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Kleines Tausendgüldenkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Kleines Tausendgüldenkraut
Datei:Centaurium pulchellumkz1.jpg

Kleines Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Tribus: Chironieae
Gattung: Tausendgüldenkraut (Centaurium)
Art: Kleines Tausendgüldenkraut
Wissenschaftlicher Name
Centaurium pulchellum
(Sw.) Druce

Das Kleine Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum), auch Zierliches Tausendgüldenkraut<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Tausendgüldenkraut (Centaurium) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Sie ist in Eurasien und Nordafrika verbreitet.

Beschreibung

Datei:Erythraea pulchella — Flora Batava — Volume v7.jpg
Illustration aus Flora Batava, Band 7, 1830
Datei:Centaurium pulchellum sl1.jpg
Habitus
Datei:Centaurium pulchellum sl6.jpg
Stängel mit elliptischen bis eilanzettlichen, einnervigen Laubblättern
Datei:CentauriumPulchellum.jpg
Blütenstand
Datei:Centaurium pulchellum sl12.jpg
Dichasial verzweigter Blütenstand, die Endblüten sind deutlich gestielt

Vegetative Merkmale

Das Kleine Tausendgüldenkraut ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 2 bis 15, selten bis zu 21 Zentimetern erreicht.<ref name="Hegi1966" /> Die Stängel sind vierkantig und meist vom Grund an wiederholt gabelästig mit aufrecht stehenden Ästen.<ref name="Hegi1966" />

Die Grundblätter bilden im Gegensatz zu den anderen in Mitteleuropa heimischen Tausendgüldenkräutern keine Rosette.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ganzrandigen Stängelblätter sind kreuzgegenständig, spitz und meist einnervig.

Generative Merkmale

Der Blütenstand ist bei der Unterart Centaurium pulchellum subsp. pulchellum schon in unteren Bereichen gabelästig ausgebildet.<ref name="Oberdorfer2001" /> Es sind immer Blütenstiele vorhanden.

Die fünf-, selten vierzähligen rosafarbenen Blüten sind 8<ref name="Hegi1966" /> bis zu 12 Millimeter groß. Die Kelchzähne sind schmal-linealisch, anliegend und etwas kürzer als die Kronröhre.<ref name="Hegi1966" /> Die Kronzipfel sind bei einer Länge von 3 bis 5 Millimetern elliptisch.<ref name="Hegi1966" /> Die Narbenlappen sind dreieckig.

Die Kapselfrucht ist bei einer Länge von 7 bis 10 Millimetern walzenförmig.<ref name="Hegi1966" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="FloraWeb" />

Ökologie und Phänologie

Die Hauptblütezeit reicht im Mitteleuropa von Juli bis September.<ref name="FloraWeb" />

Die Blüten öffnen sich erst bei Vormittagstemperaturen um 20 °C oder bei Sonnenschein zwischen 10 und 12 Uhr und sie schließen sich am Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr bei Temperaturen um 25 °C.<ref name="Hegi1966" /> Das Kleine Tausendgüldenkraut wurzelt bis 15 Zentimeter tief.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen und Gefährdung

Das Kleine Tausendgüldenkraut kommt in fast ganz Europa vor, es fehlt nur im äußersten Norden. Darüber hinaus tritt es in Asien von der Türkei bis China und Indien und im nördlichen und östlichen Afrika und in Arabien auf.

Das Kleine Tausendgüldenkraut ist in fast ganz Europa besonders in Küstenbereichen mit Ausnahme von Nord-Skandinavien natürlich verbreitet, die Vorkommen sind jedoch unbeständig. In Mitteleuropa kommt es an den Küsten von Nord- und Ostsee zerstreut vor, in den Kalk- und Lehmgebieten tritt es nur selten auf, und dann meist in nur individuenarmen, lockeren Beständen. In den mitteleuropäischen Gebirgen steigt es kaum auf Höhenlagen von 1200 Metern auf.<ref name="Hegi1966" /> Es kommt meist nur bis in Höhenlagen von etwa 800 Metern vor.

Es kommt in Mitteleuropa zerstreut auf sonnigen, frischen bis wechselfeuchten, häufig kiesig-sandigen sowie kalk- oder salzhaltigen Standorten vor. Vergemeinschaftet ist Centaurium pulchellum häufig mit Arten der Zwergbinsengesellschaften.<ref name="Oberdorfer2001" /> Es besiedelt in offenem Gelände Vernässungsstellen auf Wegen, geht aber auch auf Trittstellen an Ufern und Stränden; es ist wenig salzempfindlich. Es kommt in Mitteleuropa besonders in Pflanzengesellschaften des Verbands Nanocyperion vor, ist überregional aber eine Charakterart der Klasse Isoeto-Nanojuncetea.<ref name="Oberdorfer2001" />

Das Kleine Tausendgüldenkraut gedeiht am besten auf lehmig-tonigen, nährstoffreichen und kalkhaltigen, verdichteten, wechselfeuchten oder nassen Böden.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental), Salztoleranz 1 = tolerant.<ref name="InfoFlora" />

Das Kleine Tausendgüldenkraut gehört in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen nach Metzing et al. 2018 in die Gefährdungskategorie V = „Vorwarnliste“. Es ist in Deutschland nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) „besonders geschützt“.<ref name="FloraWeb" />

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1783 unter dem Namen (Basionym) Gentiana pulchella durch Olof Peter Swartz in Kongl. Vetenskaps Academiens Nya Handlingar, Band 4, Seite 84. Der gültige Name der Art in der Gattung Centaurium als Centaurium pulchellum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sw.) Hayek findet sich erst korrekt veröffentlicht durch August von Hayek bei Heinrich von Handel-Mazzetti, Stadelmeyer, Janchen & Faltis in Oesterreichische Botanische Zeitschrift, Band 56, 1906, S. 70.<ref name="GRIN" /> Die Veröffentlichung bei George Claridge Druce in The Flora of Berkshire 1898, S. 342 gilt als nicht korrekt.<ref name="GRIN" /> Weitere Synonyme für Centaurium pulchellum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sw.) Hayek sind: Erythraea ramosissima <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Pers., Erythraea pulchella <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sw.) Fr., Centaurium pulchellum subsp. ramosissimum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) P.Fourn.<ref name="Euro+Med" /> Bei der IUCN sind die Unterarten Synonyme von Centaurium pulchellum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sw.) Hayek: Centaurium meyeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bunge) Druce.<ref name="IUCN" />

Je nach Autor gibt es etwa drei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Centaurium pulchellum subsp. meyeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bunge) Tzvelev (Syn.: Erythraea meyeri <templatestyles src="Person/styles.css" />Bunge, Centaurium meyeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bunge) Druce): Sie kommt in Deutschland, Osteuropa und in Nordafrika vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurium pulchellum subsp. morierei <templatestyles src="Person/styles.css" />(Corb.) P.Fourn. (Syn.: Erythraea morierei <templatestyles src="Person/styles.css" />Corb.): Sie kommt nur in Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurium pulchellum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sw.) Hayek subsp. pulchellum: Dieser Endemit kommt nur in Andorra vor.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95., vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 5: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae): Buddlejaceae bis Caprifoliaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3342-3.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 3, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Centaurium pulchellum (Sw.) Druce In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Centaurium pulchellum (Sw.) Druce, Zierliches Tausendgüldenkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: R. V. Lansdown, M. M. Ali, 2012. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Gentianaceae: Datenblatt Centaurium pulchellum. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage. unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966, S. 1972–1973. </ref> </references>

Weblinks