Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Chełmża – WikipediaZum Inhalt springen
Chełmża ([[[:Vorlage:IPA]]], deutsch bis 1940 Culmsee, 19. Jahrhundert und 1940–1945 Kulmsee<ref name="EJ" />) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen.
Geographische Lage
Die Kleinstadt liegt in der historischen Landschaft Kulmerland, östlich der Weichsel an einem kleinen See, etwa vierzig Kilometer östlich von Bydgoszcz (Bromberg) und zwanzig Kilometer nördlich von Toruń (Thorn).
Der Kulmsee (Vorlage:PlS) hat eine Fläche von 2,7 km².
Der Culmsee wurde 1251 zum Namensgeber der Stadt. Ältere Ortsbezeichnungen sind Loza (1222), Culmense, Culmensehe und Culmsehe (1251), Colmensehe (1299), Colminsê und Colmensê, Colmesey, Colmenzee, Kolmense (1438), Culmenze (1531), polnischChelmza, deutsch Kolmentz und früher Antiqua Łozia.<ref name="Maerker">Hans Maercker: Geschichte der ländlichen Ortschaften und der drei kleineren Städte des Kreises Thorn in seiner früheren Ausdehnung vor der Abzweigung des Kreises Briesen im Jahr 1888. Danzig 1899–1900, S. 133–251.</ref>
Im 13. Jahrhundert bestand in der Gegend der heutigen Stadt eine erste Befestigungsanlage. 1222, zur Zeit von Bischof Christian von Preußen, wurde Kulmsee erstmals erwähnt, der Name des Ortes war zu der Zeit Loza. Seit 1243 im Besitz der Bischöfe von Kulm, erhielt der Ort Culmsehe 1251 das Stadtrecht von Heidenreich, Bischof von Kulm und wurde Sitz eines eigenen Bistums.<ref>Preussische Regesten. Ann. Thor. Chron. terre Pruss. Ds.r.Pr. III 59, 468</ref> Am 22. Juli 1251 gründete Bischof Heidenreich die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit (Kathedrale), welche bis 1400 erbaut wurde (Siehe auch: Franziskanerkloster Kulmsee). Die Mystikerin Jutta von Sangerhausen begründete 1256 das St.-Georgs-Hospital. Ein Stadtbrand zerstörte Kulmsee 1286 völlig.
Neuzeit
1625 gründeten die Franziskaner (OFM) ein Kloster. Im 18. Jahrhundert lebte die Stadt Kulmsee vom Ackerbau und der Brauerei.
Durch die Erste polnische Teilung kam Kulmsee 1772 an Preußen. Die Bedeutung der Stadt stieg im Jahre 1781 mit der Verlegung des Sitzes der Kulmer Bischöfe von Löbau nach Kulmsee. Nachdem 1824 Pelplin zum Bischofssitz geworden war, verlor Kulmsee an Bedeutung.
Als 1881 eine Zuckerfabrik errichtet wurde, prägte diese bald das Leben in der Stadt. 1904 brannte die Fabrik ab und wurde zur größten europäischen Zuckerfabrik wieder aufgebaut. 1882 erhielt die Stadt einen Anschluss an die Eisenbahn. Die Einwohnerzahl wuchs rapide, eine neue Vorstadt, das Fabrikviertel entstand. Aus dem Ackerbürgerstädtchen Kulmsee war eine Stadt geworden, in der die Fabrikarbeiterschaft die Mehrheit der Bevölkerung stellte. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Kulmsee eine schöne katholische Domkirche (1251 erbaut, 1422 erneuert, nachdem sie von den Litauern eingeäschert worden war),<ref name="AEP" /> eine evangelische Kirche, eine Synagoge und ein Amtsgericht.<ref name="MKL" /> Die Einwohner waren überwiegend katholisch und sprachen zu über 50 Prozent polnisch.<ref>Sprachenkarte von Posen und Westpreußen In: Ergänzungsband in 62 Kartenseiten zu den früheren Auflagen von Andrees Handatlas. Velhagen Klasing, Bielefeld 1922, S. 11.</ref>
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs eroberte im Februar 1945 die Rote Armee die von der deutschen Minderheit fluchtartig verlassene Region, die nun wieder an Polen kam.
<ref name="AAM">Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z. Halle 1823, S. 314–315, Ziffer 349; books.google.de</ref>
<ref>Kulmsee. Westpreußisches Ortsverzeichnis, westpreussen.de; abgerufen am 7. April 2023</ref>
1864
2378
darunter 800 Evangelische und 1321 Katholiken<ref name="EJ">Emil Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 208–209, Nr. 121; Vorlage:Archive.org.</ref>
1871
2986
davon 950 Evangelische und 1600 Katholiken (1560 Polen)<ref>Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage. Band 2. Berlin 1874, S. 51–52, Ziffer 6; books.google.de</ref>
darunter 2073 Evangelische und 279 Juden<ref>Brockhaus’ Konversations-Lexikon. 14. Auflage, Band 4, Berlin / Wien 1898, S. 625.</ref>
1900
8987
davon 2164 Evangelische und 327 Juden<ref name="MKL">Vorlage:Meyers-1905</ref>
1905
10.007
1910
10.612
am 1. Dezember, davon 2263 Evangelische, 7861 Katholiken, 238 Juden, 21 Sonstige (2868 mit deutscher, 7623 mit polnischer Muttersprache, 72 Einwohner benutzen die deutsche und eine andere Sprache)<ref>Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt, S. 76–77, Ziffer 1: Culmsee; books.google.de</ref>
1943
12.277
Einwohnerzahlen seit 1945
Jahr
Einwohner
Anmerkungen
2007
15.229
<ref>Vorlage:Webarchiv Główny Urząd Statystyczny, Stand 30. Juni 2007</ref>
Culmsee, Stadt, am gleichnamigen See, Kreis Thorn, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Culmsee (meyersgaz.org).
Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 35–36, Nr. 3; books.google.de
Georg Maximilian Franz von Steinmann: Der Kreis Thorn. Statistische Beschreibung. Thorn 1866, S. 260–261; Vorlage:Archive.org.
Hans Maercker: Geschichte der ländlichen Ortschaften und der drei kleineren Städte des Kreises Thorn in seiner früheren Ausdehnung vor der Abzweigung des Kreises Briesen im Jahr 1888. Danzig 1899–1900, S. 133–251 (books.google.de).