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Landkreis Villingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Landkreis Villingen COA.svg
Basisdaten (Stand 1972)
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(98612) 48° 5′ N, 8° 25′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(98612) 48° 5′ N, 8° 25′ O
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Bestandszeitraum: 1938–1972
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Südbaden
Verwaltungssitz: Villingen im Schwarzwald
Fläche: 451 km²
Einwohner: 98.612 (27. Mai 1970)
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: VL (1956–1971)
VS (1972)
Kreisschlüssel: 08 3 46
Kreisgliederung: 37 Gemeinden
Lage des Landkreises Villingen in Baden-Württemberg
<imagemap>

Bild:BW-AlteLandkreise-VL.png|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte

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Der Landkreis Villingen war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde. Im letzten Jahr seines Bestehens hieß er Landkreis Villingen-Schwenningen und ging danach im Wesentlichen im Schwarzwald-Baar-Kreis auf.

Geographie

Lage

Der Landkreis Villingen lag im Südwesten Baden-Württembergs.

Geografisch hatte der Landkreis Villingen fast ausschließlich Anteil am Schwarzwald. Das südliche Kreisgebiet zählte zur Landschaft Baar. Die Kreisstadt Villingen im Schwarzwald (heute Villingen-Schwenningen) lag im Süden des Kreisgebiets.

Nachbarkreise

Seine Nachbarkreise waren 1971 im Uhrzeigersinn beginnend im Norden Wolfach, Rottweil, Tuttlingen, Donaueschingen und Emmendingen.

Geschichte

Bezirksamt Villingen

Die Stadt Villingen mitsamt den umliegenden Dörfern gehörte im 18. Jahrhundert zum Oberamt Breisgau in Vorderösterreich. Die Gegend gelangte in den Wirren der Franzosenzeit 1805 zum neugebildeten Großherzogtum Baden. In Baden wurde am 22. Juni 1807 in der Provinz des Oberrheins das Obervogteiamt Villingen eingerichtet. Ihm zugeteilt wurden zunächst die Städte Villingen und Bräunlingen sowie unter anderem die Orte Klengen, Obereschach, Pfaffenweiler, Überauchen und Unterkirnach.<ref>Regierungsblatt des Großherzogtums Baden 1807, S. 94</ref> Durch das Organisationsrescript vom 26. November 1809 wurde das Amt Villingen dem neuen Donaukreis zugeordnet.<ref>Großherzoglich Badisches Regierungsblatt 1809, S. 404</ref> Die Grenzen des Amtes wurden 1810 und 1813 geändert.<ref>Regierungsblatt des Großherzogtums Baden 1810, S. 357</ref><ref>Großherzoglich Badisches Regierungsblatt 1813, S. 133</ref> Als der Donaukreis 1819 aufgelöst wurde, kam das Amt Villingen zum Seekreis.<ref>Großherzoglich-Badisches Regierungsblatt 1819, S. 33</ref>

1864 wechselten die Gemeinden Brigach, Buchenberg, Peterzell und St. Georgen aus dem Bezirksamt Triberg zum Bezirksamt Villingen.<ref>Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt 1864, S. 309</ref> Das Bezirksamt Villingen gehörte seitdem zum Kreis Villingen im Landeskommissärbezirk Konstanz.<ref>Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt 1863, S. 399</ref>

Am 1. April 1924 kamen die Gemeinden Gremmelsbach, Langenschiltach, Nußbach, Rohrhardsberg, Schonach, Schönwald, Tennenbronn und Triberg des aufgelösten Bezirksamts Triberg zum Bezirksamt Villingen. Gleichzeitig wechselten die Gemeinden Langenbach, Linach, Schönenbach und Vöhrenbach aus dem Bezirksamt Villingen zum Bezirksamt Donaueschingen.<ref>Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt 1924, S. 9</ref> Am 1. Oktober 1936 wechselte auch die Gemeinde Grüningen aus dem Bezirksamt Villingen zum Bezirksamt Donaueschingen.<ref>Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt 1936, S. 81</ref>

Landkreis Villingen

Seit dem 1. Januar 1939 hieß das Bezirksamt Villingen Landkreis Villingen.<ref>ÖNB-ALEX - Deutsches Reichsgesetzblatt Teil I 1938. Abgerufen am 3. August 2024.</ref>

Der Landkreis Villingen fiel 1945 der Französischen Besatzungszone zu und gehörte somit bis 1952 zum neu umgrenzten südlichen Land Baden. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis Villingen zum Regierungsbezirk Südbaden. Durch die Gemeindereform veränderte sich das Kreisgebiet ab 1970 mehrmals: Am 1. September 1971 wurden die Gemeinden Biesingen, Oberbaldingen und Öfingen, am 1. Januar 1972 die Gemeinden Hochemmingen und Sunthausen und am 1. April 1972 die Gemeinde Unterbaldingen in die Stadt Bad Dürrheim eingegliedert und wechselten damit vom Landkreis Donaueschingen in den Landkreis Villingen. Am 1. Januar 1972 wurde die Kreisstadt Villingen mit der Stadt Schwenningen am Neckar, die dem Landkreis Rottweil angehört hatte, zur neuen Stadt Villingen-Schwenningen vereinigt. Zu diesem Anlass wurde der Kreis in Landkreis Villingen-Schwenningen umbenannt. Am 1. April 1972 wurde in die neue Stadt noch die Gemeinde Tannheim, Landkreis Donaueschingen, eingegliedert.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Villingen-Schwenningen aufgelöst. Seine Gemeinden gingen überwiegend im neu gebildeten Schwarzwald-Baar-Kreis auf, der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Villingen wurde. Eine Gemeinde (Tennenbronn) wurde dem vergrößerten Landkreis Rottweil angegliedert.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref>

Einwohnerentwicklung

Datum Einwohner Quelle
1814 12.925 <ref name="buechler1814">Johann L. Büchler: Das Großherzogthum Baden : nach seinen Kreisen, Hofgerichts-Provinzen u. Amtsbezirken. Müller, Karlsruhe 1814, OCLC 1069161075, S. 22, urn:nbn:de:bvb:12-bsb11253526-1 (digitale-sammlungen.de).</ref>
1834 15.932 <ref>Großherzogtum Baden (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Grossherzogthums Baden. Volkszählung 1834. Band 1836. Braun, Karlsruhe 1836, S. 269, urn:nbn:de:bvb:12-bsb11040955-0 (digitale-sammlungen.de).</ref>
1852 17.586 <ref>Badisches Ministerium des Inneren (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogthums Baden. Volkszählung 1852. Müller, Karlsruhe 1856, S. 16, urn:nbn:de:bsz:31-217873 (blb-karlsruhe.de).</ref>
1871 23.833 <ref>Badisches Handelsministerium (Hrsg.): Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung. Volkszählung 1871. Nr. 35. Müller, Karlsruhe 1874, S. 236 (google.com).</ref>
1890 25.124 <ref name="vz1890">Badisches Statistisches Bureau (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogthums Baden. Volkszählung 1890. Nr. 52. Müller, Karlsruhe 1893, S. 186 (blb-karlsruhe.de).</ref>
1910 32.744 <ref name="gvz">Kreis Villingen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. September 2024; abgerufen am 17. Februar 2026.</ref>
1925 48.477 <ref name="verw">verwaltungsgeschichte.de: Landkreis Villingen</ref>
1933 48.938 <ref name="verw" />
17. Mai 1939 53.960 <ref name="vz">Volkszählungsergebnis</ref>
13. September 1950 60.840 <ref name="vz" />
6. Juni 1961 83.312 <ref name="vz" />
27. Mai 1970 98.612 <ref name="vz" />

Politik

Landrat

Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Villingen 1807–1972:

Wappen

Das Wappen des Landkreises Villingen zeigte in von Silber und Blau gespaltenem Schild vorne ein rotes Johanniterkreuz, hinten einen schmalen silbernen Balken. Das Wappen wurde vom Innenministerium Baden-Württemberg am 16. Juni 1958 verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch das Kreisgebiet führte keine Bundesautobahn. Daher wurde der Kreis nur durch die Bundesstraße 33, Landesstraßen und Kreisstraßen erschlossen.

Gemeinden

Zum Landkreis Villingen gehörten ab 1936 zunächst 37 Gemeinden, davon 3 Städte, darunter die Kreisstadt Villingen im Schwarzwald, die seit dem 1. April 1956 eine Große Kreisstadt war.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Villingen machte am 1. Januar 1971 die Gemeinde Rohrhardsberg, die sich mit der Gemeinde Schonach im Schwarzwald vereinigte. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis, ab dem 1. Januar 1972 Landkreis Villingen-Schwenningen, schließlich am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Die größte Gemeinde des Landkreises war die Kreisstadt Villingen im Schwarzwald, im letzten Jahr des Bestehens Villingen-Schwenningen. Die kleinste Gemeinde war Herzogenweiler.

In der Tabelle stehen die Gemeinden des Landkreises Villingen vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden mit Ausnahme von Tennenbronn, das dem Landkreis Rottweil zugeordnet wurde, gehören heute zum Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Volkszählungsergebnisse in den Jahren 1961 und 1970.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982" />

frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohner
am 6. Juni 1961
Einwohner
am 27. Mai 1970
Bad Dürrheim Bad Dürrheim 3.469 5.022
Brigach St. Georgen im Schwarzwald 541 621
Buchenberg Königsfeld im Schwarzwald 895 991
Burgberg Königsfeld im Schwarzwald 447 539
Dauchingen Dauchingen 1.178 1.788
Erdmannsweiler Königsfeld im Schwarzwald 458 546
Fischbach Niedereschach 584 683
Gremmelsbach Triberg im Schwarzwald 622 620
Herzogenweiler Villingen-Schwenningen 109 146
Kappel Niedereschach 423 562
Kirchdorf Brigachtal 454 632
Klengen Brigachtal 968 1.399
Königsfeld im Schwarzwald Königsfeld im Schwarzwald 2.134 2.155
Langenschiltach St. Georgen im Schwarzwald 640 720
Marbach Villingen-Schwenningen 766 1.178
Mönchweiler Mönchweiler 1.863 2.636
Neuhausen Königsfeld im Schwarzwald 639 812
Niedereschach Niedereschach 1.235 1.484
Nußbach Triberg im Schwarzwald 1.205 1.295
Obereschach Villingen-Schwenningen 856 1.033
Oberkirnach St. Georgen im Schwarzwald 272 254
Peterzell St. Georgen im Schwarzwald 884 1.100
Pfaffenweiler Villingen-Schwenningen 811 1.029
Rietheim Villingen-Schwenningen 369 573
Rohrhardsberg Schonach im Schwarzwald 180 154
St. Georgen im Schwarzwald, Stadt St. Georgen im Schwarzwald 10.961 12.454
Schabenhausen Niedereschach 323 454
Schonach im Schwarzwald Schonach im Schwarzwald 4.089 4.659
Schönwald im Schwarzwald Schönwald im Schwarzwald 1.859 2.053
Stockburg St. Georgen im Schwarzwald 145 147
Tennenbronn Schramberg 3.318 3.701
Triberg, Stadt Triberg im Schwarzwald 5.991 5.666
Überauchen Brigachtal 417 544
Unterkirnach Unterkirnach 1.287 1.740
Villingen im Schwarzwald, Große Kreisstadt Villingen-Schwenningen 31.889 37.906
Weiler Königsfeld im Schwarzwald 401 467
Weilersbach Villingen-Schwenningen 630 849

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen VL zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1971 ausgegeben. Der am 1. Januar 1972 neu gebildete Landkreis Villingen-Schwenningen erhielt das Unterscheidungszeichen VS. Dieses wird im Schwarzwald-Baar-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur

  • Innenministerium und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg (Hrsg.): Die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs in Wort und Zahl, Heft 38: Landkreis Villingen. Stuttgart 1967, Digitalisat auf der Website der gemeinsamen statistischen Bibliothek der statistischen Ämter des Bundes und der Länder, PDF-Datei, 6,1 MB.

Einzelnachweise

<references />

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