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Lesche (Architektur)

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Lesche (Vorlage:GrcS, Plural: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) bezeichnet in der Antike einen Versammlungsraum oder ein Gebäude, in dem man zusammensitzen, verhandeln und reden konnte.

Funktion

Bei Homer<ref>Homer Odyssee 18.329</ref> und Hesiod<ref>Hesiod Werke und Tage 493</ref> war die Lesche ein warmer, geschützter Ort, insbesondere eine Schmiede, und eine Herberge oder Übernachtungsstätte der Mittellosen, daher manchmal etwas verrufen als ein Sammelpunkt von Müßiggängern und Schwätzern. Es gab sie häufig in der Nähe von griechischen Marktplätzen und Heiligtümern.

Lesche konnte aber auch den Versammlungsort eines Rats oder einer Körperschaft bedeuten. In Sparta hatte jede Phyle eine eigene Lesche, offenbar Gebäude von einiger Bedeutung. Pausanias erwähnt insbesondere die {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} und die {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.<ref>Pausanias Beschreibung Griechenlands 3.14.2, 3.15.8</ref>

Bei Plutarch erscheint die Lesche als Ort des Müßiggangs und Aufenthaltsort der Älteren, wo sie den größten Teil des Tages verbringen:

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Kurz gesagt: die Trinkhalle als moralische Anstalt. An anderer Stelle erwähnt Plutarch die spartanische Lesche als Ort einer düsteren Entscheidung. Dorthin würden nämlich die Neugeborenen von ihren Vätern gebracht, damit die Ältesten der Phyle sie untersuchten. Waren die Kinder wohlgeformt und frei von Missbildung, so durften sie leben, andernfalls wurden sie in einen Abgrund am Taygetos namens {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („die Ausgesetzten [sc. Kinder]“; von {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Ablage, Aussonderung“) geworfen.<ref>Plutarch Lykurg 16</ref>

Lesche der Knidier

Weiter gab es allgemein den Tempeln des Apollon zugehörige Versammlungs- und Beratungsorte, die dem Apollo Leschenorios ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) geweiht waren.<ref>Plutarch Über das E in Delphi 385B</ref>

Die bekannteste solche Weihung ist die der Knidier in Delphi, ein rechteckiger Saalbau mit 8 Innensäulen. Der Innenraum war geschmückt mit berühmten Gemälden des Polygnotos. Die rechte Wand zeigte die Eroberung Trojas und die Abfahrt der Hellenen, die linke den Besuch des Odysseus in der Unterwelt. Die Gemälde sind nicht erhalten, aber durch die detaillierte Beschreibung Pausanias’<ref>Pausanias Beschreibung Griechenlands 10.25ff</ref> in ihrem Aufbau rekonstruierbar, eine Aufgabe, mit der sich auch Goethe beschäftigte.

Etymologie

Es wurde schon im 19. Jahrhundert eine Beziehung vermutet zwischen dem griechischen Wort lescha (ionisch: lesche) und dem semitischen lischkah ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr |SERVICE={{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| }} | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | Ivrit | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | neuhebräisch | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | hebräisch}}}}}} | hebräisch}} |SUITABLE=iv modern prefix neu}}), das ein Nebengebäude eines Tempels für das gemeinsame Opfermahl bezeichnet, zum Beispiel mehrfach in Vorlage:Bibel/Link.<ref>William Robertson Smith: Die Religion der Semiten. Originaltitel: Lectures on the religion of the Semites. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1967. Nachdruck der Ausgabe von 1899, S. 406.</ref><ref>Originaltext: {{#switch: BHS | NA =BHS | OT | BHS =BHS | LXX =BHS | VUL =BHS | #default =BHS}}</ref> Der Wortklang legt eine Entlehnung des griechischen Wortes aus dem semitischen nahe, und eine entsprechende These wurde auch aufgestellt.<ref>Otto Schrader: Sprachvergleichung und Urgeschichte Jena 1907. Neudruck: Olms, 1980, S. 497.</ref>

Eine Untersuchung von Walter Burkert von 1990<ref>Walter Burkert: Lescha-liskah. 1990. Siehe Literatur.</ref> kommt aber zu dem Ergebnis, dass (wenn überhaupt) es sich bei dem hebräischen Wort um eine Entlehnung aus dem Griechischen oder einer anderen indogermanischen Sprache (möglicherweise über die Philister) handelt. Für eine solche Richtung der Entlehnung spricht schon die griechische Etymologie aus der Wurzel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (griechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Bett“; verwandt mit deutsch „liegen“, englisch „lie“), während das Wort im semitischen Raum außer im Tanach nicht belegt ist. Alternativ wird auch eine Ableitung von {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („sprechen, reden“) angenommen.<ref>{{ #if:Christoph Höcker|Christoph Höcker: |}}{{ #if:Lesche|Lesche|Lesche (Architektur) }}. In: {{#if:Vorlage:Str match|{{#switch: 7 | Suppl. 1 = Walter Eder, Johannes Renger (Hrsg.): Herrscherchronologien der antiken Welt. Namen, Daten, Dynastien | Suppl. 2 = Manfred Landfester (Hrsg.): Geschichte der antiken Texte. Autoren- und Werklexikon | Suppl. 3 = Anne-Maria Wittke, Eckart Olshausen, Richard Szydlak (Hrsg.): Historischer Atlas der antiken Welt | Suppl. 4 = Manfred Landfester, Brigitte Egger (Hrsg.): Register zur Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte. Register zu den Bänden 13–15/3 des Neuen Pauly | Suppl. 5 = Maria Moog-Grünewald (Hrsg.): Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart | Suppl. 6 = Peter Kuhlmann, Helmuth Schneider (Hrsg.): Geschichte der Altertumswissenschaften. Biographisches Lexikon | Suppl. 7 = Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon | Suppl. 8 = Peter von Möllendorff, Annette Simonis, Linda Simonis (Hrsg.): Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik | Suppl. 9 = Manfred Landfester (Hrsg.): Renaissance-Humanismus. Lexikon zur Antikerezeption | Suppl. 10 = Anne-Maria Wittke (Hrsg.): Frühgeschichte der Mittelmeerkulturen. Historisch-archäologisches Handbuch | Suppl. 11 = Falko Daim (Hrsg.): Byzanz. Historisch-kulturwissenschaftliches Handbuch | Suppl. 12 = Leonhard Burckhardt, Michael A. Speidel (Hrsg.): Militärgeschichte der griechisch-römischen Antike. Lexikon | Suppl. 13 = Joachim Jacob, Johannes Süßmann (Hrsg.): Das 18. Jahrhundert. Lexikon zur Antikerezeption in Aufklärung und Klassizismus | Suppl. 14 = Konrad Vössing, Matthias Becher, Jan Bemmann (Hrsg.): Die Germanen und das Römische Reich. Historisch-archäologisches Lexikon }} (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band {{#invoke:Str|cropleft|7|7}}). Metzler, Stuttgart/Weimar|Der Neue Pauly (DNP). {{#if:7|Band 7,|}} Metzler, Stuttgart}} {{#switch: 7 | 1 = 1996 | 2 = 1997 | 3 = 1997 | 4 = 1998 | 5 = 1998 | 6 = 1999 | 7 = 1999 | 8 = 2000 | 9 = 2000 | 10 = 2001 | 11 = 2001 | 12/1 = 2002 | 12/2 = 2002 | 13 = 1999 | 14 = 2000 | 15/1 = 2001 | 15/2 = 2002 | 15/3 = 2003 | 16 = 2003 | Suppl. 1 = 2004 | Suppl. 2 = 2007 | Suppl. 3 = 2007 | Suppl. 4 = 2005 | Suppl. 5 = 2008 | Suppl. 6 = 2012 | Suppl. 7 = 2010 | Suppl. 8 = 2013 | Suppl. 9 = 2014 | Suppl. 10 = 2015 | Suppl. 11 = 2016 | Suppl. 12 = 2022 | Suppl. 13 = 2018 | Suppl. 14 = 2023 | #default = 1996–2023 }}, ISBN {{#switch: 7 | 1 = 3-476-01471-1 | 2 = 3-476-01472-X | 3 = 3-476-01473-8 | 4 = 3-476-01474-6 | 5 = 3-476-01475-4 | 6 = 3-476-01476-2 | 7 = 3-476-01477-0 | 8 = 3-476-01478-9 | 9 = 3-476-01479-7 | 10 = 3-476-01480-0 | 11 = 3-476-01481-9 | 12/1 = 3-476-01482-7 | 12/2 = 3-476-01487-8 | 13 = 3-476-01483-5 | 14 = 3-476-01484-3 | 15/1 = 3-476-01485-1 | 15/2 = 3-476-01488-6 | 15/3 = 3-476-01489-4 | 16 = 3-476-01486-X | Suppl. 1 = 3-476-01912-8 | Suppl. 2 = 978-3-476-02030-7 | Suppl. 3 = 978-3-476-02031-4 | Suppl. 4 = 3-476-02051-7 | Suppl. 5 = 978-3-476-02032-1 | Suppl. 6 = 978-3-476-02033-8 | Suppl. 7 = 978-3-476-02034-5 | Suppl. 8 = 978-3-476-02468-8 | Suppl. 9 = 978-3-476-02469-5 | Suppl. 10 = 978-3-476-02470-1 | Suppl. 11 = 978-3-476-02422-0 | Suppl. 12 = 978-3-476-02471-8 | Suppl. 13 = 978-3-476-02472-5 | Suppl. 14 = 978-3-476-02473-2 | #default = 3-476-01470-3 }}{{#if:87|, {{#switch: 7 | 16 | Suppl. 1 | Suppl. 2 | Suppl. 3 | Suppl. 4 | Suppl. 5 = S.  | #default = Sp.  }}87{{#if:|{{#ifexpr: 87 <> |–|}}|}}|}}{{#if:|, {{{Fundstelle}}}}}{{#if:| ({{{6}}})}}.{{#invoke:TemplatePar|match |template=Vorlage:DNP |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:DNP |format=@@@ |1=1=* |2=2=n |3=3=n |4=4=* |5=5=* |6=6=* |7=Fundstelle=*}}{{#if: 7|{{#switch: 7 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12/1 | 12/2 | 13 | 14 | 15/1 | 15/2 | 15/3 | 16 | Suppl. 1 | Suppl. 2 | Suppl. 3 | Suppl. 4 | Suppl. 5 | Suppl. 6 | Suppl. 7 | Suppl. 8 | Suppl. 9 | Suppl. 10 | Suppl. 11 | Suppl. 12 | Suppl. 13 | Suppl. 14 = | #default = Vorlage:DNP: Ungültige Bandnummer. }}|}}</ref>

Literatur

  • Walter Burkert: Lescha-liskah: Sakrale Gastlichkeit zwischen Palästina und Griechenland. In: B. Janowski u. a. (Hrsg.): Religionsgeschichtliche Beziehungen zwischen Kleinasien, Nordsyrien und dem Alten Testament. Internationale Symposion Hamburg, 17.–21. März 1990. (Orbis Biblicus et Orientalis 129). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-53764-6, S. 19–38
  • {{ #if:Walter Hatto Groß|Walter Hatto Groß: |}}{{ #if:Lesche|Lesche|Lesche (Architektur) }}. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 3, Stuttgart {{#switch: 3

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  • Robert B. Kebric: The paintings in the Cnidian Lesche at Delphi and their historical context. Brill, Leiden 1983, ISBN 90-04-07020-6.
  • Michael Maass: Das antike Delphi. Orakel, Schätze und Monumente. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-10940-6, S. 178–180.
  • Philip Smith: Lesche. In: William Smith: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities. John Murray, London 1875, S. 681 (online auf: penelope.uchicago.edu)
  • Klaus Stähler: Die Lesche der Knidier – ein Neoptolemosheroon? In: Boreas. Münstersche Beiträge zur Archäologie. Bd. 12 (1989) S. 15f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />