Zum Inhalt springen

Jüchsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Jüchsen
Gemeinde Grabfeld
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1451)&title=J%C3%BCchsen 50° 29′ N, 10° 30′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1451) 50° 28′ 50″ N, 10° 30′ 5″ O
 {{#coordinates:50,480555555556|10,501388888889|primary
dim=10000 globe= name=Jüchsen region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 340 m ü. NN
Fläche: 27,51 km²
Einwohner: 1451 (31. Dez. 2021)<ref>Gemeinde Grabfeld: Zwischen Rennsteig und Rhön. 5. Auflage, Barfuß Verlag, 2022 (daten2.verwaltungsportal.de PDF).</ref>
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 2007
Postleitzahl: 98631
Vorwahl: 036947
Datei:GF Jüch.png
Karte
Lage von Jüchsen in Grabfeld

Jüchsen ist ein Dorf im südlichen Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Seit dem 1. Dezember 2007 ist die ehemals politisch selbständige Gemeinde ein Ortsteil der Gemeinde Grabfeld.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2007</ref> Durch den Ort fließt die Jüchse.

Geschichte

Auf dem Rittersrain befinden sich auf einem nach Westen liegenden Gipfel zehn Grabhügel in der Nähe zum Wachenbrunn und zum Siedlungsplatz Widderstatt. Es sind Gräber der mittleren Bronzezeit.<ref>Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Vorchristliche Kultstätten und Kultverdachtsplätze in Thüringen. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 228–229.</ref> Auf der bedeutenden Siedlungsstelle „Widderstatt“ bei Jüchsen fanden von 1966 bis 1981 auf 1,2 ha Fläche Grabungen statt. Dabei wurde eine Siedlung der Hallstatt- und Latènezeit, die von etwa 550 v. Ch. bis 50 v. Ch. Bestand hatte, systematisch untersucht.

Der auf einer kleinen Anhöhe liegende Kirchhof hatte früher eine Befestigung, die wahrscheinlich zur Kontrolle des Jüchsetals und des Übergangs Jüchse angelegt war, um die aus Richtung Themar nach Mellrichstadt verlaufende Straße zu überwachen. Herren von Jüchsen wurden 1150 und 1182 als Ministerialen der Henneberger genannt. Die Wehrmauer des Kirchengeländes wurde 1877 abgebrochen.<ref>Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 149.</ref>

Erstmals wurde der Ort unter dem Namen Gohhusia im Jahr 758 erwähnt.<ref>Jüchsen: Ortsname, mdr.de, aufgerufen am 1. Februar 2021.</ref> Der Ort gehörte ursprünglich zur Zent Themar der Grafschaft Henneberg. Bei der Hennebergischen Hauptteilung im Jahr 1274 kamen aus der Zent Themar die beiden Orte Jüchsen und Neubrunn an die Linie Henneberg-Schleusingen und wurden der Vogtei Henneberg zugeordnet, aus der sich später das Amt Maßfeld formte. 1680 kam der Ort zum Herzogtum Sachsen-Meiningen.

Jüchsen war von 1607 bis 1675 von umfangreichen Hexenverfolgungen betroffen. 24 Frauen und fünf Männer gerieten in Hexenprozesse, fünf Frauen wurden verbrannt und zwei Frauen enthauptet. Von zehn Prozessen ist der Ausgang unbekannt. Barbara Krell starb unter der Folter. In ihrem Folterprotokoll heißt es: „auf Tortur vom bösen Feind Hals umgedreht“.<ref>Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes. Über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wehry-Verlag, Untermaßfeld 2012, ISBN 978-3-9813902-8-5, S. 170 f.;
Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Jüchsen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012;
Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Band 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 240–244 und S. 247, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).</ref>

In der 1648 in Frankfurt am Main erschienenen Topographia Franconiae heißt es zu Jüchsen: „Wie dieser Ort in einer Franckfurtischen Relation genannt / und für einen reichen Hennebergischen Flecken gesetzt wird / so Anno 1621. fast gantz abgebronnen.“Vorlage:": Ungültiger Wert: ref=

Im Februar 2021 geriet der Ort bundesweit in die Schlagzeilen, weil die Polizei inmitten der COVID-19-Pandemie einen illegalen Karnevalsumzug auflösen musste.<ref>Narren feiern illegalen Lichtmess-Umzug – Kritik an Vorgehen der Polizei. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />mdr.de (Memento vom 1. Februar 2021 im Internet Archive)Vorlage:Abrufdatum</ref> Der Umzug findet in Jüchsen traditionell an Lichtmess statt.<ref>Website des JKC Juechsen, aufgerufen am 1. Februar 2021.</ref>

Politik

Ortsteilrat

Der Ortsteilrat von Jüchsen setzt sich neben dem Ortsteilbürgermeister aus acht weiteren Mitgliedern zusammen.

  • CDU 2 Sitze
  • SPD 1 Sitz
  • FW/SV/PG Jüchsen 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)<ref>Internetseiten der Gemeinde Grabfeld.</ref>

Ortsteilbürgermeister

Die Wahl des Ortsteilbürgermeisters fand 2024 ohne Bindung an die zugelassenen Wahlvorschläge statt, da sich nur ein Kandidat bewarb. Der Kandidat Stefan Dreßler (FW/SV/PG Jüchsen), der bereits vorher Teil des Ortsteilrates war,<ref>Gemeinde Grabfeld - Ortsteilrat Jüchsen - Mitglieder. Abgerufen am 29. Mai 2024.</ref> konnte die Wahl jedoch deutlich gewinnen und erreichte 96,7 %.<ref>Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 29. Mai 2024.</ref> Die vorherige Amtsinhaberin Beate Heßler, die 2019 ebenfalls mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde, trat 2024 nicht erneut an.<ref>Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 29. Mai 2024.</ref>

Wappen

Wappen von Jüchsen
Wappen von Jüchsen

Blasonierung: „In Grün mit einem goldenen Herzschild mit einer rot bewehrten schwarzen Henne auf einem schwarzen Dreiberg, ein goldener Balken, belegt mit einem blauen Wellenbalken; darüber zwei goldene Sparren und darunter ein goldener Sparren. Die drei Dreiecke symbolisieren die drei bis heute noch existierenden Getreidemühlen des Dorfes. In der Mitte des Wappens fließt der Fluss „Jüchse“. Die Henne, das Wappentier, symbolisiert den Verbund zur Grafschaft Henneberg.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ansichten von Jüchsen

<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />

Museen

  • Heimatmuseum in der ehemaligen Schule
  • Keltensiedlung Widderstadt

Persönlichkeiten

  • Ernst Dahinten (1885–1969), Lehrer, Stadtarchivar und Museumsleiter in Eisfeld, Autor des Buches „Geschichte der Heimat. (Stadt und Amt Eisfeld)“ Teil 1 – 4, Eisfeld 1932–1938

Literatur

Weblinks

Commons: Jüchsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein