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Langfäden

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Langfäden
Datei:Combretum zeyheri, habitus, b, Schanskop.jpg

Combretum zeyheri

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Flügelsamengewächse (Combretaceae)
Unterfamilie: Combretoideae
Gattung: Langfäden
Wissenschaftlicher Name
Combretum
Loefl.

Die Langfäden<ref name="Zander2002" /> (Combretum) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Flügelsamengewächse (Combretaceae). Der weitere deutsche Trivialname „Flügelnüsse“ ist zu vermeiden, da er bereits für die Pflanzengattung Pterocarya vergeben ist.

Beschreibung

Datei:The Botanical register consisting of coloured figures of (1815) (20214093718).jpg
Illustration von Combretum coccineum aus The Botanical register consisting of coloured figures ..., 1815
Datei:Combretumfruticosum.jpg
Erscheinungsbild von Combretum fruticosum als Liane
Datei:Quisqualis malabarica Bedd. (8287131768).jpg
Blütenstand und Blüten im Detail von Combretum malabaricum
Datei:Combretum collinum 1.jpg
Laubblätter und geflügelte Frucht von Combretum collinum

Erscheinungsbild und Blätter

Die immergrünen oder laubabwerfenden Combretum-Arten sind immer verholzende Pflanzen, die seltener als selbständig aufrechte Bäume oder Sträucher bis Halbsträucher, aber meist als Lianen wachsen. Die dünnen Haare (Trichome) sind einzellig.

Die gegenständig, wirtelig, selten wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter besitzen meist Blattstiele, die manchmal, besonders bei kletternden Arten, als mehr oder weniger hakenförmige Dornen erhalten bleiben. Die meist einfachen Blattspreiten sind je nach Art in der Form sehr variabel, am häufigsten sind sie elliptisch, länglich-elliptisch oder breit-eiförmig. Die Blattflächen sind kahl oder behaart und oft auffällig beschuppt. Die Blattspreiten besitzen oft Domatien.

Blütenstände und Blüten

Die end-, seitenständigen oder zwischen den Knoten (Nodien) stehenden ährigen, traubigen oder rispigen Blütenstände sind einfach oder zusammengesetzt.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch oder seltener leicht zygomorph und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der zweiteilige Blütenbecher (Hypanthium) wird in einen unteren, röhrigen, stielartigen, etwa 2 Millimeter langen Teil, der den Fruchtknoten umgibt und oberen, becher-, schüsselförmigen Teil, der oft leuchtend gefärbt ist, gegliedert. Die meist vier- oder fünf, selten mehr Kelchblätter sind am oberen Ende des oberen Blütenbechers inseriert, meist mit vier- oder fünf, selten mehr oder gar keinen, dreieckigen bis pfriemlichen Kelchzähnen. Die meist vier bis fünf Kronblätter können auffällig sein und die Kelchzähne überragen oder klein sowie unscheinbar sein oder sogar fehlen. Die Farben der Kronblätter reichen von weiß über gelb sowie orangefarben bis rot or purpurfarben. Es sind meist ein oder meist zwei Kreise mit je vier oder fünf Staubblättern vorhanden, die meist die Kelchröhre überragen. Es kann ein kahler oder behaarter Diskus vorhanden sein. Der einkammerige Fruchtknoten ist unterständig. Der Griffel endet manchmal in einer mehr oder weniger ausgebreiteten Narbe.

Früchte und Samen

Die höchstens kurz gestielte, einsamige Scheinfrucht (Pseudokarp) ist meist trocken, selten fleischig und longitudinal vier- bis fünfflügelig bis -kantig. Es werden also samaroide Flügelnüsse gebildet. Das Perikarp ist meist dünn und papierartig, manchmal ledrig, selten fleischig. Die Früchte bleiben auch bei Reife meist geschlossen.

Ökologie

Die wenigen Arten, deren Blüten deutlich ausgebildete, auffällige Kronblätter besitzen werden von Schwärmern (Sphingidae) bestäubt.

An manchen Combretum-Arten fressen die Raupen von Coeliades forestan und Pseudaphelia apollinaris.<ref name="mozambiqueflora" />

Je nach Art erfolgt die Ausbreitung der Diasporen auf sehr unterschiedliche Weise.

