siedlung angelegt war. Diese Vermutung wird durch die erste urkundliche Nennung belegt, welche die Gegend am 3. August 1301 als castrum et oppidum Bucholt beschreibt. Aus dem 13. und 14. Jahrhundert wurden bei Ausgrabungen zahlreiche Gegenstände des täglichen Bedarfs sichergestellt, aber auch die Überreste eines Wehrgrabens.
Der Ort lag in einer sehr konfliktreichen Gegend und wurde bis ins Jahr 1443 mehrmals verkauft, verschenkt, eingenommen oder als Lehen weitergegeben. Auslöser für diese Unruhen dürfte das Aussterben der brandenburgischen Askanier im Jahre 1319 gewesen sein. Erst im Jahre 1443 kam der Ort endgültig zu den Besitzungen des Markgrafen von Brandenburg. Es folgten Jahre relativer Ruhe. Der Dreißigjährige Krieg brachte dem Ort umfangreiche Verwüstungen. Am Ende des Krieges waren von der Bausubstanz nur ärmliche Hütten geblieben. Über 65 % der Bevölkerung waren ausgelöscht worden.
Nach dem Krieg konnte sich allmählich ein Bürgertum etablieren, und es wurde mehr und mehr Gewerbe angesiedelt. 1642 gründete sich als erste Zusammenkunft die Innung der Schneider; 1715 fanden sich die „Weiß-Kuch-Bäcker im Hochhfreyherrlichen Städtlein“ zusammen.<ref name="Broschüre">Fremdenverkehrsverein Tor zum Spreewald (Hrsg.): „Willkommen in Märkisch Buchholz/Köthen – Tor zum Spreewald“, 1. Auflage, März 2017, S. 30.</ref> Mit dem Niedergang derer von Landsberg und dem Verkauf an den preußischen Staat änderte sich an den Lebensverhältnissen zunächst nur wenig. 1734 gründeten sich auf Initiative des Königs weitere Innungen, darunter die Tischler, Böttcher, Fleischer und das Bauhandwerk. Durch den Stadtbrand im Jahr 1752 wurde die seit mindestens 1346 bestehende Kirche so stark beschädigt, dass sie als Kronenkirche erneuert wurde. Die Stadt wuchs bis zum Jahr 1905 auf 1205 Einwohner an und erlangte eine regionale Bedeutung. Durch die ansässige Poststation war zudem auch eine direkte Verbindung nach Prag und Berlin möglich. Im Südosten der Stadt, wo vom 15. bis 17. Jahrhundert ist der Anbau von Hopfen belegt ist, wurden schon seit dem 16. Jahrhundert mehrere Bürgergärten angelegt.<ref>Informationstafel des Heimatvereins Märkisch Buchholz: Zur Geschichte der Gemarkung 2, aufgestellt östlich der Sperrschleuse, Inaugenscheinnahme im Dezember 2015.</ref> Um 1716 befand sich in Buchholz eine Wassermühle. An sie erinnert heute ein 21 cm starker, im Durchmesser 90 cm großer Mahlstein am Überfallwehr.
Im Zuge von Straßenbauarbeiten wurden Frühjahr 2006 archäologische Untersuchungen im Stadtkern durchgeführt. Nordwestlich der Kirche wurden dabei in größerem Umfang menschliche Bestattungen entdeckt. Dieses Areal gehört zu einer frühneuzeitlichen Erweiterung des Friedhofs, dessen historische Grenzen nicht genau bekannt sind. Die 87 Skelette wurden von der Anthropologin Bettina Jungklaus untersucht.<ref>Projekt Märkisch-Buchholz. In: anthropologie-jungklaus.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. April 2018; abgerufen am 4. Juni 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref>Bettina Jungklaus: Archäologische und anthropologische Untersuchungen in Märkisch-Buchholz, Landkreis Dahme-Spreewald. In: Einsichten, Archäologische Beiträge aus dem Süden des Landes Brandenburg 2006/2007. Nr. 18. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Wünsdorf 2008, ISBN 978-3-910011-50-2, S. 267–271.</ref> Der durch die Freilegung erfasste Ausschnitt der Bevölkerung ist zufällig und darum nicht repräsentativ. Der Sterbegipfel dieses Populationsausschnittes liegt im reiferen Alter. Kinder befanden sich kaum darunter. Das Geschlechterverhältnis ist annähernd ausgewogen. Auffallend ist die recht hohe Krankheitsbelastung. Degenerative Erkrankungen sind häufig, teilweise äußerst stark entwickelt. Der Anteil von Zahnkaries war mäßig hoch, es kann auf eine eher auf Getreide ausgerichtete Mischkost geschlossen werden. Es wurden zwei Fälle von Syphilis nachgewiesen.
Durch die Lage an der Dahme und am Unterspreewald wurde der Ort bereits im 19. Jahrhundert ein beliebter Ausflugsort für die Berliner. So entstanden für einen Ort dieser Größe zahlreiche Restaurants und Hotels.
1863 eröffnete eine Spar- und Darlehenskasse; 1869 gründete sich eine Dampfmühle mit Sägewerk. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wies der Ort mit 3 % einen für die Gegend ungewöhnlich hohen jüdischen Bevölkerungsanteil auf. Die Juden errichteten 1840 einen Friedhof an der Birkenstraße, auf dem bis 1917 bestattet wurde.<ref name="Wanderung">Stadtrundwanderung Märkisch Bucholz, Webseite des Fremdenverkehrsvereins Märkisch Buchholz, (PDF), abgerufen am 21. Dezember 2015.</ref> 1876 betrieb die Firma Schulze & Schramm in der Stadt ein Hobelwerk sowie eine Ölmühle. 1883 kam ein zweites Sägewerk hinzu; 1897/1898 gründete sich eine Molkereigenossenschaft. In den Jahren 1908–1910 entstand der Dahme-Umflutkanal, der zum Bau des Überfallwehrs an der Schützenstraße führte. Ab 1909 wurde der Ort mit städtischem Gas versorgt. 1929 übernahm der Schmiedemeister Friedrich Glomb das Mühlwerk. Er importierte Weizen aus Kanada und lieferte die Mahlerzeugnisse bis nach Berlin. 1935 errichtete Glomb ein 35 m hohes Silo mit einem Fassungsvermögen von 600 Tonnen. Um die Versorgung der Bevölkerung mit Geflügel zu verbessern, baute die Stadt 1936 im Osten der Stadt eine Hühnerfarm, in der unter anderem das Weiße Leghorn gezüchtet wurde.
Bis 1888 hieß die Stadt in amtlichen Veröffentlichungen und im Stadtsiegel in der Regel Buchholz. Die Bezeichnung Wendisch Buchholz wurde erst danach amtlich und tauchte zuvor nur in vereinzelten Veröffentlichungen auf.<ref>Joachim Schölzel: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Band IX: Kreis Beeskow-Storkow. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2021, ISBN 978-3-88372-310-5, S. 43.</ref> 1937 wurde die Stadt entsprechend der nationalsozialistischen Politik, die sorbische Geschichte und Kultur Ostdeutschlands zu tilgen, von Wendisch Buchholz in Märkisch Buchholz umbenannt. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten erhielt der Ort seinen ursprünglichen Namen nie zurück. Nationalsozialisten zerstörten weitgehend den Friedhof der Jüdischen Gemeinde.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt aufgrund ihrer Lage am Rand des Kessels von Halbe stark in Mitleidenschaft gezogen, mehr als 70 % der Bausubstanz wurden innerhalb einer Woche vernichtet. Dabei wurde auch die Mühle zerstört; das Silo blieb jedoch erhalten. Zu DDR-Zeiten errichteten und unterhielten die Grenztruppen der DDR das Pionier-Ferienlager „Egon Schultz“. Märkisch Buchholz lag inmitten dreier Sperrgebiete, welche von strategischer Bedeutung für die SED der DDR waren: dem südlich gelegenen militärischen Sperrgebiet rund um den militärischen Flugplatz Brand der GSSD, auf welchem u. a. nukleare Bomben stationiert waren, dem nördlich gelegenen Bunkerkomplex der NVA in Hermsdorf Mühle und dem östlich gelegenen „Staatsdiplomatenjagdgebiet Märkisch Buchholz“ rund um Klein Wasserburg, welches u. a. durch die Staatssicherheit überwacht wurde. Außerhalb des Stadtkerns liegt ein Kommunikationsbunker der Staatssicherheit.<ref>Untergrund Brandenburg - Schalthaus der Abteilung N bei Märkisch_Buchholz. Abgerufen am 24. Januar 2024.</ref>
1990 musste die Hühnerzucht geschlossen werden. 1994 entstand nordwestlich des Stadtzentrums ein Tierheim, das Platz für bis zu 120 Tiere bietet. In den Jahren 1999 bis 2002 sanierte die Stadt das Überfallwehr. Am 18. August 2012 gründete sich das Franz Fühmann Literatur- und Begegnungszentrum Märkisch Buchholz e. V., das im historischen Schulgebäude seit dieser Zeit zahlreiche Veranstaltungen durchführt.
Märkisch Buchholz gehörte seit 1836 zum Kreis Beeskow-Storkow in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Königs Wusterhausen im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.
Bevölkerungsentwicklung
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)<ref>Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 22–25</ref><ref>Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7</ref><ref>Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)</ref>, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Stadtverordnetenversammlung von Märkisch Buchholz besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt<ref>Gesetz über die Kommunalwahlen im Land Brandenburg. § 6. In: bravors.brandenburg.de. Abgerufen am 30. März 2025.</ref> aus 10 Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,3 % zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024</ref>
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019<ref>Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019</ref> |
Sitze 2019 |
Stimmenanteil 2024 |
Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Heimatverein Märkisch Buchholz | 31,2 % | 3 | 46,5 % | 3 | |
| Dorfgemeinschaft Köthen | – | – | 16,3 % | 2 | |
| Buchholz: offen und bunt | 17,2 % | 2 | 13,0 % | 1 | |
| Einzelbewerberin Monika Stiehl | – | – | 12,1 % | 1 | |
| Einzelbewerberin Sandra Steinke | – | – | 6,2 % | 1 | |
| SPD | 7,4 % | 1 | 5,8 % | – | |
| Einzelbewerber René Altreuther | 17,2 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Ingo König | 13,2 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Klaus-Dieter Schwarz | 9,5 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Kai Müller | 4,3 % | – | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 9 | 100 % | 8 |
Bei der Wahl 2019 entfielen auf den Einzelbewerber Altreuther zwei Sitze, von denen einer unbesetzt blieb. Bei 2024 entfielen auf den Heimatverein Märkisch Buchholz fünf Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil der Verein nur vier Kandidaten nominiert hatte und deren Kandidat Arno Winklmann als Einzelbewerber auch zum Bürgermeister gewählt wurde.
Bürgermeister
- 1998–2008: Karl-Heinz Haucke<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Dahme-Spreewald ( vom 10. April 2018 im Internet Archive)</ref>
- 2008–2019: Bianca Urban (Buchholz: Offen und bunt)<ref>Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 8</ref>
- seit 2019: Arno Winklmann<ref>Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019</ref>
Winklmann wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 87,3 % der gültigen Stimmen gewählt.<ref>Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Märkisch Buchholz am 9. Juni 2024</ref> Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.<ref>Brandenburgisches Kom-munalwahlgesetz, § 73 (1)</ref>
Wappen
Das Wappen wurde am 20. August 1999 genehmigt.
Blasonierung: „In Silber neben einer rechten blauen Flanke, belegt mit einem aufgerichteten, linksgewendeten silbernen Hecht und überhöht von einer aufgerichteten fünfendigen goldenen Hirschstange, eine bewurzelte grüne Buche.“<ref>Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg</ref>
Sehenswürdigkeiten und Kultur
In der Liste der Baudenkmale in Märkisch Buchholz und in der Liste der Bodendenkmale in Märkisch Buchholz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.
- Stadtkirche Märkisch Buchholz aus dem Jahr 1753, die auf einen Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert zurückgeht. Sie wurde von August Wilhelm von Preußen, dem jüngeren Bruder von Friedrich II., finanziert. Das Bauwerk konnte in den 2000er Jahren sukzessive saniert werden. Im Innern befinden sich eine denkmalgeschützte Taufschale sowie eine Turmspitze mit den Initialen AW des Kirchenpatrons. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von der Turmspitze geschossen.
- Überreste des Jüdischen Friedhofs von 1840 an der Birkenstraße
- Dahmeblick nordwestlich des Stadtkerns, ermöglicht einen Ausblick auf den Zusammenfluss der Dahme mit dem Spree-Dahme-Umflutkanal.<ref name="Wanderung" />
- Überfallwehr, denkmalgeschützt, überbrückt einen Höhenunterschied von 5,5 Metern zwischen Ober- und Unterwasser. Die Wehröffnung hat eine Breite von 12 Metern, das Doppelschütz von 2 Metern. Die maximal zulässige Wasserabführung beträgt 35 m³/s. Um Aalen ein Passieren des Wehrs zu ermöglichen, baute die Stadt eine Aalleiter als Aufstieg sowie ein Aalrohr als Abstieg. Zur Förderung des Tourismus entstand weiterhin eine elektrische Bootsschleppe.<ref>Informationstafel Überfallwehr Märkisch Buchholz am Wehr, Inaugenscheinnahme im Dezember 2015.</ref>
- Gedenkstein für den Schriftsteller Franz Fühmann, der ab 1959 in der Stadt arbeitete, an der Leibscher Chaussee.
- Franz Fühmann Literatur- und Begegnungszentrum, ehemalige Schule, die seit 2012 als Begegnungsstätte dient. Die Einrichtung hat es sich zum Ziel gesetzt, „Kunst und Kultur breitenwirksam regional und überregional“ zu fördern. Die Literaturvermittlung für Kinder und Jugendliche soll gestärkt und das kulturelle Erbe Fühmanns bewahrt werden.<ref name="Broschüre" /> Im Schulgebäude unterhält der Verein seit 2012 eine 1997 von der Lehrerin Irmgard Pöche (1931–2013) gegründete Begegnungsstätte und erweiterte das Angebot um eine Bibliothek sowie ein Literaturcafé. Der auch in Märkisch Buchholz vertretene Franz Fühmann Freundeskreis ist (ältester) Bestandteil des Internationalen Franz Fühmann Freundeskreises [1]
- Lesefährten Waldweisen, rund 20 km langer touristischer Lehrpfad, der größtenteils entlang der Dahme führt. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg hat entlang des Weges gemeinsam mit dem österreichischen Künstler Wolfgang Georgsdorf insgesamt 50 Tafeln mit literarischen Texten aufgestellt, die alle das Thema Wald aufgreifen, darunter Texte von Goethe, Canetti, Matthias Claudius, Shakespeare und Alexander von Humboldt.
- Stadtrundwanderweg durch Wälder und Äcker um den Ort herum, 7,5 km lang. An der Begegnungsstätte kann ein Abstecher zum jüdischen Friedhof vorgenommen werden. Der Weg ist mit einem rechteckigen, grünen Balken auf weißem Grund markiert.
- Dahme-Radweg, führt von Halbe kommend aus in Richtung Hammer durch den Ort. Am Dahme-Umflutkanal verläuft ein Teil des 66-Seen-Wanderwegs.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Die ansässigen Unternehmen dienen vor allem der Versorgung der Bevölkerung und der Touristen. Daneben gibt es einige Kleinbetriebe im Bereich der Renovierung/Modernisierung und des Neubaus von Häusern. Im primären Sektor gibt es noch die Fischerei in Köthen und einige kleine Holzfirmen.
Verkehr
Märkisch Buchholz ist durch die B 179 über Königs Wusterhausen an Berlin angeschlossen. Die Landesstraße L 74 verbindet die Stadt mit der Anschlussstelle Teupitz an der A 13.
Der direkte Wasserweg nach Berlin führt über die Dahme. Eine Schiffsverbindung wurde bis Ende der 1990er Jahre von der Stern und Kreisschiffahrt aus Berlin angeboten.
Sport und Vereinswesen
- SV Grün-Weiß Märkisch Buchholz e. V., 1899 als Radfahrverein gegründet, bietet im Jahr 2016 ein breites Sportangebot, darunter Tischtennis, Badminton, Volleyball, Kegeln, Seniorengymnastik, Aerobic, Gesundheitssport und Seniorentanz
- Wasserwanderrastplatz mit Kanustation entlang der Dahme
- Freiwillige Feuerwehr Märkisch Buchholz mit dem Feuerwehrverein Märkisch Buchholz 1900 e. V.
Persönlichkeiten
- Oskar Prochnow (1884–1934), Naturphilosoph, in Märkisch Buchholz geboren
- Franz Fühmann (1922–1984), Schriftsteller, lebte und arbeitete in Märkisch Buchholz und ist hier auch bestattet
- Gerd Modrow (* 1938), Bahnradsportler, lebt in Märkisch Buchholz
Weblinks
- Stadt Märkisch Buchholz beim Amt Schenkenländchen
- Stadtseite des Fremdenverkehrsvereins
- Märkisch Buchholz in der RBB-Sendung Landschleicher vom 8. Juni 2014
Einzelnachweise
<references />
Städte: Golßen | Königs Wusterhausen | Lübben (Spreewald) (Lubin/Błota) | Luckau | Märkisch Buchholz | Mittenwalde | Teupitz | Wildau
Gemeinden: Alt Zauche-Wußwerk (Stara Niwa-Wózwjerch) | Bersteland | Bestensee | Byhleguhre-Byhlen (Běła Góra-Bělin) | Drahnsdorf | Eichwalde | Groß Köris | Halbe | Heideblick | Heidesee | Jamlitz | Kasel-Golzig | Krausnick-Groß Wasserburg | Lieberose | Märkische Heide (Markojska Góla) | Münchehofe | Neu Zauche (Nowa Niwa) | Rietzneuendorf-Staakow | Schlepzig (Slopišća) | Schönefeld | Schönwald | Schulzendorf | Schwerin | Schwielochsee (Gójacki Jazor) | Spreewaldheide (Błośańska Góla) | Steinreich | Straupitz (Spreewald) (Tšupc (Błota)) | Unterspreewald | Zeuthen
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- Wikipedia:Defekter Dateilink
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- Gemeinde in Brandenburg
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- Ort im Landkreis Dahme-Spreewald
- Naturpark Dahme-Heideseen
- Stadt in Brandenburg
- Ersterwähnung 1301
- Stadtrechtsverleihung 1301