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Tataren-Lattich

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(Weitergeleitet von Lactuca tatarica)

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Tataren-Lattich
Datei:Lactuca tatarica.JPG

Tataren-Lattich (Lactuca tatarica)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Lattiche (Lactuca)
Art: Tataren-Lattich
Wissenschaftlicher Name
Lactuca tatarica
(L.) C.A.Mey.
Datei:Lactuca tatarica kz2.jpg
Tataren-Lattich an der Ostsee in Polen
Datei:Lactuca tatarica.jpeg
Tataren-Lattich (Lactuca tatarica)
Datei:Lactuca tatarica milchsaft.jpeg
Weißer Milchsaft des Tataren-Lattichs

Der Tataren-Lattich (Lactuca tatarica) ist eine in Osteuropa heimische, in Deutschland im 20. Jahrhundert eingebürgerte Pflanzenart aus der Gattung Lattich (Lactuca) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Tataren-Lattich ist ein ausdauernder Hemikryptophyt. Er bildet unterirdische Ausläufer und wird 30 bis 100 Zentimeter hoch. Die Stängel sind aufrecht, rundlich, fingerdick, ganz oder fast ganz kahl.<ref name="Hegi1987" /> Die grundständigen Laubblätter, die zur Blütezeit meist vertrocknet sind, sind bis 18 Zentimeter lang und bis 5,5 Zentimeter breit und in den Stiel verschmälert.<ref name="Hegi1987" /> Sie sind schrotsägeförmig fiederspaltig mit großen, dreieckigen waagrecht abstehenden oder zurückgebogenen, fein gezähnelten Seitenabschnitten und langgezogenem Endabschnitt.<ref name="Hegi1987" /> Die folgenden Blätter sind schwächer eingeschnitten und kürzer gestielt; die obersten sind nur lanzettlich und sitzend, selten rundlich bis spatelförmig.<ref name="Hegi1987" />

Generative Merkmale

Blütezeit ist Juli bis August.<ref name="Hegi1987" /> Die Blütenköpfchen stehen in einer Rispe. Die Hüllblätter sind länglich-lineal, weiß berandet und tragen purpurrote Striche und Flecken.<ref name="Hegi1987" /> Die Köpfchen bestehen nur aus etwa 20 Zungenblüten.<ref name="Hegi1987" /> Die Blüten sind blau, selten weiß. Die Früchte sind Achänen; sie sind deutlich zusammengedrückt, geschnäbelt und rundum längsfurchig.<ref name="Hegi1987" /> Der Fruchtschnabel ist dabei viel kürzer als die braungrüne Frucht. Der Pappus ist stielartig hochgehoben und weiß.<ref name="Hegi1987" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 16 oder 27.<ref name="IPCN" />

Ökologie

Der Tataren-Lattich entwickelt ein besonders langes Wurzelsystem. Bei Sprosshöhen von 23 Zentimetern wurde eine Wurzellänge von 25 Zentimetern, bei 11 Zentimeter Höhe sogar 15 Zentimeter Wurzellänge festgestellt.<ref name="Hegi1987" /> Blütenbesucher sind Käfer, Falter (Lycaena- und Vanessa-Arten) und Hummeln, besonders die Steinhummel (Bombus lapidarius).<ref name="Hegi1987" />

Verbreitung

Die Heimat des Tataren-Lattichs ist Osteuropa, Asien und Nordamerika.<ref name="GRIN" /> In Mitteleuropa und Nordeuropa<ref>Mulgedium tataricum (L.) DC. In: Den virutella floran. Abgerufen am 29. Januar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wurde er eingeschleppt. In Deutschland gilt er als eingebürgert (Neophyt) und kommt vor allem im Bereich von Nord- und Ostsee vor. In Österreich ist er in Niederösterreich selten und unbeständig und wurde hier erst „in neuester Zeit eingeschleppt“.<ref>Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5, S. 946.</ref> Er kommt nur bis in die colline Höhenstufe vor. Er wächst in Strandheiden, Dünen, Spülsäumen, auf Schutt, Brachen und Bahnanlagen. Er kommt auf feuchten bis mäßig trockenen, nährstoffreichen, auch salzhaltigen Böden vor. Er gedeiht in Gesellschaften der Verbände Elymo-Honkenyion peploidis und Agropyro-Rumicion, aber auch in Gesellschaften der Ordnung Cakiletalia maritimae.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik

Man kann zwei Unterarten unterscheiden:<ref name="GRIN" />

  • Lactuca tatarica <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) C. A. Mey. subsp. pulchella <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pursh) Stebbins (Syn.: Lactuca pulchella <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pursh) DC.): Sie kommt in Nordamerika vor.<ref name="GRIN" /> Die Chromosomenzahl ist 2n = 18.<ref name="IPCN" />
  • Lactuca tatarica <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) C. A. Mey. subsp. tatarica: Sie kommt ursprünglich in Ost- und Südosteuropa, in West- und Zentralasien, in Pakistan und Indien, in Sibirien, im Kaukasusraum, in der Mongolei und in China vor.<ref name="GRIN" /> In Nordeuropa, Mitteleuropa, im Baltikum und in Frankreich ist sie ein Neophyt.<ref name="GRIN" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN">Lactuca tatarica bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 1130–1133. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> </references>

Literatur

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6

Weblinks

Commons: Tataren-Lattich (Lactuca tatarica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien