Kofferfabrik
Die Kofferfabrik ist ein privates Kulturzentrum in der mittelfränkischen Stadt Fürth.
Die Kofferfabrik befindet sich seit 1994 in einem ehemaligen Fabrikgebäude an der Langen Straße in der Fürther Oststadt an der Stadtgrenze nach Nürnberg. Das Gebäude wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und ist eines der letzten verbliebenen Industriebauwerke im Stadtgebiet.
Anfangs wurden auf dem Areal, wie auch in vielen anderen Fabriken und Heimbetrieben der Stadt, Spiegel hergestellt. 1931 übernahm die 1919 in Fürth gegründete Kofferfabrik BERMAS (Berlin, Maler & Schneider) das Fabrikgebäude der Spiegelfabrik Winkler & Kütt, das nach der Liquidation der Spiegelfabrik leer stand und nach einem Brandschaden zunächst nicht nutzbar war. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude durch einen Luftangriff in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 1945 massiv beschädigt, insbesondere die oberen Stockwerke wurden fast vollständig zerstört und bis heute nicht vollständig wieder aufgebaut.<ref>Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Selbstverlag der Stadt Fürth, Fürth: 1968, S. 223. Fürther Geschichtsblätter, Ausgabe 4/09, S. 120</ref> Nach dem teilweisen Wiederaufbau erfolgte 1947 ein Durchbruch von der Lange Straße zum Innenhof, der heute als Haupteingang zum Kulturzentrum Kofferfabrik dient. Gleichzeitig wurde die Produktion nach Erbendorf verlagert, lediglich die Hauptverwaltung und das Lager blieben noch bis 1992 am Standort. Ein Immobilieninvestor kaufte daraufhin das Areal als Spekulationsobjekt. Am 4. August 1994 wurde die Kofferfabrik als privates Kulturzentrum eröffnet, was zunächst nur als Zwischennutzung vorgesehen war.
Die Kofferfabrik beherbergt heute eine Kneipe, einen Biergarten, eine Galerie und vier offene Bühnen.<ref name="senf">Monika Meyer: Gastrokritiker geben ihren S.E.N.F dazu. In: Hilpoltsteiner Kurier (donaukurier.de). Georg Schäff, 19. März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. April 2014; abgerufen am 17. April 2010. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> In erster Linie haben Eigenproduktionen, lokale Bands und Projekte dort Raum, jedoch finden auch internationale Konzerte statt. Das musikalische Angebot umfasst Jazz, Klassik, Blues und Rock. Neben lokalen Bands treten dort regelmäßig auch nationale und internationale Künstler wie Al Di Meola,<ref name="AlDiMeola">Ein Weltmeister auf der Subkultur-Bühne, Fürther Nachrichten am 27. November 2012</ref><ref name="nn_20140424_s7">Kulturort mit Charme. Die Kofferfabrik besteht seit zwei Jahrzehnten. In: Bruno Schnell (Hrsg.): Nürnberger Nachrichten. Nr. 94. Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH, Nürnberg 24. April 2014, Kultur, S. 7, Sp. 2–3.</ref> Ginger Baker,<ref name="nn_20140424_s7" /> Scott Henderson,<ref name="nn_20140424_s7" /> Steve Gibbons,<ref name="nn_20140424_s7" /> The Shanes, Chris Kramer, Ray Wilson<ref name="nn_20140424_s7" />, Jan Akkerman, Jacques Stotzem und Thomas Leeb<ref>Sabine Rempe: Thomas Leeb: Ein Mann wie eine ganze Band. In: Fürther Nachrichten vom 16. August 2017.</ref> auf. Das weitere kulturelle Angebot beinhaltet Poetry Slam, Kabarett, Theateraufführungen und Dichterlesungen. Regelmäßig finden dort eigenproduzierte Theateraufführungen und Literaturlesungen statt, ebenso wie Auftritte bekannter Literaten wie Harry Rowohlt und Kabarettisten wie Matthias Egersdörfer.<ref>Matthias Egersdörfer über die Kofferfabrik</ref> Das Kneipenquiz mit Kevin Dardis entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem Besuchermagneten, so dass es regelmäßig Wartelisten gibt.<ref name="nn_20140424_s7" />
Sonntags und an Feiertagen themenbezogen, z. B. Muttertagsbrunch, bietet die Kofferfabrik einen Länderbrunch an, bei dem jede Woche ein anderes Land im Fokus steht, wie z. B. Ägypten, Ungarn oder Österreich.<ref>Internationaler Länder- und Motto-Brunch | Kofferfabrik. Kofferfabrik, 23. Juni 2014, abgerufen am 24. März 2026.</ref><ref>Kofferfabrik. Tourist-Information Fürth, abgerufen am 24. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zitate
„Die Kofferfabrik hat den Charme von Subkultur ohne den Dreck und Unrat, den man von diesen Läden kennt.“
„Wir gehören zwar angeblich zur sogenannten Subkultur, aber wir legen uns nicht fest.“
„Ich liebe diesen Laden.“
Weblinks
- Offizielle Website der Kofferfabrik
- Julia Thomas, Thomas Steigerwald: Die Kofferfabrik – 30 Jahre lebendige Kultur in alten Gemäuern. In: Website. Medien PRAXIS e. V. Redaktion point, Fürth, 29. Juli 2024, abgerufen am 2. November 2025.
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 49° 28′ 5,7″ N, 11° 0′ 27,1″ O
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