Kindelbrück
| Wappen | Deutschlandkarte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Wappen Kindelbrueck.png |
| |||||
| Basisdaten | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 51° 16′ N, 11° 5′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|16068064}}
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| Bundesland: | Thüringen | |||||
| Landkreis: | Sömmerda | |||||
| Verwaltungsgemeinschaft: | Kindelbrück | |||||
| Höhe: | 143 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km² | |||||
| Einwohner: | {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|16068064}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | QUELLE}}</ref> | ||||
| Bevölkerungsdichte: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km² | |||||
| Postleitzahl: | 99638 | |||||
| Vorwahl: | 036375 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | SÖM | |||||
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 68 064 | |||||
| Gemeindegliederung: | 6 Ortsteile | |||||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Puschkinplatz 1 99638 Kindelbrück | |||||
| Website: | www.vg-kindelbrueck.de | |||||
| Bürgermeister: | Roman Zachar (CDU) | |||||
| Lage der Gemeinde Kindelbrück im Landkreis Sömmerda | ||||||
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Bild:Kindelbrück in SÖM.png|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte poly 93 202 103 181 90 172 81 196 Alperstedt poly 15 206 36 202 43 183 12 195 Andisleben poly 143 89 150 81 148 74 137 64 132 77 129 79 Büchel poly 187 160 188 166 181 171 188 174 187 183 202 183 226 184 242 181 246 185 253 186 261 174 264 178 269 178 270 189 282 185 294 183 294 178 287 171 285 158 280 146 289 146 288 135 294 130 288 126 287 112 282 110 276 115 272 123 271 131 265 134 254 139 244 140 244 133 236 133 219 124 218 129 210 142 206 161 Buttstädt poly 145 214 152 204 139 199 133 187 127 187 127 206 135 212 Eckstedt poly 35 236 62 223 53 208 42 208 45 220 26 224 22 234 Elxleben poly 25 127 66 117 60 114 46 109 25 106 Gangloffsömmern poly 11 193 44 181 43 167 42 162 35 153 5 170 Gebesee poly 123 97 143 94 147 83 130 75 122 79 Griefstedt poly 137 245 148 245 149 240 145 230 134 226 132 239 Großmölsen poly 175 142 187 140 201 140 209 141 217 128 217 127 200 124 195 125 187 136 174 135 Großneuhausen poly 105 206 125 204 127 187 112 173 112 165 86 159 91 168 100 182 95 198 Großrudestedt poly 114 95 107 72 95 76 90 74 82 73 91 84 87 96 96 100 Günstedt poly 56 189 49 167 59 158 74 170 91 169 82 184 Haßleben poly 71 77 63 72 63 64 76 57 82 48 82 41 96 38 94 31 94 23 99 19 112 26 112 39 117 35 122 43 133 46 141 52 136 65 139 69 126 80 126 89 113 93 112 82 107 76 97 78 86 74 Kindelbrück poly 127 252 138 246 129 235 130 227 117 236 124 241 Kleinmölsen poly 185 158 206 158 207 143 198 135 189 139 177 140 177 148 187 146 Kleinneuhausen poly 185 61 180 77 174 75 167 84 163 95 153 97 157 105 154 112 159 118 160 135 169 146 174 142 171 134 186 139 186 132 196 127 205 124 211 126 208 108 213 100 225 96 216 91 221 88 220 79 241 86 247 70 243 66 227 64 233 59 229 53 225 52 220 49 223 42 217 38 213 42 208 53 219 57 218 62 210 75 203 75 Kölleda poly 144 213 161 219 157 190 160 183 149 191 141 191 138 194 144 200 153 204 Markvippach poly 66 215 84 214 75 209 91 213 82 198 78 199 64 205 59 206 Nöda poly 146 243 171 232 160 219 147 213 Ollendorf poly 215 125 221 120 225 120 230 99 238 99 244 93 234 87 238 83 222 72 217 88 224 93 208 102 Ostramondra poly 240 141 243 126 229 123 230 97 236 97 241 91 246 92 248 103 252 105 267 95 277 103 274 114 268 130 Rastenberg poly 52 212 45 195 53 187 87 181 77 199 Riethnordhausen (bei Erfurt) poly 44 196 53 185 51 161 43 165 41 185 Ringleben (bei Gebesee) poly 138 198 144 189 150 183 162 176 147 178 142 160 113 166 110 176 Schloßvippach poly 27 154 40 152 44 148 43 123 22 123 Schwerstedt poly 154 76 151 89 144 88 141 96 130 97 134 104 126 115 126 121 118 122 106 124 107 131 90 134 89 128 86 128 90 143 90 147 95 148 98 154 96 164 101 167 109 164 120 168 136 161 147 164 157 164 163 155 166 158 173 153 176 153 176 149 171 146 162 133 160 129 157 124 162 120 154 111 157 107 153 104 153 95 165 95 167 85 165 80 Sömmerda poly 163 178 167 161 162 151 153 160 145 162 148 179 Sprötau poly 42 131 48 150 43 154 41 161 47 169 51 162 59 159 63 152 79 150 75 144 76 129 68 121 Straußfurt poly 112 234 101 207 138 201 130 207 147 215 144 228 Udestedt poly 183 181 188 159 185 142 162 154 167 162 163 178 Vogelsberg poly 20 224 42 222 35 212 55 207 46 188 35 201 14 207 14 208 4 217 19 214 Walschleben poly 70 77 67 94 58 94 55 100 54 109 61 113 65 122 75 126 92 131 105 130 104 122 121 121 124 115 131 106 124 90 113 95 115 99 99 103 90 98 90 91 85 79 80 75 Weißensee poly 81 174 90 165 90 160 98 164 99 149 79 146 73 145 60 153 58 158 Werningshausen poly 29 247 39 230 21 233 27 222 19 220 14 215 6 219 1 237 Witterda poly 95 148 90 129 76 122 74 145 81 153 Wundersleben poly 186 297 295 296 295 207 186 205 Thüringen desc top-left </imagemap> | ||||||
Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Kindelbrück ist eine Landgemeinde (vor 2019 Landstadt) im Landkreis Sömmerda in Thüringen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück, der weitere drei Gemeinden angehören.
Geografie
Kindelbrück liegt am Unterlauf der Wipper im Thüringer Becken und damit im Norden des Landkreises Sömmerda. Zur Landgemeinde Kindelbrück gehören folgende Ortsteile: Bilzingsleben, Düppel, Frömmstedt, Kannawurf, Kindelbrück und Riethgen.
Name
Der Name Kindelbrück hat sich im Laufe der Geschichte über die Bezeichnungen „Kindelbruccum“, „Kindelbrucken“ und „Kindelbruck“ zum heutigen Kindelbrück entwickelt. Die Bezeichnung -brück steht für einen Übergang oder eine Furt an dem durch die Wipper durchflossenen Tal. Der erste Ansiedler an diesem Übergang soll eine Person namens „Chintila“ gewesen sein. Die erste Ansiedlung, die in der Nähe der heutigen Oberstadt gelegen haben soll, wurde größer und im Laufe der Jahre änderte sich der Name von Chintila Brück in Kindelbrück. Andere Quellen besagen, dass Kindel für die Bezeichnung König steht und der Name Kindelbrück aus der Bezeichnung Königsbrücke entstanden ist.
Geschichte
Entstehung und Entwicklung bis 1500
Kindelbrück entstand vermutlich um 550 n. Chr. als Brückensiedlung. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde Kindelbrück in einem Verzeichnis der Güter von Erzbischof Lullus von Mainz († 786) erbauten Klosters Hersfeld als Kindelbruccun erstmals urkundlich erwähnt. Dem Dorf Kindelbrück wurde am 12. März 1291 durch Albrecht II. das Stadtrecht verliehen. Die urkundliche Verleihung erfolgte auf der Wartburg bei Eisenach. Bis 1815 gehörte Kindelbrück zum kursächsischen Amt Weißensee.
Seit 1372 fand sonntags ein Wochenmarkt statt, der 1409 auf Mittwoch verlegt wurde. Im Jahr 1426 wurden erstmals ein regierender Bürgermeister und das Rathaus erwähnt; seit 1445 hatte Kindelbrück ein Stadtgericht.
16. Jahrhundert bis 1930
1525 erstürmten Kindelbrücker Bauern die Kommende Griefstedt. Der Bau der Kindelbrücker Stadtmauer erfolgte von 1508 bis 1538 auf Veranlassung des sächsischen Herzogs Georg der Bärtige. Die innere Stadtmauer, die die Kirche St. Ilgen und den Friedhof einschloss,<ref>Nadine Greiter: Historische Stadtmauer mit Pulverturm. In: utdooractive.com. Abgerufen am 10. August 2022.</ref> wurde 1515 fertiggestellt und anschließend erweitert. Ein neues Rathaus wurde in der Zeit zwischen 1501 und 1521 gebaut. Die Knabenschule wurde 1539, die Mädchenschule 1561 errichtet.
Bei einem Großfeuer in der Oberstadt Jahr 1528 brannten 60 Häuser und Gelasse ab, ebenso die Kirche St. Ilgen, die vermutlich älter war als die heute noch bestehende Kirche St. Ulrich.<ref>F. B. Freiherr von Hagke: Urkundliche Nachrichten über die Städte, Dörfer und Güter des Kreises Weißensee. Beitrag zu einem Codex Thuringiae diplomaticus. Großmann, 1867, S. 162 (google.com [abgerufen am 10. August 2022]).</ref> Bei einem Brand im Jahr 1582 wurden 117 Häuser restlos zerstört (drei Viertel der Stadt). Das dabei ebenfalls zerstörte Rathaus wurde 1583 wieder aufgebaut, 1609 wurde die Seigerglocke auf den Rathausturm verbracht. Bei einem weiteren Großfeuer im Jahr 1648 brannten 106 Gebäude ab.
Kindelbrück wurde im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach von der Pest heimgesucht, der in den Jahren 1575, 1577, 1570, 1597 und 1610 über 1300 Menschen zum Opfer fielen; im Jahr 1638 starb die Hälfte der Einwohner an der Pest.
Während des Siebenjährigen Krieg fand 1761 um Kindelbrück ein Gefecht statt, die Stadt brannte am 5. Juni 1761 ab und wurde dann wiederaufgebaut, der Wiederaufbau des Rathauses war erst im Jahr 1788 abgeschlossen.
Bis 1815 gehörte Kindelbrück zum kursächsischen Amt Weißensee. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam es zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Weißensee im Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.<ref>Der Landkreis Weißensee im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Oktober 2023; abgerufen am 5. November 2025.</ref> 1880 wurde die Freiwillige Feuerwehr des Ortes gegründet.
In den Jahren 1911/12 wurde das Stadtbad errichtet. Durch den Ersten Weltkrieg hatte Kindelbrück 54 Gefallene und 7 Vermisste zu beklagen. 1928 begann der Bau der Kalkplatzsiedlung.
Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945
Während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs stellte die 1886 gegründete Kindelbrücker Zeitung 1942 den Druck ein. Im Jahr 1940 trafen in Kindelbrück 17 polnische Zwangsarbeiter ein; bis 1944 erhöhte sich die Anzahl der Zwangsarbeiterkräfte auf mindestens 85 Personen. Diese kamen aus Polen, Ukraine, Belarus, Russland, Frankreich, Kroatien und der Tschechischen Republik. Außerdem gab es ein Arbeitskommando mit französischen Kriegsgefangenen, die in der Kofferfabrik arbeiten mussten. Fünf Todesfälle sind bezeugt, wobei es sich ausschließlich um Kinder von Zwangsarbeiterinnen handelte. Die 22-jährige schwangere Polin Pascha Woloczyna traf im März in Kindelbrück ein und wurde dann zu einem Schwangerschaftsabbruch gezwungen.<ref name="Wegweiser271">Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Thüringen. Band 8. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 271.</ref> Bezeugt ist, dass Familie Keitel, die mit polnischen Zwangsarbeitern im Wohnzimmer Radio hörte, denunziert und mit einer KZ-Haft bestraft wurde. Wegen der Freundschaft zu einem Zwangsarbeiter wurde eine Einwohnerin öffentlich kahlgeschoren und misshandelt.<ref name="Wegweiser271" />
Infolge des Zweiten Weltkriegs hatte Kindelbrück 138 Gefallene und 2 Vermisste zu beklagen. Am 11. April 1945 erfolgte die Übergabe der Stadt an die Amerikaner, ab 2. Juli übernahm die sowjetische Besatzungsmacht die Stadt.
Ab 1945
Nachdem bereits im Jahr 1933 die Turnhalle auf dem Ried gebaut worden war, wurde 1953/55 der Neubau der Schule realisiert. 1954/55 konnte der 1. Bauabschnitt der Kanalisation umgesetzt werden. 1956/57 wurden drei Tiefbrunnen zur Wasserversorgung gebohrt. Zur Gründung des Gemeindeverbandes Kindelbrück kam es im Jahr 1976. Im Vorfeld der Wende und friedlichen Revolution in der DDR fanden 1989 auch in Kindelbrück Montagsdemonstrationen statt.
Seit dem 1. Januar 1991 gehört Kindelbrück zur gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft. Zum 1. Januar 2019 fusionierten die Mitgliedsgemeinden Bilzingsleben, Frömmstedt, Kannawurf und die Stadt Kindelbrück zur Landgemeinde Kindelbrück, die wiederum der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück angehört.<ref>Gesetzentwurf vom 19. Juni 2018, aufgerufen am 16. Dezember 2018</ref> Kindelbrücks Stadtrecht ging dabei verloren. Zum 1. Januar 2023 wurde Riethgen nach Kindelbrück eingemeindet.<ref>Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Thüringen, Nr. 26/2022, S. 475 ff., abgerufen am 31. Dezember 2022</ref>
Einwohnerentwicklung
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Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
* ab 2019 neugebildete Landgemeinde Kindelbrück
** ab 2023 Eingemeindung von Riethgen
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat aus Kindelbrück setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:
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Sitzverteilung des Gemeinderates 2019 Insgesamt 16 Sitze
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| Parteien und Wählergemeinschaften | 2019<ref name="WE2019" /> | 2014<ref name="WE2014" /> | 2009<ref name="WE2009" /> | 2004<ref name="WE2004" /> | 1999<ref name="WE1999" /> | 1994<ref name="WE1994" /> | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anteil<templatestyles src="FN/styles.css" /> a | Sitze | Anteil<templatestyles src="FN/styles.css" /> a | Sitze | Anteil<templatestyles src="FN/styles.css" /> a | Sitze | Anteil<templatestyles src="FN/styles.css" /> a | Sitze | Anteil<templatestyles src="FN/styles.css" /> a | Sitze | Anteil<templatestyles src="FN/styles.css" /> a | Sitze | |||||||
| Allianz für Landgemeinde Kindelbrück | AfLK | 59,5 | 9 | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | |||||
| Bürgerbündnis Landgemeinde Kindelbrück | BL | 37,0 | 6 | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | |||||
| DIE LINKE | DIE LINKE | 3,5 | 1 | 19,3 | 2 | 28,7 | 3 | 34,4<templatestyles src="FN/styles.css" /> c | 5 | 22,8<templatestyles src="FN/styles.css" /> c | 3 | 4,0<templatestyles src="FN/styles.css" /> c | – | |||||
| Christlich Demokratische Union | CDU | – | – | 80,7<templatestyles src="FN/styles.css" /> b | 10 | 16,2 | 2 | 24,9 | 3 | 29,1 | 4 | 34,6 | 5 | |||||
| Verein für Bürgerhilfe Kindelbrück | VfBK | – | – | 55,1 | 7 | 32,6 | 5 | 15,9 | 2 | – | – | |||||||
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands | SPD | – | – | – | – | – | – | 8,1 | 1 | 32,2 | 5 | 49,3 | 7 | |||||
| Freie Demokratische Partei | F.D.P. | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | 12,2 | 2 | |||||
| prozentualer Anteil ungültiger Stimmabgaben | 3,8 | 4,8 | 5,5 | 6,0 | 3,8 | 3,8 | ||||||||||||
| Sitze gesamt | 16 | 12 | 12 | 14 | 14 | 14 | ||||||||||||
| Wahlbeteiligung | 61,2 % | 36,7 % | 47,0 % | 57,7 % | 57,2 % | 74,1 % | ||||||||||||
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Bürgermeister
Roman Zachar (CDU) wurde 2010 mit 58 % der Stimmen gegen die Amtsinhaberin Cornelia Behnke-Koch (Linke) zum Bürgermeister gewählt. Am 5. Juni 2016 wurde er mit 92,5 % der gültigen Stimmen, sowie zuletzt am 26. Mai 2019 mit 68,4 % der gültigen Stimmen, im Amt bestätigt.
Wappen
Blasonierung: „In Blau ein siebenmal von Silber und Rot geteilter, nach rechts schreitender Löwe.“ (Bunter Löwe)
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftliche Entwicklung bis 1914
In Kindelbrück wurden 1558 erste Innungen gegründet. Im Jahr 1562 wurde die Ölmühle gebaut, der Bau der ersten Papiermühle erfolgte 1708. Karl Naumbug gründete 1886 die Kindelbrücker Zeitung, deren Druck während des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1942 eingestellt wurde. Die 1888 errichtete Schuhfabrik wurde 1903 stillgelegt und in dem Gebäude dann 1907 das E-Werk eingerichtet. Im Jahr 1913 begann Wiedemann mit der Kofferfertigung, ein Jahr später gründete Robert Haesler die Kofferfabrik.
Wasserver- und Abwasserentsorgung
Die Aufgabe der Wasserversorgung für die Orte Kindelbrück und Frömmstedt hat die Landgemeinde auf den Trinkwasserzweckverband "Thüringer Becken" übertragen.<ref>Verbandssatzung des Trinkwasserzweckverbands "Thüringer Becken"</ref> Die Orte Bilzingsleben und Kannawurf werden vom KAT – Kyffhäuser Abwasser und Trinkwasserverband mit Trinkwasser versorgt.<ref>Angaben zur Trinkwasserversorgung auf der Internetseite der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück</ref> Bis auf das Gebiet der aufgelösten Gemeinde Frömmstedt hat die Landgemeinde Kindelbrück die Aufgabe der Abwasserbeseitigung an den Abwasserzweckverband "Finne" übertragen.<ref>Verbandssatzung des Abwasserzweckverbands "Finne"</ref>
Sehenswürdigkeiten
Stadtkirche St. Ulrich
Die Stadtkirche St. Ulrich steht am Marktplatz, sie wurde seit 1440 in mehreren Bauphasen errichtet. Der polygonal geschlossene Chor ist ältester Teil des Baukörpers im Inneren ist ein Kreuzrippengewölbe vorhanden. Der markante Turm wurde 1501 begonnen und steht auf der Nordseite. Nach dem Stadtbrand von 1761 musste die Stadt lange auf den Wiederaufbau der Kirche warten, er erfolgte 1782–1784. Nur wenige Bauteile von Vorgängerbauten finden sich noch am ursprünglichen Platz, etwa die lanzettförmigen Fenster in der Nordwand des Chores, daneben eine Sakramentsnische und die Reste von gotischen Maßwerkfenstern zwischen den Strebepfeilern.<ref name="DehioTHR">Stephanie Eißing u. a.: Thüringen (= Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Neubearbeitung. 2., durchgesehene und ergänzte Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 2003, ISBN 3-422-03095-6.</ref>
Rathaus und Stadtbefestigung
Das Rathaus befindet sich (Markt 1) an der Südseite des Marktplatzes und stellt einen Neubau des um 1500 erstmals genannten Ratsgebäudes dar, das beim großen Stadtbrand verloren ging. Der heutige Bau ist ein zweigeschossiger verputzter Repräsentationsbau mit Mansarddach und einem Dachturm.<ref name="DehioTHR" />
Die Stadtbefestigung von Kindelbrück schützte die Stadt seit dem beginnenden 16. Jahrhundert. Von den ehemals vier Stadttoren, zahlreichen Türmen, der Ringmauer und den vorgelagerten Gräben blieben große Teile bis in die Gegenwart erhalten und stehen unter Denkmalschutz.<ref name="DehioTHR" />
Kriegerdenkmal und Heimatmuseum
Ein Kriegerdenkmal erinnert an die Toten der Kriege. Im Ersten Weltkrieg hatte Kindelbrück 54 Gefallene und 7 Vermisste zu betrauern, im Zweiten Weltkrieg wurden 138 Gefallene und 2 Vermisste beklagt.
Ein kleines Heimatmuseum sammelt und bewahrt die Zeugnisse der Stadtgeschichte.
Kultur
Paul Rödiger schrieb und komponierte für die Kindelbrück ein Heimatlied, das bei Veranstaltungen und Festen aufgeführt wird. Der Männergesangsverein Eintracht besitzt eine lange Tradition. Die Musikgruppe Happy Idiots wurde von sechs Jugendlichen gegründet.
Natur
Das Gründelsloch ist ein sagenumwobenes Naturdenkmal in der Stadtflur. Es entstand am 3. März 1611 als Erdfall neben zwei weiteren bereits wassergefüllten Erdfällen. Die Schüttung der Karsthöhlenquelle ist mit 245 Litern Wasser pro Sekunde enorm. Der Erdfallsee hat sich stetig vergrößert und besitzt inzwischen eine elliptische Form mit einer Ausdehnung von 40 Meter in Nord-Süd-Richtung und 25 Meter in Ost-West-Richtung. Durch Sporttaucher der GST wurde in den 1970er Jahren der Quelltopf untersucht, er befindet sich in etwa 8,5 m Tiefe auf dem Grund des Sees, der meist ein klares Wasser besitzt, gelegentliche Grünfärbungen werden von Algen hervorgerufen.<ref>Richard Krause: Quellen im Bezirk Erfurt. Das Gründelsloch bei Kindelbrück. In: Das Volk. 29. April 1983.</ref> Im Jahr 2005, zum 125. Jubiläum der Feuerwehr, wurde das Gründelsloch durch zwei Taucher von der DLRG Sömmerda sowie durch den Einwohner der Stadt Kindelbrück Roberto Chudzinski erneut betaucht. Dabei wurde die Tiefe bis auf den Grund der tiefsten Quelle, der größten von 3 Quellen mit 9,80 m gemessen. Weiterhin beträgt die Quelltemperatur 5 °C.
Die Landschaft kann durch Radwege erkundet werden. Sie verlaufen vom Ortsrand nach Riethgen am Wildgehege entlang, nach Frömmstedt und Bilzingsleben entlang der Steinrinne und nach Kannawurf an der Hauptstraße entlang zur Kiesgrube.
Sport
In Kindelbrück gibt zwei Sportvereine, den Kindelbrücker SV 91 sowie die Sport- und Spielgemeinschaft Kindelbrück (SSG). Der KSV 91 ist der Fußballverein Kindelbrücks und die SSG betreibt hauptsächlich Volleyball. Seit der Saison 2012 wird das Freibad der Gemeinde, welches zu diesem Zeitpunkt geschlossen werden sollte, durch die SSG Kindelbrück als Vereinsbad betrieben und erhalten.
Persönlichkeiten
- Johann Schober (1640–1697), Kapellmeister und Komponist
- Christian Wilhelm Kestner (1694–1747), Mediziner und Bibliograph
- Karl Heinrich Gottfried Lommatzsch (1772–1834), Superintendent in Annaberg
- Heinrich Christian von Selchow (1732–1795), Jurist
- Ludwig Thomas (1810–1891), Abgeordneter und Alterspräsident im Landtag von Schwarzburg-Sondershausen
Literatur
Weblinks
- Michael Köhler: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />thueringenfotos.de – Fotos aus dem Dorf von 1976 ( vom 2. Februar 2022 im Internet Archive)
- Michael Köhler: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />thueringenfotos.de – Fotos aus dem Dorf von 1988 ( vom 3. Februar 2022 im Internet Archive)
- Offizielle Website der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück
- Kindelbrücker Ansichten
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="WE2019"> Gemeinderatswahl 2019 in Thüringen – endgültiges Ergebnis. In: wahlen.thüringen.de. Abgerufen am 7. Februar 2020. </ref> <ref name="WE2014"> Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen – endgültiges Ergebnis. In: wahlen.thüringen.de. Abgerufen am 7. Februar 2020. </ref> <ref name="WE2009"> Gemeinderatswahl 2009 in Thüringen – endgültiges Ergebnis. In: wahlen.thüringen.de. Abgerufen am 7. Februar 2020. </ref> <ref name="WE2004"> Gemeinderatswahl 2004 in Thüringen – endgültiges Ergebnis. In: wahlen.thüringen.de. Abgerufen am 7. Februar 2020. </ref> <ref name="WE1999"> Gemeinderatswahl 1999 in Thüringen – endgültiges Ergebnis. In: wahlen.thüringen.de. Abgerufen am 7. Februar 2020. </ref> <ref name="WE1994"> Gemeinderatswahl 1994 in Thüringen – endgültiges Ergebnis. In: wahlen.thüringen.de. Abgerufen am 7. Februar 2020. </ref> </references>
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