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Passport (Band)

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Passport
Datei:Passport E8245089.jpg
Klaus Doldinger’s Passport beim Offside Festival 2008 in Geldern

Klaus Doldinger’s Passport beim Offside Festival 2008 in Geldern

Allgemeine Informationen
Herkunft München, Deutschland
Genre(s) Fusion, Jazz
Aktive Jahre 1971–2021
Auflösung
Website www.passportjazz.com
Letzte Besetzung
Sopransaxophon,
Tenorsaxophon,
Keyboard, Synthesizer
Klaus Doldinger († 2025)
Keyboard
Michael Hornek (ab 2009)
Perkussion
Ernst Ströer (ab 1989)
Gitarre
Martin Scales (ab 2011)
Schlagzeug
Christian Lettner (ab 2000)
Perkussion
Biboul Darouiche (1986, ab 1995)
E-Bass
Patrick Scales (ab 1994)
Ehemalige Mitglieder
Tenorsaxophon
Olaf Kübler (1971)
E-Bass
Lothar Meid (1971)
Orgel
Jimmy Jackson (1971)
Schlagzeug
Udo Lindenberg (1971)
Keyboard, Orgel
John Mealing (1972)
E-Bass
Wolfgang Schmid (1972–1977)
Schlagzeug
Bryan Spring (1972–1973)
Keyboard, Orgel
Frank Roberts (1973)
Schlagzeug
Curt Cress (1973–1977; 1983–1986)
Keyboard, Orgel
Kristian Schultze (1973–1978)
Gitarre
Roy Louis (1978)
Bass
Dieter Petereit (1978–1986)
Gesang, Gitarre
Kevin Mulligan (1979–1986)
Keyboard, Synthesizer
Hendrik Schaper (1977–1981)
Schlagzeug
Willy Ketzer (1977–1980)
Schlagzeug
David Crigger (1980–1981)
Keyboard
Hermann Weindorf (1982–1988)
Gesang
Victoria Miles (1985–1988)
Kontra- und E-Bass
Jochen Schmidt-Hambrock (1987–1995)
Gitarre
Peter O’Mara (1991–2011)
Schlagzeug
Wolfgang Haffner (1989–2000)
Keyboard
Roberto Di Gioia (1990–2009)
Gäste
Orgel
Brian Auger (1973, 1988)
Tenorsaxofon
Johnny Griffin (1973, 1975)
Gesang, Gitarre
Alexis Korner (1973)
Gitarre
Volker Kriegel (1973)
E-Piano
Les McCann (1975)
Gitarre
Philip Catherine (1975)
Gitarre
Buddy Guy (1975)
Gitarre
Mats Björklund (1982)
E-Piano
Vladislav Sendecki (1990)
Gitarre
Paul Shigihara (1990)
Gitarre, Gesang
Johnny Copeland (1991)
Schlagzeug
Pete York (1973)
Schlagzeug
Alphonse Mouzon (1988)
Perkussion
Elmer Louis (1978)
Perkussion
Guillermo Marchena (1978, 1988)
Majid Bekkas (2006, 2009)

Passport war eine 1971 vom Jazz-Saxofonisten Klaus Doldinger gegründete und geleitete deutsche Band.

Geschichte

Doldinger hatte bereits von 1964 bis 1969 neben seinem Quartett unter dem Pseudonym Paul Nero Produktionen vorgelegt, die sich am Bluesrock und der Soulmusik orientierten. Sie führten zu Doldingers kommerziellem Projekt Motherhood, aus dem Passport entstand;<ref>Motherhood. In: Babyblaue Prog-Reviews. Abgerufen am 20. März 2022.</ref> sein Jazzquartett wurde aufgelöst. Beim ersten Album von Passport spielte (wie schon bei Motherhood) der damals noch unbekannte Udo Lindenberg Schlagzeug und der Bassist Lothar Meid; die weiteren Musiker, Saxophonist Olaf Kübler und Organist Jimmy Jackson, kamen aus der Münchner Studioszene und waren z. T. auch bei Krautrockbands tätig.

Bei den von Siggi Loch produzierten und bei Atlantic Records veröffentlichten Alben und im Livekonzert überzeugte Doldinger mit dieser Band „sein Publikum mit eingängigen Melodielinien über einem alles in den Bann ziehenden Groove.“<ref name="WK">Wolfram Knauer »Play yourself, man!« Die Geschichte des Jazz in Deutschland. Reclam, Stuttgart 2019, S. 256</ref> Der Kritiker Joachim Ernst Berendt meinte: „Ich bin fasziniert von dieser Musik; sie gehört mit zum besten Rock, der auf der deutschen Szene gemacht wird. Da spürt man die alte Rhythm & Blues-Tradition von Klaus, der ja immer schon ein ‚schwarzer Musiker‘ war.“<ref>nach Rainer Thieme: Klaus Doldinger. Klaus-Jürgen Kamprad, 2011, S. 9.</ref>

Allerdings hielt die Ursprungsbesetzung nicht; schon das zweite Album wurde mit anderen Musikern aufgenommen. Mit dem E-Bassisten Wolfgang Schmid, dem Keyboarder Kristian Schultze und Schlagzeuger Curt Cress sowie gelegentlichen Gästen gelang es der Band zwischen 1973 und 1976, „einen von Souleinflüssen durchzogenen, ungemein populären Jazz auf Platten zu bannen, dessen Sound dennoch erkennbar Doldingers blieb.“<ref name="WK" />

Ab 1977 erfolgten wieder Besetzungswechsel; zunächst schied Kristian Schultze aus. Mit den Neuankömmlingen Elmer Louis (Perkussion) und Roy Louis (Gitarre) orientierte sich die Musik der Gruppe etwas am Latin Jazz und wurde „gefälliger.“<ref>Albumbesprechung Passport – Iguacu. In: Rezensator.de. Abgerufen am 1. Dezember 2021.</ref> Das mit sieben brasilianischen Gastmusikern in Brasilien entstandene Album Iguacu (1978) gilt auch in der Kritik als ein Höhepunkt der Produktionen.<ref name="M&Ä" /> Mit dem Folgealbum Ataraxia (1978) wechselten Keyboarder Hendrik Schaper, Bassist Dieter Petereit und Schlagzeuger Willy Ketzer ein.<ref>Passport Ataraxia (Sky Blue) reviews. Abgerufen am 1. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Klaus Doldingers Lead-Stimme und die musikalische Ausrichtung seiner Band blieben über die Jahre hinweg trotz aller Besetzungswechsel konstant.<ref name="All">Passport bei AllMusic (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref> Sie arbeitete dort, „wo sich Jazz-Komplexität mit Rock-Zugänglichkeit überschnitt.“ Zur Klangsignatur der Band wurden gedoppelte Saxophone und Themen „aus langgezogenen Linien,“ die mit einem kraftvollen Beat untermauert „selbstbewusst eine versöhnlich wirkende, unverklemmte Positivität markieren.“<ref name="M&Ä">Rainer Landvogt: Der Liebenswürdige. Klaus Doldinger und seine Jazzrockgruppe Passport. In: Musik & Ästhetik. 2011, S. 116–120.</ref> Im Frühjahr 2006 trat Doldinger anlässlich des 35-jährigen Jubiläums wieder mit Wolfgang Schmid am E-Bass auf; auf dem Album Doldinger von 2016 sind einige Neuaufnahmen mit der klassischen Besetzung aus der Mitte der 1970er Jahre enthalten.<ref>Auch bei Konzerten arbeitete Doldinger in dieser Zeit mit beiden Besetzungen. Vgl. Oliver Glasenapp: Klaus Doldinger im Interview. In: Deutsche Welle. 29. April 2016, abgerufen am 25. November 2025.</ref> Passport veröffentlichte bis 2021 zahlreiche Alben. Nach Doldingers Ansicht war Passport weniger eine Band, sondern eher ein Etikett und Name für eine Vielzahl seiner Projekte.<ref name="All" />

Datei:Passport - Klaus Doldinger.jpeg
Klaus Doldinger’s Passport in Backnang (2020)

Bedeutung

Während das erste Album der Band noch am Krautrock orientiert ist, so entwickelten die nächsten Alben (bis Cross-Collateral, 1975) „technisch fortwährend brillanter den klassischen Jazzrock in all seinen typischen Groove- und Soundfacetten.“<ref name="M&Ä" /> Sieht man von vergleichsweise uninspirierten Alben wie Garden of Eden (1978) und Oceanliner (1980) ab, so wurden von Passport auf den folgenden Tonträgern neben Rock, Soul und Funk auch Bezugssysteme wie Reggae, die brasilianische Musik und andere Spielarten der Weltmusik ebenso wie aktuelle Entwicklungen der Popmusik und die Filmmusik in die Fusion so einbezogen, dass das Ergebnis handwerklich gut gemacht, ästhetisch ansprechend und durch die Industrie vermarktbar war. Dabei gelang in den meisten Stücken der spannungserzeugende Balanceakt zwischen dem Einreihen in die Ordnung (die für die Resonanz beim Publikum wichtig ist) und dem Sich-Heraussehnen aus dieser Ordnung, dem Anlaufen gegen und dem Überwinden von Grenzen.<ref name="M&Ä" />

Preise und Auszeichnungen

1976 wurde Doldinger für seine Passport-Aktivitäten mit einem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet. Für die guten Verkäufe erhielt das Album Down to Earth einen German Jazz Award. Nach dem Album Passport to Paradise erhielt Doldinger 1996 für sein Lebenswerk den Lifetime Achievement Echo Award der Deutschen Phono-Akademie.<ref>Rainer Thieme: Klaus Doldinger. Klaus-Jürgen Kamprad, 2011, S. 10 f.</ref>

Diskografie

Vorlage:Eingebundene Diskografie

Literatur

  • Rainer Landvogt: Der Liebenswürdige. Klaus Doldinger und seine Jazzrockgruppe Passport. Musik & Ästhetik 15. Jg., Heft 58 (2011). S. 116–120.

Weblinks

Commons: Passport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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