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Leibnizschule Hannover

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Leibnizschule (Hannover))
Leibnizschule
Datei:Leibniz Schule Hannover.jpg
Schulform Gymnasium
Adresse Röntgenstraße 8
30163 Hannover
Ort Hannover List
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 23′ 38″ N, 9° 45′ 0″ OKoordinaten: 52° 23′ 38″ N, 9° 45′ 0″ O
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Schüler etwa 1000
Lehrkräfte etwa 90
Leitung Susanne Bürig-Heinze<ref name="Schulleitung">Schulleitung. In: www.leibnizschule-hannover.de. Abgerufen am 26. Dezember 2021.</ref>
Website www.leibnizschule-hannover.de

Die Leibnizschule ist ein Gymnasium in Hannover im Stadtteil List. Es hat die Schwerpunkte Sprachen, Mathematik/Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, sowie seit ein paar Jahren Kunst/Musik. Als offene Ganztagsschule unterhält sie eine eigene Mensa und hat sich der Thematik der Ökologie verpflichtet.

Geschichte

Datei:Karl F. Wunder PC 0700 Hannover. Alte Cellerheerstraße.jpg
Das frühere Schulgebäude (Bildmitte) um 1900 unmittelbar neben dem Königlichen Zellengefängnis
Datei:Hermann Scheuernstuhl Schauspiel und Musik 1955 Aula der Leibnizschule Hannover Röntgenstraße 8 Blick Richtung Schule.jpg
Skulptur „Schauspiel und Musik“ (1954) von Hermann Scheuernstuhl an der Aula

Die Einrichtung wurde 1874 als „Realschule 1. Ordnung“ gegründet. 1876 begann mit einem eigenen Schulbau auf dem noch relativ unbebauten Steintorfeld an der (Alten) Celler Heerstraße (der heutigen Lister Meile), jedoch direkt neben dem Königlichen Zellengefängnis. Erst beim Unterrichtsbeginn im neuen Gebäude 1878 erhielt die Schule ihren heutigen Namen und entwickelte sich in der Folge zum „Reformgymnasium“, das im gymnasialen Zug die Sprachenfolge Französisch, Lateinisch und Griechisch lehrte, im „Realgymnasialen Zug“ Englisch anstelle von Griechisch. Seit 1906 konnten „externe Mädchen“ ebenfalls das Abitur ablegen, es wurde jedoch noch nicht koedukativ unterrichtet.

Zum 50. Gründungsjubiläum übergaben ehemalige Schüler und Freunde der Schule ein eigenes Landheim auf dem Burgberg in Gehrden, das die Schule als baufällig 1964 wieder verkaufte.

Kurze Zeit nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten tat sich die Leibnizschule besonders hervor: Fritz Heiligenstaedt, Direktor der Schule, stellvertretender Leiter der Städtischen Abendschule sowie Leiter der „Beratungsstelle für das volkstümliche Büchereiwesen in der Provinz Hannover“, meldete 1933 zum Zwecke der Bücherverbrennung in Hannover die „Reinigung“ seiner Büchereien.<ref name="Olivia">Rainer Hoffschildt: Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. In: Olivia. Die bisher geheime Geschichte des Tabus Homosexualität und der Verfolgung der Homosexuellen in Hannover. Verein zur Erforschung der Geschichte der Homosexuellen in Niedersachsen, Hannover 1992, Selbstverlag, ISBN 3-9802909-0-5, S. 87ff.</ref> Schon zuvor war die Schule zur Sammelstelle für die an der Bismarcksäule zu verbrennenden Bücher auserkoren worden.<ref>siehe Flugblatt, abgebildet bei Rainer Hoffschildt: Olivia … (siehe Literatur)</ref>

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Schule zur reinen Oberschule für Jungen, die ab 1937 schon nach 12 Jahren Schulzeit das Abitur ablegen konnten. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Schüler der Oberstufe als Flakhelfer dienstverpflichtet. Durch die Luftangriffe auf Hannover wurde das Schulgebäude 8./9. Oktober 1943 weitgehend zerstört. Allerdings konnte man noch 1947 anlässlich der ersten Export Messe 1947 hier Lebensmittelkarten umtauschen.<ref>Quelle: Umschlagrücken Patent-Stadtplan Wegweiser durch Hannover / Guide through Hanover, Falk-Landkarten-Verlag, Emil Falke, Hamburg 1947.</ref> Ersatzweise wurde bis März 1945 im Gebäude der ehemaligen Elisabeth-Granier-Schule am Bonifatiusplatz unterrichtet. Doch auch dieses Gebäude erlitt Kriegsschäden und wurde zeitweilig für andere Zwecke beschlagnahmt.<ref>Hans Kammel: Elisabeth-Granier-Schule. In: Stadtlexikon Hannover. S. 158.</ref> Nach dem Einmarsch der Alliierten wurde die Schule im Herbst 1945 mit der damaligen Herschelschule zur Vereinigten Leibniz- und Herschelschule vereinigt. Der Unterricht wurde im Gebäude der Sophienschule im Zooviertel wieder aufgenommen, um 1949 wieder in die Elisabeth-Granier-Schule verlegt zu werden. Im Herbst 1947 wurde der Name der Schule wieder zu Leibnizschule.<ref name="Herschel" /> 1951 konnten erstmals Aufenthalte im von der Herschelschule eingebrachten schuleigenen Schullandheim Nienstedt in Nienstedt am Deister angeboten werden, welches 2020 wegen nicht finanzierbarer Brandschutzkosten geschlossen werden musste. 1954 hatten die Architekten Karl Otto und Wilfried Ziegemeier den Neubau in der Röntgenstraße fertiggestellt.<ref name="Chronik">Leibnizschule in der Hannover Chronik</ref> Im selben Jahr eröffnete das Landestheater in der dortigen Aula eine Studio-Bühne.<ref name="Chronik" /> Die Außenwand der Aula hatte Hermann Scheuernstuhl mit einer Skulptur gestaltet.<ref>Hugo Thielen: Scheuernstuhl, Hermann. In: Stadtlexikon Hannover S. 540.</ref>

Über die 1960er Jahre finden sich in den autobiografischen Notizen „Die Glücksverwöhnten - Ein früher Babyboomer wird erwachsen“ des Publizisten Henning von Vieregge Beschreibungen der Leibnizschule aus Schülersicht.<ref>Die Glücksverwöhnten von Henning von Vieregge - Buch. Abgerufen am 24. Juni 2025.</ref>

Über die 1960er und frühen 1970er Jahre an der noch immer als reine Knabenlehranstalt geführt Leibnizschule schrieb der ehemalige Schüler Wolfram Hänel unter dem Pseudonym Kurt Appaz seinen autobiographischen Roman Klassentreffen. Bekenntnisse eines ehemaligen Oberschülers.<ref>Wolfram Hänel: Biographie Wolfram Hänel und Ulrike Gerold auf der Seite haenel-buecher.weebly.com, zuletzt abgerufen am 6. September 2016.</ref>

1978 wurden die Jahrgänge 5 und 6 in die schulformunabhängige Orientierungsstufe (bis 2003) abgetrennt. Seit 1980 wird erstmals in der Schulgeschichte koedukativ unterrichtet.

Im Jahr 2010 wurde mit dem Neubau der Leibnizschule begonnen. Die zwei neuen Schultrakte und die neue Sporthalle entsprechen der Passivhausrichtlinie und wurden 2011 fertiggestellt. Nach Abschluss des letzten Bauabschnittes im Sommer 2012 wurden alle Bereiche wieder am Stammsitz in der Röntgenstraße vereinigt und die Außenstelle in Bothfeld aufgelöst.

Im Rahmen der Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2013/2014 Anfang Juni 2013 hat die Leibnizschule ein weiteres Mal mit Abstand die meisten Anmeldungen aller hannoverschen Gymnasien erhalten. Auf jeden der zu vergebenden Plätze entfielen mehr als zwei Anmeldungen.<ref>Leibnizschule Hannover: Informationen und Termine, 22. Jahrgang Nr. 2, August 2013.</ref>

In der Projektwoche Ende Juni 2013 wurde unter Mitwirkung aller Schüler und Lehrer ein Imagefilm in Form eines Lipdubs produziert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />900 Schüler der Leibnizschule Hannover werden zu Videostars (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.haz.de Hannoversche Allgemeine vom 28. Juni 2013.</ref> Der Film wurde im Rahmen des Wettbewerbs Kulturkometen 2012/13 mit dem 1. Preis ausgezeichnet.<ref>KulturKometen: 1. Preis – Leibniz Libdub. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. November 2018; abgerufen am 3. November 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturkometen.de</ref>

Da in Niedersachsen das Abitur inzwischen ebenfalls nach 13 Jahren anstatt nach 12 Jahren geschrieben wird, wurde erneut ein Anbau eines weiteren Stockwerks auf die neuen Trakte beschlossen, welcher seit Sommer 2020 in die Praxis umgesetzt wird. Um trotzdem alle Klassen unterrichten zu können, errichtete die Schule auf dem Außensportplatz ein Containerdorf. Seit 2024 wird der Anbau regulär für den Unterricht genutzt, das Containerdorf soll nun als eine Flüchtlingsunterkunft dienen.

