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Merda d’artista

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(Weitergeleitet von Künstlerscheiße)

Merda d’artista (deutsch Künstlerscheiße) ist ein bekanntes Projekt des italienischen Konzeptkünstlers Piero Manzoni.

Im Mai 1961 füllte Manzoni jeweils 30 g seiner eigenen Fäkalien in 90 Dosen und verschloss diese geruchsfest. Die Dosen wurden einzeln von 001 bis 090 durchnummeriert und mehrsprachig mit merda d’artista oder auch Künstlerscheisse beschriftet. Die Dosen verkaufte der Künstler schließlich zum damals aktuellen Goldpreis für 30 g (ca. 37 US-Dollar).<ref>Piero Manzoni, autorisierte Website des Künstlers; Tate etc., Ausgabe 10/2007.</ref>

Manzonis Werk ist beeinflusst von Ideen der Ready-mades wie Fountain von Marcel Duchamps. Die Aktion erregte viel Aufsehen, für die einen aufgrund des radikalen Bruchs mit der künstlerischen Tradition, für die anderen als offensichtliches Zeichen der Degeneration und Dekadenz der modernen Kunst.

Sämtliche Dosen wurden verkauft und befinden sich in verschiedenen Sammlungen weltweit. Sie haben heute einen deutlich höheren Wert als den von Manzoni angesetzten, eine Dose wurde im Jahr 2008 bei Sotheby’s für 97.250 englische Pfund (ca. 132.000 Euro) versteigert.<ref>Katalogeintrag bei Sotheby’s; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikel zu diesem und anderen Werken Manzonis. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. Juni 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/nest-pas.tumblr.com</ref>

Ein Durchleuchten der Dose zur Bestimmung des Inhalts ist so gut wie ausgeschlossen, da diese aus Metall besteht; eine Öffnung würde das Werk zerstören und könnte den Inhalt beschädigen.

Bernhard Bazile, einer der Eigentümer, öffnete 1989 dennoch seine Dose. Diese gilt seither wiederum als eigenes Kunstwerk, Boîteouverte de Piero Manzoni.<ref>Manzoni – Frankfurter Städel zeigt erste umfassende Werkschau – 2013.</ref>

Weil ein dänisches Museum in Randers eine der Dosen bei zu hohen Temperaturen gelagert und dadurch beschädigt hatte, musste es dem Eigentümer für seine Leihgabe nach einem Rechtsstreit in den 1990er Jahren 250.000 dänische Kronen zahlen.<ref name="Christensen">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Museum sur over lorteudtalelse.] (deutsch: Museum verärgert über unsinnige Aussage). In: Jyllands-Posten. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/jyllands-posten.dkVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Manzonis Vater, ein Dosenfabrikant, soll ihn mit den spöttischen Worten „Deine Arbeit ist Scheiße!“ zu dieser Arbeit inspiriert haben.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />