Zum Inhalt springen

Landkreis Dessau-Köthen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Basisdaten<ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
Bestandszeitraum 1932–1950
Verwaltungssitz Köthen
Einwohner 81.840 (1939)
Gemeinden 123 (1950)
Wappen
Datei:Landkreis Dessau-Koethen.png

Der Landkreis Dessau-Köthen (ursprünglich Kreis Dessau-Köthen) bestand von 1932 bis 1950 im Freistaat Anhalt bzw. im Land Sachsen-Anhalt. Sein früheres Gebiet gehört heute größtenteils zur Stadt Dessau-Roßlau und zum Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Geschichte

Der Kreis Dessau-Köthen wurde am 1. Januar 1932 durch den Zusammenschluss der Kreise Dessau und Köthen gebildet.<ref>Verordnung über den Zusammenschluß der Kreise Dessau und Köthen vom 17. November 1931, in: Gesetzsammlung für Anhalt 1931, Nr. 20, S. 77</ref> Die Stadt Dessau wurde zunächst zum Verwaltungssitz bestimmt. Am 15. April 1933 wurde die Stadt Dessau ohne die 1930 eingemeindeten Landgemeinden Dellnau, Jonitz, Naundorf bei Dessau, Pötnitz und Scholitz ausgegliedert und zu einem eigenen Stadtkreis erhoben.<ref>Gesetz zur Neubildung der Kreise vom 13. April 1933, in: Gesetzsammlung für Anhalt 1933, Nr. 11 vom 15. April 1933, S. 31</ref> Gleichzeitig wurden Dellnau, Pötnitz und Scholitz zur Gemeinde Mildensee zusammengeschlossen. Am 1. Mai 1933 wurde unter Landrat Emil Evers die Kreisverwaltung nach Köthen verlegt. Am 20. Januar 1934 kam es aufgrund der Regulierung der Fuhne zu einem Gebietsaustausch zwischen Cattau und Löbejün aus dem Saalkreis. Am 21. August 1934 wurde auch die Stadt Köthen aus dem Kreis ausgegliedert und zu einem eigenen Stadtkreis. Am 1. April 1935 wurde die Deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 eingeführt; folglich wurden die Landgemeinden als Gemeinden bezeichnet. Am 1. April 1942 wurden die bis dahin preußischen Gemeinden Goltewitz, Möst bei Schierau, Pösigk, Priorau, Repau und Schierau aus dem preußischen Kreis Bitterfeld sowie die Gemeinde Löbnitz an der Linde aus dem Saalkreis eingegliedert. Die Gemeinde Wadendorf wurde im Gegenzug den Kreis Bitterfeld abgetreten.

Am 1. November 1945 schieden die beiden Gemeinden Mildensee und Waldersee aus dem Landkreis aus und wurden in die kreisfreie Stadt Dessau eingegliedert.

Seit dem 7. Oktober 1949 war der Landkreis Teil der DDR. Am 1. Juli 1950 wurde er im Rahmen der ersten Kreisreform in der DDR aufgelöst:<ref name="gwi">Landkreis Köthen. GenWiki, abgerufen am 27. April 2026.</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr Evangelische Katholiken Sonstige Christen Juden Gesamt
1933<ref name="demand"/> 61.001 1.936 0 60 67.129
1939<ref name="demand"/> 73.259 5.049 312 42 81.840
1946<ref name="vz1946">Volkszählung 1946</ref> 104.812

Landräte

Städte und Gemeinden

Stand 1950

Zum Zeitpunkt seiner Auflösung gehörten dem Landkreis Dessau-Köthen sechs Städte und 117 weitere Gemeinden an:<ref name="demand"/><ref name="gwi"/>

Vor 1950 ausgeschiedene oder aufgelöste Städte und Gemeinden

Wappen

Blasonierung: „Geviert, belegt mit einem mit Herzschild; Feld 1: in Silber ein goldbewehrter roter Adler am Spalt, Feld 2: neunmal Schwarz über Gold geteilt, belegt mit einer grünen Raute, Feld 3: geviert in Gold und Rot, Feld 4: in Schwarz ein natürliches Rebhuhn auf grünem angeschnittenen Dreiberg. Der Herzschild zeigt in Silber einen schreitenden schwarzen Bären auf roter, schwarz gefugter Zinnenmauer mit offenem Tor.“

Bereits 1934 erhielt der Landkreis die Genehmigung zur Führung eines Wappens. Dieses zeigte das Anhaltische Stammwappen, belegt mit dem Fatasiewappen Eike von Repgows und wurde drei Jahre später verändert. Das in der o. g. Blasonierung angesprochene Wappen erhielt der Landkreis im August 1937. Die Felder 1 und 2 zeigen das Wappen des anhaltischen Fürstenhauses, Feld 3 das Wappen der Grafschaft Waldersee, Feld 4 das Wappen Eikes von Repgows (Anmerkung: sein Wappen ist nicht überliefert und wurde ihm Jahrhunderte später angedichtet), des Verfassers des Sachsenspiegels, dessen vermeintliche Geburtsstätte Reppichau ist. Der Herzschild zeigt das Wappen des Freistaates Anhalt von 1924.<ref>Herbert Papendieck: "Die Wappen der Landkreise und Kreisfreien Städte des Landes Sachsen-Anhalt" Im Auftrag des Ministeriums des Innern von Sachsen-Anhalt herausgegeben vom Landeshauptarchiv Magdeburg 1996, Gestaltung: Jörg Mantzsch, ISBN 3-932090-04-7</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein