Koźmin Wielkopolski
Vorlage:Infobox Ort in Polen Koźmin Wielkopolski (deutsch Koschmin, polnisch bis 1996 Koźmin) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Großpolen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde im Powiat Krotoszyński.
Geographische Lage
Die Ortschaft liegt am Fluss Orla, etwa 70 Kilometer südöstlich der Stadt Posen und 15 Kilometer nördlich der Stadt Krotoschin.
Geschichte
Bereits im 12. Jahrhundert soll es an der Stelle des heutigen Koźmin Wielkopolski eine Handelssiedlung gegeben haben.<ref name="pilot">szukacz.pl, Koźmin Wielkopolski - Informacje dodatkowe, abgerufen am 1. April 2009</ref> Die erste urkundliche Erwähnung einer Ortschaft stammt aus dem Jahr 1232, als der Ort nach Magdeburger Recht angelegt wurde. Zwischen 1251 und 1283 erhielt der Ort Stadtrecht. Neben dem polnischen Ortsnamen Koźmin wurde 1350 der deutsche Name Horle urkundlich erwähnt.<ref>Adolf Warschauer, Die Städtischen Archive in der Provinz Posen, Leipzig 1901 (Mittheilungen der k. Preussischen Archivverwaltung, H. 5), S. 96–99, hier nach Regionalmuseum in Krotoszyn (PDF-Datei; 98 kB)</ref> In den Jahren 1312 bis 1338 war der Ort eine königliche Stadt.<ref name="KW-historia">Website der Stadt, Krótka historia Koźmina Wielkopolskiego, abgerufen am 1. April 2009 (Vorlage:Webarchiv)</ref> 1409 entstand mit der Tuchmacherzunft die erste Zunft des Ortes. Durch den Zustrom weiterer Tuchmacher wuchs die Stadt ab dem 15. Jahrhundert auch außerhalb der Stadtmauern – es entstand die eigenständige Stadt Nowy Koźmin (zu deutsch Neu Koźmin). 1775 wurde aus der südlichen Vorstadt mit Koźmin Niemiecki (Deutsch Koźmin) eine weitere Stadt gegründet. Bei der Zweiten Teilung Polens wurde die Stadt 1793 Teil Preußens. Ab 1807 war Koźmin dann Teil des Herzogtums Warschau, bis es 1815 wieder an Preußen fiel<ref name="pilot" /> und dort Kreisstadt des Kreises Koschmin wurde. 1811 wurden die drei Städte zu einer vereint. Nach 1837 erfolgte die Umbenennung von Kozmin in Koschmin.<ref name="territorial">territorial.de, Stadt Horleburg, 16. Juni 2005</ref> 1866 gründete sich die erste Darlehensgesellschaft der Stadt.<ref name="KW-historia" /> 1875 erfolgte der Anschluss an das Schienennetz von Jarotschin nach Gnesen.<ref name="KW-historia" /> 1919 kam die Stadt zum neugegründeten Polen.<ref name="pilot" /> Im September 1939 wurde Koźmin Wielkopolski von der deutschen Wehrmacht besetzt. Im Mai 1943 erfolgte die Umbenennung in Horleburg.<ref name="territorial" /> Im Januar 1945 marschierte die Rote Armee in die Gegend ein und die Stadt kam zurück zu Polen.
Einwohnerentwicklung
Von den 4358 Einwohnern, die 1890 in der Stadt lebten, waren 1039 evangelisch, 2903 katholisch und 401 Juden. Weiterhin waren etwa 2500 Polen.<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung.<ref>Für 1875, 1890: Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de
für 1910: Vorlage:Internetquelle
Für 30. Juni 2008: Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2008 (Vorlage:Webarchiv)</ref>
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Verkehr
Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Oleśnica–Chojnice, früher zweigte hier die Bahnstrecke Koźmin Wielkopolski–Piaski ab.
Städtepartnerschaften
- Verwaltungsgemeinde Bad Tennstedt (Thüringen)
- Balatonmariafürdö (Ungarn)
- Bellheim (Rheinland-Pfalz)
- Drimmelen (Niederlande)
Sehenswürdigkeiten
Die Burg wurde im 14. Jahrhundert errichtet und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts neu aufgebaut. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich im Schloss ein Lehrerseminar, heute beherbergt es eine Landwirtschaftsschule.<ref name="zabytki">Website der Stadt, Główne zabytki miasta Koźmin Wielkopolski, abgerufen am 1. April 2009</ref>
Die Kirche des Heiligen Laurentius gehört zu den ältesten Kirchen der Wojewodschaft Großpolen und geht auf das 10. Jahrhundert zurück.<ref name="zabytki" />
Die Dreifaltigkeitskirche ist eine hölzerne Kirche im Stil der Spätgotik. Sie wurde 1570 errichtet.<ref name="zabytki" />
Eine weitere sehenswerte Kirche ist die Stanislaus-von-Krakau-Kirche. Ursprünglich stand 1629 bis 1648 an der Stelle eine hölzerne Kirche. 1648 wurde mit dem Bau einer steinernen begonnen. Die Fertigstellung erfolgte 1670.<ref name="zabytki" />
Söhne und Töchter (Auswahl)
- Karl Gustav Lincke (1804–1849), deutscher Mediziner
- Cäcilie Heinig (1882–1951), deutsche Übersetzerin
- Stanislaus von Kalckreuth (1820–1894), deutscher Maler
- Emil Sommer (1882–1937), deutscher Gewerkschaftssekretär und Politiker, Bremer Senator
- Ernst Heppner (1891–1973), deutscher Arzt
- Konrad Noell (1904–1965), deutscher Landrat und Regierungsdirektor
Literatur
- Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 337–338.
Weblinks
- Website der Stadt
- Adolf Warschauer: Die Städtischen Archive in der Provinz Posen, Leipzig 1901 (Mittheilungen der k. Preussischen Archivverwaltung, H. 5), S. 96–99 (PDF-Datei; 96 kB)
- Eintrag in Meyers Großes Konversations-Lexikon von 1907
Fußnoten
<references />