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Zwiebelbohrer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Lauchzwiebelbohrer)

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Zwiebelbohrer
Datei:Dyspessa ulula.jpg

Zwiebelbohrer (Dyspessa ulula), Männchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Holzbohrer (Cossidae)
Unterfamilie: Cossinae
Gattung: Dyspessa
Art: Zwiebelbohrer
Wissenschaftlicher Name
Dyspessa ulula
(Borkhausen, 1790)

Der Zwiebelbohrer (Dyspessa ulula), auch Lauchzwiebelbohrer, Lauchbohrer oder Käuzchen genannt, ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Holzbohrer (Cossidae).

Merkmale

Falter

Beide Geschlechter haben ähnliche Größen. So beträgt die Flügelspannweite bei den weiblichen Faltern 18 bis 25 Millimeter, diejenige der Männchen 19 bis 26 Millimeter.<ref name="de Freina"/> Die Färbung der Vorderflügel variiert von gelbgrau bis zu gelbbraun. Auf den Vorderflügeln ist eine unterschiedlich stark ausgeprägte weißliche Fleckenzeichnung zu erkennen. Der Apex ist relativ spitz, die Fransen sind gescheckt. Die Hinterflügel sind nahezu zeichnungslos hell ocker bis gelbgrau oder bräunlich gefärbt. Die Fühler der Männchen sind kurz doppelt kammzähnig, diejenigen der Weibchen verdickt und sehr kurz kammzähnig. Thorax und Abdomen sind zottig gelbbraun mit weißlichen Strähnen behaart. Die Weibchen haben einen etwas längeren Hinterleib mit vorstehender Legeröhre.

Ei, Raupe, Puppe

Das Ei hat eine tonnenähnliche Form, ist an den Enden abgerundet und hat eine rötliche Farbe.<ref name="Forster"/>

Erwachsene Raupen glänzen fleischfarben. Der Kopf ist bräunlich. Auf allen Segmenten befinden sich kurze, sehr dünne, helle Borsten.

Die Puppe ist mit mehreren Stacheln am Rücken bestückt.

Ähnliche Arten

Dyspessa kabylaria unterscheidet sich durch die wesentlich stärker gekämmten Fühler.<ref name="de Freina"/>

Geographische Verbreitung und Vorkommen

Der Zwiebelbohrer ist im mittleren und südlichen Europa lokal verbreitet. Im Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet durch Russland bis nach Zentralasien. Er kommt außerdem in Syrien, dem Iran, dem Irak sowie in einigen Gebieten Nordafrikas vor.<ref name="de Freina"/> Im Gebirge wurde er noch in 1900 Metern Höhe nachgewiesen.<ref name="de Freina"/> Die Art besiedelt bevorzugt sandige Felder und Steppenheiden.

Lebensweise

Die männlichen Falter fliegen vorwiegend am Vormittag im Sonnenschein oder am späten Abend auf der Suche nach den am Boden sitzenden Weibchen. Gelegentlich erscheinen sie auch an künstlichen Lichtquellen. Hauptflugzeit der univoltinen Art sind die Monate April bis Juli. Als Nahrung dienen den Raupen verschiedene Laucharten (Allium), beispielsweise Gelber Lauch (Allium flavum), Weinberg-Lauch (Allium vienale), Kugelköpfiger Lauch (Allium spaerocephalon) oder Knoblauch (Allium sativum).<ref name="Flora"/> Sie leben in den Zwiebeln. Die Entwicklung der Raupen ist mehrjährig.<ref name="de Freina"/>

Gefährdung

In Deutschland kommt der Zwiebelbohrer nur in wenigen Regionen vor. Die Art wird auf der Roten Liste gefährdeter Arten in Kategorie 2 (stark gefährdet) eingestuft.<ref name="BuNa"/>

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="de Freina"></ref> <ref name="Forster">Walter Forster, Theodor A. Wohlfahrt: Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Band 3: Spinner und Schwärmer. (Bombyces und Sphinges). Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1960, DNB 456642196.</ref> <ref name="BuNa">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783896241108 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref> <ref name="Flora">www.floraweb.de</ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Zwiebelbohrer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien