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Königsfarne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Königsfarne
Datei:Illustration Osmunda regalis0.jpg

Königsfarn (Osmunda regalis), Illustration

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Königsfarnartige (Osmundales)
Familie: Königsfarngewächse (Osmundaceae)
Gattung: Königsfarne
Wissenschaftlicher Name
Osmunda
L.

Königsfarne (Osmunda), auch Rispenfarne genannt, sind eine Gattung innerhalb der Familie der Königsfarngewächse (Osmundaceae), die zu den Farnen gehört. Die etwa 15 Arten wachsen terrestrisch.

Beschreibung

Die Königsfarne sind ausdauernde Stauden mit kurzem, aufrechtem und unterirdischen Rhizom.<ref name="Hegi1984" /> Die Blätter sind groß, am Ende des Rhizoms dicht schraubig gehäuft, ohne Spreuschuppen und mit einem kräftigen, rinnenförmigen Leitbündel.<ref name="Hegi1984" /> Die Blattspreite ist einfach oder doppelt gefiedert. Die Sporangien sind nicht zu Sori zusammengefasst und, im Gegensatz zu vielen anderen Farnen, fehlt ihnen ein Anulus. Sie sind geknäuelt am Rand der eine Art Rispe darstellenden fertilen Blattabschnitte.<ref name="Hegi1984" />

Verbreitung und Fossilienfunde

Die Osmunda-Arten gedeihen hauptsächlich auf der Nordhalbkugel und in den Subtropen; nur selten in der Neotropis.

Interessant ist der Fossilienfund von Osmunda claytoniites aus der Trias der Antarktis. Osmunda claytoniana und sein etwa 200 Mio. Jahre alter Verwandter Osmunda claytoniites sind morphologisch kaum zu unterscheiden. Die Gattung Osmunda ist also mindestens 200 Millionen Jahre alt und damit eine der am längsten nachweisbaren Pflanzengattungen der Erde.

Systematik

Der Gattungsname Osmunda ehrt den angelsächsischen Herrscher Osmund des 8. Jahrhunderts. Schon John Parkinson verwendete 1640 in seinem Theatrum botanicum diesen Namen. Dies begründet auch die Herkunft des deutschsprachigen Trivialnamens Königsfarn. Nicht belegt ist, dass der Name von lateinisch Os mundi<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 210 (Os mundi – sant cristolffels crut, pirgitis, pepium, epio).</ref> abgeleitet ist oder etwas mit dem Gott Thor zu tun hat.<ref name="Burkhardt2022" />

Zur Gattung Königsfarne (Osmunda) gehören etwa 15 Arten. In der mitteleuropäischen Flora kommt nur der Königsfarn (Osmunda regalis) vor. Die ganze Gattung ist weltweit verbreitet; sie fehlt nur in großen Teilen des nördlichen Asiens, des nördlichen Nordamerikas und in Australien.<ref name="POWO" />

Datei:粗齒革葉紫萁 - 溪頭自然教育園區 Plenasium banksiifolium - Xitou Nature Education Area, Taiwan 20220705193051 04.jpg
Osmunda banksiifolia
Datei:Osmunda claytoniana JSG.jpg
Teufelsfarn (Osmunda claytoniana)
Datei:Osmunda vachelii.jpg
Osmunda vachellii
Datei:Osmundastrum cinnamomeum (cinnamon fern) (Newark, Ohio, USA) 2 (27828311335).jpg
Zimtfarn (Osmundastrum cinnamomeum)

Die Gattung Osmunda umfasst folgende Arten (Auswahl):

  • Osmunda acuta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Burm.f.) Fraser-Jenk. (Syn.: Osmunda obtusifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Osmunda capensis <templatestyles src="Person/styles.css" />C.Presl): Die Art kommt in Afrika, Madagaskar und in Indien vor.<ref name="POWO" />
  • Osmunda banksiifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.Presl) Kuhn (Syn.: Osmunda bromeliifolia), <templatestyles src="Person/styles.css" />(C. Presl) Copel.: Sie kommt in Borneo, in Indonesien, auf den Philippinen, in China, Taiwan, Japan, Kamtschatka, auf den Nansei-Inseln und den Ogasawara-Inseln vor.<ref name="POWO" />
  • Teufelsfarn, auch Dunkler Kronenfarn oder Münzrollenfarn genannt, (Osmunda claytoniana <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Bei ihm sind die Fiedern der fertilen Blätter im mittleren Bereich skelettiert und tragen Sporenkapseln – rein sterile Blätter ohne Sporangien kommen auch vor. Das Verbreitungsgebiet reicht vom zentralen und östlichen Kanada bis zu den zentralen und östlichen Vereinigten Staaten.<ref name="POWO" />
  • Osmunda japonica <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb.: Sie kommt von Pakistan bis China, Korea, Japan und Sachalin vor.<ref name="POWO" />
  • Osmunda lancea <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb.: Sie kommt nur in Japan vor.<ref name="POWO" />
  • Königsfarn (Osmunda regalis <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Er kommt in Europa, Vorderasien und im nordwestlichen Afrika vor.<ref name="POWO" />
  • Osmunda spectabilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd.: Sie kommt in Nord-, Mittel- und in Südamerika vor.<ref name="POWO" />
  • Osmunda vachellii <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.: Sie kommt vom südlichen China bis zur Malaiischen Halbinsel vor.<ref name="POWO" />

Nicht mehr zur Gattung gerechnet wird heute der Zimtfarn, auch Zimtbrauner Königsfarn genannt, (Osmundastrum cinnamomeum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) C.Presl, früher Osmunda cinnamomea <templatestyles src="Person/styles.css" />L.). Bei ihm gibt es rein der Assimilation dienende und rein der Sporenbildung dienende Blätter. Sie ist in der Neuen Welt sowie in Ostasien von Assam bis Kamtschatka weitverbreitet. Junge Blätter werden in Kanada gesammelt und die Stiele wie Spargel zubereitet.

Bilder

Einzelnachweise

<references> <ref name="Burkhardt2022"> Lotte Burkhardt: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren PflanzenBerlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2022. doi:10.3372/epolist2022. </ref> <ref name="Hegi1984"> J. Dostál: Osmundaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage. Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin-Hamburg 1984. S. 99–102.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Osmundaceae bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Königsfarne (Osmunda) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien