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Wald-Hainsimse

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(Weitergeleitet von Luzula sylvatica)

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Wald-Hainsimse
Datei:Luzula sylvatica01.jpg

Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Hainsimsen (Luzula)
Art: Wald-Hainsimse
Wissenschaftlicher Name
Luzula sylvatica
(Huds.) Gaudin

Die Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica), auch Große Hainsimse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hainsimsen (Luzula) innerhalb der Familie der Binsengewächse (Juncaceae). Sie wird als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung

Datei:Luzula sylvatica 3a1.jpg
Blütenstand
Datei:Luzula sylvatica kz02.jpg
Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica) im Bestand
Datei:Luzula sylvatica subsp. sieberi kz03.jpg
Siebers Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica subsp. sieberi)

Vegetative Merkmale

Die Wald-Hainsimse ist eine grün überwinternde ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80, selten bis zu 100 Zentimetern.<ref name="Podlech1980" /> Die aufrechten, kräftigen Stängel sind im Querschnitt rund, glatt, bis zum oberen Ende beblättert und am Grund bis 3 Millimeter dick.<ref name="Podlech1980" /> Die starren, am Rand dicht bewimperten Grundblätter sind bis 30 Zentimeter lang und oft über 1, selten bis zu 3 Zentimeter breit und sind glänzend dunkelgrün. Ihre Blattscheiden sind braun bis graubraun. Die Stängelblätter sind mit einer Breite bis zu 5 Millimetern schmaler und nur bis zu 10 Zentimeter lang.<ref name="Podlech1980" /> Die oberen Stängelblätter sind kürzer als der Blütenstand.

Generative Merkmale

Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Mai. Der endständige Blütenstand ist eine lockere, reich verzweigte Spirre mit dünnen, aufrechten bis abstehenden Ästen. Die oberen Verzweigungen dieser Äste sind oft zurückgekrümmt oder herabgeschlagen.<ref name="Podlech1980" /> Die Tragblätter des Blütenstands sind meist viel kürzer als der Blütenstand.<ref name="Podlech1980" /> Die Vorblätter der Blüten sind viel kürzer als die Blüten.<ref name="Podlech1980" /> Zwei oder meist drei bis fünf Blüten sind einander genähert.<ref name="Podlech1980" /> Die Blütenhüllblätter sind 2 bis 4, selten bis zu 4,5 Millimeter lang, braun bis dunkel-braun mit weißem Hautrand, die äußeren sind lanzettlich und fein zugespitzt; die inneren sind deutlich länger und stumpflich mit einer kleinen Stachelspitze.<ref name="Podlech1980" /> Die sechs Staubblätter sind etwas kürzer als die Blütenhüllblätter. Die Staubbeutel sind drei- bis sechsmal so lang wie die Staubfäden.<ref name="Podlech1980" /> Der Griffel endet in drei aufrechten, langen, blass-grüne Narben.<ref name="Podlech1980" />

Die kastanienbraune Kapselfrucht ist bei einer Länge von 3,5 bis, meist 4 bis 4,4 Millimetern dreikantig-kegelförmig mit lang zugespitztem oberen Ende und etwa so lang wie die Blütenhüllblätter. Die Samen tragen gelbliche Anhängsel (Elaiosomen).<ref name="Podlech1980" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Bei der Wald-Hainsimse handelt es sich um einen Hemikryptophyten.

Vorkommen

Die Wald-Hainsimse ist in fast ganz Europa und in Asien bis zum Kaukasusraum verbreitet. In Europa kommt sie vor allem im Westen und Süden vor.

Die Wald-Hainsimse gedeiht hauptsächlich in frischen Laub- und Nadelwäldern und feuchten Wiesen. Ihre Standorte sind mäßig schattige Wälder, vor allem saure Buchenwälder (aus dem Unterverband Luzulo-Fagenion), aber auch Fichten- und Lärchenwälder, darüber hinaus auch Latschengebüsche und alpine Hochstaudenfluren. Die Wald-Hainsimse kommt in Pflanzengesellschaften der Verbände Fagion, Piceion, Quercion roboris und Genistion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Wald-Hainsimse ist kalkmeidend und gedeiht auf gut durchfeuchteten, modrig-humosen, mäßig sauren bis sauren Böden. Vor allem in luftfeuchten Regen- und Schneelagen (West- und Nordhänge) bildet sie ausgedehnte Bestände und wirkt einer natürlichen Bewaldung entgegen (verjüngungshemmend). Die Wald-Hainsimse wächst vom Flachland bis ins Gebirge und hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in Höhenlagen von 500 bis 2000 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt sie am Rauheckgipfel in Bayern bis zu einer Höhenlage von 2380 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1762 unter dem Namen (Basionym) Juncus sylvaticus durch William Hudson in Flora Anglica, Seite 132. Die Neukombination zu Luzula sylvatica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Huds.) Gaudin wurde 1811 durch Jean Gaudin in Agrostologia helvetica ..., Band 2, Seite 240 veröffentlicht.<ref name="POWO" /> Weitere Synonyme für Luzula sylvatica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Huds.) Gaudin sind: Juncus maximus <templatestyles src="Person/styles.css" />Reichard, Juncus montanus <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam., Luzula maxima <templatestyles src="Person/styles.css" />(Reichard) DC.<ref name="POWO" /><ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es etwa vier Unterarten unterschieden, wobei sich die zwei zuerst genannten in ihrer Verbreitung auf den Norden der Iberischen Halbinsel sowie Süditalien, besonders Sizilien beschränken:<ref>nach J. Kirschner et al.: Juncaceae. Species Plantarum: Flora of the World 6-8, S. 1-237, 1-336,1-192, Australian Biological Resources Study, Canberra, 2002.</ref><ref name="POWO" />

  • Luzula sylvatica subsp. henriquesii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Degen) Pirajá: Sie kommt im nördlichen Portugal und nördlichen Spanien vor.<ref name="POWO" />
  • Luzula sylvatica subsp. sicula <templatestyles src="Person/styles.css" />(Parl.) K.Richt.: Sie kommt in Süditalien und Sizilien vor.<ref name="POWO" />
  • Gewöhnliche Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica subsp. sylvatica) – mit 10 bis 15 Millimeter breiten Grundblättern; großer, mehrfach zusammengesetzter Blütenstand. Die Wuchshöhe beträgt 50 bis 80 Zentimeter. Sie kommt von Europa bis zum Kaukasusraum vor.<ref name="POWO" />
  • Siebers Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica subsp. sieberi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tausch) K.Richt., Syn.: Luzula sieberi <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch): Mit nur 3 bis 6 Millimeter breiten Grundblättern; der Blütenstand ist kleiner und sehr locker. Ihre Wuchshöhe ist 40 bis 50 Zentimeter. Die Kapselfrucht ist meist deutlich länger als die Blütenhülle.<ref name="Podlech1980" /> Sie kommt in Spanien, Frankreich, Italien, in der Schweiz, in Bayern<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />, Österreich und im früheren Jugoslawien vor.<ref name="Euro+Med" /> Sie gedeiht auf sauerhumosen Böden meist in der subalpinen Stufe in Fichtenwaldgesellschaften (Homogyno-Piceetum) und in Zwergstrauchgesellschaften (Vaccinio-Rhododendretum).<ref name="Podlech1980" />

Verwendung

Die Wald-Hainsimse wird öfters als dekorative, rasige Zierpflanze in Anlagen kultiviert und ist auch empfehlenswert für Wildpflanzengärten, vor allem für die Nordlagen; sie ist aber ausbreitungsfreudig und findet sich auch in Gärten wieder, in denen sie nie angepflanzt wurde. Sie scheint im „Pflanzenhandel“ Waldmarbel genannt zu werden.

Literatur

  • Jürke Grau, Bruno P. Kremer, Bodo M. Möseler, Gerhard Rambold, Dagmar Triebel: Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsengewächse und grasähnliche Familien Europas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearb. Sonderausgabe Auflage. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10702-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Luzula sylvatica (Huds.) Gaudin In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 306. </ref> <ref name="Podlech1980"> Dietrich Podlech: Familie Juncaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 406–408. </ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families 2010, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Luzula sylvatica In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Luzula sylvatica bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Luzula. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 226.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien