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Thailand

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Thailand (Thailand)
Thailand (Thailand)

Thailand ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), offiziell Königreich Thailand ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), umgangssprachlich: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), ist ein Staat in Südostasien. Er grenzt an Myanmar, Laos, Kambodscha, Malaysia, das Andamanische Meer (Teil des Indischen Ozeans) und den Golf von Thailand (Teil des Pazifischen Ozeans). Die Hauptstadt und mit Abstand größte Stadt des Landes ist Bangkok. Das Land ist de jure eine konstitutionelle Monarchie. König Bhumibol Adulyadej war von 1946 bis zu seinem Tod im Jahr 2016 Staatsoberhaupt. Seit 1. Dezember 2016 ist sein Sohn Maha Vajiralongkorn thailändischer König.

Bis 1939 wurde das Land, das ungefähr auf dem Gebiet des heutigen Staates lag, als Siam bezeichnet. Die etwa 69 Millionen Bewohner sind zu 75 % ethnische Thai und zu 14 % Chinesen; in den drei südlichsten Provinzen leben überwiegend Malaien. Der Buddhismus ist die dominierende Religion, fast 94 % der Thailänder bekennen sich zu ihm, er wird vom Staat besonders gefördert, ist aber keine offizielle Staatsreligion; 5,1 % sind Muslime.

Thailand ist ein Schwellenland mittleren Einkommens, das vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen als Land mit einer hohen menschlichen Entwicklung eingestuft wird. Das Land konnte in den letzten Jahrzehnten die Armut deutlich senken. Dabei profitierte es vom Konsum einer wachsenden Mittelklasse und der zunehmenden Integration in den Welthandel. Thailands wichtigste Einnahmequelle ist jedoch der Tourismus. 2017 besuchten 35 Millionen Touristen das Land.<ref name="MOTS">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig สถิติด้านการท่องเที่ยว ปี 2560 (Tourism Statistics 2017).] In: Ministry of Tourism & Sports. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Seine Hauptstadt Bangkok war 2018 die meistbesuchte Stadt der Welt.<ref></ref>

Geographie

Das Territorium Thailands nimmt einen beträchtlichen Teil der Landfläche Südostasiens ein und erstreckt sich südöstlich der letzten Ausläufer des Himalaya bis auf die Malaiische Halbinsel und umschließt dabei den Golf von Thailand, ein Randmeer des Südchinesischen Meeres. Die Landfläche Thailands erinnert in ihrer Gestalt entfernt an den Kopf eines Elefanten. Die maximale Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung liegt bei 1770 Kilometer, in Ost-West-Richtung bei 780. Die Grenze ist insgesamt 5326 Kilometer lang. Die Küste ist im Golf von Thailand 1878 Kilometer und im andamanischen Meer 937 Kilometer lang. Insgesamt hat Thailand eine Fläche von 513.115 km². Thailand liegt zwischen 5° 37’ und 20° 27’ nördlicher Breite und zwischen 97° 22’ und 105° 37’ östlicher Länge.<ref>The Government Public Relations Department</ref>

Die Nordregion ist bergig, dort findet sich der höchste Punkt des Landes: Doi Inthanon (2565 m). Der Nordosten (Isan) besteht aus der Khorat-Hochebene, einer im Sommer staubtrockenen und in der Regenzeit überschwemmten Landschaft, die keine intensive Landwirtschaft zulässt. Bewässerungsprojekte und Staudämme sollen hier Abhilfe schaffen. Die dortige Bevölkerung ist ärmer als der Durchschnitt des Landes. Im Norden und Osten des Isan bildet der Mekong die Grenze zu Laos.

Die Zentralregion wird beherrscht vom Mae Nam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss), der dem fruchtbaren Land Wasser zuführt und südlich von Bangkok in den Golf von Thailand mündet. Die Ostregion ist landwirtschaftlich geprägt und liegt am Golf von Thailand. Die schönen Strände und vorgelagerten Inseln führten zu einem verstärkten Tourismus. Die Zentralebene und die Ostküste (Eastern Seaboard) sind das wirtschaftliche Herz des Landes. Die Südregion liegt auf der langgestreckten malaiischen Halbinsel, die den Pazifischen Ozean vom Indischen Ozean trennt. Der Isthmus von Kra bildet die schmalste Stelle zwischen den beiden Meeren und ist nur 64 km breit. Daher wird er in Thailand auch als „dünner Hals“ bezeichnet. Berglandschaften (im nördlichen Teil das Tenasserim-Gebirge an der Grenze zu Myanmar, im äußersten Süden das Grenzgebirge Sankalakhiri zu Malaysia), Regenwald und Traumstrände wechseln sich ab.

Größere Städte sind neben der Hauptstadt Bangkok: Chiang Mai, Nonthaburi, Samut Prakan, Hat Yai, Nakhon Ratchasima (früher Khorat), Khon Kaen und Chon Buri.

Thailand unterteilt sich in sechs Regionen mit 76 Provinzen; die Namen der Provinzen und ihrer Hauptstädte sind identisch. Die sechs thailändischen Regionen<ref>Liste und Beschreibungen zu Thailand’s Regionen und Provinzen</ref> sind:

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Gewässer

Mehr als zwei Drittel des Territoriums von Thailand werden von zwei Flusssystemen entwässert. Es sind dies der Mae Nam Chao Phraya mit seinen Nebenflüssen Mae Nam Ping, Mae Nam Yom, Mae Nam Nan und Mae Nam Wang sowie der Mekong mit seinen Nebenflüssen Mae Nam Mun, Mae Nam Chi und Mae Nam Ing. Im bergigen Norden Thailands greifen die Entwässerungsgebiete dieser beiden Flüsse sehr stark ineinander, in Zentralthailand bildet das Phetchabun-Gebirge die Wasserscheide.

Die Wasserführung beider Flusssysteme ist jeweils starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Ihre Unterläufe sind durch ein sehr geringes Gefälle gekennzeichnet, was zu häufigen Überschwemmungen, Sedimentablagerungen und Verlagerungen der Flussläufe führt. Beide Flüsse werden durch zahlreiche Staudämme und -seen reguliert, an ihren Ufern wird intensiver Reisanbau betrieben.

Im Süden Thailands gibt es nur kurze Flüsse, nennenswert sind Tapi, Phum Duang und Pattani. Sie führen während des Nordostmonsuns, also im Winter, regelmäßig Hochwasser.<ref>Jürgen Hohnholz: Die Gewässer. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 56 ff.</ref>

Bedeutende Seen sind der Songkhla-See, der Nong Han, Phayao-See, Bueng Lahan und der Bueng Boraphet.

Klima

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Das Klima ist tropisch-monsunal. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen 28 °C im Süden und 19 °C am Doi Inthanon, Thailands kühlstem Punkt im äußersten Norden. Die jahreszeitlichen Schwankungen sind überall gering; während im Norden drei Jahreszeiten festgestellt werden können (relativ kühl zwischen November und Februar, sehr heiß mit Temperaturen von deutlich über 35 °C von März bis Mai und heiß von Mai bis November), sind im Süden die Temperaturen ganzjährig etwa gleich. Die Tagesamplituden liegen zwischen 6 °C und 10 °C im Süden und in der feuchten Jahreszeit im Norden, in der trockenen Jahreszeit des Nordens liegt die Tagesamplitude zwischen 9 °C und 19 °C.

Die Monsunwinde haben regional verschiedene Auswirkungen: Der Nordostmonsun im Winter bringt kontinentale Luft und bewirkt Trockenheit in Nordthailand, während sich die Luft über dem Golf von Thailand mit Feuchtigkeit anreichert und Regen in Südthailand verursacht. Der sommerliche Südwestmonsun bringt generell feuchte Luftmassen und bewirkt Niederschläge im ganzen Land. Der Süden kennt somit 8 bis 11 humide Monate pro Jahr, während der Nordosten nur auf viereinhalb bis fünfeinhalb humide Monate kommt.

Vereinzelt und in viel geringerer Frequenz als in den Nachbarstaaten treten in Thailand tropische Zyklone auf, die aus dem südchinesischen Meer und dem Golf von Thailand kommend auf das thailändische Festland treffen.<ref>Karl-Heinz Pfeffer: Thailand: Naturpotenzial – Nutzung und Gefährdung. In: Jürgen Hohnholz, Karl-Heinz Pfeffer (Hrsg.): Studium Generale – Thailand. Tübingen 2003, ISBN 3-88121-066-0, S. 24 ff.</ref>

Geomorphologie

Das Gebiet des heutigen Thailand war zwischen Paläozoikum und oberem Jura von einem flachen Meer bedeckt. In dieselbe Epoche fallen die ersten Nord-Süd-Faltungen. Zwischen Mesozoikum und mittlerem Tertiär fand eine intensive Verwitterung der Oberfläche bei gleichzeitig wenig tektonischer Aktivität statt. Das Ergebnis sind Sandsteingebirge mit Tafelbergen und Turmkarst-Landschaften. In der jüngsten Epoche, beginnend mit dem jungen Tertiär, begann die Kollision der indisch-australischen Platte mit dem eurasisch-chinesischen Festland. Es kam zur Faltung und Hebung bei gleichzeitiger Entstehung von nord-südlich verlaufenden Gebirgszügen mit Kerbtalreliefs und intramontanen Ebenen. Die seitdem durch Sedimentablagerungen entstandenen Aufschüttungsebenen sind für die Besiedlung von Bedeutung.

In ihnen herrschen Fluvisole vor, die intensiv zum Nassreisanbau genutzt werden und deshalb größtenteils in Anthrosole verwandelt wurden. Auf den Rumpfflächen findet man Ferralsole, Plinthosole und Acrisole, welche bereits wenige Jahre nach ihrer Rodung nicht mehr ertragreich sind. In Hanglagen herrschen Acrisolen und Cambisolen vor, welche sehr stark zu Erosion neigen.<ref>Karl-Heinz Pfeffer: Thailand: Naturpotenzial – Nutzung und Gefährdung. In: Jürgen Hohnholz, Karl-Heinz Pfeffer (Hrsg.): Studium Generale – Thailand. Tübingen 2003, ISBN 3-88121-066-0, S. 9–23 ff.</ref>

Flora

Datei:โครงการปลูกป่าชายเลนเฉลิมพระเกรียรติ - panoramio.jpg
Ein Mangrovenwald im Landkreis Phra Samut Chedi

Die natürliche Vegetation Thailands besteht aus Wald; noch für das Jahr 1960 wurde eine Waldbedeckung von 75 bis 80 Prozent angegeben. Dieser Wert ist bis heute, je nach Quelle, auf 18 bis 26 Prozent gesunken, was auf das starke Bevölkerungswachstum, Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität und den strategischen Straßenbau und die damit verbundene Kolonisierung in Ostthailand während des Vietnamkriegs zurückzuführen ist.<ref>Karl-Heinz Pfeffer: Thailand: Naturpotenzial – Nutzung und Gefährdung. In: Jürgen Hohnholz, Karl-Heinz Pfeffer (Hrsg.): Studium Generale – Thailand. Tübingen 2003, ISBN 3-88121-066-0, S. 2.</ref>

In Süd- und Westthailand herrschen artenreiche tropische Regenwälder vor, die gerade aufgrund ihrer hohen Biodiversität wirtschaftlich wenig genutzt werden. Sie haben jedoch ein hohes Potenzial etwa für Pharmaunternehmen. Pflanzenarten, die genutzt werden, sind der Holzölbaum und Fruchtbäume wie der Durian. In den Berggebieten herrschen ebenfalls artenreiche Wälder vor, die einen gewissen Anteil laubabwerfender Arten haben, lokal kommen auch Kiefernwälder, Eichenarten und Kastanien vor. In jenen Regionen mit saisonaler Trockenheit herrschen Wälder mit Laubabwurf vor. Die für den Menschen bedeutendste Baumart in diesen Wäldern ist der Teakbaum; er wird für Exportzwecke häufig in Plantagen angebaut. Wirtschaftlich interessant, aber ökologisch problematisch, sind Plantagen der in Thailand ursprünglich nicht heimischen Eukalyptus-Arten. Nach Rodung dieser Wälder siedelt sich eine Sekundärvegetation an, die von Bambus-Arten und Silberhaargras (Imperata cylindrica) dominiert wird.

Die Mangrovenwälder, die in den Küstengewässern Thailands gedeihen, sind artenarm und bestehen überwiegend aus Rhizophora-Arten. Vom Menschen genutzt wird die in den Mangroven vorkommende Nipapalme.<ref>Karl-Heinz Pfeffer: Thailand: Naturpotenzial – Nutzung und Gefährdung. In: Jürgen Hohnholz, Karl-Heinz Pfeffer (Hrsg.): Studium Generale – Thailand. Tübingen 2003, ISBN 3-88121-066-0, S. 30–41 ff.</ref><ref>M. Domrös: Die Vegetation. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 56 ff.</ref>

Fauna

Datei:Kui Buri National Park (Prachuap Khiri Khan Province, Thailand.jpg
Wilde Asiatische Elefanten im Kui-Buri-Nationalpark
Datei:Ficedula mugimaki - Khao Yai.jpg
Mugimakischnäpper im Khao-Yai-Nationalpark

Die Fauna Thailands ist Teil der orientalischen Faunenregion. Noch heute beherbergt das Land zahlreiche Großsäuger, wie Asiatische Elefanten, Tiger, Leoparden, Nebelparder, Sambarhirsche, Muntjaks, Wildrinder wie Gaure und Bantengs, Wildschweine und verschiedene Affenarten (vor allem Gibbons). Einige wilde Wasserbüffel leben offenbar noch an der Grenze zu Myanmar, Schabrackentapire im Süden Thailands. Andere Arten, wie das Sumatra-Nashorn, das Java-Nashorn und der Leierhirsch, sind wahrscheinlich ausgestorben. Besonderer Artenreichtum herrscht unter den Eidechsen und Schlangen Thailands, unter anderem kommen verschiedene Pythons sowie Königskobra und Brillenschlange vor. Viele Arten Amphibien, Kröten und Frösche bereichern die Fauna Thailands. Außerdem wurden mehr als 1200 Arten von Tag- und Nachtfaltern sowie über 10.000 Spezies von Käfern gezählt.

Vögel kommen in großer Zahl in den Wäldern Thailands vor (hier vor allem Nektarvögel, Papageien, Fasane, wilde Pfauen, Beos und Nashornvogel). Die Kulturlandschaften werden von Störchen, Ibissen, Reihern, Kranichen und Tauben, wie Grüntauben, bevölkert.

In den Binnengewässern Thailands sind die Karpfenfische bedeutend, sie spielen vor allem für die menschliche Ernährung eine große Rolle. Die Küstengewässer sind planktonreich und haben reiche Bestände an Heringen und Makrelen, ferner kommen Haie verschiedener Arten vor. Weitere in Thailand vorkommende Wasserbewohner sind Krokodile, vor allem das Leistenkrokodil, das mittlerweile fast ausgestorbene Siam-Krokodil, der (wahrscheinlich bereits ausgestorbene)<ref>Denis Gray: National Parks of Thailand. Communications Resources Ltd., Bangkok 1991, ISBN 974-88670-9-9; S. 23.</ref> Sunda-Gavial und verschiedene Schildkrötenarten, die Unechte Karettschildkröte und Landschildkröten.<ref>M. Domrös: Die Tierwelt. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 66 ff.</ref>

Über 60.000 km² der Landfläche und mehr als 6000 km² Meeresfläche und Inseln sind als Nationalpark, Wildschutzgebiet oder Meerespark ausgewiesen, siehe dazu Nationalparks in Thailand. Zu den bekanntesten Schutzgebieten zählt der Khao-Yai-Nationalpark sowie die Wildreservate Thung Yai und Huai Kha Khaeng, letztere zählen zum Schutzgebietssystem des Western Forest Complex.

Verwaltungsgliederung

<imagemap> Bild:Thailand, administrative divisions - de - colored.svg|mini|Provinzen Thailands

poly 244 1727 323 1714 357 1727 368 1693 404 1715 439 1726 448 1751 473 1771 459 1797 462 1815 477 1821 504 1794 540 1789 568 1793 583 1749 637 1728 716 1783 733 1847 212 1845 Malaysia poly 2 0 352 5 351 15 309 14 272 16 264 39 240 49 199 74 182 93 153 96 143 99 119 80 102 99 84 126 68 153 68 171 65 200 64 226 43 237 18 229 12 236 12 283 54 334 94 381 112 402 145 447 163 485 174 522 200 522 201 536 174 543 167 556 168 629 110 656 137 732 231 814 243 867 230 904 249 966 277 1069 231 1136 170 1227 172 1281 171 1303 135 1339 93 1339 37 1340 48 1099 24 1082 33 1019 74 917 54 777 37 555 0 426 Myanmar poly 365 3 875 2 849 20 928 57 902 124 826 110 814 165 963 246 954 282 1050 380 1046 811 962 776 1011 742 1017 692 1002 660 1025 576 992 571 990 543 941 527 924 490 930 380 874 350 808 256 725 250 695 308 651 320 591 280 482 370 471 364 496 304 477 246 513 188 495 135 489 104 407 118 424 44 Laos poly 878 2 870 19 920 63 923 94 874 114 822 140 830 175 949 240 962 279 995 309 1016 345 1048 376 1050 1086 1035 1095 1040 1123 1043 1142 1050 1144 1049 1182 948 1180 939 1218 896 1240 860 1239 854 1314 843 1366 887 1491 963 1466 1026 1401 1050 1378 1049 0 Vietnam poly 634 868 662 964 687 993 683 1034 695 1077 682 1131 673 1233 671 1317 702 1355 733 1376 796 1396 859 1354 862 1234 925 1214 930 1176 969 1174 990 1171 1027 1160 1040 1179 1045 1138 1024 1084 1049 1083 1042 810 1008 795 993 793 958 778 955 776 950 780 934 780 909 757 877 757 832 760 754 759 736 761 703 785 680 808 667 825 662 831 656 856 630 868 Kambodscha

poly 523 1787 504 1722 548 1692 606 1739 563 1811 Narathiwat poly 438 1744 473 1696 504 1693 528 1709 514 1722 508 1745 525 1794 477 1827 457 1801 472 1755 Yala (Provinz) poly 466 1653 478 1702 496 1697 530 1707 554 1696 530 1656 Pattani (Provinz) poly 349 1638 387 1615 358 1549 413 1537 451 1648 466 1664 469 1706 445 1745 424 1715 376 1704 Songkhla (Provinz) poly 272 1666 312 1636 353 1650 377 1673 362 1712 346 1721 323 1708 277 1725 229 1727 Satun (Provinz) poly 228 1629 257 1606 246 1580 266 1565 262 1542 282 1544 286 1547 305 1531 314 1538 348 1647 309 1641 275 1664 247 1665 Trang (Provinz) poly 316 1550 339 1544 364 1555 387 1619 341 1645 Phatthalung (Provinz) poly 188 1558 186 1507 186 1459 195 1452 221 1472 250 1492 263 1505 269 1523 274 1538 273 1550 263 1555 262 1569 260 1576 253 1581 248 1592 239 1616 225 1621 216 1623 Krabi (Provinz) poly 118 1502 168 1524 169 1568 143 1615 107 1592 Phuket poly 83 1345 136 1358 168 1374 165 1396 171 1428 180 1442 179 1456 185 1457 185 1471 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Khiri Khan (Provinz) poly 251 901 232 904 248 935 259 958 274 970 289 975 349 966 364 908 338 889 330 897 321 884 304 890 301 901 Phetchaburi (Provinz) poly 246 837 245 907 323 892 330 863 345 862 350 845 330 809 Ratchaburi (Provinz) poly 342 894 323 892 333 863 349 861 356 878 Samut Songkhram (Provinz) poly 350 845 346 862 357 873 394 870 383 836 Samut Sakhon (Provinz) poly 380 826 383 844 392 859 395 866 399 865 399 852 404 850 409 837 420 837 418 846 427 842 429 838 446 840 452 822 449 809 429 815 410 808 402 826 Bangkok (Provinz) poly 397 869 398 853 404 850 410 838 415 841 415 845 424 844 433 836 452 844 449 861 442 868 Samut Prakan (Provinz) poly 440 868 454 842 442 835 452 825 447 815 448 809 474 808 482 822 524 822 537 834 553 831 567 851 573 868 578 884 570 897 554 901 544 902 534 884 526 874 508 863 495 857 477 850 462 871 Chachoengsao (Provinz) poly 453 876 478 852 504 870 530 883 538 894 543 904 543 908 533 910 528 916 520 921 512 924 476 916 467 923 461 940 455 960 453 969 452 976 446 981 431 973 420 964 415 953 414 929 437 904 Chon Buri (Provinz) poly 457 986 472 921 490 918 520 918 544 903 555 930 560 944 556 968 552 982 508 990 Rayong (Provinz) poly 542 907 578 884 583 897 591 887 603 894 624 890 640 923 645 946 630 963 628 979 622 974 621 992 622 1006 620 1009 614 1009 592 1003 575 988 560 975 556 967 557 951 560 932 550 919 Chanthaburi (Provinz) poly 629 956 626 974 625 985 622 985 616 1002 610 1011 602 1020 598 1041 604 1067 611 1084 631 1110 647 1121 667 1113 687 1088 687 1069 677 1056 671 1045 666 1026 671 1002 671 989 660 978 648 966 639 959 Trat (Provinz) poly 692 783 592 785 573 802 562 839 566 865 585 897 624 891 620 854 654 856 643 843 659 834 Sa Kaeo (Provinz) poly 479 817 476 801 498 796 498 782 521 767 514 754 515 746 545 759 555 766 561 759 575 760 575 773 577 777 596 786 594 791 584 798 574 800 568 805 566 822 570 838 571 849 567 858 552 851 551 835 545 826 529 833 523 835 Prachin Buri (Provinz) poly 452 770 452 806 477 806 481 793 488 793 495 793 495 785 504 779 505 771 529 770 524 763 512 751 500 742 495 742 493 746 481 757 478 758 465 750 463 752 463 764 454 773 Nakhon Nayok (Provinz) poly 381 788 382 800 399 806 410 810 450 807 454 770 412 787 Pathum Thani (Provinz) poly 374 782 374 804 375 813 384 829 407 828 409 810 393 805 Nonthaburi (Provinz) poly 325 808 323 799 332 790 359 783 375 781 375 797 378 807 381 817 382 825 384 836 383 841 371 844 363 844 352 844 349 844 343 839 337 834 335 832 335 822 334 817 Nakhon Pathom (Provinz) poly 130 677 134 648 152 645 167 641 175 637 177 610 177 605 207 623 217 637 221 651 226 667 235 678 260 680 260 685 258 701 262 705 275 715 283 713 294 710 303 718 309 723 314 728 321 742 321 761 321 777 321 790 324 807 324 812 320 817 314 821 302 827 264 831 244 832 240 832 232 819 219 793 208 779 192 758 178 748 160 729 180 768 174 754 Kanchanaburi (Provinz) poly 257 675 256 686 260 694 260 701 267 708 273 711 284 723 290 714 293 705 304 705 314 712 316 723 317 739 317 753 317 767 317 784 317 793 329 797 335 790 357 787 370 784 375 771 374 758 370 747 365 734 365 724 368 712 368 701 364 692 361 690 357 690 343 692 311 688 299 684 287 683 281 683 276 679 265 677 261 677 Suphan Buri (Provinz) poly 372 742 376 761 373 778 376 784 386 786 408 787 424 783 434 774 435 768 435 758 433 743 428 735 421 735 415 731 412 727 411 718 407 719 403 728 402 738 400 750 391 751 389 738 Ayutthaya poly 366 706 364 745 389 741 393 748 405 749 404 718 Ang Thong (Provinz) poly 381 667 369 677 371 686 361 687 366 707 379 709 399 717 396 690 398 678 Sing Buri (Provinz) poly 433 735 410 735 410 726 431 705 446 712 476 711 474 697 495 688 505 676 517 688 510 705 493 710 488 711 482 731 482 744 482 756 482 762 471 754 468 754 463 761 457 768 443 769 Saraburi (Provinz) poly 428 709 421 721 410 724 400 719 393 710 393 699 397 685 395 671 394 665 399 654 412 646 423 627 438 625 457 632 464 640 474 643 485 642 491 638 495 611 501 609 503 621 504 638 506 658 506 669 501 673 489 680 472 690 469 698 463 708 457 708 456 708 436 700 429 703 418 716 Lop Buri (Provinz) poly 504 643 512 700 487 719 486 739 495 744 505 749 513 746 528 747 538 751 548 761 550 764 557 758 573 755 578 755 581 763 581 769 583 774 596 780 601 780 617 780 630 777 642 772 645 767 645 765 642 756 641 749 637 740 632 733 630 733 616 728 615 725 619 724 622 722 630 716 630 712 623 702 623 700 629 695 639 697 643 700 643 691 645 685 647 685 656 686 666 684 672 674 677 663 686 657 691 650 693 634 693 629 693 625 682 620 675 616 669 611 669 608 661 601 655 598 643 598 633 600 627 598 616 585 609 585 598 594 592 606 586 617 585 623 Nakhon Ratchasima (Provinz) poly 677 604 676 615 689 621 694 629 694 643 693 657 692 659 685 663 669 667 665 687 652 689 640 692 637 701 636 711 635 736 648 745 651 756 650 765 642 774 637 777 633 778 697 781 718 767 726 765 727 741 727 715 742 699 753 686 759 662 749 645 740 643 722 640 716 636 710 628 709 622 705 608 691 595 Buri Ram (Provinz) poly 710 622 708 633 719 644 738 644 752 644 753 658 752 674 750 688 741 702 723 715 719 732 724 756 724 757 725 759 731 761 756 756 771 759 777 759 800 764 813 764 820 758 821 739 823 715 816 700 805 698 807 688 815 659 815 653 819 640 822 638 822 635 808 629 781 626 775 626 761 626 751 627 Surin (Provinz) poly 824 613 816 631 818 637 818 645 813 661 813 673 813 690 809 700 812 706 814 713 813 725 812 742 828 758 828 759 846 758 870 757 880 758 913 756 913 756 914 742 918 721 919 711 907 697 904 692 897 678 896 670 894 657 886 647 874 645 863 640 842 630 830 617 Si Sa Ket (Provinz) poly 863 647 861 633 863 616 876 613 886 610 889 595 915 615 924 609 923 597 924 577 936 558 942 544 983 561 979 577 987 586 998 589 1006 599 1008 610 1000 631 996 643 995 661 995 671 995 679 996 686 995 700 995 713 989 745 972 748 959 759 954 766 947 774 936 770 925 760 920 751 917 746 917 730 918 723 919 704 912 690 908 684 901 679 895 652 Ubon Ratchathani (Provinz) poly 222 654 233 636 238 605 242 585 262 603 281 608 288 613 299 600 315 600 321 606 327 612 334 604 339 614 346 620 355 628 356 643 356 647 318 644 315 647 313 659 322 680 322 680 310 683 299 683 269 670 266 669 257 679 241 681 226 670 Uthai Thani (Provinz) poly 350 645 308 645 324 677 311 682 339 691 360 687 367 688 372 688 368 676 383 665 366 633 Chai Nat (Provinz) poly 888 597 881 616 872 611 864 595 875 556 884 546 911 547 911 537 936 523 942 545 940 553 923 614 Amnat Charoen (Provinz) poly 911 549 911 532 900 531 877 520 870 517 862 517 843 528 834 533 829 540 824 553 820 568 816 578 817 581 831 586 833 609 831 622 852 647 864 648 862 620 879 615 872 604 867 582 872 564 880 552 887 546 Yasothon (Provinz) poly 820 562 829 562 830 551 846 527 854 514 854 505 833 507 814 506 803 505 779 505 781 522 782 532 777 534 767 534 761 538 756 549 753 565 751 574 749 583 743 588 729 605 735 616 753 627 753 630 760 628 780 626 792 626 806 626 808 627 825 627 832 612 837 602 829 583 827 583 817 582 819 562 826 559 826 549 Roi Et (Provinz) poly 734 599 737 616 745 618 745 627 742 630 721 626 712 620 696 609 695 601 692 589 679 568 679 552 679 526 684 515 695 502 714 488 729 479 726 496 725 510 735 515 739 518 749 530 759 537 759 545 757 556 757 571 755 586 745 593 Maha Sarakham (Provinz) poly 553 465 551 482 566 484 587 503 624 506 631 514 616 553 626 568 620 589 629 600 659 593 667 602 675 609 685 599 694 584 682 553 676 525 693 507 718 481 716 447 688 457 680 452 677 452 676 435 665 430 653 455 653 466 649 466 638 460 598 447 593 447 583 451 Khon Kaen (Provinz) poly 552 478 523 473 508 518 498 541 499 568 501 593 504 606 505 626 506 644 521 641 574 636 586 619 591 594 603 584 618 583 620 572 620 563 613 556 611 552 630 511 Chaiyaphum (Provinz) poly 524 473 550 480 551 467 540 451 538 431 532 431 524 435 489 430 485 430 480 438 475 446 459 456 444 471 443 483 443 494 434 502 424 512 419 522 418 534 420 546 427 558 429 563 433 586 434 597 433 611 432 621 432 623 438 623 452 633 456 635 468 637 473 637 483 637 491 633 493 628 498 612 510 606 513 592 503 583 500 574 502 559 500 537 503 526 512 516 513 502 515 492 519 483 521 475 522 473 Phetchabun (Provinz) poly 236 587 237 564 316 575 353 539 372 572 436 559 440 624 419 629 399 674 393 674 378 657 364 634 352 631 335 620 334 599 325 601 312 597 292 607 285 615 273 609 Nakhon Sawan (Provinz) poly 344 493 344 521 349 537 365 571 429 564 422 551 422 529 411 494 397 502 383 496 370 493 370 490 Phichit (Provinz) poly 217 499 236 573 314 574 349 538 341 513 347 497 345 490 329 481 326 475 316 471 307 470 284 454 279 451 261 465 253 496 Kamphaeng Phet (Provinz) poly 74 345 103 334 123 372 140 368 152 402 180 406 173 344 192 349 199 385 211 374 224 388 238 392 250 393 256 404 271 426 274 441 274 453 269 461 264 465 255 480 251 493 247 494 234 498 227 508 224 543 236 567 238 593 239 611 231 642 228 650 227 654 215 646 197 622 193 615 179 604 175 600 179 551 210 547 207 506 189 516 187 517 170 490 166 474 166 460 166 441 145 427 135 418 Tak poly 908 460 846 449 826 454 844 507 846 499 856 521 882 521 891 534 916 535 930 535 931 523 907 492 Mukdahan (Provinz) poly 708 448 723 441 746 458 749 464 752 454 762 425 782 436 796 452 805 464 820 462 823 460 835 473 839 484 840 498 839 508 820 507 803 506 785 506 784 520 783 529 764 530 747 532 727 514 717 511 713 497 712 459 Kalasin (Provinz) poly 589 453 544 466 536 434 520 437 507 430 489 434 480 440 471 453 465 446 458 427 464 411 463 398 447 384 439 371 441 363 468 374 494 364 514 344 531 326 550 312 561 298 578 289 579 289 570 333 573 344 583 358 591 366 591 372 585 378 581 389 582 416 584 434 584 449 Loei (Provinz) poly 586 362 591 379 576 390 587 451 651 465 656 441 634 424 615 360 Nong Bua Lam Phu (Provinz) poly 597 284 592 307 619 333 648 359 657 365 682 355 681 332 691 333 696 338 706 331 712 337 719 339 722 333 725 333 742 330 743 315 738 308 736 304 740 284 732 274 721 285 711 298 696 310 661 329 646 317 Nong Khai (Provinz) poly 584 361 578 339 586 306 644 350 659 368 674 354 685 332 705 336 743 336 747 364 733 390 731 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450 465 447 478 444 496 435 510 426 522 426 523 420 519 413 503 413 493 401 494 394 501 384 499 372 487 366 486 351 491 340 486 Phitsanulok (Provinz) poly 333 341 345 357 338 370 338 377 342 384 344 394 341 410 340 421 361 426 373 414 384 388 415 384 429 373 439 353 447 352 450 352 456 348 476 340 476 330 476 318 479 291 478 272 469 276 459 287 453 299 440 314 416 317 389 317 383 327 363 331 355 334 341 339 339 341 339 341 Uttaradit (Provinz) poly 287 345 280 356 278 377 279 400 279 406 272 408 262 408 260 413 281 462 309 476 326 476 354 450 350 436 331 420 330 407 340 386 341 373 338 362 331 339 321 342 318 353 310 349 303 341 298 340 Sukhothai (Provinz) poly 467 269 448 290 442 311 426 317 398 313 389 313 395 270 402 256 389 242 388 215 395 200 413 179 409 146 408 137 412 132 426 134 441 130 453 117 479 120 485 122 488 139 497 179 499 191 491 224 482 245 477 252 Nan (Provinz) poly 305 143 309 168 325 195 349 208 368 215 380 218 394 209 398 188 413 178 414 164 403 146 412 140 413 133 404 126 396 112 373 112 355 125 351 136 346 142 Phayao (Provinz) poly 276 352 271 342 309 310 320 286 338 263 353 238 355 218 384 218 395 259 409 260 396 318 382 327 356 335 330 339 309 344 294 338 Phrae (Provinz) poly 295 145 290 188 273 195 262 177 261 154 257 125 258 110 287 79 287 68 294 40 286 28 310 28 314 28 325 17 349 19 353 40 361 38 370 26 384 30 392 41 404 48 404 78 396 89 390 116 379 119 364 122 349 127 348 144 342 144 315 144 Chiang Rai (Provinz) poly 245 336 227 363 216 360 214 374 216 379 229 390 241 400 250 388 258 401 265 412 278 414 284 400 275 378 277 361 281 357 276 353 259 339 297 315 320 296 336 275 354 246 356 214 338 198 318 184 306 161 306 144 290 143 290 155 290 179 287 188 277 197 269 204 267 207 267 242 247 260 237 278 226 284 227 295 Lampang (Provinz) poly 224 286 243 274 254 258 259 253 253 242 248 232 231 236 216 247 212 255 201 260 196 262 194 267 193 279 194 286 200 296 205 310 207 322 211 332 211 338 202 342 194 345 190 360 192 373 200 379 210 374 216 368 221 358 223 358 234 352 238 339 238 328 Lamphun (Provinz) poly 167 343 176 406 141 406 145 364 122 376 119 366 127 353 113 334 112 322 133 320 135 312 138 303 128 286 122 278 121 263 140 251 140 249 123 232 118 221 121 192 138 175 156 186 173 195 184 189 186 178 180 152 177 117 174 108 207 96 218 101 225 99 230 72 234 58 247 57 274 57 291 56 291 61 274 90 264 113 263 131 263 146 265 164 272 210 269 232 261 251 232 233 186 265 186 277 197 293 203 302 209 317 211 342 178 346 169 342 167 348 Chiang Mai (Provinz) poly 74 346 101 336 112 364 124 357 127 346 106 325 140 313 129 293 119 261 128 251 130 239 122 227 120 205 122 197 129 194 134 188 140 178 140 176 149 184 156 192 186 189 187 177 175 151 174 135 165 110 163 109 144 109 131 112 120 92 111 94 108 108 105 119 98 126 92 137 88 154 87 172 86 180 84 189 76 195 71 205 71 213 74 234 75 245 66 250 59 253 41 256 26 239 22 252 32 268 44 283 54 278 59 280 61 290 70 305 74 314 70 322 66 330 67 341 70 342 Mae Hong Son (Provinz) </imagemap>

Thailand ist ein Einheitsstaat. Die heutige Verwaltungsgliederung erfolgte 1897 unter König Rama V. (Chulalongkorn). Zahlreiche Provinzen wurden seitdem verändert oder neu geschaffen. Im Jahre 2008 gab es in Thailand:<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dopastat52 (Memento vom 20. Mai 2009 im Internet Archive) (PDF; 45 kB)</ref>

  • 76 Changwat ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – ‚Provinzen‘), wobei die Provinz nach der jeweiligen Hauptstadt benannt ist,
  • 877 Amphoe ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – ‚Bezirke‘ oder ‚Landkreise‘),
  • 7.255 Tambon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – ‚Unterbezirke‘ oder ‚Gemeinden‘),
  • 74.944 Muban ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – ‚Dorfgemeinschaften‘ oder ‚Dörfer‘).

Diese Einheiten bilden das hierarchische und zentralistische System der Provinzverwaltung, das in erster Linie einer landesweit einheitlichen Umsetzung von Vorgaben der Zentralregierung dient. Daneben besteht noch das System der Lokalverwaltung, deren Einheiten mehr Selbstständigkeit und in denen die Bewohner größere Mitbestimmungsmöglichkeiten haben. Es hat im Rahmen der Dezentralisierung seit den 1990er-Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Es besteht (Stand 2013) aus:

  • 76 Provinz-Verwaltungsorganisationen (thailändisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), kurz {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)Ongkan Borihan suan Changwat), deren Zuständigkeitsbereiche deckungsgleich mit den Provinzen sind,
  • 2.283 Thesaban ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) — ‚Kommunen‘), darunter
    • 30 Thesaban Nakhon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) — ‚Großstadt-Kommunen‘)
    • 172 Thesaban Mueang ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) — ‚Stadt-Kommunen‘)
    • 2.081 Thesaban Tambon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) — ‚Kleinstadt-Kommunen‘)
  • 5.492 Tambon-Verwaltungsorganisationen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), kurz {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)Ongkan Borihan suan Tambon), für die ländlichen Gemeinden, die zu keiner Thesaban gehören.

Zusätzlich gibt es zwei Sonderverwaltungseinheiten: Die Landeshauptstadt Bangkok und der international bekannte Badeort Pattaya. Bangkok ist auf einer Ebene mit den Provinzen und wird daher auch manchmal als Provinz gezählt. Die Stadt ist gegliedert in

  • Khet (Thai: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), dies entspricht den Amphoe der Provinzen) und
  • Khwaeng (Thai: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), dies entspricht den Tambon der Provinzen).

Die Zuordnung der Provinzen zu größeren Regionen ist uneinheitlich, so kann eine Provinz manchmal der einen, manchmal einer benachbarten Region zugeordnet werden.

Städte

Datei:Dec 2021 - Witthayu "embassy row" Bangkok.jpg
Bangkok ist die größte Stadt Thailands

Im Jahr 2023 lebten 54 Prozent der Einwohner Thailands in Städten.<ref name="BevStadt">Urban population (% of total population). Weltbank, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am dichtesten besiedelt ist der Großraum Bangkok mit 4000 Einwohnern pro km²; am dünnsten besiedelt sind die Berggebiete des Nordens. Die mit Abstand größte Stadt in Thailand ist Bangkok. Die Metropolregion Bangkok beherbergt knapp 16 Millionen Menschen, während die Stadt selbst 5,6 Millionen Einwohner hat. Die größten Städte sind (Stand 2017)<ref>citypopulation.de</ref>:

  1. Bangkok (Krung Thep): 5.686.646 Einwohner
  2. Nonthaburi: 255.793 Einwohner
  3. Pak Kret: 189.258 Einwohner
  4. Hat Yai: 159.627 Einwohner
  5. Nakhon Ratchasima: 131.286 Einwohner
  6. Udon Thani: 131.192 Einwohner
  7. Chiang Mai: 131.091 Einwohner
  8. Surat Thani: 130.114 Einwohner

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Bevölkerung

Demografie

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Thailand hatte 2023 71,8 Millionen Einwohner.<ref>Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2023, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,1 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 8,8 pro 1000 Einwohner<ref>Birth rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> vs. Sterbeziffer: 7,5 pro 1000 Einwohner<ref>Death rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,3, die der Region Ostasien und Ozeanien betrug 1,5.<ref name="Gebrat">Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebenserwartung der Einwohner Thailands ab der Geburt lag 2022 bei 79,7 Jahren<ref name="LebErw">Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 39,3 Jahren.<ref>World Population Prospects 2022 - Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2021, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2023 waren 15,2 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,<ref>Population ages 0-14 (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> während der Anteil der über 64-Jährigen 16,0 Prozent der Bevölkerung betrug.<ref>Population ages 65 and above (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Seit den 1960er Jahren entwickelt sich Thailand zu einem Industrieland und zu einem der touristisch attraktivsten Länder der Erde. Die zunehmende Industrialisierung führte zu Beeinträchtigung und Zerstörung landwirtschaftlich genutzter Flächen und zur Reduzierung wertvollen Waldbestands; ebenso wurden Teile der Wasserläufe geschädigt. Dies veranlasste die Regierung 1968 dazu, mit internationaler Hilfe durch eine konzertierte Aktion das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen. Man schuf eine Behörde für Familienplanung, und im März 1970 wurde die offizielle Familienpolitik vorgestellt, die die Zwei-Kind-Familie propagierte, den Slogan „Viele Kinder machen dich arm“ und weitere wirtschaftliche Argumente ins Feld führte. Diese Politik erreichte ihr Ziel: Wuchs 1960 die Bevölkerung noch durchschnittlich um 3,4 Prozent, sank dieser Wert bis 1986 auf 1,9 Prozent.<ref name="LoCCS">Library of Congress: Country Studies. Abschnitt „Population“, abgerufen am 27. Januar 2010.</ref>

Bevölkerungsstruktur

Datei:Thailand ethnic map de.svg
Ethnolinguistische Karte Thailands (1974, nach Daten der CIA)

Die thailändische Regierung erhebt keine Daten über die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung. Alle Staatsbürger werden ungeachtet ihrer Abstammung als „Thai“ bezeichnet. Forscher schätzen, dass ethnische Thai etwa 75 % der Bevölkerung ausmachen (dazu werden auch die Lao im Nordosten und die Tai Yuan im Norden gezählt). Etwa 14 % sind ethnische Chinesen, die größtenteils assimiliert und kaum noch von den Thai zu unterscheiden sind, 4 % Malaien; die restlichen 7 % verteilen sich auf Khmer, verschiedene Bergvölker, Flüchtlinge und Arbeitsmigranten aus Myanmar, Kambodscha und Vietnam sowie Einwanderer aus aller Welt. Die Nettomigration wird mit Null angegeben, es verlassen (offiziell) etwa so viele Menschen Thailand, wie nach Thailand einwandern. Es halten sich jedoch bereits seit Mitte der 1970er Jahre Flüchtlinge aus Myanmar in Lagern entlang der Westgrenze Thailands auf. Zudem sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Gastarbeiter, vor allem aus Myanmar, Laos und Kambodscha nach Thailand gekommen, die für das Wachstum der Wirtschaft Thailands von großer Bedeutung sind. Erst 2004 wurden 1,28 Millionen Personen vom Innenministerium registriert, es wird geschätzt, dass sich weitere 1,5 Millionen unregistrierte Migranten in Thailand aufhalten.<ref>K. Schönberg: Sozialer Wandel und Bevölkerungsentwicklung. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 349 ff.</ref><ref>Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 10 online (PDF; 173 kB)</ref><ref>UNDP: Thailand Human Development Report 2007, S. 10 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 27. Dezember 2008 im Internet Archive)</ref>

Der auf Thailand spezialisierte Anthropologe Charles Keyes gibt den Anteil der „echten Thai“ (das heißt Thai, die zu Hause Standard- oder Zentralthai sprechen) an der einheimischen Bevölkerung mit 36 Prozent an, hinzu kommen 27 Prozent Isan-, 10 Prozent Nord- und 8 Prozent Süd-Thai sowie 1 Prozent sonstige Tai-Sprachige. Die „assimilierten“ Minderheiten der thaisprachigen Sino-Thailänder und (bilingualen) Mon-Khmer-Sprecher gibt er mit 6,5 bzw. 2,5 Prozent an. Lediglich die nicht assimilierten Chinesen (2 Prozent), Malaien (6 Prozent) und „Bergvölker“ (1 Prozent) unterscheiden sich in ethnischer und sprachlicher Hinsicht erheblich von der Mehrheitsbevölkerung und werden daher von dieser teilweise als „problematische Thailänder“ gesehen. Hinzu kommen noch die in Thailand lebenden Ausländer: im Jahr 2004 waren dies ca. 300.000 Flüchtlinge, mehr als 1 Million legal registrierte Arbeitsmigranten sowie hunderttausende illegale Migranten. Alle drei Gruppen werden hauptsächlich von Burmesen und Laoten gestellt.<ref>Charles Keyes: Ethnicity and the Nation-States of Thailand and Vietnam. In: Challenging the Limits. Indigenous Peoples of the Mekong Region. Mekong Press, Chiang Mai 2008, S. 25.</ref> Im Jahre 2017 waren offiziell 5,1 Prozent der Bevölkerung Migranten.<ref>Migration Report 2017. (PDF) UN, abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Origins and Destinations of the World’s Migrants, 1990-2017. In: Pew Research Center's Global Attitudes Project. 28. Februar 2018 (pewglobal.org [abgerufen am 30. September 2018]).</ref>

Bergvölker

Die Bergvölker siedeln vor allem in Nordthailand. Sie sind ethnisch sehr heterogen; die wichtigsten sind Hmong, Karen, Lahu, Lisu, Akha, Lawa und Khmu. Einige dieser Völker siedelten in Thailand bereits vor der Einwanderung der Thai, andere wiederum gelangten durch die politischen Wirren in den Nachbarstaaten in neuester Zeit nach Thailand. Aus diesem Grund unterscheiden sich deren soziale Organisationen und Traditionen teils erheblich. Fast alle dieser Völker betreiben traditionell Landwirtschaft im Schwendbau, was durch die Zunahme der Bevölkerung zu erheblichen Umweltproblemen führt. Darüber hinaus sind die Siedlungsräume der Bergvölker Zielgebiet der Einwanderung von thailändischen Bauern. Programme der Regierung zielen darauf ab, den Schwendbau durch umweltschonendere Landbearbeitungsformen zu ersetzen und den verbreiteten Mohnanbau sowie die Drogenabhängigkeit zurückzudrängen. Eine Sprachen- und Schriftpolitik für diese Minderheiten hat die Regierung (Stand 2015) bisher noch nie definiert. Die Entwicklungsprogramme, Einwanderung von Thai und die touristische Erschließung führen dazu, dass einige der Völker davon bedroht sind, kulturell wie sprachlich in der thailändischen Bevölkerung aufzugehen.<ref>Ethnologue: Languages of Thailand. online</ref><ref>F. Scholz: Die Bergvölker. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 375 ff.</ref> Ende Dezember 2009 hat die thailändische Regierung über 4000 Angehörige der in den 1970er Jahren nach Thailand geflohenen Hmong-Minderheit nach Laos abgeschoben.<ref name="faz-1901600">Menschenrechtler: Hmong werden gefoltert. In: faz.net. 31. Dezember 2009, abgerufen am 11. Dezember 2014.</ref>

Chinesen

Datei:Yaowarat at night (32455695783).jpg
Bangkoks Chinatown in der Yaowarat-Straße

Chinesen, die 8,5 bis 15 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, leben in Thailand seit dem 14. Jahrhundert, als kleine Gruppen von Händlern sich in Südostasien ansiedelten. Die chinesische Einwanderung erfolgte größtenteils im 19. Jahrhundert, als die Qing-Dynastie und damit das gesamte Land in eine tiefe Krise gerieten. In den ersten Einwanderungswellen kamen fast ausschließlich Männer nach Thailand, die thailändische Frauen heirateten und sich assimilierten. Die ethnische Verwandtschaft und die religiösen Gemeinsamkeiten begünstigten dies. Chinesen errangen in der Folge hohe Posten in der königlichen Verwaltung und – insbesondere Nachkommen aus Mischehen – nahmen in der Regel die thailändische Staatsbürgerschaft und einen thailändischen Familiennamen an. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zeitgleich mit einer starken Einwanderungswelle aus China, kam ein antichinesischer Nationalismus auf, welcher sich während des Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieges besonders offen äußerte und unter anderem 1945 zu blutigen Zusammenstößen in Bangkok führte. Mit dem Ziel, die chinesische Vormachtstellung in der Wirtschaft zu brechen, wurden Chinesen von einer großen Zahl Berufe ausgeschlossen und der Besuch thailändischer Schulen obligatorisch gemacht; chinesische Bildungseinrichtungen wurden geschlossen. Nur jene Chinesen, die nach thailändischen Werten erzogen worden sind und die thailändische Staatsbürgerschaft haben, sind den Thai gleichgestellt. Trotz dieser Maßnahmen sind die Chinesen dominierend im thailändischen Wirtschaftsleben.<ref>J. Dauth: Die Chinesen in Thailand. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 383 ff.</ref><ref>Min Chen: Asian management systems: Chinese, Japanese and Korean styles of business. London 2004, S. 58 ff.</ref>

Sprachen

Die Amtssprache Thailands ist Thai, daneben werden 73 weitere Sprachen gesprochen. Etwa 94 Prozent der Bewohner Thailands sprechen eine der Tai-Kadai-Sprachen, die restlichen 6 Prozent teilen sich auf die austroasiatischen, austronesischen, tibetobirmanischen und Hmong-Mien-Sprachen auf. Standardthai beruht auf jenem Dialekt, welcher in der Region rund um Bangkok gesprochen wird. Die Thailändische Sprache wird mit einer eigenen Schrift mit 44 Konsonanten und 32 Vokalen geschrieben, sie wurde von der Khmer-Schrift abgeleitet und während der Regierungszeit König Ramkhamhaengs eingeführt. Englisch ist unter dem gebildeten Teil der Bevölkerung die Zweitsprache und wird vor allem in den Städten weithin verstanden. Viele Thailänder chinesischer Abstammung sprechen einen der südchinesischen Dialekte,<ref name="LC-Profile Thailand">Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 11 online (PDF; 173 kB)</ref> wobei infolge der Thaiisierung viele Thailänder chinesischer Abstammung heutzutage kein Chinesisch, sondern nur noch Thai sprechen. Der Dialekt des Isan steht dem Laotischen nahe. In Südthailand wird von der malaiischen Minderheit Malaiisch gesprochen.

Religionen

<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />

Der Theravada-Buddhismus ist die dominierende Religion Thailands, etwa 94 % der Bevölkerung bekennen sich dazu (siehe Buddhismus in Thailand). Daneben gibt es bis zu 5 % Muslime (überwiegend Malaien in Südthailand), 0,6 % Christen und 0,1 % (etwa 65.000) Hindus (meist Inder). Nur 0,4 % bezeichnen sich als religionslos.<ref>Fischer Weltalmanach 2009, S. 466, Harenberg aktuell 2008, S. 702, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CIA World Factbook (Memento vom 29. Dezember 2010 im Internet Archive), Religious Freedom Report, US-Außenministerium, Französisches Außenministerium, Britisches Außenministerium</ref> Die Verfassung Thailands legt fest, dass der Staat den Buddhismus und alle anderen Religionen schützen und fördern sowie zur Harmonie unter den Anhängern aller Religionen beitragen soll.<ref name="LC-Profile Thailand" /> Der König muss immer ein Buddhist sein, der Buddhismus ist aber nicht als Staatsreligion festgeschrieben.<ref>Duncan McCargo: Buddhism, Democracy and Identity in Thailand. In: Religion, Democracy and Democratization. Routledge, Abingdon (Oxon)/New York 2006, S. 155–170, auf S. 156.</ref>

Vor Ankunft der Thai waren im heutigen Thailand Hinduismus, Shivaismus und Mahayana-Buddhismus der Khmer vorherrschend. Im 11. Jahrhundert übernahmen die einwandernden Thai, die schon vorher Kontakt mit dem Mahayana gehabt hatten, den Theravada-Buddhismus von den Birmanen und von den Mon in Nordthailand. Dieser dominiert in Thailand bis heute. Auch wenn er offiziell nicht den Status einer Staatsreligion hat, ist er doch eng mit staatlichen Institutionen verwoben: der König ist oberster Schutzherr des Sangha, der buddhistischen Mönchsgemeinde. Ihre Struktur und Hierarchie ist gesetzlich garantiert und reglementiert. An der Spitze steht der Oberste Sangha-Rat, dem der Sangharaja („Oberster Mönchspatriarch“) vorsteht. Jeder Mann darf sich – auch für eine gewisse Zeit – zum Bhikkhu (buddhistischer Mönch) ordinieren lassen. Es ist normal, dass männliche Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren Novizen werden und sich für ein oder mehrere Jahre dem Studium heiliger Schriften widmen. Die Größe des Sangha ist deshalb nicht genau zu ermitteln. Das religiöse Leben spielt sich vor allem in den Wat ab, von denen es im ganzen Land 30.678 gibt.<ref>Thailand at a Glance – The Prime Minister’s Office. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2014; abgerufen am 29. November 2015.</ref> Sie sind zugleich Klöster der Mönche, Ort der Verehrung des Buddhas, seiner Lehre (Dharma) und seiner Gefolgschaft (Sangha) durch buddhistische Laien sowie soziale Begegnungszentren. Im vormodernen Thailand waren die Wat auch Bildungseinrichtungen und sorgten dafür, dass die Alphabetisierung auch vor Einführung eines staatlichen Bildungswesens relativ hoch war. Der Bau neuer Wat wird meist ausschließlich mit Spenden aus der Bevölkerung finanziert. Es spiegelt das Streben nach religiösen Verdiensten wider, was ein positives Karma und eine spätere komfortablere Wiedergeburt ermöglichen soll.

Da der Buddhismus keine Exklusivität fordernde Religion ist, spielen neben dem Buddhismus eine ganze Reihe von anderen Kulten eine wichtige Rolle. Götter und Geistwesen,<ref>Die traditionellen Geister der Thais. 12. März 2003, abgerufen am 30. Juli 2024.</ref> die aus vorbuddhistischen Zeiten stammen oder hinduistischen oder chinesischen Vorstellungen entspringen, werden in verschiedenen Ritualen verehrt. Dies findet seinen Ausdruck in den Geisterhäuschen, die praktisch vor jedem Gebäude aufgestellt werden sowie in der großen Rolle von Amuletten und Tätowierungen.<ref>H. Bechert: Religion. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 240–259.</ref><ref>International Religious Freedom Report 2007</ref> In Bangkok gibt es den Erawan-Schrein, der dem hinduistischen Gott Brahma geweiht ist und von Gläubigen angebetet wird.

Die Muslime, fast ausschließlich Sunniten, machen etwa 5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Sie stellen die Bevölkerungsmehrheit in den vier Südprovinzen Narathiwat, Pattani, Yala und Satun an der Grenze zu Malaysia. In den drei erstgenannten sind es vorwiegend Malaien (die sich fast ausnahmslos zum Islam bekennen), in der letzten dagegen thaisprachige Muslime. In der Provinz Songkhla machen Muslime kaum ein Viertel aus,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />web.nso.go.th (Memento vom 23. März 2012 im Internet Archive)</ref> allerdings haben mindestens fünf der 16 Distrikte (Amphoe) dieser Provinz muslimische Mehrheiten. Im Rest des Landes sind Muslime als Minderheit verbreitet, sie sind meist Nachfahren von Einwanderern aus Süd- und Vorderasien oder Thai, die den Islam angenommen haben.<ref>Astri Suhrke: Moslems in Süd-Thailand. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 387–394.</ref><ref>UNDP: Thailand Human Development Report 2007, S. 15 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 27. Dezember 2008 im Internet Archive)</ref><ref>Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 26 online (PDF; 173 kB)</ref>

Bildung

In den frühen Tagen der thailändischen Geschichte oblag die Bildung einerseits den Klöstern und andererseits dem Königshaus. Buddhistische Mönche in Klosterschulen des ganzen Landes sorgten für grundlegende Bildung der Jungen, während die Kinder der königlichen Familie und auch die des Adelsstandes eine höhere Bildung erhielten, da nur sie für den Dienst für das Land in Ministerien und bei Hofe in Frage kamen. Nur wenige Mädchen erhielten die Gelegenheit, eine Schule zu besuchen, um wenigstens Lesen und Schreiben zu lernen. Der weitaus größte Teil der Gesellschaft bestand aus Bauern, die wenig Sinn darin sahen, Bücher lesen zu können. Die Geschichte des Dorfes oder der Familien sowie lokale Philosophie wurden mündlich übermittelt.

Auf Initiative von König Phra Nang Klao (Rama III., reg. 1824–1851) wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Bangkok eine „Offene Universität“ eingerichtet, in der jedermann unabhängig von Geburt und Rang lernen konnte. Er hatte von 1832 bis 1848 den Wat Pho von Grund auf renoviert und stellte sich den Tempel nicht nur als eine heilige Stätte vor, sondern als ein demokratisches Lernzentrum, auch für Studenten, denen bisher der Zugang zu speziellen Wissensgebieten verwehrt war. Dies war in der thailändischen Geschichte einzigartig. Er versammelte eine große Gruppe Gelehrter, die vorhandene Textbücher zusammenstellte und viele neue Bücher schrieb. Der König begutachtete die Selektion und ließ anschließend die Texte in der geschwungenen Rattanakosin-Schrift auf Marmortafeln gravieren und in dem gesamten Phutthawat des Wat Pho ausstellen. So kann noch heute ein jeder, der sich für religiöse oder säkulare Themen interessiert, für Literatur, Archäologie, Astrologie oder Medizin, aus einer Fülle von Informationen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts auswählen.

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Chulalongkorn-Universität, die älteste Universität Thailands, mit dem 1938 erbauten Auditorium

Erst in der Regierungszeit von König Chulalongkorn (Rama V.) wurde die Notwendigkeit von weitreichender Ausbildung erkannt, um den Personalbedarf der wachsenden Bürokratie zu befriedigen. In der Bildungsproklamation von 1898, die stark vom britischen System beeinflusst war, wurde zunächst ein zweigliedriges System eingeführt, unterteilt in akademische und Berufsausbildung. Bereits 1902 wurde die höhere Bildung durch Anleihen beim japanischen und amerikanischen System erweitert. 1932 wurde ein umfangreicher Bildungsplan vorgestellt, der von vier Grundschuljahren ausging. Darauf aufbauend gab es eine achtjährige Sekundarstufe.

Die letzte größere Änderung am Bildungssystem wurde durch den Bildungsplan von 1977/78 eingeführt. Er sah sechs obligatorische Grundschuljahre und drei Jahre unterer Sekundarstufe vor. Weitere drei Jahre folgen für diejenigen, die einen besonderen Beruf ergreifen oder zur Universität wechseln wollen. Erst 1983 war die Einführung dieses Plans abgeschlossen. Um mit dem starken Wachstum auf den Gebieten der Technik und der Landwirtschaft Schritt halten zu können, wurde in den 1990er Jahren geplant, die sechs Grundschuljahre auf neun Jahre zu erweitern. Die drei Jahre der Sekundarstufe sollten dann um weitere vier Jahre höherer Schulausbildung ergänzt werden. In Thailand stieg die mittlere Schulbesuchsdauer von 4,6 Jahren im Jahr 1990 auf 7,9 Jahre im Jahr 2015 an.<ref>Human Development Data (1990-2015) | Human Development Reports. Abgerufen am 2. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Seit 2009 wird über Satellit und Internet E-Learning mit DLTV in thailändischen Schulen eingeführt.<ref>DLF Distance Learning Foundation</ref>

Schulsystem

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An thailändischen Schulen wird die Wai-Khru-Zeremonie einmal im Jahr zu Beginn des neuen Akademischen Jahrs durchgeführt.

In Thailand herrscht allgemeine Schulpflicht für neun Jahre. Die von der UNESCO ermittelte Analphabetenquote liegt bei nur etwa 4,5 Prozent (2000) und damit auf dem Niveau der Europäischen Union.<ref>UNESCO Bangkok</ref> Die Weltbank ging 2015 von einem Alphabetisierungsgrad von 96,7 Prozent in Thailand aus.<ref name="wbTH">World Bank Statistik (englisch, aufgerufen am 23. Oktober 2018)</ref> (12 Billionen Baht), dies entspricht 5.899 US-Dollar pro Kopf.<ref name="wbTH" /> Im PISA-Ranking von 2015 erreichen die Schüler des Landes Platz 55 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 55 in Naturwissenschaften und Platz 58 beim Leseverständnis.<ref>PISA-Studie – Organisation for Economic Co-operation and Development. Abgerufen am 14. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Besuch der sechsjährigen Grundschule ist verbindlich und im Prinzip kostenfrei, in den letzten Jahren haben die Schüler jedoch immer mehr die Kosten für Unterrichtsmaterialien und Uniformen für die unterschiedlichen Wochentage selber zu zahlen. Die Unterrichtsmethoden entsprechen nicht dem modernen westlichen Standard. Eigenverantwortliches Lernen wird nur wenig gefördert. Demgegenüber steht – gerade auf dem Land – ein stark ausgeprägtes Autoritätsdenken. Autoritäre Lehrmethoden und einfaches Auswendiglernen sind üblich. Es findet meist Frontalunterricht statt.

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Studentencampus Khon Kaen

Es gibt neben den staatlichen auch Privatschulen, die entweder christlich ausgerichtet oder Auslandsschulen (Internationale Schule) sind. Sämtliche Schulen nach der Grundschule sind kostenpflichtig. Lehrer müssen an bestimmten Tagen Uniformen tragen. Schüler müssen immer eine Schuluniform tragen. Lehrer tragen verschiedene Abzeichen und Schulterklappen entsprechend ihrer Amtsbezeichnung, Funktion und Dienstzeit, ferner gehört außerhalb des Unterrichts das Barett zur Uniform.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Wohl einzigartig in der Welt ist, dass das Pfadfindertum (thailändisch Luk Suea, wörtlich „Tigerjunge“) Teil des Curriculums ist. Alle Schüler einer Schule kommen an einem festgelegten Tag jeder Woche in ihren Pfadfinderuniformen in die Schule. Wehrerziehung ist – wenn auch freiwillig – ebenfalls in die Schulen integriert. Oberschüler der zehnten bis zwölften Klasse können sich zur Reserve (thailändisch Nak Sueksa Wicha Thahan, wörtlich „Studenten der Militärkunde“) melden und werden dann – zumeist auf dem Schulgelände – militärisch ausgebildet. Die meisten Jungen nehmen daran teil, weil sie dadurch vom späteren Vollzeit-Wehrdienst befreit werden.<ref>Thai junta to amend regulations on reserved force conscription. In: Prachatai.com, 8. Juli 2015.</ref><ref>Aporn Deenan: Thailand. In: International Encyclopedia of Adolescence. Routledge, New York/Abingdon (Oxon) 2007, S. 1008.</ref>

Ab Mitte März bis Ende April sind im ganzen Land Schulferien, es gibt zusätzlich noch drei Wochen Schulferien im Oktober.

Weiterführende Schulen

Nach Abschluss der Grundschule haben die Schüler die Möglichkeit, eine weiterführende Schule oder eine Berufsausbildung zu beginnen, die im Wesentlichen schulisch durchgeführt wird. Dabei fallen Kosten für Lehrmittel und oft mehr oder weniger lange Anfahrtswege in die nächste größere Stadt an, insbesondere bei Kindern vom Land. Bei der hohen Zahl privater Institute und Fachhochschulen sind zudem Kursgebühren zu entrichten. Besonders begabte Schüler aus armen Familien, die an staatlichen Universitäten studieren, können sich um ein Stipendium oder ein langfristiges, zinsloses Darlehen bewerben.

Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 5,2 % des Bruttoinlandsprodukts.<ref>Current health expenditure (% of GDP). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2020 praktizierten in Thailand 9,3 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner.<ref>Global Health Workforce statistics database. In: The Global Health Observatory. Weltgesundheitsorganisation, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2022 8,1 pro 1000 Lebendgeburten.<ref>Mortality rate, under-5 (per 1,000 live births). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebenserwartung der Einwohner Thailands ab der Geburt lag 2022 bei 79,7 Jahren<ref name="LebErw" /> (Frauen: 83,9<ref>Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Männer: 75,5<ref>Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Die Lebenserwartung stieg von 72,3 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 10 %.<ref name="LebErw" /> Während noch Ende der 1970er Jahre besonders auf dem Land so gut wie keine medizinische Versorgung existierte und traditionelle Heilkundige eine bedeutende Rolle spielten, hat sich der Zugang zum Gesundheitssystem seitdem stark verbessert. Seit November 2006 gibt es eine kostenlose ärztliche Grundversorgung. Dafür werden etwa 4,4 Prozent des BIP aufgewendet, davon 57 Prozent von staatlicher Seite und der Rest von privater Hand.

Dank dieser Fortschritte konnten Krankheiten wie Cholera, Malaria<ref>WHO: Malaria Report 2010 (PDF; 840 kB)</ref> oder Tuberkulose (128 Fälle pro 100.000 Einwohner (Stand 2010))<ref>WHO: Tuberkulose Report 2010 und Worldbank: Incidence of tuberculosis 2002–2010</ref> weitgehend zurückgedrängt werden. Im Jahr 2007 waren 610.000 Personen in Thailand HIV-positiv, 2001 waren es 660.000, was rund einem Prozent der Bevölkerung entspricht.<ref name="apps.who.int">WHO: Epidemiological Fact Sheet on HIV and AIDS in Thailand (Stand 2008) (PDF; 1,1 MB)</ref> Seit 1984 der erste Aidsfall in Thailand registriert wurde, sind an dieser Krankheit etwa 600.000 Personen gestorben (2001: 66.000, 2007: 30.000).<ref name="apps.who.int" /> Die Regierung hat mittlerweile mit einem wohlfinanzierten Programm reagiert, was zu einem Sinken der Neuansteckungen geführt hat. Die Lage ist aber nach wie vor in den Tourismuszentren und in den Zielorten von Binnenmigration sehr akut. Die häufigste Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren ist: Geburtsfehler (27 Prozent), Frühgeburt (24 Prozent), Lungenentzündung (9 Prozent).<ref>WHO: Thailand Health Profile (PDF; 501 kB).</ref>

Herausforderungen, denen sich das Gesundheitssystem Thailands gegenübersieht, sind neue Epidemien wie die Vogelgrippe H5N1 oder Wohlstandskrankheiten wie Adipositas. Ein ebenfalls relativ neues Phänomen ist der Medizintourismus: Mehr als eine Million Menschen jährlich, vor allem aus Asien, aber in steigendem Maße auch aus Europa und Amerika, reisen nach Thailand, um sich dort kostengünstig medizinisch behandeln zu lassen.<ref name="LC-Profile Thailand" /><ref>UNDP: Thailand Human Development Report 2007, S. 5ff. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 27. Dezember 2008 im Internet Archive)</ref><ref>F.-P. Schelp: Das Gesundheitswesen. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 337ff.</ref><ref name="welt-700894">Zur Geschlechtsumwandlung nach Thailand. In: welt.de. 7. Dezember 2006, abgerufen am 11. Dezember 2014.</ref>

Datei:Bangkok - cannabis "drinks" sold in convenience stores.jpg
Getränke mit Marihuana in einem Convenience Store in Bangkok

Am 9. Juni 2022 wurde der Anbau und Besitz von Marihuana legalisiert. Das Rauchen von Marihuana in der Öffentlichkeit wird jedoch immer noch als Belästigung angesehen und kann mit einer dreimonatigen Haftstrafe sowie einer Geldstrafe von umgerechnet rund 675 Euro geahndet werden.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): Thailand legalisiert Anbau und Besitz von Cannabis | DW | 09.06.2022. Abgerufen am 9. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 4200 Personen, die wegen Cannabisdelikten inhaftiert waren, wurden freigelassen, da Cannabis von der Liste der Betäubungsmittel gestrichen wurde.<ref>Thousands of cannabis offenders being released, but not all. Bangkok Post, 9. Juni 2022, abgerufen am 9. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Presseberichten eröffneten zahlreiche Läden, die Marihuana verkaufen.<ref>Here’s where to buy cannabis right now in Bangkok (Weed Map). Coconuts Bangkok, 15. Juni 2022, abgerufen am 20. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Verkauf an Personen unter 20 Jahren, Schwangere und stillende Mütter wurde untersagt.<ref>Thailand issues regulations on cannabis, forbidding public smoking and use by minors. In: ABC News. 17. Juni 2022 (net.au [abgerufen am 20. Juni 2022]).</ref>

Geschichte

Die Thai wanderten möglicherweise erst im 11. Jahrhundert in das heutige Thailand ein. Sie gründeten mehrere Königreiche, die in den folgenden Jahrhunderten vereinigt wurden. Es gab jedoch bis ins 19. Jahrhundert keinen Nationalstaat Siam, sondern die vielen lokalen Fürstentümer (Müang) blieben bestehen und waren lediglich den Herrschern im Zentrum zu Tribut verpflichtet. Diese Netzwerke von einem Herrscher abhängiger Müang werden Mandala genannt. Deren Einflussgebiet hatte keine festen Grenzen, sondern konnte sich im Laufe der Zeit ausdehnen und wieder zusammenziehen. In der Epoche des Kolonialismus gelang es Siam, die Unabhängigkeit zu wahren und es entwickelte sich zu einem modernen Zentralstaat. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Thailand häufig vom Militär diktatorisch regiert, gleichzeitig erlebte es einen Wirtschaftsboom und entwickelte sich zu einem der wirtschaftlich führenden Staaten Südostasiens. Innenpolitische Auseinandersetzungen erschütterten die Gesellschaft in den vergangenen Jahren wiederholt. In Südthailand gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen separatistischen muslimischen Malaien und der Zentralmacht.

Die ersten Reiche

Datei:พระพุทธรูปศิลาขาวในพิพิธภัณฑ์สถานแห่งชาติพระนคร.jpg
Eine Buddha-Statue aus der Dvaravati-Ära, Nationalmuseum Bangkok

Die ersten Reiche im Gebiet des heutigen Thailand wurden von Mon-Völkern gegründet. Diese Reiche standen im Einfluss des indisierten Funan-Reiches. Funan umfasste im dritten Jahrhundert, dem Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, auch bedeutende Teile von Thailand. Etwa im 6. Jahrhundert wurde es von Dvaravati abgelöst, einem buddhistischen Netzwerk von Stadtstaaten der Mon im heutigen Zentralthailand, das bis ins 11. Jahrhundert bestand. Etwa zur gleichen Zeit hatten die Mon in Nordthailand das Königreich Haripunjaya. Vom 9. bis 12. Jahrhundert wurden weite Teile Südostasiens durch die Khmer beherrscht. Diese dehnten bereits unter König Jayavarman II. ihre Macht über das gesamte Nordostthailand aus. Bedeutende Städte der Khmer im heutigen Thailand befanden sich im heutigen Lop Buri und Phimai. Der Süden Thailands gehörte zur gleichen Zeit zum buddhistischen Seereich Srivijaya.

Die Einwanderung der Tai-Völker in das Gebiet des heutigen Thailand begann einer Hypothese zufolge im 11. Jahrhundert. Nach anderer Ansicht lebten zu dieser Zeit schon Tai im heutigen Thailand, hatten aber keine eigenen Staaten, weshalb ihre Anwesenheit nicht dokumentiert ist. Es ist nicht ganz geklärt, von wo sie ihre Wanderung antraten, wahrscheinlich stammen sie aus dem heutigen südlichen China (Guangdong, Guangxi) oder aus dem Nordwesten Vietnams.

Sukhothai

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Ramkhamhaeng

Sie gründeten im 13. Jahrhundert erste Staaten, darunter waren Lan Na und Sukhothai. Dieses Reich, das sich in ursprünglich von den Khmer besiedelten Gebieten befand, wurde von Sri Indraditya gegründet und beherrschte unter Ramkhamhaeng für kurze Zeit ein Territorium, das etwa dem heutigen Thailand entsprach. Nur in Nordthailand gab es selbstständige, aber befreundete Fürstentümer. Sukhothai wurde recht bald zum Tributzahler an China, das 1287 im benachbarten Birma die Tempelstadt Bagan fast restlos zerstört hatte. Nach dem Tode Ramkhamhaengs begann der Niedergang Sukhothais aufgrund von Nachfolgestreitigkeiten, aber auch aufgrund des 1351 gegründeten Ayutthaya.

Ayutthaya

Ayutthaya wurde zur bedeutendsten Macht in Kontinentalsüdostasien, während das Khmerreich von Angkor, das bis dahin den Raum dominierte, niederging und Ayutthaya letzten Endes tributpflichtig wurde. König Ramathibodi, vor allem aber Trailok machten den Theravada-Buddhismus zur Religion Ayutthayas, das Königtum wurde zu einer Art Absolutismus mit gottgleicher Verehrung für den Monarchen reformiert, eine vom indischen Manusmriti inspirierte Rechtsprechung und eine Verwaltung, die auf dem Sakdina-System basierte, wurden eingeführt. Diese Regierungsform hatte im Wesentlichen bis in das 19. Jahrhundert Bestand.

Die ersten Europäer, die Ayutthaya besuchten, waren die Portugiesen, die im Jahre 1511 Malakka erobert hatten. Kurz danach wurden erste Handelsverträge geschlossen und Missionen nach Europa entsandt. Ayutthaya erreichte seine Blüte in der Mitte des 18. Jahrhunderts, dann schwächten innere Konflikte den Staat und er wurde vom benachbarten erstarkten Birma bedroht. Ayutthaya wurde mehrmals angegriffen und letzten Endes 1767 zerstört.

Wiederaufbau und Schaffung der Chakri-Dynastie

Datei:(2023) พระราชวังเดิม เขตบางกอกใหญ่ กรุงเทพมหานคร (32).jpg
Die Statue von Taksin in seinem Thonburi-Palast

Der nicht mit der bisherigen Dynastie verwandte General Taksin, der der Belagerung entkommen war, gründete eine neue Hauptstadt in Thonburi und organisierte erfolgreich den Widerstand gegen die Birmanen. Die Siamesen erholten sich rasch von der Invasion der Birmanen, nicht zuletzt aufgrund der harten Politik Taksins. Das Reich wurde wiedervereinigt, auch Lan Na wurde eingegliedert. Taksin wurde jedoch abgesetzt und 1782 hingerichtet.

Neuer König wurde der General Chao Phraya Chakri (später Phra Phutthayotfa Chulalok oder Rama I.), der das noch heute regierende Königshaus, die Chakri-Dynastie begründete, die Hauptstadt in das heutige Bangkok verlegte und den Staat zu konsolidieren vermochte. Zugleich mussten den europäischen Kolonialmächten Handelsniederlassungen zugestanden werden. König Mongkut (Rama IV.) war angesichts der Entwicklungen in den Nachbarländern zu Verhandlungen über Handelsverträge gezwungen; gleichzeitig erkannte er den Bedarf für Reformen und Modernisierungen, um nicht von einer europäischen Macht kolonisiert zu werden. Ab 1855 wurde das Land offiziell Siam genannt.

Modernisierung und Entwicklung zum Nationalstaat

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Chulalongkorn und russischer Zar Nikolaus II. im 1897

Mongkuts Nachfolger Chulalongkorn (Rama V.) war der große Reformer in der Geschichte Thailands. In seiner Regierungszeit wurden zahlreiche westliche Errungenschaften nach Siam eingeführt, wie Schulen, die Wehrpflicht und ein Steuersystem; die Verwaltung wurde zentralisiert, die Sklaverei abgeschafft und mit dem Bau von Eisenbahnen und anderer Infrastruktur begonnen. Die Einwanderung aus China erreichte bald ihren Höhepunkt und anti-chinesische Tendenzen entstanden. Siam blieb ein unabhängiger Staat und erfüllte eine Pufferfunktion zwischen dem britischen Kolonialreich, das Malaya, Indien und Birma erobert hatte, und Französisch-Indochina, das Laos, Kambodscha und Vietnam umfasste.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, blieb das Land zunächst neutral. Erst 1917 stellte sich Siam auf die Seite der Alliierten und entsandte ein Kontingent an die Westfront. Es wurde mit besseren Vertragsbedingungen belohnt; nach Ende des Krieges gehörte Siam zu den Gründungsmitgliedern des Völkerbundes.

Übergang zur Konstitutionellen Monarchie

1932 kam es zu einem Umsturz durch fortschrittliche, europäisch geprägte Kräfte, die der absoluten Monarchie ein Ende setzten. Das Frauenwahlrecht wurde bereits in der ersten Verfassung 1932 eingeführt.<ref>Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, Seite 437</ref> Phibunsongkhram und Pridi Phanomyong besetzten in den Folgejahren die wichtigsten Posten und leiteten eine der Shōwa-Zeit Japans ähnliche Entwicklung ein: Der Nationalismus wurde gefördert, was sich in der Umbenennung in ‚Thailand‘ widerspiegelte und was gemäß einer beliebten Volksetymologie „Land der Freien“ bedeute, ausländische Unternehmen wurden hoch besteuert, Opium und Betel wurden verboten und Gebietsansprüche gegenüber den angrenzenden französischen und britischen Kolonien gestellt.

Thailand forderte bereits im Jahr 1938 von Frankreich eine Neuverhandlung über die gemeinsamen Grenzen. Der Krieg zwischen beiden dauerte von Oktober 1940 bis 9. Mai 1941 und endete mit thailändischen Gebietsgewinnen in den französischen Kolonien. Siam hatte diese Gebiete 1893 im heutigen Laos nach dem Französisch-Siamesischen Krieg sowie 1907 auch die späteren kambodschanischen Provinzen Battambang, Siem Reap und Banteay Meanchey abgetreten um seine Eigenständigkeit zu bewahren.

Zweiter Weltkrieg

Die Annäherung an Japan ging bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs weiter. Das Ziel der Japaner war der Zugang zu den britischen Kolonien Birma und auf der malaiischen Halbinsel.

Japanische Truppen drangen ab dem 8. Dezember 1941 auf thailändisches Gebiet vor. Ein Bündnisangebot Japans wurde erst am 20. Dezember 1941 angenommen, nachdem japanische Truppen bereits tief ins Land eingedrungen waren. Thailand musste Japan den Durchzug seiner Truppen auf dem Weg zur Eroberung Birmas und Indiens erlauben. Um Transporte zwischen Thailand und Birma zu vereinfachen und den Überfall auf Britisch-Indien vorzubereiten, wurde die Bahnstrecke Chumphon–Khao Fachi und ab Mitte 1942 unter unmenschlichen Bedingungen von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen u. a. die Thailand-Burma-Eisenbahn gebaut, die den Beinamen „Eisenbahn des Todes“ erhielt.

Die Regierung in Bangkok erklärte den Alliierten Januar 1942 den Krieg. Einer der Kronregenten weigerte sich jedoch, die Kriegserklärung zu unterzeichnen, weshalb sie nach Kriegsende rückwirkend für ungültig erklärt wurde. Als Belohnung für das Bündnis mit Japan bekam Thailand kleinere Gebiete der im Zuge des Krieges eroberten Unfederated Malay States und Birmas zugeschlagen. Gleichzeitig formierte sich mit Wissen der Regierung der Widerstand gegen die faktische japanische Besatzung. Durch diese Taktik blieb Thailand von größeren Kampfhandlungen weitgehend verschont, allerdings gab es von 1942 bis 1945 alliierte Bombenangriffe auf Bangkok sowie auf die Eisenbahninfrastruktur des Landes. Premier Phibunsongkhram musste 1944 sein Amt niederlegen, regierte jedoch erneut von 1948 bis 1957 als Ministerpräsident des Landes. 1946 gab Thailand für den Beitritt zu den Vereinten Nationen diese Provinzen zurück.

Nachkriegszeit: Demokratie, Militärregierungen und „Halbdemokratie“

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Das Demokratiedenkmal in Bangkok

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Thailand für eine kurze Zeit Demokratie. 1946 wurde eine neue Verfassung angenommen, die ein Zweikammerparlament vorsah und kurzzeitig den Namen Siam wieder einführte. In der Folge des bis heute ungeklärten Todes von König Ananda Mahidol wurde 1947 die Zivilregierung gestürzt, das Militär übernahm unter den Feldmarschällen Phibunsongkhram, Sarit Thanarat und Thanom Kittikachorn die Macht bis 1973. Diese Periode war geprägt von einer stärkeren Förderung westlicher Normen in der Gesellschaft, Antikommunismus, Stärkung des Königshauses und von Durchdringung der Gesellschaft durch das Militär und die Polizei in allen Ebenen. 1949 wurde das Land erneut in Thailand zurückbenannt. Außenpolitisch lehnte man sich an die USA an, an deren Seite Thailand Einheiten in den Koreakrieg sandte und denen es erlaubte, bedeutende Militärbasen für den Vietnamkrieg aufzubauen. Thailand wurde Gründungsmitglied von SEATO, ASA und ASEAN.

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Das Denkmal des Oktober 1973 Aufstands in Bangkok

1973 erschütterten Protestwellen das ganze Land. Im Oktober 1973 schoss die Armee auf Demonstranten, was zahlreiche Todesopfer forderte. Der König zwang daraufhin die Regierung abzudanken. Sanya Dharmasakti, Rektor der Thammasat-Universität wurde Übergangspremierminister. Die folgenden Wahlen brachten kein klares Ergebnis; die Zivilregierungen von Seni Pramoj und Kukrit Pramoj blieben instabil. Nach dem Massaker an protestierenden Studenten der Thammasat-Universität im Oktober 1976 putschte das Militär erneut.

Es folgte eine Phase von Repressionen und politischer Säuberungen gegen vermutete Kommunisten. Die folgenden Militärregierungen waren ebenfalls kurzlebig, es herrschten wirtschaftliche Probleme, soziale Unruhe, Korruption und Machtmissbrauch. In die Regierungsperioden dieser Militärregierungen fielen dennoch wichtige Wirtschaftsreformen und die Normalisierung der Beziehungen zu den kommunistischen Nachbarstaaten Kambodscha, Laos und Vietnam. Unter der „halbdemokratischen“ Regierung des Generals Prem Tinsulanonda von 1980 bis 1988 kehrte wieder Stabilität ein. Der kommunistische Aufstand wurde beendet, Wirtschaft und Gesellschaft schrittweise liberalisiert. Gleichzeitig gab es einen wirtschaftlichen Boom. Thailand wurde als einer der Pantherstaaten (oder „Tiger Cub Economies“) zum Schwellenland. Von 1988 an hatte Thailand eine gewählte Regierung, die allerdings 1991 wieder durch einen Militärputsch gestürzt wurde. Die durch diesen Putsch an die Macht gekommene Regierung von Suchinda Kraprayoon war mit heftigen Bürgerprotesten konfrontiert, die sie im „Schwarzen Mai“ 1992 gewaltsam niederzuschlagen versuchte. Kurz darauf musste sie zurücktreten.

Im Jahr 1992 ging die Macht wieder an eine Zivilregierung über. Unter Chuan Leekpai wurden Verfassungsänderungen durchgesetzt, die eine stabilere Demokratie fördern sollten. So wurde das Wahlalter gesenkt, ein Verfassungsgericht eingeführt und der Senat verkleinert. Die Regierung von Chavalit Yongchaiyudh stürzte 1997 über die Asienkrise, die durch überhitzte Wirtschaft, Spekulation, Missmanagement in den Banken und falsche Wirtschaftspolitik hervorgerufen worden war. Mit Hilfe des IWF wurde die Wirtschaft ab 1998 wieder stabilisiert.

Politische Polarisierung seit 2001

Datei:Thaksin Shinawatra (December 2001).jpg
Thaksin Shinawatra im Jahr 2001

Die Wahlen im Jahr 2001 gewann der Telekommunikationsmogul Thaksin Shinawatra mit seiner Thai-Rak-Thai-Partei („Thai lieben Thai“) erdrutschartig. Mit einem Programm zur Ausweitung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung, einem Schuldenmoratorium für Bauern und Kleinkrediten zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen im strukturschwachen Raum erlangte er große Popularität, besonders bei der Landbevölkerung. Hervorzuheben ist das Programm One Tambon One ProductEine Gemeinde, ein Produkt zur Förderung privaten Unternehmertums. Er erklärte einen „Krieg gegen Drogen“, in dem binnen drei Monaten über 2000 Menschen starben, darunter auch viele Unbeteiligte. Auch wählte er ein repressives Vorgehen gegenüber den Separatisten im muslimisch-malaiischen Süden. Das führte zu einer Verschärfung des Konflikts mit fast täglichen Anschlägen der islamistischen und separatistischen Kämpfer und gewaltsamen Reaktionen der thailändischen Sicherheitskräfte, wobei ebenfalls tausende starben. Am 26. Dezember 2004 wurde die Westküste Thailands schwer vom Tsunami im Indischen Ozean getroffen.

2005 wurde Thaksin mit Zwei-Drittel-Mehrheit wiedergewählt, seine Partei konnte erstmals in der demokratischen Geschichte Thailands eine Alleinregierung bilden. Er versuchte seine Position zu sichern, indem er wichtige Positionen im Staat mit seinen Vertrauten (und sogar Verwandten) besetzte, und behinderte kritischen Journalismus. Ihm wurde ein Missbrauch seines Amts zum eigenen Vorteil vorgeworfen. Es bildete sich eine Bürgerbewegung gegen Thaksin, die als „Gelbhemden“ bekannt wurde. Vorgezogene Neuwahlen scheiterten aufgrund eines Boykotts der Opposition. Am 19. September 2006 putschte das Militär. Thaksin Shinawatra hält sich seitdem im Ausland auf.<ref>Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 2ff online (PDF; 173 kB)</ref> Die Junta setzte eine Übergangsregierung ein, die ein Jahr lang amtierte, und ließ eine neue Verfassung ausarbeiten, die vom Volk in einem Referendum angenommen wurde.

Bei darauffolgenden Wahlen gewannen erneut die Unterstützer Thaksins. Es kam zu neuerlichen Protesten der „Gelbhemden“ gegen Thaksins fortgesetzten Einfluss auf die thailändische Politik. Sie belagerten wochenlang das Regierungsgebäude und besetzten den Flughafen von Bangkok. Durch ein Verfassungsgerichtsurteil gegen die Regierungspartei und das Überlaufen einiger Abgeordneter kam es im Dezember 2008 zu einem Regierungswechsel ohne Wahlen. Das weckte wiederum den Zorn der Thaksin nahestehenden „Rothemden“, die sich ihrer Stimmen beraubt fühlten. Ihre in Unruhen umschlagenden Proteste im April 2009 und April und Mai 2010 wurden vom Militär niedergeschlagen. Dabei starben über 90 Menschen. Der alte Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand um den Tempel Prasat Preah Vihear eskalierte im Frühjahr 2011, es kam zu Feuergefechten mit Toten und Verletzten.

Datei:Flooding of Rojana Industrial Park, Ayutthaya, Thailand, October 2011.jpg
Industrieanlagen in der Provinz Ayutthaya während der 2011 Überschwemmungen

Im Juli 2011 gewann Thaksins Schwester Yingluck Shinawatra die Wahlen. Bald nach ihrer Regierungsübernahme ereignete sich in der zweiten Jahreshälfte 2011 die schwerste Flutkatastrophe seit 50 Jahren. Weite Gebiete entlang des Mae Nam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) waren überschwemmt, fast 400 Menschen kamen ums Leben. Im Oktober 2013 schlug die Regierung Yingluck eine Amnestie für alle Beteiligten des politischen Konflikts der vorangegangenen Jahre vor, die auch Thaksin Shinawatra die straflose Rückkehr erlaubt hätte. Das löste neuerliche Proteste der Thaksin-Gegner aus. Von der Regierung vorgezogene Neuwahlen wurden behindert und deshalb für ungültig erklärt. Am 22. Mai 2014 putschte erneut das Militär. Danach übte General Prayut Chan-o-cha die Regierungsgewalt aus. Ein Referendum im Jahre 2016 erlaubte dem Militär langfristige Machtausübung und leitete den Umbau in ein autoritäres System ein.<ref name=":0">Thailand. Abgerufen am 13. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die ersten Wahlen nach dem Putsch fanden erst am 24. März 2019 statt. Nach der Wahl wurde der bisherige Regierungschef, General Prayut, von einer Koalition aus 19 Parteien im Amt bestätigt.

Seit Juni 2020 kam es vermehrt zu Protesten gegen die Regierung.<ref name=":1">Thailand: Tausende demonstrieren in Bangkok gegen Monarchie. ZEIT Online, 19. September 2020, abgerufen am 20. September 2020.</ref> Zehntausende Menschen demonstrierten im September 2020 trotz Warnungen der Polizei für Neuwahlen sowie demokratische Reformen im politischen System, die mit einer neuen Verfassung herbeigeführt werden sollen. Premierminister Chan-o-Cha wird kritisiert, während der COVID-19-Pandemie in Thailand nicht angemessen gehandelt zu haben.<ref>Der Spiegel: Zehntausende demonstrieren in Bangkok für Reformen – Der Spiegel – Politik. 19. September 2020, abgerufen am 20. September 2020.</ref> Die Polizei entsandte etwa 10.000 Beamte, die Demonstrationen blieben jedoch friedlich.<ref name=":1" />

Bei der Parlamentswahl im Jahr 2023 gingen die sozialdemokratisch-progressive Fortschrittspartei und die populistische Reformpartei Pheu-Thai-Partei als Sieger hervor. Die im Jahr 2018 aus der Militärjunta hervorgegangene Phalang-Pracharat-Partei, die den Putschisten und Regierungschef Prayut Chan-o-cha zur Wiederwahl aufstellte, verlor die Wahl deutlich.

Im August 2024 verfügte das thailändische Verfassungsgericht die Auflösung der Fortschrittspartei (der zu jenem Zeitpunkt größten Oppositionspartei) und schloss elf führende Mitglieder der Partei für zehn Jahre von politischen Ämtern und Mandaten aus. Als Begründung führte das Verfassungsgericht an, dass die geplante Reform des Majestätsbeleidigungsparagrafen ein Versuch sei, die konstitutionelle Monarchie zu stürzen.<ref name=":12">Thailands Justiz löst Oppositionspartei Move Forward auf. Abgerufen am 8. August 2024.</ref> Nach Angaben des ehemaligen Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten, Pita Limjaroenrat, war die Fortschrittspartei eine von vier großen Parteien, die in einem Zeitraum von 20 Jahren in Thailand aufgelöst wurden.<ref>Thailand: Verfassungsgericht verfügt Auflösung größter Oppositionspartei. In: Der Spiegel. 7. August 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. August 2024]).</ref><ref>Bangkok Post Public Company Limited: Court dissolves Move Forward Party. In: Bangkok Post. (bangkokpost.com [abgerufen am 7. August 2024]).</ref> Die verbliebenen 143 Abgeordneten der Fortschrittspartei im Repräsentantenhaus traten zwei Tage darauf geschlossen der Nachfolgeorganisation Volkspartei bei.<ref>Bangkok Post Public Company Limited: Dissolved Move Forward MPs move to new party. In: Bangkok Post. (bangkokpost.com [abgerufen am 9. August 2024]).</ref>

Im selben Monat wurde der ein Jahr zuvor zum Ministerpräsidenten des Landes gewählte Srettha Thavisin vom Verfassungsgericht des Amtes enthoben.

Politik

Thailand ist politisch stark gespalten und zeitweise instabil. Nach dem Militärputsch im Mai 2014 wurde das Land vom Militär regiert. Ein Referendum im Jahre 2016 erlaubte dem Militär langfristige Machtausübung und leitete den Umbau in ein autoritäres System ein.<ref name=":0" /> 2019 kam es allerdings zu einer Re-Demokratisierung. Im Jahr 2019 (am 24. März 2019) und 2023 (am 14. Mai) fanden die ersten Parlamentswahlen nach dem Militärputsch statt. Seit 2019 gilt Thailand laut Demokratieindex wieder als Demokratie, wenn auch wieder lediglich als „unvollständige Demokratie“ an der Grenze zum Hybridregime.

Politisches System

Datei:Bhumibol 2003.jpg
König Bhumibol Adulyadej, war von 1946 bis 2016 Staatsoberhaupt Thailands

Thailand (bis 1939 Siam) ist seit einem unblutigen Umsturz im Jahr 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt ist der König, der gleichzeitig oberster Schirmherr des Buddhismus in Thailand ist. Die Königswürde ist erblich; gemäß dem Thronfolgegesetz aus dem Jahr 1924 bestimmt der König allein seinen Nachfolger. Er wird beraten und vertreten durch den Kronrat, den er selbst ernennt und entlässt. Der König hat keinen direkten Einfluss auf die Tagespolitik, sondern nimmt im Wesentlichen repräsentative Aufgaben wahr. In Krisenzeiten (wie dem Volksaufstand im Oktober 1973 und dem „Blutigen Mai“ 1992) hat er aber direkt interveniert und auch später – teilweise sehr deutlich – in Reden Stellung zu politischen Fragen bezogen. Die Monarchie in Thailand wird in dem von Korruption und großem Unterschied zwischen Arm und Reich geprägten Land als wichtigster Stabilitätsfaktor angesehen.

Die königlich thailändische Regierung beherbergt 20 Ministerien und ihre Minister, die seit dem Restructuring of Government Agencies Act 2002 unverändert sind.

Die Macht teilt sich der König seit 1932 mit einem Parlament. Dieses war zunächst ein Einkammerparlament, seit 1997 bestand es aus zwei Kammern.<ref>Paul Chambers: Superfluous, Mischievous or Emancipating? Thailand’s Evolving Senate Today. in: Journal of Current Southeast Asian Affairs 3/2009: S. 3–38.</ref> Die Verfassung von 2007 ist infolge des Militärputsches vom 22. Mai 2014 außer Kraft gesetzt und durch eine Interimsverfassung ersetzt. Die Gesetzgebung wird vorübergehend von einer Nationalen Legislativversammlung mit 220 vom Militär ausgewählten Mitgliedern ausgeübt. Ein Nationaler Reformrat mit 250 Mitgliedern, ebenfalls vom Militär ausgewählt, soll Vorschläge für politische Veränderungen geben. Ein 36-köpfiger Ausschuss hat den Auftrag, eine neue Verfassung auszuarbeiten. Über alle politischen Aktivitäten wacht der von der Militärführung gebildete „Nationale Rat zur Erhaltung des Friedens“, der durch das geltende Kriegsrecht mit außerordentlichen Befugnissen ausgestattet ist. Der Vorsitzende des Nationalen Rats zur Erhaltung des Friedens, General Prayut Chan-o-cha, ist zugleich Premierminister. Seinem Kabinett gehören größtenteils aktive oder pensionierte Militärs an. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Politische Parteien

Die politischen Parteien sind in Thailand, anders als in Europa oder Amerika, keine politische Vertretung aggregierter Interessen in der Gesellschaft. An deren Stelle treten persönliche Beziehungen wie Familie, Verwandtschaft und Patronage. Hierbei versammeln sich um eine einflussreiche Person Menschen mit geringerem Status, um Schutz und Förderung zu suchen und um im Gegenzug Loyalität zu bieten. Im besten Fall stellt eine politische Partei in Thailand eine Pyramide dar, welche sich vertikal durch die gesamte Gesellschaft erstreckt. Das Schicksal der Partei ist in der Regel fest an jenes der Führungsperson geknüpft: das Ende der politischen Karriere eines Parteiführers bedeutet auch das Ende seiner Partei. Parteien sind aufgrund dessen in Thailand ausgesprochen kurzlebig. Die einzige Ausnahme stellt hier die seit 1946 existierende Demokratische Partei dar. Bei Wahlen treten in der Regel eine hohe Anzahl von Parteien an, von denen die Mehrzahl kein kohärentes Programm, keinen Mitgliederstamm und keine Kontinuität haben; alle werben mit populistischen Parolen um Wähler. Lediglich die Demokratische Partei hat ein vage liberalkonservativ orientiertes Programm entwickelt. Nach den Wahlen kommt es aufgrund der Kurzlebigkeit der Parteien häufig zu Machtverschiebungen im Parlament.<ref>V. Zühlsdorff: Politische Parteien. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 266–277.</ref> Neben der Demokratischen Partei ist momentan die 2007 gegründete Pheu-Thai-Partei („Partei für Thais“) einflussreich. Letztere stellte von 2011 bis zum Putsch 2014 in Koalition mit mehreren kleineren Parteien die Regierung.

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 66,2 von 120 95 von 179 Stabilität des Landes: Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024<ref>Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2024, abgerufen am 9. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Demokratieindex 6,27 von 10 63 von 167 Unvollständige Demokratie
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2024<ref>The Economist Intelligence Unit’s Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2024, abgerufen am 9. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Freedom in the World Index 36 von 100 Freiheitsstatus: teilweise frei
0 = unfrei / 100 = frei
2024<ref>Countries and Territories. Freedom House, 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rangliste der Pressefreiheit 56,7 von 100 85 von 180 Erkennbare Probleme für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2025<ref name="RangPres">Rangliste der Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen, 2025, abgerufen am 9. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 34 von 100 107 von 181 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024<ref>CPI 2024: Tabellarische Rangliste. Transparency International Deutschland e. V., 2025, abgerufen am 9. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Politischer Konflikt und Polarisierung

Seit der Regierungszeit von Thaksin Shinawatra (2001–2006) ist die Politik des Landes von einem anhaltenden Konflikt und einer tiefen Polarisierung zwischen zwei Lagern, die üblicherweise mit den Farbcodes „gelb“ und „rot“ bezeichnet werden, geprägt. Von verschiedenen Autoren werden mehrere Ursachen und Hintergründe des Konflikts (oder der Konflikte) genannt: Gegensätze zwischen Stadt und Land, Zentrum und Peripherie oder Norden und Süden, unterschiedliche Konzepte von politischer Legitimität,<ref>Marc Askew: Introduction. Contested Legitimacy in Thailand. In: Legitimacy Crisis in Thailand. Slikworm Books, Chiang Mai 2010, S. 1–30.</ref> Einfluss der zentralistischen Bürokratie, des Militärs und/oder des Palasts auf die Politik sowie Sorge der Mittelschicht vor Statusverlust.<ref>Marc Saxer: How Thailand’s Middle Class Rage Threatens Democracy. In: Social Europe, 23. Januar 2014.</ref>

Trotz der Wahrnehmung einer tiefen Spaltung bekannten sich in einer repräsentativen Umfrage Ende 2010 nur insgesamt 24 Prozent der Thailänder zu einem der beiden Lager, 73 Prozent identifizierten sich als neutral; nur 2 Prozent erklärten, in den letzten Jahren an einer politischen Demonstration teilgenommen zu haben. Eine Mehrheit äußerte sich entnervt vom politischen Konflikt und den lähmenden Massenprotesten, egal von welchem Lager diese kamen.<ref name="AsiaFoundSurvey">The Asia Foundation: 2010 National Survey of the Thai Electorate. Exploring National Consensus and Color Polarization. Bangkok 2011, ISBN 978-616-90754-4-8.</ref>

Thaksin erlangte mit Programmen zur Armutsbekämpfung und zur Entwicklung des wirtschaftlich rückständigen Landesinneren (u. a. allgemeiner Zugang zum Gesundheitswesen, staatlich finanzierte Mikrokredite sowie eine Gemeinde, ein Produkt) in Verbindung mit populistischer Rhetorik und geschicktem politischem Marketing große Popularität, vor allem bei der Landbevölkerung der Nord- und Nordostregion. Diese fühlten sich durch Thaksins Politik ernst genommen und emanzipiert, während sie zuvor oft den Eindruck hatten, benachteiligt oder ausgegrenzt zu werden. Andererseits machte er sich Gegner durch seinen autoritären Führungsstil, Einschränkung von Freiheitsrechten und demokratischen Partizipationsmöglichkeiten (abgesehen von Wahlen), Behinderung der Opposition und kritischer Presse; Menschenrechtsverletzungen im „Krieg gegen Drogen“ und im ab 2004 eskalierenden Konflikt in den Südprovinzen; die Privatisierung von Staatsunternehmen und neoliberale Reformen zur Straffung der Verwaltung sowie ein Freihandelsabkommen mit den USA.<ref>Puangthong R. Pawakapan: State and Uncivil Society in Thailand at the Temple of Preah Vihear. ISEAS Publishing, Singapur 2013, S. 57–58.</ref> Außerdem stellte sein durch Wahlen legitimierter Machtanspruch nach Analyse mehrerer Politikwissenschaftler die Dominanz der sogenannten „Netzwerk-Monarchie“, einer lockeren und informellen Allianz aus dem Palast nahestehenden Personen und Gruppen im Kronrat, Politik, Militär und Verwaltung, in Frage.<ref>Duncan McCargo: Network monarchy and legitimacy crises in Thailand. In: The Pacific Review. Band 18, Nr. 4, Dezember 2005, S. 499–519, doi:10.1080/09512740500338937.</ref><ref>Pavin Chachavalpongpun: “Good Coup” Gone Bad. Thailand’s Political Developments since Thaksin’s Downfall. ISEAS Publishing, Singapur 2014, S. 5–6, 13.</ref><ref>Hugh Pei-Hsiu Chen: The rise and fall of Thaksin Shinawatra and the new politics in Thailand. In: Democracy or Alternative Political Systems in Asia. After the strongmen. Routledge, Abingdon (Oxon)/New York 2014, S. 157–177.</ref>

Datei:Bangkok Protests on 26 August 2008.jpg
Demonstration der Volksallianz für Demokratie („Gelbhemden“), 2008

Folglich schlossen sich in der gegen Thaksin gerichteten Volksallianz für Demokratie (PAD) – den sogenannten „Gelbhemden“ – Menschen- und Bürgerrechtler, Gewerkschaften und Graswurzelbewegungen, aber auch Royalisten, Nationalisten und Religiöse zusammen. Sie warfen ihm Aushöhlung der Demokratie, Menschenrechtsverletzungen, Amtsmissbrauch und Korruption, Verrat an der Nation und mangelnden Respekt vor der Monarchie (bis hin zur Majestätsbeleidigung) vor. Das konservativ-monarchistische und nationalistische Element in dieser Bewegung gewann zunehmend die Überhand über die liberalen Vertreter.<ref>Puangthong R. Pawakapan: State and Uncivil Society in Thailand at the Temple of Preah Vihear. ISEAS Publishing, Singapur 2013, S. 57–59.</ref> Ab 2008 äußerten führende Vertreter der PAD offene Ablehnung der repräsentativen Demokratie und des Mehrparteiensystems und bezogen aggressiv-nationalistische Positionen im Grenzstreit mit Kambodscha. Die Anhängerschaft der PAD ging deutlich zurück. 2010 identifizierten sich noch 5,1 Prozent als „gelb“, weitere 5,2 Prozent als „eher gelb“. Die meisten „(eher) Gelben“ gab es in der Südregion (insgesamt 24 Prozent), die wenigsten im Norden (7 Prozent) und Nordosten (8 Prozent).<ref name="AsiaFoundSurvey" /> 2013 löste sich die PAD auf, an ihre Stelle trat die „Volksarmee zum Sturz des Thaksin-Systems“ (Pefot), deren Anhänger aber nicht mehr an gelben Hemden erkennbar sind.<ref>Aim Sinpeng: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Who’s who in Thailand’s anti-government forces? (Memento vom 17. Januar 2014 im Internet Archive) In: New Mandala, 30. November 2013.</ref>

Datei:2010 09 19 red shirt protest bkk 09.JPG
Demonstration der Nationalen Demokratischen Allianz gegen Diktatur („Rothemden“), 2010

Auf der anderen Seite steht die Nationale Demokratische Allianz gegen Diktatur (UDD) der „Rothemden“. Ihre Erkennungsfarbe geht auf die Kampagne zur Ablehnung der unter Ägide des Militärs ausgearbeiteten Verfassung zurück. Diese wurde im Referendum zwar mit landesweit 57,8 % (bei 57,6 % Wahlbeteiligung) angenommen, in mehreren Provinzen Nord- und Nordostthailands aber mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Die meisten ihrer Anhänger kommen zwar aus der Provinz, gehören aber nicht zu den allerärmsten Landlosen, sondern zu einer wachsenden und zunehmend selbstbewussten und politisierten unteren Mittelschicht, sie können als „urbanisierte Dorfbewohner“ bezeichnet werden.<ref>Naruemon Thabchumpon, Duncan McCargo: Urbanized Villagers in the 2010 Thai Redshirt Protests. Not Just Poor Farmers? In: Asian Survey, Band 51, Nr. 6, November/Dezember 2011, S. 993–1018, doi:10.1525/as.2011.51.6.993, auf S. 999.</ref><ref>Chairat Charoensin-o-larn: Redrawing Thai Political Space. The Red Shirt Movement. In: Cleavage, Connection and Conflict in Rural, Urban and Contemporary Asia. Springer, Dordrecht u. a. 2013, S. 201–222, auf S. 203.</ref> Die „Rothemden“ sind trotz ihres rhetorischen Eintretens für die angeblich unterprivilegierten Schichten keine sozialistische oder kapitalismuskritische Bewegung. Im Gegenteil: viele von ihnen sind (ehemalige) Bauern, die sich dank Thaksins Mikrokrediten selbstständig gemacht und kleine Unternehmen gegründet haben.<ref>Naruemon, McCargo: Urbanized Villagers in the 2010 Thai Redshirt Protests. 2011, S. 1000–1002, 1005–1006.</ref> Auch diese Bewegung steht aber nur für eine Minderheit der Gesamtbevölkerung: 2010 nannten sich 6,6 % der befragten Thailänder „rot“, weitere 7 % „eher rot“. Am stärksten waren die „(eher) Roten“ im Norden (insgesamt 20 %) und Nordosten (18 %), am schwächsten im Süden (3 %).<ref name="AsiaFoundSurvey" />

Im Großraum Bangkok (12 % rot, 11 % gelb) und der Zentralregion (9 % gelb, 8 % rot) hielten sich die beiden Lager ungefähr die Waage. Dort gab es auch den größten Anteil Neutraler (76 bzw. 80 Prozent).<ref name="AsiaFoundSurvey" />

Außenpolitik

Datei:Diplomatic missions of Thailand.png
Standorte der diplomatischen Vertretungen Thailands

Thailand hat mit einigen seiner Nachbarn Grenzstreitigkeiten: Mit Laos gibt es keinen Vertrag über den Verlauf der Grenze, da der Status einiger Inseln im Mekong ungeklärt ist. Mit Myanmar und Kambodscha gibt es ebenso schwerwiegende Differenzen über den genauen Grenzverlauf. An den Grenzen zu Laos und Kambodscha liegen nach wie vor zahlreiche Landminen im Boden. Lediglich mit Malaysia gibt es keinen Grenzkonflikt, die angespannte Sicherheitslage in Südthailand begründet jedoch häufige vorübergehende Schließungen der Grenzübergänge.

Außenpolitisch lehnt sich Thailand traditionell sehr stark an die USA an. Es unterstützte die USA formell im Vietnamkrieg, war Gründungsmitglied der von den USA geführten SEATO und ist heute Mitglied in der ASEAN. Die USA zählen Thailand zum Kreise ihrer wichtigsten Verbündeten außerhalb der NATO. Dennoch hat Thailand auch traditionell gute Beziehungen zur Volksrepublik China. Seit den 1990er Jahren spielt das Land eine aktivere Rolle in der internationalen Staatengemeinschaft. Die erste Teilnahme thailändischer Streitkräfte an einer multinationalen Friedenstruppe fand nach der Unabhängigkeit Osttimors statt, als Thailand ein Kontingent für die INTERFET stellte.<ref>Library of Congress – Federal Research Division: Country Profile: Thailand (PDF; 173 kB), Juli 2007, S. 22 f.</ref>

Militär

Das thailändische Militär ist in die Landstreitkräfte Royal Thai Army (240.000 Soldaten), die Seestreitkräfte Royal Thai Navy (65.000 Soldaten) und die Luftstreitkräfte Royal Thai Air Force (45.000 Soldaten) gegliedert.<ref name=":2">Thailand – The World Factbook. Abgerufen am 23. April 2021.</ref> Hinzu kommt eine Reserve von 200.000 Soldaten. Formelle Oberbefehlshaber sind der Verteidigungsminister und der Supreme commander of the armed forces, wobei die Oberkommandierenden der drei Teilstreitkräfte den meisten Einfluss haben. Das Militärbudget wurde nach dem Staatsstreich vom September 2006 um 35 % erhöht, für 2007 waren dann 3,2 Mrd. US-Dollar budgetiert. Im Jahr 2021 gab Thailand knapp 1,4 % seiner Wirtschaftsleistung oder 7,2 Milliarden Dollar für seine Streitkräfte aus.<ref name=":2" /><ref>2021 Thailand Military Strength. Abgerufen am 23. April 2021.</ref>

Die Streitkräfte werden hauptsächlich in den existierenden Grenzkonflikten eingesetzt. An der burmesischen Grenze bekämpfen sie das Eindringen von Rebellen und Schmugglern aus dem Nachbarland. Wiederholt kam es hier zu bewaffneten Zwischenfällen mit Karen-Gruppierungen auf thailändischem Gebiet, was zu Spannungen in den politischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten führte. In Südthailand soll das Militär die muslimischen Aufständischen bekämpfen, hier gibt es eine weitgehende Zusammenarbeit mit dem benachbarten Malaysia. An der Grenze zu Kambodscha tauchen kommunistische Rebellen gegen die Regierung in Phnom Penh unter, wobei Thailand zuweilen der Komplizenschaft mit den Rebellen beschuldigt wird.

Wehrpflicht besteht für junge Männer ab 21 Jahren. Männer über 18 dürfen sich freiwillig melden. Frauen dürfen sich ebenso freiwillig verpflichten, ihre Karrieremöglichkeiten sind jedoch eingeschränkt.<ref>Library of Congress – Federal Research Division: Country Profile: Thailand (PDF; 173 kB), Juli 2007, S. 24 ff.</ref>

Menschenrechte

Menschenrechtsverletzungen werden vor allem der Polizei vorgeworfen, die Gefängnisinsassen misshandelt oder verhaftete Personen, vor allem im Konflikt in Südthailand, foltert oder verschwinden lässt. Das Militär schränkt nach jedem Militärputsch erfolgreich die Rede-, Versammlungs- und Pressefreiheit ein; die Behörden zwingen mit Gerichtsverfahren um Rufschädigung oder Verrat die Medien zur Selbstzensur. Neben China und Kambodscha setzt auch die thailändische Polizei Schlagstöcke mit Metallspitzen ein, die in jedem Fall zu schweren Verletzungen beim Einsatz führen.<ref name="sz-2142201">Amnesty prangert Chinas Folterwerkzeug-Export an. In: sueddeutsche.de. 23. September 2014, abgerufen am 11. Dezember 2014.</ref> Die massivsten Menschenrechtsverletzungen werden von nicht-staatlichen Stellen, jedoch mit Billigung der zuständigen Behörden begangen.

Amnesty International berichtet in seinem Report 2017, dass Folter und andere Misshandlungen weiterhin verbreitet seien. Politiker, Landrechtsaktivisten und Menschenrechtsverteidiger sind mit Verfolgung, Inhaftierung, Schikanen und physischer Gewalt konfrontiert. Militärangehörigen ist es erlaubt, Personen wegen eines breiten Spektrums von Straftaten ohne gerichtliche Genehmigung festzunehmen. Zahlreiche Personen wurden wegen Majestätsbeleidigung angeklagt und zu Gefängnisstrafen von bis zu 60 Jahren verurteilt.<ref>Amnesty Report Thailand amnesty.de, abgerufen am 11. September 2018</ref> Das Gesetz gegen Computerkriminalität ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung und Kontrolle der sozialen Medien und die Inhaftierung von Facebook-Nutzern, wenn sie mit Regierungskritikern in Kontakt treten.<ref>Thailändische Militärjunta greift ein. Abschuss der Pressefreiheit taz.de, abgerufen am 11. September 2018</ref> Am 11. Dezember 2018 verschwanden drei thailändische Dissidenten, die sich im benachbarten Laos in Sicherheit gewähnt hatten. Zwei von ihnen wurden später tot und gefesselt im Mekong gefunden;<ref>hrw.org vom 22. Januar 2019: Investigate Disappearance of 3 Thai Dissidents</ref> vom dritten fehlt jede Spur.<ref>NZZ.ch vom 19. Mai 2019: Thailands unheimliche Jagd auf Kritiker von Monarchie und Regime</ref>


Vorsichtige Schätzungen gehen von 200.000 bis 300.000 thailändischen Prostituierten aus, von denen 30.000 bis 40.000 minderjährig sind. Dazu kommen zahlreiche Prostituierte aus den Nachbarländern. Öffentliches Werben für Prostitution und Ansprechen von potentiellen Freiern ist in Thailand offiziell illegal, faktisch wird es aber zumeist geduldet.

Thailand ist auch ein Zielland für den Menschenhandel; die meist aus den Nachbarländern illegal ins Land gekommenen Menschen werden ausgebeutet. Für die gleichen Zwecke werden auch Menschen aus Thailand in andere Länder Europas, Amerikas und des Nahen Ostens sowie nach Japan geschmuggelt.<ref>Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 27 online (PDF; 173 kB)</ref> Die USA haben Thailand in ihrem jüngsten Bericht über Menschenhandel (Trafficking in Persons Report – TIP-Report) auf Stufe zwei ihrer Beobachtungsliste gesetzt.<ref name="hrw.org">Thailand: Weiter Zwangsarbeit und Menschenhandel in Fischereiflotten Human Rights Watch, abgerufen am 9. Februar 2018</ref><ref>https://www.state.gov:/ Releases – Office to Monitor and Combat Trafficking in Persons. PDF des Volltexts hier (11 MB).</ref>

In Thailands Fischereiflotten sind Zwangsarbeit und andere Menschenrechtsverletzungen weitverbreitet. Laut einem Bericht von Human Rights Watch werden Fischer, die aus südostasiatischen Nachbarländern nach Thailand einwandern, als Arbeitskräfte an Fischereiflotten verkauft. Sie erhalten ihr Gehalt nicht pünktlich, werden unterhalb des Mindestlohns bezahlt und werden in Schuldknechtschaft gehalten, um zu verhindern, dass sie den Arbeitgeber wechseln. Thailändisches Arbeitsrecht gewährt den Arbeitsmigranten keinen Schutz und erlaubt ihnen nicht, sich gewerkschaftlich zu organisieren.<ref name="hrw.org" />

In Thailand gibt es die Todesstrafe, die seit 2003 durch die Giftspritze vollzogen wird.<ref>BZ Berlin vom 19. November 2004</ref> Im Jahr 2012 warteten etwa 2500 Menschen – hauptsächlich wegen Drogendelikten – in thailändischen Gefängnissen auf ihre Hinrichtung.<ref>Asien News vom 18. März 2012</ref> Letztmals (Stand 2024) wurde die Todesstrafe 2018 vollstreckt.<ref>https://www.bundestag.de/presse/hib/855250-855250</ref>

Frauenwahlrecht

Nach Sri Lanka war Thailand eines der ersten Länder in Asien, die das allgemeine Wahlrecht einführten.<ref name="Loos177" />

Bis 1932 regierte in Thailand ein absolutistischer Herrscher ohne politische Institutionen, die das Volk repräsentierten.<ref name="Loos170" /> Im Juni 1932 wurde die absolute Monarchie durch einen Staatsstreich in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt.<ref name="Loos170">Tamara Loos: The politics of women’s suffrage in Thailand. In: Louise Edwards, Mina Roces (Hrsg.): Women’s Suffrage in Asia. RoutledgeCurzon New York, 2004, S. 170–194, S. 170.</ref> In Thailand gab es keine Kämpfe um das aktive und passive Frauenwahlrecht, sondern es wurde zusammen mit dem Wahlrecht der Männer am 10. Dezember 1932 eingeführt.<ref name="Loos170" /><ref name="Martin377">Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 377.</ref> Damals wurde eine Assembly of Representatives, ein Parlament, geschaffen.<ref name="Loos177" /> Bis 1933 wurden alle 70 Abgeordneten von der Partei des Volkes ernannt.<ref name="Loos179">Tamara Loos: The politics of women’s suffrage in Thailand. In: Louise Edwards, Mina Roces (Hrsg.): Women’s Suffrage in Asia. RoutledgeCurzon New York, 2004, S. 170–194, S. 179.</ref> 1933 wurde das allgemeine Wahlrecht erstmals indirekt ausgeübt, als die Hälfte der Abgeordneten gewählt wurde.<ref name="Loos177" /> 1937 erfolgte die direkte Wahl der Hälfte der Abgeordneten, aber die Regierung löste das Parlament auf, als es Widerstand zeigte.<ref name="Loos177">Tamara Loos: The politics of women’s suffrage in Thailand. In: Louise Edwards, Mina Roces (Hrsg.): Women’s Suffrage in Asia. RoutledgeCurzon New York, 2004, S. 170–194, S. 177.</ref> Erst 1952 wurde das Parlament als Ganzes gewählt.<ref name="Loos179" />

Bei den Lokalwahlen gab es Beschränkungen für Frauen, die fast zwei Jahrzehnte vor 1932 geschaffen wurden und erst 1982 aufgehoben wurden.<ref name="Loos181" /> Frauen durften bei lokalen Wahlen, in denen die Dorfoberhäupter bestimmt wurden, nicht kandidieren.<ref name="Loos181" /> Es sieht so aus, als seien Frauen damals wegen ihres Geschlechts für unfähig erachtet worden, die Kontrollfunktionen eines Dorfoberhaupts auszuüben.<ref name="Loos181" /> Genauso wenig durften Frauen einer Gruppe von Dörfern vorstehen.<ref name="Loos181">Tamara Loos: The politics of women’s suffrage in Thailand. In: Louise Edwards, Mina Roces (Hrsg.): Women’s Suffrage in Asia. RoutledgeCurzon New York, 2004, S. 170–194, S. 181.</ref>

Korruption

Korruption gehört in Thailand seit jeher zum alltäglichen Leben. Über die Hälfte<ref>NNT National News Bureau of Thailand <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Majority Thais deem corruption to be normal (Memento vom 27. August 2009 im Internet Archive)</ref> der thailändischen Haushalte erleben Korruption als Alltag.

Über 75 Prozent der Firmen geben an, regelmäßig bis immer bestechen zu müssen. Laut einer Telefonumfrage im Auftrag von Transparency International von 2008 hatten elf Prozent der befragten Haushalte im vergangenen Jahr Bestechungszahlungen geleistet.<ref>Global Corruption Barometer <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seiten 22, 34 (Memento vom 7. Juni 2009 im Internet Archive)</ref> Insbesondere gilt die thailändische Polizei als Drahtzieher krimineller Machenschaften und als korrupt. So wird zum Beispiel bei Verkehrsvergehen in der Provinz Chon Buri die Geldstrafe ohne Quittung an Ort und Stelle durch die Polizeibeamten kassiert. Eigentlich müssen Geldstrafen in Thailand grundsätzlich auf dem nächsten Polizeirevier beglichen werden.<ref>UNHCR Police corruption</ref> Besondere öffentliche Aufmerksamkeit erlangten im Juni 2009<ref>The Sunday Times: British couple fights Bangkok airport extortionists</ref><ref>The Nation Embassy warns travellers about duty free scam</ref> 150 Fälle von Erpressungen,<ref>BBC: Tourists warned of Thailand airport scam – vorletzter Absatz</ref> bei denen Touristen des Ladendiebstahls bezichtigt wurden und sich freikaufen mussten. Verschiedene europäische Länder warnen mittlerweile vor solchen Betrugsmaschen der thailändischen Polizei.<ref>Auswärtiges Amt: Thailand: Reise- und Sicherheitshinweise. Abgerufen am 26. Juli 2024.</ref><ref>Britisches Außenministerium Thailand Country Profile – crime</ref><ref>Dänisches Außenministerium Rejsevejledning Thailand – Kriminalität</ref>

Wirtschaft

Datei:Thai provinces by GPP per capita 2011.jpg
Die Wirtschaftskraft ist regional sehr ungleich verteilt. Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in US-$ nach Provinzen (2011). Der landesweite Durchschnitt lag bei 5.362 US-$.
  • unter 1.500
  • 1.500 bis unter 3.000
  • 3.000 bis unter 5.362
  • 5.362 bis unter 10.000
  • 10.000 bis unter 15.000
  • 15.000 bis unter 20.000
  • 20,000 und mehr
  • Thailands Wirtschaft ist marktwirtschaftlich-liberal orientiert. Sie hat sich dank der Strategie der exportorientierten Industrialisierung in hoher Geschwindigkeit von einer landwirtschaftlich orientierten Ökonomie zu einem schnellwachsenden Schwellenland entwickelt. Eine weitere Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Stimulierung der heimischen Wirtschaft durch gesteigerte Ausgaben zugunsten der benachteiligten Regionen Thailands prägten die Wirtschaftspolitik des ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin. Die „zweigleisige“ („dual-track-“) Wirtschaft soll den Strukturwandel von der Landwirtschaft hin zu dienstleistungs-, industrie- und technikorientierten Bereichen der Wirtschaft aktiv unterstützen. Die Wirtschaftsleistung wuchs seit Überwindung der Folgen der Asienkrise moderat, bis Ende des Jahres 2008 die Folgen der Finanzkrise auch Thailand erreichten. Aufgrund von Einbrüchen im Export und schwacher Binnennachfrage schrumpfte die thailändische Wirtschaft 2009. Neben dem Export stellt der Tourismus in Thailand einen weiteren Wirtschaftsfaktor dar, der etwa 10 % zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt.

    Das Bruttoinlandsprodukt wurde 2016 zu 11,6 % in Landwirtschaft und Fischerei und zu 35,8 % in Bergbau und Industrie erwirtschaftet. Die Inflation bewegte sich in den vergangenen Jahren immer unter 3 %, während die Arbeitslosigkeit sehr gering war (2008: 0,7 %).<ref name="WeltbankBericht2011">Economic Report (englisch) abgerufen am 17. August 2011 (PDF; 4,0 MB)</ref><ref>GDP growth (annual %) | Data. Abgerufen am 3. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Bfai_Mai_2011">Germany Trade and Invest: Wirtschaftsdaten kompakt: Thailand, Mai 2011. Wirtschaftsdaten kompakt: Thailand</ref> Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Thailand Platz 32 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).<ref>At a Glance: Global Competitiveness Index 2017–2018 Rankings. In: Global Competitiveness Index 2017-2018. (weforum.org [abgerufen am 6. Dezember 2017]).</ref> Der Index für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 88 höchste von 176 Ländern.<ref>Index of Economic Freedom: All Country Scores. The Heritage Foundation, abgerufen am 9. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und anderer Kennzahlen<ref name="BIP IMF"/>
    Jahr 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
    BIP in Mrd. USD
    (Kaufkraftparität)
    899,4 1.129 1.179 1.251 1.347 1.428 1.373 1.452 1.596 1.688 1.774
    BIP pro Kopf in USD
    (Kaufkraftparität)
    13.384 16.436 17.098 18.069 19.406 20.507 19.669 20.757 22.776 24.057 25.251
    BIP-Wachstum
    (real)
    7,5 % 3,1 % 3,4 % 4,2 % 4,2 % 2,1 % −6,1 % 1,5 % 2,6 % 2,0 % 2,5 %
    Inflation
    (in Prozent)
    3,3 % −0,9 % 0,2 % 0,7 % 1,1 % 0,7 % −0,8 % 1,2 % 6,1 % 1,2 % 0,4 %
    Staatsverschuldung
    (in Prozent des BIP)
    40 % 43 % 42 % 42 % 42 % 41 % 49 % 58 % 61 % 62 % 63 %

    Wirtschaftsgeschichte

    Datei:Salt Farmers - Pak Thale.jpg
    Salzgewinnung in Ban Laem
    Datei:Chong Nonsi Sathon Skywalk Bangkok 2020 01.jpg
    Die Metropole Bangkok ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes

    Die Wirtschaft von Thailand beruhte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts auf agrarischer Subsistenz. Das Land hatte damals 5–6 Millionen Einwohner, die sich hauptsächlich von Reisanbau und Fischfang ernährten und daneben für den Eigenbedarf Zuckerrohr, Gemüse, Gewürze, Tabak, Kokosnüsse und Betelnüsse anbauten sowie Seide und Baumwolle produzierten. Es gab keine entwickelte Geldwirtschaft, sondern nur Naturalhandel, Steuern mussten in Form von Naturalabgaben an den König beziehungsweise Feudalherren bezahlt werden. Auch Sklaverei war verbreitet, zu ihr kam es durch Nichtbezahlen von Abgaben oder durch Nichtrückzahlung von Krediten. Es gab einen begrenzten Außenhandel mit den Nachbarstaaten. Es wurden Naturprodukte ausgeführt und im Gegenzug Gold, Silber und Luxusgüter eingeführt.

    Änderungen an diesem Wirtschaftssystem geschahen aufgrund von Impulsen von außen sowie der Bereitschaft zur Übernahme von ausländischen Entwicklungen. Thailand integrierte sich somit langsam in die Weltwirtschaft. Der Bowring-Vertrag von 1855 öffnete Thailand für den Import von ausländischen Waren, begrenzte die Zollsätze und legte den Grundstein für den Export von Reis, Teak, Zinn und später Kautschuk. Erstmals in der Geschichte Thailands wurde Reis nicht nur für den Eigenverbrauch produziert, sondern für den Markt. Es kam zu einer starken Ausweitung der landwirtschaftlich genutzten Fläche, während zunächst keine technischen Weiterentwicklungen im Reisanbau stattfanden. Handel, Transport und andere Dienstleistungen blieben in ausländischer Hand. Ab 1884 begann König Chulalongkorn mit dem Aufbau von Staatsinfrastruktur, führte ein geldbasiertes Steuersystem ein, schuf Ministerien, öffentliche Bildungseinrichtungen, Infrastruktur (Eisenbahn, Elektrizität) und es entstanden erste Fabriken mit dem Ziel der Importsubstitution. Nach der Palastrevolte des Jahres 1926 wurden chinesische Betriebe enteignet und der Staat engagierte sich in der Industrie, vor allem der Papiererzeugung, der Textilindustrie und der Zuckerherstellung. Im Außenhandel und im Kapitalverkehr herrschte Dirigismus.

    Da die Staatswirtschaft sich als zu ineffizient herausstellte, zog sich in den 1950er Jahren der Staat aus den Betrieben zurück und überließ der Privatwirtschaft mehr Raum. Währungs- und Handelskontrollen wurden abgeschafft. Thailand erfuhr starke Unterstützung aus dem Westen, vor allem den USA und der Weltbank. Die 1960er Jahre waren dann von einem starken Wachstum (durchschnittlich 8 % pro Jahr) geprägt. Das Wachstum wurde vor allem von Kapitalzuflüssen getragen, wie Krediten und Direktinvestitionen, aber auch den Ausgaben des im Vietnamkrieg engagierten amerikanischen Militärs und dessen Soldaten. Die Wirtschaftspolitik konzentrierte sich auf den Aufbau von Infrastruktur und Importsubstitution.

    Die 1970er Jahre brachten Thailand wirtschaftliche Schwierigkeiten. Infolge der weltweiten Wirtschaftskrise sank die Nachfrage an den thailändischen Exportprodukten, deren Preise fielen, und gleichzeitig zog sich das amerikanische Militär aus Thailand zurück. 1984/85 befand sich Thailand dann in einer schweren Rezession. Als Reaktion darauf gab es eine Strategieänderung in der Wirtschaftspolitik: der Staat zog sich aus der Wirtschaft zurück, Importzölle und Devisenkontrollen wurden abgeschafft, und es wurde der Entwicklungsweg der Exportindustrialisierung eingeschlagen. Ende der 1980er Jahre gehörte Thailand dann zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaften der Welt (Pantherstaat), wobei das Wachstum nun von Investitionen aus Japan, Südkorea, Hongkong und Singapur getragen wurde. Überhitzung und wirtschaftspolitische Fehler führten dazu, dass Thailand zur Mitte der 1990er Jahre zum Zentrum der Asienkrise gehörte: Spekulationen gegen den festen Wechselkurs des Baht gegenüber dem US-Dollar führten 1997 zur Aufgabe des Wechselkurssystems, massiver Abwertung des Baht und einer Bankenkrise. 1998 schrumpfte die Wirtschaft massiv um 10,4 %. Thailand benötigte in der Folge zur Überwindung der Krise massive Hilfe von IWF und Weltbank.<ref>M. Buchmann: Die wirtschaftliche Entwicklung. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 416–435 ff.</ref><ref>Karl Husa, Helmut Wohlschlägl: Wirtschaftsboom und ökonomische Krise: Thailands Wirtschaftsentwicklung in den achtzigern und neunziger Jahren. In: Jürgen Hohnholz, Karl-Heinz Pfeffer (Hrsg.): Studium Generale – Thailand. Tübingen 2003, ISBN 3-88121-066-0, S. 79–120.</ref>

    Landwirtschaft

    Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei trugen im Jahr 2006 weniger als 10 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, sie beschäftigten aber etwa 39 % der Arbeitskräfte. 1960 hingegen waren noch 82 % der Arbeitskräfte in diesen Sektoren beschäftigt und sie erwirtschafteten 38 % des BIP. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist bis in die frühen 1980er Jahre stark gestiegen und seitdem praktisch gleich geblieben. 2007 wurden 19,7 Millionen Hektar Land bebaut.

    Datei:Rice fields Chiang Mai.jpg
    Reisanbau in Nordthailand

    Die Hauptnutzpflanze des Landes ist der Reis. Die Kultur der Thai entwickelte sich ursprünglich auf Basis des Nassreisanbaus. Reis wird vor allem im Becken des Mae Nam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) und in den Bewässerungsgebieten Nordostthailands angebaut. Die jährliche Reisernte stieg von 10 Millionen Tonnen im Jahr 1962 auf 32 Millionen Tonnen im Jahr 2007. Thailand ist der sechstgrößte Produzent und bedeutendste Reisexporteur der Welt, wobei für den Export in der Regel weißer Reis angebaut wird, für den Binnenmarkt zusätzlich Klebreis.

    Thailand ist der weltweit größte Produzent von Naturkautschuk (2007: 3 Mio. Tonnen), der vor allem auf Plantagen in Südthailand gewonnen wird, sowie Ananas (2007: 2,8 Mio. Tonnen). Bei der Produktion von Maniok (27 Mio. Tonnen) nimmt es den zweiten Platz ein. Weitere wichtige Produkte der thailändischen Landwirtschaft sind Mais (3,6 Mio. Tonnen), Zuckerrohr (64 Mio. Tonnen), Sojabohnen und Kenaf, die im Trockenfeldbau im Nordosten Thailands angebaut werden.

    Die Forstwirtschaft war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein sehr bedeutender Wirtschaftsfaktor und Teak war das zweitwichtigste Exportgut Thailands nach dem Reis. Seit 1968 ist Thailand ein Netto-Holzimporteur. Der Grund hierfür liegt in der starken Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

    Thailand gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Garnelen; es produzierte 2007 insgesamt fast 2,5 Millionen Tonnen Fisch und Krustentiere, bei leicht fallendem Trend aufgrund von Überfischung und Verschmutzung der Gewässer.<ref>FAO: Fish, crustaceans, molluscs, etc. – Capture production by countries or areasdownload</ref><ref>Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 13 online (PDF; 173 kB)</ref><ref>P. Pongsabutra: Die Landwirtschaft. In: Jürgen Hohnholz: Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 453–464.</ref><ref>FAO Stat: Commodities by country, Countries by Commodity, Country rank in the world, by commodity <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. Oktober 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/faostat.fao.org, abgerufen am 20. November 2009.</ref>

    Industrie

    Datei:SPS Intertech factory13.jpg
    Fabrikarbeit in Chachoengsao

    Die thailändische Industrie trägt etwa 45 % zur gesamten Wirtschaftsleistung bei, beschäftigt aber nur ein Viertel der Arbeitnehmer. Der wichtigste Industriezweig ist die Herstellung von Kraftfahrzeugen und deren Einzelteile. Er trägt etwa 10 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, dominiert wird er von japanischen Konzernen. Thailand hat Kapazitäten zur Herstellung von 1,8 Millionen Fahrzeugen pro Jahr und gehört zu den zehn wichtigsten Herstellerländern von Kraftfahrzeugen. Ziel ist es, das Zentrum der Automobilindustrie des ASEAN zu werden.<ref>Germany Trade and Invest: Kfz-Industrie und Kfz-Teile, Thailand. April 2009, online Eingesehen am 17. August 2011.</ref> Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind die Stahlproduktion, die Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten, die Textilindustrie und die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten. B.Grimm (Thai: บี.กริม) ist ein 1878 gegründeter multinationaler Mischkonzern mit Sitz in Bangkok und das älteste, und eines der ersten inkorporierten Unternehmen Thailands.<ref>B.Grimm – Das älteste Unternehmen Thailands Artikel vom 3. Dezember 2021 in der Bangkok Post online auf bangkokpost (Abgerufen am 29. Juli 2022.)</ref><ref>Historie der B.Grimm online auf bgrimmgroup (englisch, abgerufen am 5. August 2022.)</ref>

    Finanzsektor

    Zu den Ursachen der Asienkrise 1997/98 gehörten Probleme im thailändischen Finanzsektor wie faule Kredite und überhöhte Kreditaufnahme in Fremdwährungen. Die Reformen, die seitdem umgesetzt worden sind, haben zu einer Konsolidierung im Finanzsektor geführt, die Banken haben weniger faule Kredite in ihren Bilanzen und arbeiten profitabel. Im Jahr 2007 gab es in Thailand drei staatliche Geschäftsbanken und fünf staatliche Spezialbanken, daneben 15 einheimische und 17 ausländische Geschäftsbanken (siehe Liste der Banken in Thailand).

    Die Zentralbank des Landes ist die Bank von Thailand. Diese 1942 gegründete Institution betreibt die Geldpolitik, agiert als Notenbank, unterhält die Währungsreserve und fungiert als Bankenaufsicht.<ref>Our Roles. Abgerufen am 26. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Die Wertpapierbörse des Landes ist die Stock Exchange of Thailand mit ihrem Leitindex für die Volkswirtschaft, dem SET Index.

    Außenwirtschaft

    Haupthandelspartner (2013)<ref name="OEC13" />
    Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) aus
    ASEAN
    —Malaysia
    —Indonesien
    —Singapur
    23,2
    (5,2)
    (4,6)
    (4,0)
    ASEAN
    —Malaysia
    17,3
    (5,3)
    VR China
    (inkl. Hongkong)
    18   VR China
    (inkl. Hongkong)
    16,6
    USA 11   Japan 16  
    Japan 9,1 VAE 6,7
    Australien 4,7 USA 5,6
    sonstige Länder 31,6 sonstige Länder 32  
    Deutschland 1,7 Schweiz 3,9
    Schweiz 0,7 Deutschland 2,5
    Datei:En visualize explore tree map hs92 export tha all show 2013.svg
    Anteile der Produktgruppen an den Exporten Thailands 2013. Blau: Maschinen (33 ); hellrosa: Kunststoffe und Gummi (13 %); hellblau: Fahrzeuge (12 %); hellgrün: Nahrungsmittel (7,6 %); dunkelbraun: Mineralerzeugnisse (5,9 %); rosa: Chemieprodukte (5,5 %)

    Die Handelsbilanz Thailands war über Jahrzehnte negativ, erst das schnelle Wachstum der exportorientierten Industriezweige hat dem Land zu einer ausgeglichenen, inzwischen sogar leicht positiven Handelsbilanz verholfen – die von Thailand ausgeführten Waren haben also einen höheren Wert als die eingeführten. Die Einnahmen aus dem Tourismus sowie die Direktinvestitionen sorgten dafür, dass Leistungsbilanz und Zahlungsbilanz in der Vergangenheit fast immer positiv waren. Um den Außenhandel weiter zu fördern hat Thailand mit Staaten wie Australien, Neuseeland, China, Indien und Bahrain bilaterale Freihandelsabkommen unterzeichnet. Es ist Mitglied bei Organisationen wie der ASEAN, Asiatischen Entwicklungsbank, dem APEC, der Welthandelsorganisation und der ASEAN-Freihandelszone.

    2013 wurden Waren im Wert von 238 Mrd. US-Dollar exportiert. Thailand ist damit auf Platz 23 der größten Exportnationen. Die wichtigsten Exportgüter waren Maschinen, Elektronik und Elektrotechnik (vor allem Computer-Datenspeicher, also Festplatten u. Ä.), Fahrzeuge und Fahrzeugteile (v. a. Kleinlastwagen und PKW), Nahrungsmittel (v. a. verarbeiteter Fisch und Rohrzucker), chemische Erzeugnisse und Rohstoffe (v. a. Naturkautschuk, Mineralölerzeugnisse). Thailand ist – mit großem Abstand hinter China, aber fast gleichauf mit den USA – einer der bedeutendsten Exporteure von Computerteilen der Welt. Speziell im Bereich der Datenspeichereinheiten trägt es 22 % des Weltmarkts bei. Außerdem ist das Land der weltgrößte Kautschukexporteur.<ref name="OEC13" />

    Importiert wurden Waren im Wert von 232 Mrd. US-Dollar, vor allem Elektronik, Metallerzeugnisse, chemische Erzeugnisse, Maschinen, Elektrotechnik, Nahrungsmittel sowie Fahrzeuge und Fahrzeugteile.

    Die bedeutendsten Handelspartner Thailands sind die ASEAN-Staaten (zusammen über 23 % der Exporte und über 17 % der Importe), die Volksrepublik China (mit Hongkong 18 % bzw. 16,6 %), Japan (9,1 % bzw. 16 %), die USA (11 % bzw. 5,6 %) sowie die Staaten des Nahen Ostens. Mit Deutschland wickelt Thailand 2,8 % seiner Exporte und 2,4 % seiner Importe ab, mit der Schweiz 0,7 % der Ex- und 3,9 % der Importe. Deutschland exportiert vor allem Maschinen und Elektronik, chemische Erzeugnisse sowie Fahrzeuge und Fahrzeugteile nach Thailand; im Gegenzug werden Maschinen und Elektronikprodukte wie Datenspeicher und integrierte Schaltkreise, außerdem Silberschmuck sowie Gummiprodukte – vor allem Reifen – aus Thailand nach Deutschland verkauft. Die Schweiz liefert vor allem Gold nach Thailand.<ref name="OEC13">Alexander Simoes (Hrsg.): The Observatory of Economic Complexity. Länderprofil Thailand. MIT Media Lab Macro Connections, Massachusetts Institute of Technology, abgerufen am 19. Oktober 2015.</ref>

    Thailand ist Zielland von zahlreichen ausländischen Direktinvestitionen, die sich 2005 auf 3,3 Mrd. US-Dollar beliefen. Die Investitionen stammen vor allem aus den USA, Japan, Singapur und der Europäischen Union. Die Weltbank finanziert in Thailand vor allem Projekte im Sozial- und Bildungswesen sowie im Energiesektor, diese beliefen sich 2005 auf fast eine Milliarde US-Dollar. Die Auslandsverschuldung betrug im Juni 57,83 Milliarden US-Dollar (34 % des BIP), was Devisenreserven von 59 Mrd. US-Dollar gegenüberstand.

    Der Wechselkurs des Bahts war bis zum Ausbruch der Asienkrise fest an den US-Dollar gebunden. Seitdem gilt das Wechselkurssystem des Managed Floating gegenüber einem Währungskorb der wichtigsten Handelspartner.<ref name="Bfai_Mai_2011" /><ref>Bank of Thailand: Monetary Policy Framework – Exchange rate and effective exchange rates. Besucht am 20. November 2009.</ref><ref>Library of Congress – Federal Research Division: Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 15 (PDF; 173 kB)</ref>

    Tourismus

    Datei:Lipa Noi, Ko Samui District, Surat Thani, Thailand - panoramio.jpg
    Ein Resort auf der Tourismusinsel Ko Samui

    Thailand hat sich seit den 1960er Jahren zu einem der Hauptziele des internationalen Tourismus entwickelt. Während des Vietnamkriegs lieferte das amerikanische Militär mit seinen Rest-and-recreation-Programmen starke Nachfrage. Die wirtschaftliche Entwicklung und Liberalisierung in Asien ermöglichte weiteres Wachstum, und die Möglichkeiten von Langstreckenflügen machte Thailand für Touristen aus Europa und Amerika erreichbar. Parallel dazu gab es immer eine auf Tourismusförderung ausgerichtete Politik der Regierung, die mit den Einnahmen aus dem Tourismus das Leistungsbilanzdefizit auszugleichen suchte.

    2010 verzeichnete das Land 15.936.400 Ankünfte, davon etwas mehr als die Hälfte (8.167.164) aus Asien (ohne Russland) und ein weiteres Viertel (4.442.375) aus Europa (mit Russland).<ref name="Department_of_Tourism Statistics"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Department of Tourism, abgerufen am 17. August 2011 (Memento vom 17. November 2011 im Internet Archive)</ref> Es wurden 606.874 Deutsche, 90.026 Österreicher und 155.761 Schweizer gezählt.<ref name="Department_of_Tourism Statistics" /> Die durchschnittliche Verweildauer betrug 9,66 Tage. 2016 war die Anzahl der Ankünfte auf 32.530.000 gestiegen, was vor allem an der gestiegenen Anzahl an Touristen aus der Volksrepublik China lag. Der internationale Tourismus ist somit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Thailand, die Einnahmen für 2016 lagen bei mehr als 52 Milliarden US-Dollar.<ref>International tourism, receipts (current US$) | Data. Abgerufen am 11. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Sickerrate wird auf relativ niedrige 20 Prozent geschätzt. Für 1996 wurde angenommen, dass etwa vier Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Tourismus abhängen. Zusätzlich zum internationalen Tourismus gibt es auch lebhaften Binnentourismus; 2006 gab es bei 81 Millionen Ankünften Einnahmen von 356 Milliarden Baht.

    Die bedeutendsten Tourismusarten sind Erholungsreisen (an den Küsten oder im nördlichen Bergland), Besichtigungsreisen (Bangkok und Umgebung, Nordthailand, Zentralebene mit den historischen Stätten von Ayutthaya, Sukhothai usw.), Geschäftsreisen und Sextourismus. Der größte Anteil des Massentourismus beschränkt sich auf Bangkok und einige Badeorte an der Küste wie Pattaya, Phuket, Krabi oder Ko Samui. Die negativen Auswirkungen des Massentourismus sind deshalb auf räumlich relativ kleine Gebiete beschränkt, treten allerdings dort umso geballter auf.<ref>Dieter Uthoff: Tourismus in Thailand: Gegenwärtige Bedeutung, historische Entwicklung, räumliche Verbreitung. In: Jürgen Hohnholz, Karl-Heinz Pfeffer (Hrsg.): Studium Generale – Thailand. Tübingen 2003, ISBN 3-88121-066-0, S. 169–215.</ref><ref>Jahresbericht der TAT, abgerufen am 23. Januar 2014</ref>

    Energie

    Datei:Ölverbrauch Südostasiens ohne Singapure.jpg
    Täglicher Ölverbrauch einiger Länder in Südostasien, Liter pro Tag/Einwohner

    Thailands Energieversorgung basiert maßgeblich auf fossilen Energieträgern: 2007 entfielen 42 % des Gesamtenergieverbrauchs auf Rohöl, 38 % auf Erdgas und 15 % auf Kohle, wobei Erdöl vorrangig aus der Golfregion importiert wird. Erdgas und Erdöl werden jedoch auch im Golf von Thailand gefördert. Erdgas spielt bei der Erzeugung elektrischer Energie eine wichtige Rolle und wird zu 20 % aus Myanmar bezogen. Thailand und Laos gehören zu den wichtigsten Förderländern von Weichbraunkohle. 2009 wurden 17,9 Millionen Tonnen gefördert, die Ressourcen werden auf 1390 Millionen Tonnen geschätzt.<ref>Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Kurzstudie Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen 2005 S. 75ff Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen</ref> Der größte Kohletagebau Thailands befindet sich in Mae Mo (Provinz Lampang), wo täglich 40.000 Tonnen Kohle produziert werden.<ref>The Nation: Egat gets go-ahead for further Mae Moh mining, 31. Januar 2009. Besucht am 20. November 2009.</ref><ref>Bangkok Post: Mae Mo villagers win case against Egat, 4. März 2009. Besucht am 20. November 2009.</ref>

    2006 wurden in Thailand 130,8 Milliarden kWh elektrischer Energie erzeugt, davon 120 Milliarden aus herkömmlicher thermischer Erzeugung, 7,8 Milliarden aus Wasserkraft, und nur drei Milliarden stammten aus anderen erneuerbaren Quellen.<ref>Energy Information Administration: International Electricity Generation</ref> Der Markt für elektrische Energie wird von dem staatlichen Unternehmen Electricity Generating Authority of Thailand dominiert. Strom wird auch aus dem Nachbarland Laos bezogen.

    Im Jahre 2016 lag Thailand bzgl. der installierten Leistung mit 44,89 GW an Stelle 24 und bzgl. der jährlichen Erzeugung mit 181,5 Mrd. kWh an Stelle 23 in der Welt. Der Elektrifizierungsgrad lag 2016 bei 100 %. Thailand war 2016 ein Nettoimporteur von Elektrizität; es exportierte 2,267 Mrd. kWh und importierte 19,83 Mrd. kWh.<ref name="CIA" />

    Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft spielten Stand 2008 noch eine untergeordnete Rolle, letztere aufgrund von Protesten gegen das notwendige Anlegen von Stauseen. Allerdings wurde der Energiegewinnung aus Biomasse für die Zukunft eine wichtige Rolle vorausgesagt.<ref>Bundesagentur für Außenwirtschaft: Energiewirtschaft Thailand 2008 online abgerufen am 17. August 2011</ref> Auch die Windenergie sowie die Photovoltaik sollen deutlich ausgebaut werden, um den Importbedarf fossiler Energieträger reduzieren zu können.<ref>Thailand forciert erneuerbare Energien. Der Farang. 22. März 2013. Abgerufen am 26. März 2013.</ref> Die Gesamtleistung der thailändischen Windkraftanlagen lag Ende 2019 bei 1532 MW.<ref>Neebir Banerjee: Wind Energy Sector Likely to Benefit from Thailand’s New Power Development Plan (PDP). In: Climate Scorecard. 21. April 2020, abgerufen am 1. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Solarenergie erreichte schon 2015 1299 MW, Biomasse 2452 MW und kleine Wasserkraftwerke 142 MW, so dass 2015 die installierte Gesamtleistung der regenerativen Quellen 4494 MW betrug.<ref>Solar Mag: Thailand Solar Energy Profile by Solar Magazine. In: Solar Magazine. Abgerufen am 1. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch die Kernenergie könnte für das Land eine Rolle spielen, da der Stromverbrauch in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Bisher wird die Kernkraft im Land nicht genutzt, es liegen jedoch Pläne für fünf Kernkraftwerke vor.

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    Staatshaushalt

    Der Staatshaushalt umfasste im Fiskaljahr 2016 Ausgaben von umgerechnet 86,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 76,7 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,5 % des BIP.<ref name="CIA"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The World Factbook (Memento vom 29. Dezember 2010 im Internet Archive)</ref>

    Die Staatsverschuldung betrug 2016 171,7 Mrd. US-Dollar oder 42,2 % des BIP.<ref>Report for Selected Countries and Subjects. Abgerufen am 15. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note BBB+ bewertet (Stand November 2018).<ref>Credit Rating – Countries – List. Abgerufen am 28. November 2018.</ref>

    2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:<ref>Thailand. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, 4. Oktober 2024 (cia.gov [abgerufen am 16. Oktober 2024]).</ref>

    Infrastruktur

    Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Thailand 2018 den 32. Platz unter 160 Ländern.<ref>Global Rankings 2018 | Logistics Performance Index. Abgerufen am 14. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Thailand plant in den nächsten fünf Jahren, von 2012 bis 2016, die Infrastruktur des Landes stark auszubauen. Dies geschieht über ein Investitionsprogramm, das ein Volumen von rund 56 Mrd. Euro aufweist. Die am stärksten betroffenen Sektoren sind Transport (im städtischen Raum), Energie und öffentlicher Transport (bessere Bahnverbindungen, vier Hochgeschwindigkeitstrassen der Eisenbahn, neue Massentransportsysteme).<ref name="gtaiinfrastruktur">GTAI: Thailand will massiv in die Infrastruktur investieren (aufgerufen am 1. März 2012)</ref>

    Verkehr

    Straßenverkehr

    Datei:BKK speed limit.jpg
    Tempolimit in Bangkok
    Datei:2012.02.01 Thailand Autogas-Tankstelle.JPG
    Betankung mit Autogas (LPG)

    Thailand verfügt, je nach Quelle, über ein Straßennetz von 45.000 km bis 57.000 km, die zum größten Teil asphaltiert sind. Es ist seit 1960, als nur 7450 km existierten, stark angewachsen. Es herrscht Linksverkehr. Mehr als 60 Prozent der PKWs sind in Bangkok registriert, das an täglichen ausgedehnten Staus leidet. Im Rest des Landes ist das Motorrad nach wie vor das am meisten verbreitete Transportmittel; 2002 waren 67,6 Prozent aller in Thailand registrierten Fahrzeuge Motorräder. Über die Straße wird auch der größte Teil des öffentlichen Verkehrs abgewickelt; das staatliche Unternehmen BKS betreibt ein ausgedehntes Netzwerk an Linienbussen.

    Sicherheit im Straßenverkehr ist ein brennendes Thema in Thailand; 2003 waren Verkehrsunfälle unter den drei häufigsten Todesursachen.<ref>Karl-Heinz Pfeffer: Thailand: Naturpotenzial – Nutzung und Gefährdung. In: Jürgen Hohnholz, Karl-Heinz Pfeffer (Hrsg.): Studium Generale – Thailand. Tübingen 2003, ISBN 3-88121-066-0, S. 1.</ref><ref name="library17">Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 17 online (PDF; 173 kB)</ref><ref name="UNDP14">UNDP: Thailand Human Development Report 2007, S. 14 Archiv-Link</ref><ref>Yordphol Tanaboriboon, Thaned Satiennam: Traffic accidents in Thailand. In: IATSS Research, Band 29, Nr. 1, 2005 (online; PDF; 274 kB).</ref> Mit 38 Todesopfern von Verkehrsunfällen pro 100.000 Einwohner (Stand 2013) hat Thailand eine der höchsten Verkehrstotenraten der Welt. Hauptursachen sind die Missachtung von Sicherheitsvorschriften wie das Motorradfahren ohne Helm, Benutzung von Handys und Smartphones während der Fahrt und Fahren unter Alkoholeinfluss. Viele Thailänder glauben, dass Amulette oder Tätowierungen sie beschützen. Unfallflucht und unterlassene Hilfeleistung sind weit verbreitet, Rettungsfahrzeuge werden oft nicht durchgelassen. Es gilt innerorts eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, außerorts von 90 km/h und auf Autobahnen bis 120 km/h.<ref>John Le Fevre: Thailand has Asia’s Most Deadly Roads In: The Establishment Post, 23. Februar 2014.</ref>

    Die Beimischung von 10 bis 20 Prozent Ethanol zum Benzin („Gasohol“) ist verpflichtend vorgeschrieben. Viele Fahrzeuge – vor allem Taxis, Busse und Lkws – fahren auch mit Autogas (LPG).

    Schienenverkehr

    Mit dem Bau von Eisenbahnstrecken wurde in Thailand bereits im Jahr 1892 begonnen. Damals benötigte man ein Verkehrsmittel, das im Fall einer Invasion einer Kolonialmacht schnelle Truppen- und Materialbewegungen erlauben würde. Heute betreibt die staatliche Eisenbahn ein Schienennetz von mehr als 4000 Kilometer in Meterspur, welches sternförmig von Bangkok ausgeht. Die SRT verbindet 47 der 76 Provinzen des Landes. Im Jahr 2002 wurden 55,7 Millionen Passagiere und 9,9 Millionen Tonnen Fracht befördert.<ref name="gtaibahn" /> Bangkok Skytrain (BTS), Suvarnabhumi Airport Rail Link, Bangkok Metro (MRT) und seit 2021 die S-Bahnlinie SRT Red Lines sind die einzigen schienengebundenen Nahverkehrssysteme des Landes.<ref name="library17" /><ref>Keat Gin Ooi (Hrsg.): Southeast Asia: a historical encyclopedia, from Angkor Wat to East Timor, Band 2, S. 572 f.</ref>

    Die State Railway of Thailand zählt neben Thai Airways International zu den Staatsunternehmen mit den schlechtesten wirtschaftlichen Kennziffern.<ref name="gtaibahn" /> Die Passagierzahlen entsprechen nur 6 Prozent der Personen, die auf der Straße befördert werden, und nur zwei Prozent des Güterverkehres wird auf der Schiene abgewickelt. Eine Modernisierung des Netzes, zweigleisiger Ausbau, Anschaffung besserer Fahrzeuge und eine Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit wie der Sicherheit würde in den kommenden Jahren etwa 15 Milliarden Euro kosten. Ende 2009 wurde von der Regierung grundsätzlich beschlossen, die notwendigen Investitionen zu tätigen.<ref name="gtaibahn">Germany Trade and Invest: Thailand plant massiven Ausbau des Schienennetzes, aufgerufen am 3. März 2011.</ref>

    Luftverkehr

    Thailand verfügt zwar über 30 Flughäfen, jedoch findet nicht auf allen ein regelmäßiger kommerzieller Flugverkehr statt. Es wurden zur Ankurbelung des Tourismus in teils abgelegenen Gebieten des Landes Flughäfen errichtet, wo jedoch der Linienflugverkehr nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurde. Dies sind zum Beispiel der Flughafen Betong, der Flughafen Phetchabun sowie der Flughafen Nakhon Ratchasima. Der internationale Großflughafen von Thailand ist seit Oktober 2006 der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi. Er liegt südöstlich der Hauptstadt Bangkok in der Provinz Samut Prakan und ist ein wichtiges Luftfahrt-Drehkreuz Südostasiens. Er wird von über 80 Fluglinien angeflogen und fertigte 2013 50 Millionen Passagiere und 1.200.000 Tonnen Fracht ab. Die wichtigsten Fluggesellschaften Thailands sind die 1960 gegründete staatliche Thai Airways International, die 1968 gegründete private Bangkok Airways und die 2003 gegründete Billigfluggesellschaft Thai AirAsia.<ref name="library17" />

    Telekommunikation

    Das Telefonnetz Thailands ist speziell auf dem Land nicht sehr gut ausgebaut, lange Wartezeiten auf einen Telefonanschluss können die Folge sein. Dagegen ist der Gebrauch von Mobiltelefonen sehr weit verbreitet, im Jahr 2015 kamen bereits 105 Mobiltelefone auf 100 Einwohner.<ref>Bangkok Post Public Company Limited: Bangkok Post. Abgerufen am 25. Juli 2017.</ref> Im Jahr 2023 nutzten 89,5 Prozent der Einwohner Thailands das Internet.<ref>Individuals using the Internet (% of population). Weltbank, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die digitale Infrastruktur konnte in den letzten Jahren stark ausgebaut werden, die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit war Anfang 2017 schneller als die Kanadas oder Deutschlands.<ref>Bericht „State of the Internet“ | Akamai. Abgerufen am 1. Juli 2017.</ref>

    Kultur

    Datei:Songkran in Wat Kungthapao 02.jpg
    Vor der Ordination im Buddhismus respektieren thailändische Jungen ihre Ältesten beim Songkran Festival.

    Die Kultur Thailands ist stark von den Kulturen jener Völker beeinflusst, die das Land vor der Ankunft der Thai besiedelten, sowie von seinen Nachbarn. Es sind dies vor allem die indische, kambodschanische und chinesische Kultur. Religiöse Vorstellungen aus dem Buddhismus, aber auch dem Hinduismus, Ahnenkult, ethnischen Religionen und dem chinesischen Volksglauben sind stark im Denken und Handeln der Thailänder verwurzelt. Dies findet seinen Ausdruck zum Beispiel darin, dass der Kopf der heiligste Teil des Körpers ist. Die Füße gelten hingegen als schmutzig; über jemanden hinüberzusteigen oder etwas mit dem Fuß festzuhalten gilt als Beleidigung.

    Seniorität spielt in der thailändischen Gesellschaft eine ganz bedeutende Rolle. Ältere Geschwister sind den jüngeren gegenüber verpflichtet, im Gegenzug schuldet der Jüngere dem Älteren Gehorsam. Der traditionelle Gruß Wai wird Höhergestellten entgegengebracht; der König als am höchsten gestellte Person des ganzen Landes wird, ebenso wie seine Bildnisse, verehrt. Thailand hat einen eigenen Kalender, der dem gregorianischen Kalender um 543 Jahre voraus ist.

    Architektur

    Das traditionelle Wohngebäude in Thailand ist das hölzerne Pfahlhaus. Es stellt eine Anpassung an das Klima des Landes dar, denn es schützt vor den regelmäßig auftretenden Überschwemmungen und vor wilden Tieren. Das hohe Dach erlaubt eine optimale Durchlüftung. Der Raum unter dem Haus kann als Lager oder als Stall für die Haustiere genutzt werden. Pfahlhäuser sind auf dem Land zwar noch häufig anzutreffen, allerdings ist Holz als Baustoff mittlerweile sehr teuer geworden. Daher überwiegen heutzutage Betonbauten oder Gebäude aus Fertigbauteilen.

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    Der Wat Phra Kaeo, üppig ausgestattet mit feinster Schnitzerei und Verzierungen

    Die religiöse Architektur der frühen Sukhothai-Periode ist stark von Khmer-Elementen durchdrungen. Die erhaltenen Denkmäler sind durch die Verwendung von Sandstein und an ihren rechteckigen Fenstern zu erkennen. Später entwickelten die Architekten Siams ihren eigenen Stil mit mehrstöckigen Dächern und zahlreichen Türmen. Stuck ersetzte den Sandstein und der chinesische Einfluss brachte in neuerer Zeit unter anderem die Verwendung von Porzellanornamenten in vielerlei Farben. Die thailändische Architektur brachte historische Denkmäler wie den Wat Phra Kaeo hervor, der mit feinster Schnitzerei und Verzierungen geradezu überladen ist. Der Wat Benchamabophit ist eines der bedeutendsten Beispiele buddhistischer Architektur des letzten Jahrhunderts. Er wurde 1899 aus italienischem Marmor erbaut und ist mit mehrstöckigen orangefarbenen Dächern gedeckt.<ref>The Arts: Architecture, englischsprachiger Artikel bei ThailandGateway (zuletzt aufgerufen am 18. August 2011)</ref>

    Zum UNESCO-Welterbe gehören die historischen Parks der Ruinenstadt von Sukhothai, die zusammen mit Si Satchanalai und Kamphaeng Phet nominiert wurde, sowie der Geschichtspark Ayutthaya und die bronzezeitliche Ausgrabungsstätte Ban Chiang.

    Theater

    Datei:Khon Dance Thai Sala Bad Homburg.jpg
    Khon-Aufführung in Bad Homburg

    Das traditionelle thailändische Theater unterscheidet sich grundlegend vom westlichen Theater. Es besteht aus der Rezitation eines Textes durch einen Erzähler, meist von Musik untermalt, während auf der Bühne Pantomimen auftreten oder getanzt wird. Die Schauspieler führen zuweilen einen Sprechgesang auf. Der Stoff für die Stücke entstammt meist dem thailändischen Epos Ramakian oder anderen märchenhaften oder fantastischen Legenden.

    Von der traditionellen Theaterform Lakhon gibt es zwei Strömungen. Lakhon Nok ist das alte thailändische Volkstheater, während Lakhon nai nur im königlichen Palast aufgeführt wurde. Die Schauspieler, die meist prachtvolle Kostüme und Masken tragen, stellen ihre Figur mit einer komplizierten Mimik und Tanzfiguren dar, die lange trainiert werden müssen. Eigentümlich ist, dass das Ideal von Weichheit und Geschmeidigkeit des Tanzes durch Überdehnung der Gliedmaßen entgegen den Gelenken erreicht wird. Typisch ist das Auftreten eines Spaßmachers, der meist derbe Scherze zur Belustigung des Publikums von sich gibt.<ref>Thai Arts: Drama, englischsprachige Seite des ThailandGateway. (zuletzt aufgerufen am 18. August 2011)</ref>

    Datei:Dance of the Ramayana.jpg
    Khon Tanz

    Das traditionelle thailändische Maskenspiel Khon ist bedeutend älter als Lakhon und wurde wahrscheinlich von den Khmer oder anderen indisierten Völkern übernommen. Hier wird Ramakian dargestellt und wurde in der Ayutthaya-Zeit ausschließlich von Männern aufgeführt.

    Das traditionelle Schattentheater Nang yai wurde möglicherweise aus dem heutigen Indonesien in die thailändische Kultur eingeführt. Die Akteure des Stückes tanzen mit großen Figuren in den Händen vor und hinter einer durchscheinenden Leinwand, hinter der ein Feuer brennt oder eine andere Lichtquelle installiert ist. Hierbei wird ein Text rezitiert und gesungen und durch ein Orchester untermalt. Nang yai durfte früher nur am Königshof aufgeführt werden. Für das jüngere und bis heute populäre, südthailändische Schattentheater Nang talung, werden kleinere Figuren von durchschnittlich 50 cm Höhe verwendet.

    Diese einst in der thailändischen Gesellschaft tief verwurzelten Kulturformen sind heute durch das Fernsehen weitgehend verdrängt. Aufführungen werden zwecks Kulturpflege nur gelegentlich veranstaltet.<ref>K. Rosenberg: Theater. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 210–220.</ref>

    Literatur

    Die frühe thailändische Literatur wurde sehr von der indischen Kultur geprägt. Sie war vor allem religiöser oder mythologischer Natur und wurde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Versform geschrieben. Bis dorthin waren die Angehörigen der Aristokratie die einzigen, die sich mit Literatur beschäftigten. So gehört Chaofa Thammathibet, Sohn von König Borommakot, zu den bedeutendsten Dichtern in der Geschichte Thailands; seine Ruderlieder und Nirats gehören bis heute zur Standardlektüre in Thailändischen Schulen.

    Das bedeutendste Werk der thailändischen Literatur ist das Epos Ramakian. Dieses Epos basiert auf dem Nationalepos Ramayana und wurde am Ende des 18. Jahrhunderts durch König Phra Phutthayotfa Chulalok (Rama I.) erweitert. Es ist die wichtigste historische Quelle über die Sitten am Hofe des mittelalterlichen Thailand. König Phra Phutthaloetla (Rama II.) schuf zwei klassische Dramen auf Basis von Ramakian-Episoden sowie des Inao. Die Werke von Sunthon Phu hingegen bedienen sich einer Sprache, die jener des einfachen Volkes ähnelt.

    Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Versform verworfen und durch Prosa ersetzt. Viele bedeutende Schriftsteller und Autoren brachten in den 1950er Jahren zahlreiche bekannte Bücher heraus. Zu den bekanntesten Vertretern der modernen thailändischen Literatur zählen Phya Anuman Rajadhon, Dokmaisod, Malai Choopinit, Mai Muang Doem, Chot Praephan, Kulap Saipradit, der ehemalige Premierminister Kukrit Pramoj, Krisna Asokesin, Seni Saowaphong, Suwanee Sukhontha, Suwat Woradilok, Kampoon Boonthavi, Angkarn Kalayanapong und Pira Sudham.<ref>Thai Arts: Literature, englischsprachiger Artikel bei ThailandGateway (zuletzt aufgerufen am 18. August 2011)</ref><ref>K. Wenk: Die Literatur. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 160–187.</ref>

    Musik

    Die Geschichte der Musik Thailands ist nicht genau zu rekonstruieren. Sie vereint Einflüsse der chinesischen und indischen Musik und ist mit jener der Khmer und Mon verwandt. Bereits die Steininschrift König Ramkhamhaengs berichtet, dass in ganz Sukhothai viel Musik erklang. Auch im Königreich Ayutthaya im 15. Jahrhundert war Musik in der Bevölkerung außerordentlich populär. Die höfische thailändische Musik klingt für das westliche Ohr ungewohnt, da die Oktave in sieben gleich große Tonschritte unterteilt wird. Die Melodien sind zudem motivisch aufgebaut, was viele Passagen sich wiederholend erscheinen lässt. Es gab in Thailand niemals eine Notation, die Musiktradition wurde durch Hören und Nachahmen weitergegeben.

    Datei:Temple girls.jpg
    Schulmädchen und Jungen spielen Khrüang Sai vor einem Tempel

    Das bekannteste klassische thailändische Orchester ist das Pi Phat, das traditionell für die Begleitung von Bühnenstücken bestimmt ist und in seiner Grundform aus einem Vierfachrohrblattinstrument (pi nai), einem Kreis aus Buckelgongs (khong wong yai), einem Xylophon (ranat ek), Zimbeln (ching), einer Fasstrommel (taphon) und einer größeren Fasstrommel (klong that) besteht. Daneben gibt es zahlreiche weitere Orchesterformen, darunter das Khrüang Sai, bestehend aus der Bambuslängsflöte khlui, Saiteninstrumenten (so duong, so u und chakhe), der Rahmentrommel rammana, der Bechertrommel thon und Handzimbeln (ching). Das Mahori (dem kambodschanischen Mohori entsprechend) begleitet typischerweise Gesang und hat eine ähnliche Besetzung wie das Khruang Sai.

    Nach 1932 wurde thailändische Musik vermehrt mit westlichen Instrumenten gespielt. Westliche Musik hat die klassische thailändische Musik bis heute weitgehend verdrängt. Kommerzielle thailändische, asiatische und westliche Popmusik ist allgegenwärtig, während die traditionelle Musik als Kulturerbe gepflegt und erhalten wird. Hier ist etwa Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn engagiert, während der verstorbene König Rama IX. Jazz-Musiker war.<ref>Klaus Wenk: Die klassische Musik. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 220–240.</ref>

    In der Nordostregion lebt das kulturelle Erbe der laotischstämmigen Bevölkerung unter anderem in der typischen Mor-Lam-Musik fort. Den typischen Klang produziert die Mundorgel khaen. Bei Prozessionen im Isan werden lange Bechertrommeln klong yao geschlagen.

    Malerei

    Datei:134 Ramakien Murals (9147912531).jpg
    Wandmalerei im Wat Phra Kaeo

    Mit Malereien wurden die Wände von Tempeln und Palästen verziert, um die Schönheit der von ihnen umgebenen Objekte zu betonen. Im Unterschied zur westlichen Malerei kennt die traditionelle thailändische Malerei fast keine Perspektive. Alle Figuren wurden zweidimensional dargestellt und ihre Größe in der Darstellung hing von ihrer Bedeutung für das dargestellte Geschehen ab (Bedeutungsperspektive). Motive waren vor allem religiöser Art, wie Szenen aus dem Leben Buddhas. Gemalt wurde mit Temperafarben, wobei anfänglich Pigmente in fünf Farben zur Verfügung standen. Die Wandmalereien in den Tempeln Wat Suthat (Bangkok) oder Wat Suwannaram (Thonburi) sind besonders bedeutend.

    Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann man, Farbpigmente aus China zu importieren, später wurden chemische Pigmente verwendet. Die Malereien wurden nun farbenfroher. Gleichzeitig hielten westliche Konzepte wie Schatten und Perspektive in die thailändische Malerei Einzug.

    Bedeutende Maler der traditionellen Technik sind Fua Hariphitak, Chalerm Nakiraks, Sanit Ditthaphan oder Tawee Nanthakwang, die auch als Nationalkünstler ausgezeichnet wurden. Zeitgenössische Maler Thailands sind etwa Chakrabhand Posayakrit oder Thawan Duchanee.<ref>Modern Art in Thailand, englischsprachiger Artikel von Silpa Bhirasri (zuletzt aufgerufen am 18. August 2011)</ref>

    Kunsthandwerk

    Die Weberei, besonders die Seidenweberei, ist in der Kultur der Bewohner Nordostthailands tief verwurzelt. Sie erlebte einen vorübergehenden Niedergang, nachdem billigere Seide aus China und Japan importiert wurde. Heute werden Spezialitäten wie Matmi-Seide (auch: „Mutmee“-Seide, Thai: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) oder Brokat mit eingewebten Gold- und Silberfäden hergestellt, die hohes Können erfordern, hohe Preise erzielen und von den Käufern für spezielle Anlässe verwendet werden. Seidenstickereien haben bei einigen Bergvölkern, speziell den Yao und Hmong, eine lange Tradition.

    Es gibt in Thailand zahlreiche regional verschiedene Stilrichtungen der Töpferkunst. Die Töpferei hatte bereits im 13. Jahrhundert einen Höhepunkt ihrer Entwicklung, als der Herrscher Sukothais 300 Töpfer aus China ins Land holen ließ. In der Folge wurden die Erzeugnisse nach ganz Südostasien exportiert.

    Reich verzierte Gegenstände wie Möbel, Schwerter, Becher, Kannen oder religiöse Symbole haben in Thailand eine lange Tradition. Sie können aus Silber gefertigt sein; die bedeutendsten Silberschmieden befinden sich in Chiang Mai. Gegenstände aus Niello, Lackschnitzereien oder solche mit Perlmutt-Einlagen werden ebenso hergestellt.<ref>Steve Van Beek: The Arts Of Thailand. Thames & Hudson, London 1991, ISBN 0-500-23620-8.</ref>

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    Film

    Datei:Tonyjaa.jpg
    Tony Jaa

    Die thailändische Filmgeschichte reicht bis ins Jahr 1897 zurück, als der Besuch König Chulalongkorns in Bern von François-Henri Lavancy-Clarke gefilmt wurde. Als dieser Film später in Bangkok vorgeführt wurde, stieg das Interesse der königlichen Familie Thailands an diesem Medium. Daraufhin wurde die nötige Filmtechnik ins Land gebracht, um weitere ausländische Filme zeigen zu können. In den 1920er Jahren wurde die thailändische Filmindustrie begründet und in den 1930er Jahren erlebte diese ihr erstes „goldenes Zeitalter“. Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sahen ein Wiederaufleben des thailändischen Films, in denen hunderte 16-mm-Filme produziert wurden, vor allem Action-Filme. Die Konkurrenz Hollywoods brachte die Filmlandschaft Thailands in den 1980er und 1990er Jahren auf einen Tiefpunkt.

    Heutige thailändische Filme sind in der Regel kommerzielle Produkte, die nur zu Unterhaltungszwecken dienen. Die Schauspieler werden nach Attraktivität für das Publikum ausgewählt. Anspruchsvollere Produktionen, die eine soziale Botschaft haben, sind selten und haben in der Regel keinen wirtschaftlichen Erfolg. Hierzu zählen beispielsweise die Arbeiten von Wichit Khunawut. Weitere populäre Regisseure, die zur neuen Welle gehören, sind Nonzee Nimibutr, Pen-Ek Ratanaruang und Apichatpong Weerasethakul sowie Kampfkunst-Star Tony Jaa.

    Thailand ist ein beliebter Drehort für ausländische Filme, Streifen wie Der Mann mit dem goldenen Colt, The Killing Fields – Schreiendes Land, Die durch die Hölle gehen, The Beach oder Air America wurden an verschiedenen Orten des Landes aufgenommen.

    Feste und Feiertage

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    Straßenumzug und Wasserschlacht zu Songkran 2007 in Uttaradit
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    Loi Krathong 2007 im Lumpini Park, Bangkok

    In Thailand werden sowohl traditionelle thailändische, buddhistische wie auch westliche Feiertage begangen. Die thailändischen Feiertage richten sich nach dem Mondkalender und fallen somit von Jahr zu Jahr auf ein jeweils anderes Datum. Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, so ist der erste Wochentag danach arbeitsfrei.

    Der bedeutendste Feiertag in Thailand ist das Neujahrsfest Songkran, das zwischen dem 13. und 15. April stattfindet und vor allem für den Brauch, sich gegenseitig mit Wasser zu bespritzen, bekannt ist. Loi Krathong fällt in der Regel in den November, hier werden mit Blumen und Kerzen geschmückte kleine Flöße in die Flüsse und Kanäle gesetzt. Regional werden leuchtende kleine Heißluftballons aus Papier steigen gelassen (siehe Kong-Ming-Laterne). Buddhistische Feiertage sind Visakha Puja, an dem der Geburt, der Erleuchtung und des Todes Buddhas gedacht wird, Magha Puja, der mit Kerzenprozessionen in den Tempeln gefeiert wird, oder Ok Phansa. Des Weiteren sind die Geburtstage des Königs, der Königin sowie der Jahrestag der Krönung des Königs offizielle Feiertage. Für die chinesische Minderheit ist das chinesische Neujahrsfest der bedeutendste Feiertag.

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    Medien

    Fernsehen Das Fernsehen ist für die meisten Thailänder das wichtigste Medium zum Empfang von Nachrichten und anderen wichtigen Informationen. Regelmäßige Fernsehsendungen gibt es in Thailand seit 1955. 2003 wurde der Bestand von Fernsehern in Thailand auf über 15 Millionen geschätzt.<ref>Televisions: Countries Compared, NationMaster.com, abgerufen am 2. März 2015.</ref> Es gibt sechs landesweite, frei empfangbare Fernsehsender, die von sechs verschiedenen Gesellschaften betrieben werden. Meist stehen dahinter aber die Armee und andere staatliche Organisationen.

    Weiterhin können über Kabel und Satellit zahlreiche kommerzielle Sender empfangen werden. Nach dem UNDP sind die Nachrichten häufig politisch einseitig und die populären Fernsehdramen und Seifenopern (Lakhon) verfolgten alte Klischees und zeigten auch Gewalt gegen Frauen.<ref name="UNDP14" />

    In Bangkok wird über den UHF-Kanal 60, DVB-T (digitales Antennenfernsehen) verbreitet. Ab 2015 wurde das analoge terrestrische Fernsehen in Thailand nach und nach abgeschaltet. Digitale, Satelliten-, Kabel- und Internetfernsehsender sind auf dem Vormarsch.<ref>Sasiphan Bilmanoch: The utilization of the Internet by TV Stations in Thailand. In: The Internet and TV Stations in the Asia-Pacific Region, 22nd JAMCO Online International Symposium, 2014.</ref> Dennoch hatten die vier „großen“, frei empfangbaren Kanäle 3, 5, 7 und 9 im Jahr 2014 noch eine Einschaltquote von insgesamt 70 Prozent.<ref>Surviving the digital TV broadcast competition</ref>

    Landesweite, frei empfangbare Fernsehsender

    • Kanal 3, privat (Lizenz von der teilstaatlichen Medienorganisation MCOT)
    • Thai TV5, betrieben vom thailändischen Heer
    • BBTV Channel 7, privat (Lizenz vom Heer)
    • Modernine TV (ehemals Kanal 9), betrieben von der teilstaatlichen Medienorganisation MCOT
    • NBT TV (ehemals Kanal 11), betrieben vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Regierung
    • Thai PBS, betrieben vom staatlichen Thai Public Broadcasting Service

    Auslandsfernsehsender

    Radio Radiosendungen werden in Thailand seit 1928 ausgestrahlt, der staatliche Sender Radio Thailand wurde 1929 gegründet. Alle der zahlreichen Radiosender müssen ein tägliches 30-minütiges Nachrichtenprogramm ausstrahlen, das von Radio Thailand produziert wird. Neben landesweiten staatlichen und kommerziellen Radiostationen gibt es zwischen 2000 und 3000 Gemeinderadios.

    Zeitungen Tageszeitungen erscheinen auf Thai, Chinesisch und Englisch; es gibt zwei bedeutende englischsprachige, die Bangkok Post und The Nation, vier chinesischsprachige und 18 thaisprachige Tageszeitungen. Von den thaisprachigen sind Thai Rath, Daily News, Khao Sod und Matichon die einflussreichsten. Eine deutschsprachige Zeitung ist Der Farang.

    Die Medienfreiheit ist erheblich eingeschränkt. Die Organisation Freedom House bewertete 2014 sowohl Presse als auch Internet in Thailand als „unfrei“.<ref>Freedom of the Press 2014: Thailand. Freedom House.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Freedom on the Net 2014: Thailand. (Memento vom 15. April 2019 im Internet Archive) Freedom House.</ref> Das Militär versucht häufig erfolgreich, speziell nach Staatsstreichen Zensur direkt oder indirekt durchzusetzen. Dies geschieht meistens durch Einschüchterung oder gerichtliches Vorgehen gegen kritische Journalisten. Es herrscht auf Grundlage des „Gesetzes gegen Computerkriminalität“ von 2007 Internetzensur, blockiert werden vor allem pornographische, aber auch politisch nicht akzeptierte Inhalte, etwa (angebliche) Beleidigungen des Königs oder der Monarchie oder Inhalte bezüglich der separatistischen Bestrebungen der Moslems in Südthailand.<ref name="library22">Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Thailand, Juli 2007, S. 22 online (PDF; 173 kB)</ref><ref>I. Schmidt-Braul: Bücher und Massenmedien. In: Jürgen Hohnholz (Hrsg.): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft. Tübingen 1980, S. 316 ff.</ref>

    Sport

    Datei:Muay Thai match in Bangkok, Thailand.jpg
    Muay Thai, Thailands Nationalsport
    Datei:RajamangalaStadium.jpg
    Das Rajamangala Stadium, Nationalstadion Thailands
    Datei:Isan, Mueang Buri Ram District, Buri Ram 31000, Thailand - panoramio (6).jpg
    Die Chang Arena, Thailand erstes „reines“ Fußballstadion

    Der Nationalsport Thailands ist das Thaiboxen, eine Kampfsportart, die in einem Ring ähnlich dem westlichen Boxen ausgeübt wird und Schläge nicht nur mit den Fäusten, sondern auch mit Ellenbogen, Füßen und Knien erlaubt. Dieser Tradition folgend, hat Thailand bei den Olympischen Spielen die meisten seiner olympischen Erfolge im Boxen erzielen können. In den letzten Jahren haben thailändische Sportler bei den Olympischen Spielen auch in den Sportarten Gewichtheben und Taekwondo Erfolge zu verzeichnen. Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro hat das Land jeweils zweimal Gold, Silber und Bronze erreicht.

    Weitere westliche Sportarten, die in Thailand Zulauf finden, sind Rugby, Tennis, Golf und Cricket. Der Fußball spielt eine eher untergeordnete Rolle, wenngleich Fußball im Fernsehen, speziell die Premier League, aber auch die Bundesliga, Aufsehen erregt. Die 1996 gegründete Thai Premier League hat die letzten Jahre einen größeren Zulauf, da die Stadien immer mehr Fußballtauglich gemacht wurden. Eine lange Tradition hat das alljährliche Chula-Thammasat-Fußballspiel. Die thailändische Fußballnationalmannschaft konnte sich bisher noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Größter Erfolg war ein dritter Platz bei der Asienmeisterschaft 1972.

    Rugby Union erfreut sich zunehmender Beliebtheit und die thailändische Rugby-Union-Nationalmannschaft war im März 2025 auf dem 73. Platz von World Rugbys Rangliste.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig World Rugby Rankings.] World Rugby, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 8. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Thailand wurde 2005 das erste Land, das ein 80 Welterweight-Rugbyturnier austrug.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig The Nation.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Cricket erfreut sich ebenso zunehmender Beliebtheit und die thailändische Frauen-Cricket-Nationalmannschaft qualifizierte sich 2020 für ihren ersten Women’s T20 World Cup,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Thailand name squad for their first Women's T20 World Cup.] International Cricket Council, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 8. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> landete jedoch auf dem letzten Gruppenplatz. Ebenso gelang die Qualifikation für bisher fünf Women’s Asia Cups. Demgegenüber ist die thailändische Cricket-Nationalmannschaft der Männer weniger erfolgreich und konnte sich noch für keinen Men’s T20 World Cup qualifizieren. Beide Mannschaften genießen wie alle anderen assoziierten Cricketteams des International Cricket Council T20I-Status.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig All T20 matches between ICC members to get international status.] International Cricket Council, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 8. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Im Jahre 2014 wurde eine neue permanente Motorsport-Rennstrecke Chang International Circuit in Buri Ram in der Region Isan fertiggestellt. Auf dieser gastieren seit 2015 u. a. die FIM-Superbike-Weltmeisterschaft und die FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft.

    Special Olympics Thailand wurde 1987 gegründet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

    Siehe auch

    Portal: Thailand – Weitere Artikel zu Thailand

    Literatur

    • Jochen Müssig: Baedeker Reiseführer Thailand. 13. Auflage. Baedeker, Ostfildern 2022, ISBN 978-3-8297-1819-6.
    • Volker Grabowsky: Kleine Geschichte Thailands. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60129-3. (Rezension).
    • Barend Jan Terwiel: Thailand’s Political History. From the 13th Century to Recent Times. River Books, Bangkok 2011, ISBN 978-974-9863-96-1.

    Weblinks

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    Einzelnachweise

    <references responsive />

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    <templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

    Mitgliedstaaten:

    Brunei | Indonesien | Kambodscha | Laos | Malaysia | Myanmar | Osttimor | Philippinen | Singapur | Thailand | Vietnam

    Beobachter:

    Papua-Neuguinea

    Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
    Mitgliedstaaten der
    Vereinten Nationen:

    Afghanistan | Ägypten<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Armenien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Bhutan | Brunei | China, Volksrepublik | Georgien | Indien | Indonesien<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Irak | Iran | Israel | Japan | Jemen<templatestyles src="FN/styles.css" /> 3 | Jordanien | Kambodscha | Kasachstan<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Katar | Kirgisistan | Kuwait | Laos | Libanon | Malaysia | Malediven | Mongolei | Myanmar | Nepal | Nordkorea | Oman | Osttimor | Pakistan | Philippinen | Russland<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Südkorea | Syrien | Tadschikistan | Thailand | Türkei<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Turkmenistan | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam | Zypern

    Abhängige Gebiete:

    Akrotiri und Dekelia | Britisches Territorium im Indischen Ozean | Hongkong | Kokosinseln | Macau | Weihnachtsinsel

    Umstrittene Gebiete:

    Abchasien | China, Republik (Taiwan) | Nordzypern | Palästina | Südossetien

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    1 
    Liegt größtenteils in Afrika.
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    2 
    Liegt zum Teil auch in Ozeanien.
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    3 
    Liegt zum Teil auch in Afrika.
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    Liegt zum Teil auch in Europa.
    Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
    Teilnehmerstaaten:

    Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Heiliger Stuhl | Irland | Island | Italien | Kanada | Kasachstan | Kirgisistan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Mongolei | Montenegro | Niederlande | Nordmazedonien | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tadschikistan | Tschechien | Türkei | Turkmenistan | Ukraine | Ungarn | Usbekistan | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten | Zypern

    Partnerstaaten:

    Afghanistan | Australien | Ägypten | Algerien | Israel | Japan | Jordanien | Marokko | Tunesien | Südkorea | Thailand

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