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Lothar von Kunowski

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Lothar von Kunowski (* 8. Dezember 1866 in Ober-Wilkau bei Namslau, Provinz Schlesien; † 12. Januar 1936<ref>DKA-Bestandsliste (PDF; 136 kB), online unter gnm.de. - Kölnische Zeitung, 13. Januar 1936, Nr. 22.</ref> in Düsseldorf) war ein deutscher Maler.

Leben

Lothar von Kunowski, ein Direktorensohn aus Breslau, besuchte die Lateinschule in Halle,<ref>Biografische Angaben – Kunowski, Lothar, siehe ersten Link der Tabelle in der Datenbank zu den Einzelhandschriften in den historischen Archivabteilungen der Franckesche Stiftungen, online unter fas.francke-halle.de</ref> absolvierte zunächst ein wissenschaftliches Studium, anschließend eine künstlerische Ausbildung an den Akademien in Breslau und München, wo er sich 1895 als Schüler der Malschule Marr immatrikulierte.<ref>Matrikelbuch Lothar von Kunowski: Scan des Matrikeleintrags. Abgerufen am 20. Januar 2015., online unter matrikel.adbk.de</ref> Anfang des 20. Jahrhunderts betrieb er eine private Kunstschule in Berlin und schrieb Bücher über Kunst und Techniken für Kunstschüler.<ref name="DuMont">Otto Freundlich: Schriften. Köln, DuMont, 1982</ref> Von 1907 bis 1908 war er Lehrer für Aktzeichnen an der Königlichen Kunstschule zu Berlin.<ref>Antje Kalcher, Dietmar Schenk: Vor der UdK. 1. Auflage. Universität der Künste Berlin, 2024, S. 94 (kobv.de [PDF]).</ref> Im Jahre 1909 wurde Kunowski Professor und Leiter des staatlichen Zeichenlehrerseminars an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf, die 1919 in der Kunstakademie Düsseldorf aufging. Nach dem Weggang von Berlin gründete Heinrich Richter-Berlin eine Malschule an gleicher Adresse und vermittelte dort das System L. v. Kunowski weiter.<ref name="SysKunowski">Malschulen. In: Herwarth Walden (Hrsg.): Der Sturm. Wochenschrift für Kultur und die Künste. Band 1, Nr. 4. Der Sturm, Halensee 24. März 2010, S. 31, Spalte links mittig (princeton.edu [abgerufen am 21. September 2019])., online unter bluemountain.princeton.edu</ref> Er war mit der Künstlerin Gertrud von Kunowski (* 1877; † 1960) verheiratet, die an mindestens zwei seiner programmatischen Buchveröffentlichungen beteiligt war.

Er publizierte Durch Kunst zum Leben und Unsere Kunstschule. Durch Kunst zum Leben bestand aus mehreren Einzelbänden, von denen die ersten beiden die Titel Gesetz Freiheit und Sittlichkeit des künstlerischen Schaffens und Ein Volk von Genies trugen. Diese beiden Bücher wurden von Rudolf Steiner in den Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus 1901, II. Jahrgang, Nr. 52, rezensiert. Steiner hielt vieles in diesen Schriften für unreif und nichts für neu erdacht, fand jedoch den Idealismus, der sich darin aussprach, „im höchsten Maß erfrischend.“<ref name="Dreigliederung">Steiners Rezension, online unter bluemountain.princeton.edu</ref> Hatte Kunowskis erstes Werk noch zur Verbreitung von Volks- und Rassenantipathien missbraucht werden können, so stellte Steiner jetzt zufrieden fest, dass der Autor sich z. B. dezidiert gegen den Antisemitismus aussprach und alle Völker zum Kunstschaffen aufrief – wenn auch unter der Ägide der Deutschen, wie er mit einem Kunowski-Zitat belegte: „Wir Deutschen sind bestimmt, daß wir die Form der umzubildenden Welt allen Völkern vorbehalten, sie alle herbeirufen, das Werk durchzuführen, vornehmlich die Romanen und Semiten, denen wir Unendliches verdanken, mit denen wir, im Unendlichen einig, auch die Endlichkeit des Irdischen gemeinsam erweitern werden. In dieser liebevollen Gerechtigkeit liegt die Zukunft des Deutschen, liegt sein Weltreich geborgen, seine Verjüngung zu einem neuen Menschen, zu einem neuen Volk.“<ref name="Dreigliederung" />

Kunowski äußerte sich auch programmatisch zu Gebrauchsgegenständen, etwa dem Telefon: „Der Besitzer des Telefons oder eines Telegraphen wird zum sinnlosen Schwätzer werden, wenn nicht die kunstvolle Gestalt dieser Apparate oder ihrer Umgebung ihn zwingen, ihnen nur würdige Dinge anzuvertrauen“.<ref>Immer schön sachlich, online unter immer-schoen-sachlich.de</ref>

Schüler

Datei:Malschulen Katalog der Berliner Secession 1909 130.jpg
Sommerschule in Eppan (1909)

Zu Lothar von Kunowskis Schülern gehörten Gerd Arntz<ref>Arntz' Biographie, online unter remmertundbarth.de</ref>, Otto Freundlich<ref>Freundlich, Otto. In: Ostdeutsche Biografie (Kulturportal West-Ost)</ref>, Heinrich Kamps<ref> Kamps, Heinrich, Kurzbiografie auf der Website der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, online unter exilarchiv.de.</ref>, Lothar Homeyer<ref name="DuMont" />, Anton Lamprecht<ref>Lamprechts Biographie, online unter kunst-sandra.de</ref>, Robert Pudlich<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pudlichs Biographie (Memento vom 26. August 2011 im Internet Archive), online unter schaffendesvolk.sellerie.de</ref>, Heinrich Richter-Berlin<ref name="DuMont" />, Kurt Hermann Rosenberg (1884–1975)<ref>Allgemeines Künstler-Lexicon S. 239, online unter archive.org.</ref>, Arnold Topp<ref>Topps Biographie, online unter kettererkunst.de</ref>, Werner Vogel, Albert Wigand<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wigands Biographie (Memento vom 4. Mai 2014 im Internet Archive), online unter albertwigand.de</ref>, John Dähmcke<ref>Allgemeines Künstler-Lexicon, S. 59, online unter archive.org</ref>, Anton Räderscheidt<ref>Ulrich S. Soénius (Hrsg.): Kölner Personen-Lexikon. Greven-Verl, Köln 2008, ISBN 978-3-7743-0400-0, S. 433.</ref> und Gerta Overbeck.

Bibliographie

Datei:Lothar von Kunowski Rhythmus und Bilderbogen 1903 Titel.jpg
Rhythmus und Bilderbogen (1903), mit Buchschmuck von Johann Vincenz Cissarz
  • Durch Kunst zum Leben. Bände 1–8. Eugen Diederichs Verlag, Jena DNB 998359300
    • Band 1: Gesetz, Freiheit und Sittlichkeit des künstlerischen Schaffens. 220 Seiten. Diederichs, Leipzig 1901 DNB 998359424
    • Band 2: Ein Volk von Genies. Jena 1901
    • Band 3: Schöpferische Kunst. Diederichs, Leipzig 1902
    • Band 4:
    • Band 5: Licht und Helligkeit. Zusammen mit Gertrud von Kunowski.<ref name="books-bkcqcgAACAAJ-">Lothar Kunowski: Licht und Helligkeit. Diederichs, 1906 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> 390 Seiten. 8 Tafeln. Diederichs, Jena 1906. DNB 99835936X
    • Band 6:
    • Band 7: Rhythmus und Bilderbogen. Grundsätze meiner Zeichenschule. Eugen Diederichs Verlag, Leipzig 1903
    • Band 8:
  • Unsere Kunstschule. Zusammen mit Gertrud von Kunowski. 218 Seiten. Dr. Albrecht von Kunowski, Verlag für Nationalstenographie, 1910
  • Orpheus : Philosophie der Kunst und Kunsterziehung. Diederichs, Jena 1925
  • Die Kunsthochschule. Einführung in Lehrgang und Ziele. Verlag der staatlichen Kunstakademie zu Düsseldorf, Düsseldorf 1929

Literatur

Weblinks

Commons: Lothar von Kunowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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