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Lovosice

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(Weitergeleitet von Lobositz)

{{#if: behandelt die tschechische Stadt Lovosice mit deutschem Namen Lobositz. Zum gleichnamigen Schiff siehe Königstein (Schiff, 1892).

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}} Vorlage:Infobox Ort in Tschechien

Lovosice (Vorlage:Audio; deutsch Lobositz) ist eine Industriestadt in der Aussiger Region in Tschechien.

Datei:KLG 0478 Lovosice.jpg
Lovosice, Luftaufnahme (2019)

Geographische Lage

Die Stadt liegt im nördlichen Böhmen in 151 m Höhe am Fuß des Lovoš (Lobosch, 570 m) im Süden des Böhmischen Mittelgebirges am linken Ufer der Elbe, deren Verlauf hier ein Knie bildet: Von Osten kommend, wendet sich der Fluss in einem 90°-Bogen nach Norden. Die Stadt befindet sich im Mündungsgebiet der Modla (Model) in die Elbe. Nach Süden zur Hauptstadt Prag sind es etwa 70 km, zur Staatsgrenze im Norden nach Zinnwald (Sachsen/Deutschland) etwa 40 km, bis zur ehemaligen Kreisstadt Litoměřice (Leitmeritz) im Osten etwa 10 km.

Stadtgliederung

Für Lovosice sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Hlavní nádraží, K Lukavci, Lovosice-střed, Lovošská, Na médii, Nový Klapý, Ostrov, Pod Lovošem, Prosmyky (Prosmik), Stadion, Teplická, Terezínská, U Labe, U zastávky, V cihelně und Za tratí.<ref>uir.cz</ref>

Das Stadtgebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Lovosice und Prosmyky.<ref>uir.cz</ref>

Geschichte

Frühe Besiedlung

Erste Menschen siedelten in diesem Gebiet bereits Jahrtausende vor Christus: es gibt Ausgrabungen aus der Frühzeit (3800–2000), aus der Bronzezeit und der folgenden Eisenzeit. Im ersten Jahrhundert nach Christus ließ sich der Stamm der Markomannen hier an der Elbe nieder, der im 5. und 6. Jahrhundert nach und nach durch Slawen verdrängt wurde.

Erste namentliche Erwähnung und wechselnde Eigentümer

Urkundlich wurde Lobositz erstmals am 12. April 1143 im Zusammenhang mit der Übertragung des Dorfs an das neu gegründete Kloster Strahov durch Herzog Vladislav II. erwähnt. 1248 kaufte es eine Familie aus dem nahen Leitmeritz, die Lobositz schon bald wieder an das Kloster Altzella bei Meißen abtrat. Dem Kloster gelang es 1348, das einträgliche Fährrecht für den Ort zu erlangen. Durch Verpfändung kam Lobositz 1415 zunächst an die Ritter vom Schloss Kladno und 1511 an den sächsischen Hofmarschall Heinrich von Schleinitz, wobei Altzella noch lange Zeit Ansprüche auf den Ort geltend machte.

Datei:Lovosice, Lovoš, pohled na město Lovosice.JPG
Blick vom Lobosch auf Lobositz
Datei:Kaplička, bitva u Lovosic.jpg
Kapelle zur Erinnerung an die Schlacht bei Lobositz

In den Hussitenkriegen erlitt Lobositz beträchtliche Zerstörungen, die vor allem Folge der Kämpfe um die benachbarten kaisertreuen Burgen Hasenburg und Kostial waren. Ab 1545 erbaute Georg von Schleinitz am Platz einer alten Feste ein Schloss im Renaissancestil. Der Ort gelangte Ende des 15. Jahrhunderts an die Herren von Waldstein, die 1600 vom Kaiser Rudolf II. das Stadtrecht für Lobositz erhielten, wogegen Leitmeritz erfolglos prozessierte. 1653 kam die Stadt zur Markgrafschaft Baden, 1783 an die Schwarzenbergischen Fürsten.

Datei:Lobositz um 1900.jpg
Lobositz um 1900

Die erste Schlacht des Siebenjährigen Kriegs, in der sich Preußen und Österreicher gegenüberstanden, fand 1756 bei Lobositz statt (Schlacht bei Lobositz) und brachte der Stadt schwere Zerstörungen. Feuersbrünste in den Jahren 1787, 1796 und 1809 verursachten weitere Schäden. Im 19. Jahrhundert nahm die Stadt u. a. auch durch den frühen Eisenbahnanschluss in Richtung Prag und Aussig einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Lobositz eine chemische Versuchsanstalt, mehrere Fabriken und Produktionsbetriebe, und es wurde Obst- und Weinanbau betrieben.<ref name="MGKL" /> Auch die Bevölkerung nahm stark zu. Lobositz gehörte am Ende des 19. Jahrhunderts innerhalb der Habsburger Monarchie zur böhmischen Bezirkshauptmannschaft Leitmeritz und war Sitz eines Bezirksgerichtes.

