Louai al-Atassi
Louai al-Atassi (* 1926 in Homs, Syrien; † 24. November 2003 ebenda), seltener auch Luayy oder Lu'ai el-Atasi (arabisch لؤي الأتاسي, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) war ein syrischer General und Politiker. Vom 9. März 1963 bis zum 27. Juli 1963 war Generalleutnant Louai al-Atassi Interimspräsident Syriens.
Leben
Militärische Karriere
Louai al-Atassi absolvierte die Militärakademie in Homs und nahm 1948/49 als Heeressoldat am Palästinakrieg teil. Als strenger Befürworter des Arabischen Einheitsstrebens und Anhänger des ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser opponierte er 1961 gegen die Auflösung der Ägyptisch-Syrien Union, wurde aber Garnisonskommandant von Aleppo, wo er auf den nasseristischen Offizier Jassem Alwan traf. Nach einem Putschversuch Anfang April 1962 wurde al-Atassi zunächst als Militärattaché an die syrische Botschaft nach Washington „verbannt“, ehe er nach dem Putsch vom 8. März 1963 wieder zurückkehren konnte und als Kompromisskandidat der Baath-Partei und der Nasseristen Staats- und Armeechef wurde.
Politik
Louais Verwandter Dschamal al-Atassi wurde Informationsminister.
Als Vorsitzender des Nationalen Revolutionären Kommandorats, dem zunächst 12 Baathisten und 8 Nasseristen angehörten, begab sich Louai al-Atassi zusammen mit dem Baath-Gründer und Premier Salah ad-Din al-Bitar umgehend nach Kairo, um mit Nasser Verhandlungen über eine Ägyptisch-Irakisch-Syrische Dreier-Union zu führen. Als im Juli 1963 die Verhandlungen stockten und rechte Baathisten begannen, Nasseristen in Heer und Staat zu verdrängen, traten die Nasseristen (u. a. Jamal al-Atassi) in der Regierung zurück und Oberst Jassem Alwan unternahm mit Nassers Billigung einen Putschversuch.
Lebensabend
Alwans Putsch wurde vom damaligen Innenminister Amin al-Hafiz niedergeschlagen, der auch Atassi zum Rücktritt zwang und selbst Staatschef wurde. Louais Verwandter Nureddin Mustafa al-Atassi wurde neuer Innenminister (später auch Vizepremier und Vizepräsident).
Louai al-Atassi zog sich daraufhin nach Homs und aus dem politischen Leben zurück und überlebte daher 1970 auch den Sturz Nureddins, der 1966 al-Hafiz verdrängt hatte.
Literatur
- Sami Moubayed: Steel & Silk: Men and Women Who Shaped Syria 1900–2000. Cune Press, Seattle 2005
- The International Who’s Who 1988–1989. 52. Auflage, Europa Publications Limited, 1988 London
Weblinks
Vor der Unabhängigkeit: Haschim al-Atassi | Bahidsch al-Chatib | Chalid al-Azm | Taj Eddine el-Hasani | Dschamil al-Ulschi | Ata al-Ayyubi | Schukri al-Quwatli
Nach der Unabhängigkeit: Husni az-Za'im | Haschim al-Atassi | Fawzi Selu | Adib asch-Schischakli | Haschim al-Atassi | Schukri al-Quwatli | Maamun al-Kuzbari | Izzat an-Nuss | Nazim al-Qudsi | Louai al-Atassi | Amin al-Hafiz | Nureddin al-Atassi | Ahmed al-Chatib | Hafiz al-Assad | Abd al-Halim Chaddam | Baschar al-Assad | Ahmed al-Scharaa (interim)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | al-Atassi, Louai |
| ALTERNATIVNAMEN | al-Atasi, Luayy |
| KURZBESCHREIBUNG | syrischer General und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 1926 |
| GEBURTSORT | Homs, Syrien |
| STERBEDATUM | 24. November 2003 |
| STERBEORT | Homs, Syrien |