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Kästorf (Wolfsburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kästorf
Stadt Wolfsburg
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1256)&title=K%C3%A4storf 52° 27′ N, 10° 47′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1256) 52° 26′ 46″ N, 10° 46′ 44″ O
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Einwohner: 1256 (31. Dez. 2024)<ref>Bevölkerungsbestand - Bevölkerungsentwicklung - Stadt- und Ortsteile - 1972-heute. In: Stadt Wolfsburg. Abgerufen am 5. Februar 2025.</ref>
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 38448
Vorwahl: 05361
Datei:Kästorf lage wob.png
Karte
Lage in Wolfsburg
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Kästorf ist ein Stadtteil von Wolfsburg in Niedersachsen im Norden der Stadt, zwischen der B 188 und der Aller, in unmittelbarer Nähe des Volkswagenwerkes sowie von Schloss Wolfsburg.

Geschichte

Datei:Kaestorf Gedenkstein.jpg
Gedenkstein an das 875-jährige Ortsjubiläum

Kästorf wurde erstmals urkundlich 1135 als Kestorp erwähnt. Das Dorf liegt in der historischen Landschaft des Vorsfelder Werders. Die ursprüngliche Dorfform war die eines wendischen Rundlings.

Von 1742 an gehörte Kästorf zum Amt Vorsfelde. In der Franzosenzeit kam Kästorf zum Kanton Vorsfelde im Distrikt Helmstedt, im Departement der Oker des Königreiches Westphalen. Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit 16 Bauernhöfe.

Im Zuge der Errichtung des Volkswagenwerkes wurde am 2. August 1938 die Gemeinde Kästorf mit der 7. Verordnung über Wohnsiedlungsgebiete zum Wohnsiedlungsgebiet erklärt, was jedoch aufgrund des bald beginnenden Zweiten Weltkriegs und den damit verbundenen Einschränkungen im Wohnungsbau zunächst kaum praktische Bedeutung erlangte.

Infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa von 1945–1950 hatte sich die Einwohnerzahl von Kästorf von 262 (1939) auf 535 (1950) vergrößert, davon waren 1950 276 Heimatvertriebene. Durch Arbeitsmöglichkeiten im nahegelegenen Volkswagenwerk stieg die Einwohnerzahl auch in den folgenden Jahrzehnten erheblich an. 1962 erhielt Kästorf mit der evangelisch-lutherischen St.-Johannes-Kirche erstmals eine Kirche, die Volksbank Vorsfelde eG eröffnete in diesem Jahr eine Zweigstelle in Kästorf. 1966 wurde das heutige Feuerwehrhaus und 1971 die Mehrzweckhalle erbaut.

Am 1. Juli 1972 wurde die damalige Gemeinde Kästorf, die aus dem Landkreis Helmstedt stammt, gemäß dem Wolfsburg-Gesetz in die Stadt Wolfsburg eingegliedert.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.</ref> In jüngerer Zeit erfuhr Kästorf durch das Baugebiet „Hinter den Kohlgärten“ eine weitere Vergrößerung.

Einwohner

Jahr 1821 1849 1871 1905 1925 1939 1950 1956 2006 2009 2010 2012 2015 2017
Einwohner 152 201 181 234 300 262 535 781 1408 1413 1418 1361 1384 1354

Politik

Wappen

Das vom Heraldiker Arnold Rabbow entworfene Kästorfer Wappen mit den Windmühlenflügeln wurde am 2. Februar 1978 vom Ortsrat Kästorf/Sandkamp angenommen. Die Farben erinnern an die frühere Zugehörigkeit Kästorfs zum Freistaat Braunschweig, dessen Landesfarben blau-gelb waren.<ref>Arnold Rabbow: Wolfsburger Wappen. Wolfsburg 1979, S. 30 und 60.</ref> Die Windmühlenflügel stehen für die Bockwindmühle Schradersche Mühle, die 1860 von ihrem Standort in Schöppenstedt in die damalige Gemarkung Kästorf transloziert wurde.

Ortsbürgermeister

Kästorf bildet gemeinsam mit dem Stadtteil Sandkamp die Ortschaft Kästorf-Sandkamp, die durch einen Ortsrat vertreten wird. Ortsbürgermeister ist Francescantonio Garippo (SPD).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Bockwindmühle WOB Kästorf.jpg
Bockwindmühle Schradersche Mühle

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Bauwerke

Die Bockwindmühle Schradersche Mühle von 1861 ist die einzige noch erhaltene Windmühle in Wolfsburg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Technisches Denkmal der Windkraft: die Bockwindmühle Kästorf (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wolfsburg.de</ref> Ihre Windmühlenflügel finden sich auch im Wappen von Kästorf. Seit den 1960er Jahren gehört die Windmühle durch Umgemeindung jedoch zum Stadtteil Kreuzheide.