Lobositz ab dem 20. Jahrhundert

Nach Entstehung der Tschechoslowakei 1918 wurden die Fürsten von Schwarzenberg teilenteignet, von einer Bodenreform 1926 profitierten in erster Linie die böhmischen (nun: tschechischen) Gutsarbeiter. Es gab bis zu Beginn der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Lobositz reges jüdisches Leben.

Nach dem Münchner Abkommen gehörte Lobositz vom 30. September 1938 bis 1945 als Teil des Sudetenlands zum Landkreis Leitmeritz, Regierungsbezirk Aussig, im Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reichs.

Vom 20. Mai 1944 bis 7. Mai 1945 vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges existierte im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg, dessen 84 Häftlinge Zwangsarbeit für die SS Truppenbetreuung verrichten mussten.<ref name="KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Dr. Jörg Skriebeleit">Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Abgerufen am 6. Juli 2016</ref>

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die deutschen Einwohner auf Grund der Beneš-Dekrete enteignet und vertrieben. In den 1950er Jahren wurden große Teile des östlichen Nachbarortes Prosmyky (Prosmik) für den Bau eines Kohlehafens abgetragen. Die Verschiffung der auf dem Schienenweg aus dem Brüxer Revier ankommenden Brennstoffe elbaufwärts nach Ostböhmen erwies sich als untaugliches Bemühen, da die Lastschiffe flussabwärts ohne Ladung zurückkehrten. Nach Einstellung des Kohlehafens entstand in den 1970er Jahren ein Industriegebiet für das nunmehr eingemeindete Prosmyky, dessen alte Bebauung vollständig abgerissen wurde.

Bevölkerung

Die Einwohnerschaft war seit dem Dreißigjährigen Krieg durch die habsburgische Politik zunehmend deutsch geprägt. Die tschechische Zuwanderung nahm Ende des 19. Jahrhunderts zu und erreichte in der Ersten Tschechoslowakischen Republik ihren Höhepunkt. Unweit der Stadt verlief die Sprachgrenze.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Deutsche Tschechen Anmerkungen
1830 1.122 in 163 Häusern, darunter 117 Israeliten<ref name="JGS">Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis. Prag 1833, S. 98, Ziffer 1).</ref><ref>Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 197, Ziffer 19).</ref>
1854 1.396 Stadtfläche 1587 Joch 1270 Klafter
1880 4.273 3.687 522 (für Stadtfläche keine Angabe)
1890 4.269 3.721 501 Stadtfläche 908 ha
1900 4.583 3.927 586 Stadtfläche 908 ha, meist deutsche Einwohner<ref name="MGKL">Vorlage:Meyers-1905</ref>
1910 5.076 4.212 789 Stadtfläche 908 ha
1921 5.088 3.440 1.492 Stadtfläche 908 ha
1930 5.929 3.711 1.999 Stadtfläche 908 ha
1939 5.151 Stadtfläche 908 ha
1943 6.245 Stadtfläche 908 ha

Bevölkerungsentwicklung nach Ende des Zweiten Weltkriegs<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

(Stand: 31.12. des jeweiligen Jahres)

Jahr Einwohner
1971 Vorlage:09.414
1980 11.772
1990 12.635
2000 Vorlage:09.451
Jahr Einwohner
2010 8.816
2020 8.715
2022 8.803
Datei:Zámeček zezadu.jpg
Schloss
Datei:Lovosice, sady a kostel.JPG
Wenzelskirche
Datei:Lovosice-WJP.jpg
Blick auf Lovosice

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Heiliger Wenzel, 1745 eingeweiht
  • Rathaus
  • Schwarzenbergisches Schloss, bis 1848 Mittelpunkt der Herrschaft Schwarzenberg, ist vom historischen Baubestand erhalten, wurde nach dem Stadtbrand im barocken Stil wieder aufgebaut

Verkehr

Eisenbahnstrecken

Fernstraßen

  • Autobahn D 8 (E 55): Prag–(Grenze zu Deutschland)–Dresden (Ausfahrten Lovosice-vychod [Ost] und Lovosice-západ [West])
  • Staatsstraße I/8 (E 55) Lovosice–Abzw. Straße 608-Teplice–Cínovec-Altenberg (Erzgebirge).
  • Staatsstraße I/30 Lovosice–Ústí nad Labem im Elbtal
  • Staatsstraße I/15 Most–Lovosice (Elbebrücke)–Litoměřice

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Okres Litoměřice

Vorlage:Normdaten