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Jürgen Hohl

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Datei:VSAN TT 2014 Sa14.jpg
Jürgen Hohl als Moderator einer Veranstaltung am VSAN-Landschaftstreffen in Tettnang, Februar 2014

Jürgen Hohl (* 26. Mai 1944 in Ravensburg) ist ein deutscher oberschwäbischer Heimatkundler und Restaurator. Er war bis 2008 Leiter des kulturellen Beirats der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte und arbeitete in weiteren Narrenvereinigungen mit. Mit über 120 von ihm entwickelten, wiederbelebten oder modernisierten Narrenfiguren hat er einen prägenden Einfluss auf das Erscheinungsbild der Schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

Leben

Ausbildung und Beruf

Jürgen Hohl wuchs in Weingarten auf. Nach dem Gymnasium in Ravensburg machte er Ausbildungen zum Schauwerbegestalter, zum Einzelhandelskaufmann und zum Modist. Weiterhin volontierte er als Friseur und Florist und bildete sich als Restaurator fort.

Heimatkundler

1966 schuf Jürgen Hohl die Narrenfiguren der neu gegründeten Narrenzunft Kißlegger Hudelmale.<ref name="VSAN-Journal">Guy-Pascal Dorner: Jürgen Hohl - ein Narr mit barocker Seele. In: Journal Schwäbisch-Alemannischer Fastnacht. Narrenbote Nr. 28/2005. ISSN 1612-7471, S. 52–53</ref> In den nachfolgenden Jahren kreierte er etwa 120<ref>Information auf www.atelier-hohl.de - abgerufen am 23. Februar 2009</ref> Narrenfiguren. 1978 wurde er Vorsitzender der Aufnahmekommission der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte,<ref>Auszug aus der Chronik der Vereinigung 1970–1979 auf www.fastnacht.net – abgerufen am 17. Juni 2022</ref> die 1979 in Kultureller Beirat umbenannt wurde. Dieses Amt übte er bis 2008 aus.<ref>Auszug aus der Chronik der Vereinigung 2000–2009 auf www.fastnacht.net – abgerufen am 17. Juni 2022</ref> Heimatzunft Hohls ist die Plätzlerzunft Altdorf Weingarten, deren Fastnachtsmuseum<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Informationen zum Fastnachtsmuseum der Plätzlerzunft (Memento vom 16. Mai 2011 im Internet Archive) – abgerufen am 23. Februar 2009</ref> er 2003 als Vorstand des Fördervereins Fasnachtsmuseum Plätzlerzunft gründete.

Jürgen Hohl gilt als Experte für oberschwäbische Trachten, Klosterarbeiten und Weihnachtskrippen. Neben Restaurierungsarbeiten führt er Kurse zu deren Herstellung an. Er hat zahlreiche Trachten selbst entworfen und ist Mitglied im Landestrachtenbeirat für die Region Oberschwaben-Allgäu-Bodensee. Er entwarf etliche bei oberschwäbischen Heimatfesten verwendete Kleider.<ref name="VSAN-Journal" /> Im Bad Wurzacher Ortsteil Eggmannsried gründete Hohl 1985 ein Museum. Dort waren neben oberschwäbischen Trachten Ordenskleider aus Klöstern und Weihnachtskrippen ausgestellt. Die Trachten wurden in den 1990er Jahren vom Landkreis Biberach für das Museumsdorf Kürnbach erworben; die Exponate zur Klosterkultur sind seit 2008 in Weingarten im neu eröffneten Museum für Klosterkultur zu sehen.

Jürgen Hohl tritt als Mitmoderator in Hörfunk- und Fernsehsendungen des Südwestrundfunks (SWR) zu Brauchtumsveranstaltungen in Baden-Württemberg auf. In Douglas Wolfspergers Dokumentarfilm Die Blutritter über den Weingartener Blutritt werden Jürgen Hohl und diverse Beteiligte ausführlich porträtiert. Dort tritt er gemeinsam mit seinem damaligen Lebenspartner auf. Auch im Dokumentarfilm Von Narren und Hexen von 2014 (Regie: Danièle Bellemare Lee) über die Fasnet in Weingarten und Ravensburg kommt Hohl ausführlich zu Wort.<ref>bellemarefilm.de, abgerufen am 16. Februar 2014</ref>

Auszeichnungen

Schriften

  • Schwäbisch-Alemannische Fasnacht in Altdorf-Weingarten. Chroniken-Verlag, Allensbach 1974

Literatur

  • Guy-Pascal Dorner: Jürgen Hohl – ein Narr mit barocker Seele. In: Journal Schwäbisch-Alemannischer Fastnacht. Narrenbote Nr. 28/2005. ISSN 1612-7471, S. 52–53.
  • Johannes Frank: Jürgen Hohl – ein Leben für das Brauchtum. In: Heimatpfleger. 34. Jg., Februar 2017. ISSN 0177-2538, S. 6–11.

Weblinks

Commons: Jürgen Hohl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Museum für Klosterkultur (Weingarten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />

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