Blauer Lattich
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| Blauer Lattich | ||||||||||||
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| Datei:Lactuca perennis Sturm47.jpg
Blauer Lattich (Lactuca perennis), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lactuca perennis | ||||||||||||
| L. |
Der Blaue Lattich (Lactuca perennis),<ref name="FloraWeb" /> auch Dauer-Lattich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lattiche (Lactuca) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Blaue Lattich ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern.<ref name="FloraWeb" /> Sie bildet eine Pleiokormwurzel aus, aber keine Ausläufer<ref name="FloraWeb" />. Die kahlen Stängel sind aufrecht und nur im oberen Bereich verzweigt.<ref name="FloraWeb" />
Von den Laubblätter sind die unteren gestielt und die oberen halbstängelumfassend und weisen einen geöhrten, herzförmigen Blattgrund auf.<ref name="FloraWeb" /> Die weichen, bläulich grünen Blattspreiten sind fiederspaltig.<ref name="FloraWeb" /> An allen Blattspreiten befinden sich zahlreiche linealische bis lanzettliche Blattabschnitte, welche oft gelappt oder gezähnt sind.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die körbchenförmigen Blütenstände sind in einer sparrig ausgebreiteten schirmrispigen Gesamtblütenständen angeordnet. Die Hüllblätter sind nicht purpurfarben gefleckt.<ref name="FloraWeb" /> Die Hülle ist eiförmig-walzlich, 10 bis 15 Millimeter lang und kahl.<ref name="Hegi1987" /> Die äußeren Hüllblätter sind dreieckig, die inneren sind lanzettlich; alle sind weißberandet und tragen Wimperhärchen an der Spitze.<ref name="Hegi1987" /> Die Blütenkörbe enthalten jeweils etwa 16 Zungenblüten.<ref name="Hegi1987" /> Die Zungenblüten sind blau oder lila, selten weiß.<ref name="FloraWeb" />
Die Achänen sind 6 Millimeter lang, schwarz, fein höckerig rau und haben beiderseits eine Längsrippe.<ref name="Hegi1987" /> Der Fruchtschnabel ist genauso lang wie der Rest der schwarzen Achäne.<ref name="FloraWeb" /> Der Pappus ist schneeweiß.<ref name="Hegi1987" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Beim Blauen Lattich handelt es sich um einen sommergrünen, skleromorphen, mesomorphen Hemikryptophyten<ref name="FloraWeb" /> und eine Halbrosettenpflanze.
Die Bestäubung erfolgt durch Insekten; Blütenbesucher sind Coleopteren, Dipteren und Hymenopteren.<ref name="Hegi1987" /> Die Ausbreitung der Diasporen, es sind die Achänen, erfolgt durch den Wind.
Der Pilz Puccinia lactucarum lebt auf dem Blauen Lattich. Eine Eriophyidarum-Art bildet an ihm Gallen.<ref name="Hegi1987" />
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet von Lactuca perennis umfasst Süd-, Mittel- und Osteuropa.<ref name="Euro+Med" /> In Deutschland kommt der Blaue Lattich zerstreut in Mittel- und Nord-Bayern (Donau, Jura und Mainfranken), Süd- und Nordost-Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Thüringen, selten in Süd- und Nordost-Hessen und Mittel-Sachsen (Elbe) sowie Sachsen-Anhalt vor.<ref name="Hegi1987" /> Der Blaue Lattich ist in Deutschland im Rückgang begriffen.
Der Blaue Lattich wächst auf trockenen Felsfluren, insbesondere auf Felsbändern, sowie auf flachgründigen Trockenrasen, Weinbergsbrachen und trockenen Ruderalstellen wie Wegrändern, Mauern und Hafenanlagen. Lactuca perennis kommt in Pflanzengesellschaften der Klassen Sedo-Scleranthetea oder Festuco-Brometea, aber auch in denen der Verbände Geranion sanguinei, Dauco-Melilotion oder Convolvulo-Agropyrion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Der Blaue Lattich ist „basenhold“, d. h., er gedeiht am besten auf basischen Böden, besonders wenn sie felsig-steinig oder sandig sind.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er steigt in Graubünden bis in eine Höhenlage von 1900 Meter, im Kanton Wallis bis 2120 Meter auf.<ref name="Hegi1987" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Lactuca perennis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 796.<ref name="Euro+Med" /> Ein Synonym für Lactuca perennis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Lactuca deggeleriana <templatestyles src="Person/styles.css" />Hegetschw.<ref name="Euro+Med" />
Nutzung
Die bitter schmeckenden Laubblätter werden in manchen Gebieten als Salat gegessen.<ref name="Hegi1987" />
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Lactuca perennis L., Blauer Lattich. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Lactuca perennis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter, 2006+: Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Lactuca perennis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 1114–1116. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> </references>
Weblinks
- Blauer Lattich. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Lattich Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Kell, S.P., 2011. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.