Kirche

Einzige Kirche Kästorfs ist die evangelisch-lutherische St.-Johannes-Kirche, sie wurde nach einem Entwurf von P. G. Lachmann, Braunschweig, erbaut. Am 2. Dezember 1960 fand die Grundsteinlegung statt, und am 15. April 1962, dem Palmsonntag, erfolgte ihre Einweihung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kirche auf Internetpräsenz der Propstei Vorsfelde (Memento des Vorlage:IconExternal vom 24. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propsteivorsfelde-evangelisch.de, abgerufen am 23. Dezember 2017.</ref> Zuvor war Kästorf zur St.-Petrus-Kirche nach Vorsfelde eingepfarrt. Die Weihe der Glocken, die in einem freistehenden Turm hängen, folgte am 31. Oktober 1964. Am Lesepult ist Evangelist Johannes mit Schafen dargestellt. Die Kirchengemeinde gehört zur Propstei Vorsfelde der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Katholiken in Kästorf gehören zur St.-Bernward-Kirche in Alt-Wolfsburg.

Vereine

In Kästorf sind die im August 1936 gegründete Freiwillige Feuerwehr,<ref>Ortsfeuerwehr Kästorf auf Internetpräsenz der Feuerwehr Wolfsburg, abgerufen am 24. Dezember 2017.</ref> ihre 1982 gegründete Jugendfeuerwehr, der am 2. Januar 1946 gegründete Sportverein SSV Kästorf/Warmenau e. V. von 1946 und die am 1. April 1890 als Landwehr- und Kriegerverein gegründete Kyffhäuser-Kameradschaft Kästorf e. V. aktiv. 1954 wurde ein neuer Sportplatz eingeweiht, 1966 folgte die Einweihung des neuen Sportheimes, und 1972/73 wurde das Schießheim erbaut.

Die DLRG Ortsgruppe Wolfsburg e. V. ist seit 2021 mit ihrem Vereinsheim in Kästorf ansässig. Zuvor befand sich ihr Vereinsheim am Großen Schillerteich. Von 2019 bis 2021 wurde das neue Vereinsheim in Kästorf erbaut und am 2. Juli 2022 offiziell eingeweiht.<ref>Eröffnung DLRG Zentrum Wolfsburg (DZW). Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ortsgruppe Wolfsburg e. V., 13. Juni 2022, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Datei:WOB Buerozentrum Nord.JPG
Bürozentrum Nord

Im Stadtteil bestehen ein Aldi-Markt, zwei Bäckerei-Filialen, zwei Friseursalons und eine Getränkehandlung, die überwiegend im 2003 eröffneten Einkaufszentrum angesiedelt sind.<ref>Hendrik Rasehorn: Der Supermarkt wird erweitert und alles andere aufgehübscht. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 5. September 2017.</ref> Ferner bietet Kästorf Gaststätten und Restaurants sowie eine Tierarztpraxis. Die Einzelhandelsgeschäfte im alten Ortskern, die Bäckerei Erich Kempe und das Lebensmittelgeschäft Gustav Helbig, wurden geschlossen.

Die Poststelle („Kästorf“, später „Wolfsburg 32“) wurde geschlossen, ebenso die Zweigstellen der Volksbank Vorsfelde eG und der Commerzbank, die Filiale von Jeans Fritz, das Schuhgeschäft und die beiden Tankstellen.

In Kästorf sind mehrere Handwerksbetriebe ansässig. Am 11. Mai 2017 wurde die neu erbaute IT-City, ebenfalls ein Gebäudekomplex der Volkswagen AG, offiziell eröffnet. Sie bietet rund 1.500 Arbeitsplätze für Mitarbeiter aus dem Gebiet der Informationstechnik.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eröffnung der IT-City auf news38.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 25. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.news38.de, abgerufen am 12. Mai 2017.</ref>

Südlich von Kästorf befindet sich das Volkswagenwerk Wolfsburg, das von Kästorf aus durch das Tor Nord erreichbar ist. Von Kästorf aus sind vom Werk unter anderem die Halle 54 und das Heizkraftwerk Wolfsburg West sichtbar. Nordöstlich von Kästorf, auf einem ehemals zu Kästorf gehörenden Grundstück, betreibt die Volkswagen AG das Bürozentrum Nord, dessen mehrstöckige Gebäude von Volkswagen 1969 als Wohnhäuser für italienische, später auch tunesische Gastarbeiter geplant waren. 1971 begann ihr Bau, am 27. November 1972 wurde die Wohnanlage eröffnet.<ref>Eberhard Rohde: Neue Heimat für die „Gastarbeiter“ von VW. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 26. November 2022.</ref> Die 12 von der VW-Siedlungsgesellschaft erbauten Hochhäuser boten anfangs 3.439 Wohnplätze.<ref>Eberhard Rohde: Ausländer bestimmten das Wolfsburger Stadtbild mit. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 27. Februar 2019.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bürozentrum Nord auf Internetpräsenz von Volkswagen Immobilien (Memento des Vorlage:IconExternal vom 27. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vwimmobilien.de, abgerufen am 26. Dezember 2017.</ref><ref>architektur & wirtschaft. Nr. 52, Verlag für Architektur GmbH, Wiesbaden 1986, S. 141.</ref> Zu dem Wohnkomplex gehörten auch ein Lebensmittelgeschäft, ein Postamt („Wolfsburg 8“), zwei Bankfilialen, zwei Arztpraxen, ein Kiosk, ein Kino und eine Gaststätte. Bis 1998 wurden die Häuser noch als Gastarbeiter-Unterkunft genutzt.

Straßenverkehr

Datei:Kaestorf Schild WOB.jpg
Ortseingang

Am 14. Dezember 1995 wurde eine nördliche Umgehungsstraße eröffnet und damit die B 188 aus dem Dorf heraus verlegt, dadurch wurde der Ort stark vom Durchgangsverkehr entlastet. Rund drei Kilometer westlich von Kästorf verläuft die Bundesautobahn 39, von der aus Kästorf über die Anschlussstelle Weyhausen erreichbar ist.

1993 wurden drei Straßen umbenannt, deren Namen nach der 1972 erfolgten Eingemeindung mehrerer Dörfer nach Wolfsburg mehrfach vorhanden waren. Die Brackstedter Straße in Jembker Straße, die Hauptstraße in Zu dem Balken, und die Neue Straße in An der Sneede.

Eine Buslinie der Wolfsburger Verkehrs GmbH führt von Kästorf nach Brackstedt und über die Stadtmitte nach Detmerode. Zeitweise besteht auch eine Busverbindung über den Wolfsburger Hauptbahnhof nach Fallersleben. Die Verkehrsgesellschaft Landkreis Gifhorn mbH bietet eine Buslinie nach Gifhorn an.

Öffentliche Einrichtungen

In Kästorf bestehen eine Sprechstelle der Stadt Wolfsburg, eine Mehrzweckhalle, ein Feuerwehrhaus, ein Sportplatz, ein Schießstand, eine Haltestelle für die Fahrbibliothek, das evangelische Gemeindehaus und ein Friedhof mit Kapelle. Öffentliche Bücherschränke befinden sich im evangelischen Gemeindehaus (seit 2019)<ref>Bücherschrank im Gemeindehaus. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 21. Oktober 2019.</ref> und in der Mehrzweckhalle. Im Mai 2025 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses.

Bildung

Datei:Kästorf Schule 1.jpg
Ehemalige Schule von 1905 (1989)

Mit der Kindertagesstätte hinter den Gärten verfügt Kästorf seit Oktober 2017 über eine Kindertagesstätte. Die nahe der IT-City von Volkswagen gelegene Einrichtung befindet sich in Trägerschaft der Stadt Wolfsburg und bietet 125 Plätze für Kinder von 0 bis 6 Jahren.<ref>Kästorf: Schöne Räume und bilinguales Konzept. waz-online.de, 6. Dezember 2017, abgerufen am 26. Dezember 2017.</ref>

Die 1905 erbaute Volksschule wurde in den 1960er Jahren geschlossen und bis auf den Turm, der als ortsbildprägendes Bauwerk erhalten blieb, 1989 abgerissen<ref>Die alte Schule. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 27. September 1989.</ref> und durch ein Wohngebäude sowie einen angrenzenden, inzwischen auf die gegenüberliegende Straßenseite verlegten Aldi-Markt ersetzt.

Auf dem Gelände des Ende 2002 geschlossenen Baumarktes Schönberger befindet sich seit Herbst 2008 eine Service-Akademie der Volkswagen AG.<ref>Volkswagen Service-Akademie eröffnet. kfz-betrieb.vogel.de, 10. Oktober 2008, abgerufen am 26. Dezember 2017.</ref>

Literatur

  • Heinz Pohlendt: Der Landkreis Helmstedt. Bremen-Horn, 1957

Weblinks

Commons: Kästorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

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