Lübbars
Lübbars Stadt Arendsee (Altmark)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(33)&title=L%C3%BCbbars 52° 47′ N, 11° 25′ O
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| Höhe: | 35 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,51 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 33 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 9 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Kerkau | |||||
| Postleitzahl: | 39619 | |||||
| Vorwahl: | 039034 | |||||
Lage von Lübbars in Sachsen-Anhalt
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Lübbars ist ein Ortsteil der Ortschaft Kerkau und der Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Lübbars, ein Straßendorf mit Kirche, liegt 1½ Kilometer südwestlich von Kerkau und 20 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark. Im Norden fließt der Markgraben Kerkau, der in den Augraben mündet.<ref name="HOB-12" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Fleetmark im Nordwesten, Kerkau im Nordosten, Plathe im Südosten und Molitz im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis 20. Jahrhundert
1219 wurde ein Johannes de lubaz als Zeuge in einer in Belzig ausgestellten Urkunde genannt,<ref name="Riedel-10 S. 194" /> 1297 trat Meyno de Lubras in Salzwedel als Zeuge auf,<ref name="Riedel-14 S. 42" /> der auch vor 1311 als Meynardus de Lubas erwähnt wurde.<ref name="Vogtei Salzwedel" />
Das Dorf wurde erstmals im Jahre 1375 als Lubas im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt, es umfasste 13 Hufen und hatte einen Schulzen.<ref name="Landbuch" /> Am 20. November 1378 wurde das Dorf unter dem Namen Lübaz erwähnt, als das Kloster Isenhagen Hebungen aus den Dörfern in der Nähe von Salzwedel an den Rat der Altstadt Salzwedel verkaufte.<ref name="Riedel-14 S. 164" /> Weitere Nennungen sind 1481 lubbars, 1490 lubbarsz,<ref name="Brückner" /> 1687 Luebarsz, 1794 Lübbaars<ref name="HOB-12" /> und 1804 Lübbars oder Lubbars, ein Dorf mit einem Freihof und gutem Boden.<ref name="Bratring-1" />
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 13 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 350 Hektar, eine Kirchenbesitzung hatte 2,8 Hektar Land.<ref name="HOB-12" /> Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG „Kerkau-Lübbars“, wohl vom Typ III.<ref name="HOB-12 S. 1172" />
Südlich des Dorfes wurde früher Ton abgebaut.<ref name="Top50" /> Die Tongrube Lübbars ist heute ein Biotop für viele Vogelarten und Insekten.
Herkunft des Ortsnamens
Jürgen Udolph führt den Ortsnamen auf den slawischen Personennamen „Ljubaš“ zurück.<ref name="Friske 2021" /> Aleksander Brückner sieht das altslawische Wort „ljubъ“ für „lieb“ als mögliche Herkunft für den Namen an.<ref name="Brückner" />
Eingemeindungen
Lübbars gehörte bis 1807 zum Arendseeischen Kreis, danach bis 1813 zum Kanton Groß Apenburg im Königreich Westphalen, ab 1816 kam es in den Kreis Salzwedel, den späteren Landkreis Salzwedel in der preußischen Provinz Sachsen.<ref name="HOB-12" />
Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Lübbars aus dem Landkreis Salzwedel in die Gemeinde Kerkau eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />
Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Kerkau am 1. Januar 2010 wurde der Ortsteil Lübbars ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark).<ref name="AB-SAW" />
Einwohnerentwicklung
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Quelle wenn nicht angegeben, bis 2006<ref name="HOB-12" /> und 2011–2017<ref name="EW-2011-2017" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Lübbars, die früher zur Pfarrei Callehne gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze des Kirchenkreises Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die Pfarrei Callehne hieß später Kallehne und hatte nach 1945 den Namen Fleetmark erhalten.<ref name="Series" /><ref name="Series" />
Die ältesten Kirchenbücher der Pfarrei Kallehne stammen aus dem Jahr 1649.<ref name="Machholz" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Lübbars, die am Südwestende des Dorfes steht, ist ein Rechtecksaal aus Feldstein aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Die Glocke der Kirche ist älter, sie stammt aus der Zeit um 1300.<ref name="Friske 2021" /> Die Kirche wurde in einer Visitation aus dem Jahre 1540 erwähnt.<ref name="Abschiede Bd 2" /> 1718 wurde die Kirche erneut erwähnt, als eine umfassende Renovierung stattfand. Im 19. Jahrhundert wurde eine Empore eingebaut. Der mit Schiefer verkleidete Dachturm musste 1973 abgerissen werden, da ein Einsturz drohte. 2011 konnte ein neuer Dachturm errichtet werden.<ref name="Altmarkkirchen" />
- Die Kirche steht auf dem Ortsfriedhof.
Verkehr
Die Bahnstrecke Stendal–Uelzen führt durch den Ort. Der nächste Bahnhof ist in Fleetmark. Das Dorf ist über einen Rufbus der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Ortschaften – Stadt Arendsee. In: arendsee.info. Stadt Arendsee
- Lübbars im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="2VO-LSA-1950"> Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF). </ref> <ref name="Abschiede Bd 2"> Julius Müller und Adolf Parisius im Auftrag des Altmärkischen Geschichts-Vereins (Hrsg.): Die Abschiede der in den Jahren 1540 bis 1542 in der Altmark gehaltenen ersten General-Kirchen-Visitation mit Berücksichtigung der in den Jahren 1551, 1578-1579(81) und 1600 gehaltenen Visitationen. Band 2, Heft 1. Magdeburg und Salzwedel 1907, S. 39–40 (Scan [PDF]). </ref> <ref name="AB-SAW"> Altmarkkreis Salzwedel: Gebietsänderungsvertrag - Eingemeindung der Gemeinde Kerkau in die Stadt Arendsee (Altmark) mit Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 12. August 2009. In: Amtsblatt Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 8, 26. August 2009, S. 220–222 (altmarkkreis-salzwedel.de [PDF; 307 kB; abgerufen am 22. August 2021]). </ref> <ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref> <ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 345 (Digitalisat). </ref> <ref name="Brückner"> Aleksander Brückner: Die slavischen Ansiedlungen in der Altmark und im Magdeburgischen (= Preisschriften, gekrönt und herausgegeben von der Fürstlich-Jablonowskischen Gesellschaft zu Leipzig. Band 22). 1879, S. 74, 41 (Digitalisat). </ref> <ref name="EW-2011-2017"> Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018. </ref> <ref name="EW-2021"> Christian Ziems: Arendsee im Aufwind. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 5. Januar 2022, DNB 954815971, S. 18. </ref> <ref name="EW-2023"> Christian Ziems: Arendsee verliert über 100 Einwohner. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 25. Januar 2024, DNB 954815971, S. 16. </ref>
<ref name="Friske 2021"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783867323796 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="HOB-12 S. 1172"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Landbuch"> Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 395 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />uni-potsdam.de ( vom 22. Juni 2019 im Internet Archive)). </ref> <ref name="Machholz"> Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925 </ref> <ref name="Pfarrbereich"> Fleetmark-Jeetze. In: ekmd.de. Abgerufen am 27. Januar 2024. </ref> <ref name="Riedel-10 S. 194"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Riedel-14 S. 164"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Riedel-14 S. 42"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Series"> Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen (= Series Pastorum. Band 10). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 224. </ref> <ref name="Top50"> Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50.000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003 </ref> <ref name="Vogtei Salzwedel"> Zitiert nach Peter P. Rohrlach: Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren (= Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 17). Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-54808-7, S. 390. </ref> <ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>
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