Räumlichkeiten

A-Trakt (Hauptgebäude): genutzt für Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern, beinhaltet auch die Aula, sowie einen Erste-Hilfe-Raum und Räume für den Hausmeister.

B-Trakt: beinhaltet größtenteils Klassenräume, die für regulären Unterricht genutzt werden, sowie die Räume der Schulleitung, Sekretariat, Lehrerzimmer und Erste-Hilfe (Schulsanitäter).

C-Trakt: wie der B-Trakt größtenteils Klassenräume, aber auch die Mensa, den Schulkiosk und einen Pausenaufenthaltsraum. Außerdem findet im C-Trakt auch der Musikunterricht statt.

S-Trakt (Sporthallen): drei in geteilter Nutzung mit der IGS List genutzte Sporthallen mit Umkleiden und Lagerräumen für Sportgeräte.

"Spielhalle": eine Sporthalle, die etwa 80 m von der Schule entfernt liegt, mit Umkleiden und Tribünen ausgestattet, mit Ascheweitsprungbahn draußen, direkt neben dem ehemaligen D-Trakt.

D-Trakt (Containerdorf): als Übergangslösung gedachte Klassenräume für die Oberstufe während des Anbaus auf den B- und C-Trakten, seit 2024 nicht mehr in Nutzung.

Kooperationspartner

Neben Einrichtungen wie Schülervertretung und Elternbeirat hat das Gymnasium laut eigener Darstellung<ref>Leibnizschule: Starke Partner. Abgerufen am 4. September 2017.</ref> folgende Kooperationspartner für ihre Schüler gewinnen können:

  • Hannover 96
  • SchulSportWelten in Kooperation mit dem Filmteam der Leibnizschule

Im Bereich des Journalismus können Schüler mit den folgenden Medien Erfahrungen sammeln:

Eine vertiefende Förderung erfolgt außerdem über

und, für auffallend begabte Schüler, mittels des

  • Vereins forschergeist

Das Gymnasium richtet sich auch zunehmend zum künstlerischen Bereich aus. So gibt es einen Schulchor, eine Instrumental-AG und eine Kooperation mit der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover.

Weitere Förderer

Datei:2015-01-19 Elektronikkurs für Kinder, ForscherGeist, Leibnizschule Hannover, (101).JPG
Eingang der Schule
Datei:2015-01-19 Elektronikkurs für Kinder, ForscherGeist, Leibnizschule Hannover, Binärballett (01).JPG
Die Zahl 1 im Dualsystem, dargestellt von Schülern der Leibnizschule als „lebendige“ Flipflops

Neben dem 1994 gegründeten gemeinnützigen Leibnizforum, dem Förderverein der Leibnizschule, unterstützt auch der schon 1909 gegründete Verband der Ehemaligen (Leibnizschüler) die Schule sowohl ideell als auch finanziell.<ref>Leibnizschule: Vereine. Abgerufen am 5. März 2011.</ref>

Personen

Schulleiter

  • 1887–1911: Ernst Ramdohr (1839–1922), Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhaus
  • 1927–1937: Fritz Heiligenstaedt (1887–1961),<ref name="Olivia" /> bereits Studienrat 1912–1921, Pädagoge und Ministerialbeamter, war organisatorisch beteiligt an der Bücherverbrennung in Hannover

Lehrer

Schüler

Literatur

  • Ulrich Junghanns, Karl-Wilhelm Steinwede, Martin Stupperich, Gerd Tiedje (Red.): Leibnizschule Hannover 1874–1999. 125 Jahre Gymnasium. Festschrift zum Jubiläum (Innentitel: 125 Jahre Leibnizschule Hannover. Ein Gymnasium im Zeichen der Reformen von 1874 bis 1999), herausgegeben von der Leibnizschule mit Unterstützung des Leibnizforums e. V. und des Verbandes ehemaliger Leibnizer VEL anlässlich ihres 125-Jubiläums, Hannover 1999
  • Hans Kammel: Leibnizschule. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 394.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references> <ref name="Herschel"> Georg Kirchhoff: Die Herschelsschule – es gab sie schon einmal! Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. April 2016; abgerufen am 4. September 2017. </ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste Gymnasien in HannoverVorlage:Hinweisbaustein