Verbreitung

Die etwa 250 Combretum-Arten sind in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Sie kommt hauptsächlich im tropischen und Südlichen Afrika, außerdem in der Neotropis, im tropischen Asien und in Madagaskar vor. Ein Zentrum der Artenvielfalt liegt im afrotropischen Raum. Es gibt keine natürlichen Vorkommen von Combretum in Australien und auf Pazifischen Inseln. Sie stellt einige der wichtigsten Gehölzarten der sudano-sambesischen Savannen.

Systematik

Die Gattung Combretum wurde 1758 durch Pehr Löfling in Iter Hispanicum, S. 308 aufgestellt. Typusart ist Combretum fruticosum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Loefl.) Stuntz.<ref name="tropicos" /> Synonyme für Combretum <templatestyles src="Person/styles.css" />Loefl. sind: Aetia <templatestyles src="Person/styles.css" />Adans., Bureava <templatestyles src="Person/styles.css" />Baill., Cacoucia <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl., Calopyxis <templatestyles src="Person/styles.css" />Tul., Campylochiton <templatestyles src="Person/styles.css" />Welw. ex Hiern, Campylogyne <templatestyles src="Person/styles.css" />Welw. ex Hemsl., Chrysostachys <templatestyles src="Person/styles.css" />Pohl, Cristaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Sonn., Embryogonia <templatestyles src="Person/styles.css" />Blume, Forsgardia <templatestyles src="Person/styles.css" />Vell., Gonocarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />Ham., Grislea <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Hambergera <templatestyles src="Person/styles.css" />Scop., Kleinia <templatestyles src="Person/styles.css" />Crantz, Physopodium <templatestyles src="Person/styles.css" />Desv., Poivrea <templatestyles src="Person/styles.css" />Comm. ex Thouars, Schousboea <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Seguiera <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb. ex Oliv., Sheadendron <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Bertol., Sphalanthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Jack, Udani <templatestyles src="Person/styles.css" />Adans.<ref name="GRIN" /> Die etwa 17 Arten der Gattung Quisqualis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. gehören seit 2010 auch zur Gattung Combretum<ref name="Maurin2010" />.

Die Gattung Combretum gehört zur Subtribus Combretinae aus der Tribus Combreteae in der Unterfamilie Combretoideae innerhalb der Familie Combretaceae. Combretum ist die Typusgattung der Familie Combretaceae<ref name="GRIN" />.

Die Gattung Combretum wird in drei Untergattungen gegliedert:

  • Untergattung Apetalanthum <templatestyles src="Person/styles.css" />Exell & Stace:
    • Sie enthält nur eine Art: Combretum apetalum <templatestyles src="Person/styles.css" />Wall. ex Kurz.
  • Untergattung Cacoucia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aubl.) Exell & Stace: Sie enthält 13 Sektionen mit insgesamt etwa 78 Arten:
    • Sektion Poivrea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Comm. ex Thouars) Eichler: Sie enthält etwa 31 Arten.
    • Sektion Conniventia <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels: Sie enthält etwa 20 Arten.
  • Untergattung Combretum: Sie enthält etwa neun Sektionen mit etwa 170 Arten:
    • Sektion Angustimarginata <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels: Sie enthält etwa sechs südafrikanische Arten.
    • Sektion Ciliatipetala <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels: Sie enthält etwa zehn Arten in Afrika sowie auf der Arabischen Halbinsel.<ref name="Maurin2011" />
    • Sektion Macrostigmatea <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels: Sie enthält etwa vier Arten.
    • Sektion Spathulipetala <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels: Sie enthält nur eine Art.
    • Sektion Hypocrateropsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels: Sie enthält etwa sechs Arten.
    • Sektion Glabripetala <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels
    • Sektion Metallicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Exell
    • Sektion Campestria <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels
    • Sektion Breviramea <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. & Diels
Datei:Combretum aculeatum MS 10043.jpg
Blütenstand von Combretum aculeatum
Datei:Combretum acutum MHNT.BOT.2009.16.15.jpg
Früchte von Combretum acutum
Datei:Combretum albidum (Piluki) in Kinnarsani WS, AP W2 IMG 5781.jpg
Blütenstände von Combretum albidum
Datei:Combretum albidum (Piluki) Fruit near Hyderabad W IMG 7649.jpg
Fruchtstände von Combretum albidum
Datei:Combretum apiculatum, loof en vrugte, Phakama, a.jpg
Combretum apiculatum
Datei:Combretum bracteosum01.jpg
Combretum bracteosum
Datei:Combretum coccineum.jpg
Blütenstände von Combretum coccineum
Datei:Combretum collinum01.jpg
Combretum collinum
Datei:Starr 080716-9487 Combretum constrictum.jpg
Blütenstände von Combretum constrictum
Datei:Combretum fruticosum.jpg
Blütenstände von Combretum fruticosum
Datei:Russet Bushwillow (Combretum hereroense) (13625601564).jpg
Combretum hereroense
Datei:Combretum holstii.jpg
Blütenstände von Combretum holstii
Datei:Bunch of Flowers Malappoo.jpg
Blütenstände des Rangunschlingers (Combretum indicum)
Datei:Combretum kraussii, habitus, b, Louwsburg.jpg
Combretum kraussii
Datei:Pombeiro Branco (Combretum lanceolatum) flowers and buds ... (28471301563).jpg
Combretum lanceolatum
Datei:Combretum latifolium 16.JPG
Combretum latifolium
Datei:Quisqualis malabarica 03.JPG
Combretum malabaricum
Datei:Combretum micranthum Bild0729.jpg
Habitus von Kinkéliba (Combretum micranthum)
Datei:Combretum micranthum MS4291.JPG
Blätter und Früchte von Kinkéliba (Combretum micranthum)
Datei:Combretum microphyllum (inflorescence).jpg
Blütenstände von Combretum microphyllum
Datei:Combretum molle01.jpg
Combretum molle
Datei:Combretum mossambicense (vine).jpg
Blütenstände von Combretum mossambicense
Datei:Combretum sericeum MS 10060.jpg
Blütenstände von Combretum paniculatum
Datei:Combretum puctatum (17090384636).jpg
Combretum punctatum
Datei:Trambau.jpg
Combretum quadrangulare
Datei:Combretum rotundifolium.jpg
Blütenstände von Combretum rotundifolium
Datei:Combretum zeyheri MS2011ZA425.jpg
Combretum zeyheri

