Chřibská
Vorlage:Infobox Ort in Tschechien
Chřibská (deutsch Kreibitz) ist eine Kleinstadt im Ústecký kraj in Tschechien.
Geographie
Geographische Lage
Die Stadt liegt entlang des Kreibitzbaches (Chřibská Kamenice) südlich des Schluckenauer Zipfels in einem Tal des Lausitzer Gebirges. Nördlich der Stadt erhebt sich der sagenumwobene Berg Iricht (Spravedlnost), der bis 1579 die Hinrichtungsstätte von Kreibitz war. Südöstlich des Ortsteils Horní Chřibská befindet sich die Talsperre Chřibská. Vorlage:Panorama
Gemeindegliederung
Die Stadt Chřibská besteht aus den Ortsteilen Dolní Chřibská (Niederkreibitz), Chřibská (Kreibitz), Horní Chřibská (Oberkreibitz) und Krásné Pole (Schönfeld)<ref>http://www.uir.cz/casti-obce-obec/562530/Obec-Chribska</ref>, die zugleich auch Katastralbezirke bilden<ref>http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/562530/Obec-Chribska</ref>.
Geschichte
Chřibská wurde bereits im Jahre 1352 als ein Pfarrdorf erwähnt.<ref>Registra decimarum papalium 77 decan. Lyppensis</ref> Ursprünglich handelte es sich um eine alte slawische Siedlung im Talkessel, durch den ein Handelsweg aus Böhmen nach der Lausitz führte. Das Dorf gehörte zur Burg Tolštejn (Tollenstein) und gelangte 1428 an die Herren von Wartenberg auf Tetschen. 1614 fiel es der Adelsfamilie Kinsky auf Česká Kamenice zu. 1570 erhielt Kreibitz Stadtrechte.
Eine der ältesten Glashütten Europas produzierte in Horní Chřibská (Oberkreibitz) seit dem Beginn der Neuzeit, bis schließlich 2009 der Betrieb eingestellt wurde.<ref>Konkurs der Glashütte Sklárny Chřibská, Black & spol., s.r.o.</ref> Die Hütte ist für das Jahr 1514 nachgewiesen und gehörte damals dem Glasmacher Veit Friedrich, der zugleich Scholze von Kreibitz war. Neuere Forschung zeigt, dass die Hütte bereits mindestens zehn Jahre zuvor von Veits Vater oder Bruder Asmon Friedrich betrieben wurde, der im Jahr 1504 durch Siegmund von Wartenberg (Grundherr 1464–1511) mit Glashüttenprivilegien versehen wurde.<ref>Walter A. Friedrich: Die Wurzeln der nordböhmischen Glasindustrie und die Glasmacherfamilie Friedrich. Im Selbstverlag, Fürth 2005, ISBN 3-00-015752-2, S. 189.</ref> Ihre Nachkommen gründeten zahlreiche weitere Glashütten, unter anderem in Schlesien, im Adlergebirge und im Glatzer Land.<ref>Václav Šplichal, Jaroslav Šůla: Bedřichovsko-kaiserwaldský sklářský okruh. In: Kladský sborník 5, 2003, Vorlage:ISSN, S. 127–142.</ref><ref>Verbreitung der Glasmacherfamilie Friedrich</ref> Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Kreibitzer Glashütte durch ihren Grundherrn übernommen, der sie 1724 an die Glasmacherfamilie Kittel verpachtete und 1767 verkaufte.<ref>Vorlage:ADB</ref><ref>http://www.kulturserver-nrw.de/home/cbruenig/IG-Reisen/lausitz/502/index.htm</ref><ref>Walter A. Friedrich: Die Wurzeln der nordböhmischen Glasindustrie und die Glasmacherfamilie Friedrich. Im Selbstverlag, Fürth 2005, ISBN 3-00-015752-2, S. 259.</ref> Später war in Kreibitz auch die Fabrikation von Glasharmonikas ansässig.
Kreibitz bildete ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Warnsdorf. Von 1938 bis 1945 gehörte Kreibitz zum Landkreis Warnsdorf.
Seit dem 10. Oktober 2006 ist Chřibská wieder eine Stadt. Sie ist Mitglied der Mikroregion Tolštejn.
Einwohnerentwicklung
Bis 1945 war Kreibitz überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1830 | 2041 | in 290 Häusern,<ref>Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 197, Ziffer 12 (books.google.de),</ref> einschließlich der Vorstadt Neu-Kreibitz (554 Einwohner in 74 Häusern)<ref name="JGS">Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis, Prag 1833, S. 259, Ziffer 25. und 26. (books.google.de).</ref> |
| 1844 | 1560 | in 230 Häusern, ohne die Vorstadt Neu-Kreibitz<ref>Friedrich Carl Watterich von Watterichsburg: Handbuch der Landeskunde des Königreichs Böhmen. Prag 1845, S. 784. (books.google.de).</ref> |
| 1869 | 1 921 | |
| 1880 | 1 919 | |
| 1890 | 1 728 | |
| 1900 | 1749 | deutsche Einwohner<ref name="MKL">Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 11, Leipzig und Wien 1907, S. 621–622.</ref> |
| 1910 | 1710 | |
| 1921 | 1478 | |
| 1930 | 1600 | <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> davon 70 Tschechen<ref>Genealogie-Netz Sudetenland</ref> |
| 1939 | 1365 | <ref name="MR" /> |
| Jahr | 1950 | 1961 | 1970 | 1980 | 1991 | 2001 | 2011 |
| Einwohner | 547 | 648 | 692 | 801 | 702 | 702 | 686 |
Söhne und Töchter der Stadt
- Malachias Siebenhaar (1616–1685), Komponist
- Thaddäus Haenke (1761–1816), Forschungsreisender und Botaniker
- Johann Kny (1854–1906), deutsch-böhmischer Kaufmann und Uhrenfabrikant
- Amandus John (1867–1942), österreichischer Benediktiner und Politiker
- Inge Methfessel (1924–2021), Schriftstellerin
- Hellmut Wollmann (* 1936), Politik- und Verwaltungswissenschaftler
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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