Die Gattung Combretum enthält etwa 250 Arten. Hier eine Artenauswahl:

Folgende Art wird einer anderen Gattung und Familie zugeordnet:

  • Combretum macrocarpum <templatestyles src="Person/styles.css" />P.Beauv.: Ist jetzt Petersianthus macrocarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />(P.Beauv.) Liben und wird in die Familie der Lecythidaceae eingeordnet.<ref name="GRIN" />

Nutzung

Zahlreiche Arten, beispielsweise Kinkéliba (Combretum micranthum), werden in der traditionellen Medizin in Afrika und Indien genutzt. Andere wie Combretum farinosum werden als Duftstoff in Kostemika verwendet<ref>Inhaltsstoffe/INCI: INCI Detail. Abgerufen am 10. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.

Quellen

  • Jie Chen, Nicholas J. Turland: Combretaceae., S. 316 textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 13: Clusiaceae through Araliaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)
  • A. W. Exell: Flora Zambesiaca, Volume 4, 1978: Combretaceae: Combretum Loefl. (Abschnitt Beschreibung)
  • Olivier Maurin: Dissertation, University of Johannesburg, Dezember 2009: A phylogenetic study of the family Combretaceae with emphasis on the genus Combretum in Africa: PDF. (Abschnitte Beschreibung, Systematik und Verbreitung)

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="tropicos"> Combretum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Zander2002">Robert Zander: Zander. Handwörterbuch der Pflanzennamen. Hrsg. von Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold. 17. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2002, ISBN 3-8001-3573-6.</ref> <ref name="Maurin2010"> Oliver Maurin, Mark W. Chase, M. Jordaan, Michelle van der Bank: Phylogenetic relationships of Combretaceae inferred from nuclear and plastid DNA sequence data: implications for generic classification, In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 162, Issue 3, 2010, S. 453–476. doi:10.1111/j.1095-8339.2010.01027.x PDF.</ref> <ref name="Maurin2011"> Oliver Maurin, A. E. VanWyk, M. Jordaan, Michelle van der Bank: A new species of Combretum section Ciliatipetala (Combretaceae) from southern Africa, with a key to the regional members of the section, In: South African Journal of Botany, Volume 77, Issue 1, 2011 S. 105–111: PDF. </ref> <ref name="mozambiqueflora"> Eintrag in der Flora of Mozambique. </ref> <ref name="FoC"> Jie Chen, Nicholas J. Turland: Combretaceae., S. 316 textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 13: Clusiaceae through Araliaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Langfäden (Combretum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien